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  11. <title>Netz Für Alle</title>
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  14. <description>Netzpolitisches aus der Rosa-Luxemburg-Stiftung und ihrem Umfeld</description>
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  23. <title>Commons, Märkte und öffentliche Politik</title>
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  26. <pubDate>Wed, 12 Feb 2020 12:01:39 +0000</pubDate>
  27. <dc:creator><![CDATA[Markus Euskirchen]]></dc:creator>
  28. <category><![CDATA[Digitalisierte Arbeit]]></category>
  29. <category><![CDATA[FOSS]]></category>
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  37. <description><![CDATA[<p>Transform!, die Stiftung für politische Bildung der Europäischen Linkspartei, hat eine ausführliche und kritische, polit-ökonomische Studie von Marco Berlinguer über Freie und Open Source Software (FOSS) veröffentlicht. Wie der Titel &#8220;Commons, Markets and Public Policy&#8221; nahelegt, geht es um FOSS nicht nur als Commons, sondern auch als Durchlauferhitzer für Innovation, Rationalisierung und Profitsteigerung in der [&#8230;]</p>
  38. <p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://netzfueralle.blog.rosalux.de/2020/02/12/commons-maerkte-und-oeffentliche-politik/">Commons, Märkte und öffentliche Politik</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://netzfueralle.blog.rosalux.de">Netz Für Alle</a>.</p>
  39. ]]></description>
  40. <content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.transform-network.net/de/publications/detail/commons-markets-and-public-policy/"><img class="size-full wp-image-3873 alignleft" src="https://netzfueralle.blog.rosalux.de/files/2020/02/csm_2020-01-commons-cover_8ad04c4d4a.jpg" alt="" width="134" height="190" /></a><a href="https://www.transform-network.net/">Transform!</a>, die Stiftung für politische Bildung der Europäischen Linkspartei, hat eine ausführliche und kritische, polit-ökonomische Studie von <a href="https://www.cccb.org/en/participants/file/marco-berlinguer/45360">Marco Berlinguer</a> über Freie und Open Source Software (FOSS) veröffentlicht. Wie der Titel <a href="https://www.transform-network.net/de/publications/detail/commons-markets-and-public-policy/">&#8220;Commons, Markets and Public Policy&#8221;</a> nahelegt, geht es um FOSS nicht nur als Commons, sondern auch als Durchlauferhitzer für Innovation, Rationalisierung und Profitsteigerung in der kapitalistischen Digitalwirtschaft und Möglichkeiten von FOSS im Hinblick auf das Öffentliche. <span id="more-3871"></span></p>
  41. <p>Die Analyse arbeitet sehr gut heraus, dass es sich Bei FOSS nicht nur einen &#8220;Zoo&#8221; von Anwendungen bzw. Produkten handelt, sondern um eine eigene Produktionsweise, die sich dadurch von der im Kapitalismus dominierenden unterscheidet, dass sie auf Kooperation beruht und nicht auf Konkurrenz.</p>
  42. <p>Schließlich untersucht die Studie, warum gerade Verwaltungen und öffentlichen Institutionen als die Produktionsorte des Öffentlichen (noch) nicht in dem Maße auf die Potentiale von FOSS setzen, wie soziale Bewegungen und neuerdings sogar die großen Software- und IT-Konzerne in ihrem internen Betrieb. Es ließe sich zuspitzen: Letztere produzieren effizient, sicher und stabil mit Instrumenten aus der FOSS-Welt und schließen den Code erst im letzten Schritt ab, womit sie <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Lock-in-Effekt">Lock-In-Effekte</a> beabsichtigen, um die zahlenden Kunden an sich und ihr warenförmig verteiltes Produkt zu fesseln. Aus dem Fazit der Studie, die bald in deutscher Übersetzung vorliegen wird:</p>
  43. <blockquote><p>Der Lernprozess im Bereich öffentlicher Politik ist noch relativ am Anfang. Bisher ist nur wenig verstanden, wie öffentliche Akteur*innen an der weiteren Entwicklung dieses Ökosystems und Produktionsmodells erfolgreich mitwirken und sie unterstützen können. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass FOSS am Anfang seiner überraschenden Entwicklung zunächst ein Labor für soziale Innovationen war und jetzt in seiner zweiten Phase eine Triebfeder für Marktinnovationen ist, lässt sich mit hoher Plausibilität schlussfolgern, dass &#8211; wenn sich die Institutionen darauf einlassen &#8211; auch im Bereich öffentlicher Politik mittels FOSS wichtige Experimente und wirksame Innovationen zu erwarten sind.</p></blockquote>
  44. <p>&nbsp;</p>
  45. <p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://netzfueralle.blog.rosalux.de/2020/02/12/commons-maerkte-und-oeffentliche-politik/">Commons, Märkte und öffentliche Politik</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://netzfueralle.blog.rosalux.de">Netz Für Alle</a>.</p>
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  49. </item>
  50. <item>
  51. <title>Vorstudie zur Menüerweiterung durch FOSS-Produkte bei der RLS</title>
  52. <link>https://netzfueralle.blog.rosalux.de/2019/11/21/vorstudie/</link>
  53. <comments>https://netzfueralle.blog.rosalux.de/2019/11/21/vorstudie/#respond</comments>
  54. <pubDate>Thu, 21 Nov 2019 16:15:53 +0000</pubDate>
  55. <dc:creator><![CDATA[Markus Euskirchen]]></dc:creator>
  56. <category><![CDATA[Digitalisierte Arbeit]]></category>
  57. <category><![CDATA[Wie das Internet Politik verändert]]></category>
  58. <category><![CDATA[FOSS]]></category>
  59. <category><![CDATA[Menüerweiterung]]></category>
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  62. <description><![CDATA[<p>Der Vorstand der RLS hat bereits Ende August 2019 beschlossen, eine Studie in Auftrag zu geben, die die Machbarkeit von mehr Freier Software an den Arbeitsplätzen der Stiftung erforschen soll: Die Machbarkeitsstudie soll beleuchten, welche nicht-technischen Implikationen eine mögliche Erweiterung oder Umstellung hin zu Freier Software haben könnte. Der Erfolg einer Umstellung und Nutzung von [&#8230;]</p>
  63. <p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://netzfueralle.blog.rosalux.de/2019/11/21/vorstudie/">Vorstudie zur Menüerweiterung durch FOSS-Produkte bei der RLS</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://netzfueralle.blog.rosalux.de">Netz Für Alle</a>.</p>
  64. ]]></description>
  65. <content:encoded><![CDATA[<p>Der Vorstand der RLS hat bereits Ende August 2019 beschlossen, eine Studie in Auftrag zu geben, die die Machbarkeit von mehr Freier Software an den Arbeitsplätzen der Stiftung erforschen soll:</p>
  66. <blockquote><p>Die Machbarkeitsstudie soll beleuchten, welche nicht-technischen Implikationen eine mögliche Erweiterung oder Umstellung hin zu Freier Software haben könnte. Der Erfolg einer Umstellung und Nutzung von Software ist entscheidend von der Akzeptanz der Nutzer*innen abhängig. Die Studie soll aufzeigen, welche Systeme der aktuellen IT-Infrastruktur der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Zukunft durch freie Software ergänzt oder ersetzt werden können und welche Auswirkungen das auf die Administration der IT der Stiftung sowie auf die Abläufe der Geschäftsprozesse und die tägliche PC-Nutzung haben würde. Auch der Kostenrahmen für so eine Umstellung soll aus der Studie hervorgehen.</p></blockquote>
  67. <p>Der Vorstandsberatung lag eine <a href="https://netzfueralle.blog.rosalux.de/files/2019/11/2019-08-30-Machbarkeitsstudie-FOSS.pdf">Vorstudie</a> zugrunde, die sich den Chancen und Risiken einer Einführung Freier Software in Einrichtungen wie der RLS grundsätzlich nähert. Erstellt wurde sie von <a href="https://www.datenkollektiv.net/">Datenkollektiv</a> und <a href="https://www.unicode-it.de/about_us">UNI:CODE IT Solutions</a>, zwei IT-Kollektivbetrieben. Derzeit konstituiert sich eine AG zur Vorbereitung und Begleitung der Machbarkeitsstudie. Die Machbarkeitsstudie selbst wird im Laufe des Jahres 2020 erarbeitet werden.</p>
  68. <p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://netzfueralle.blog.rosalux.de/2019/11/21/vorstudie/">Vorstudie zur Menüerweiterung durch FOSS-Produkte bei der RLS</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://netzfueralle.blog.rosalux.de">Netz Für Alle</a>.</p>
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  74. <title>Netzpolitik als US-Wahlkampfthema</title>
  75. <link>https://netzfueralle.blog.rosalux.de/2019/10/30/netzpolitik-als-us-wahlkampfthema/</link>
  76. <comments>https://netzfueralle.blog.rosalux.de/2019/10/30/netzpolitik-als-us-wahlkampfthema/#respond</comments>
  77. <pubDate>Wed, 30 Oct 2019 12:03:56 +0000</pubDate>
  78. <dc:creator><![CDATA[Markus Euskirchen]]></dc:creator>
  79. <category><![CDATA[FOSS]]></category>
  80. <category><![CDATA[Überwachung]]></category>
  81. <category><![CDATA[Wem gehört das Netz]]></category>
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  83. <category><![CDATA[Eigentum]]></category>
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  86.  
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  88. <description><![CDATA[<p>Wer hätte das gedacht: Netzpolitik ist eines der prominenteren Themen im beginnenden US-(Vor-)Wahlkampf. Z.B. der Artikel über die Kampagne von Elizabeth Warren, einer der aussichtsreicheren demokratischen Kandidat_innen, gegen Facebook: &#8216;Too much power&#8217;: it&#8217;s Warren v Facebook in a key 2020 battle. Der Text liefert einen ausführlichen Einblick in die Anti-Tech-Monopol-Debatte im anschwellenden US-Wahlkampf und läßt [&#8230;]</p>
  89. <p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://netzfueralle.blog.rosalux.de/2019/10/30/netzpolitik-als-us-wahlkampfthema/">Netzpolitik als US-Wahlkampfthema</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://netzfueralle.blog.rosalux.de">Netz Für Alle</a>.</p>
  90. ]]></description>
  91. <content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_3837" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><a href="https://netzfueralle.blog.rosalux.de/files/2019/10/foucault2a.jpg"><img aria-describedby="caption-attachment-3837" class="wp-image-3837 size-medium" src="https://netzfueralle.blog.rosalux.de/files/2019/10/foucault2a-300x169.jpg" alt="" width="300" height="169" srcset="https://netzfueralle.blog.rosalux.de/files/2019/10/foucault2a-300x169.jpg 300w, https://netzfueralle.blog.rosalux.de/files/2019/10/foucault2a-768x432.jpg 768w, https://netzfueralle.blog.rosalux.de/files/2019/10/foucault2a.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p id="caption-attachment-3837" class="wp-caption-text"><small>Papier-Graffito: „Überwachung ist ein entscheidender ökonomischer Faktor. Sie ist sowohl Element im Produktionsapparat wie auch ein Rädchen innerhalb der Disziplinargewalt.“ „?“ „Foucault you!“ „What?“. Hochfeld, Mai 2017 (c) <a href="http://hafenstadt.blogsport.eu/2017/09/14/foucault-in-duisburg-2/">Hafenstaedter</a></small></p></div>
  92. <p>Wer hätte das gedacht: Netzpolitik ist eines der prominenteren Themen im beginnenden US-(Vor-)Wahlkampf. Z.B. der Artikel über die Kampagne von Elizabeth Warren, einer der aussichtsreicheren demokratischen Kandidat_innen, gegen Facebook: <a href="https://www.theguardian.com/us-news/2019/oct/19/elizabeth-warren-facebook-break-up">&#8216;Too much power&#8217;: it&#8217;s Warren v Facebook in a key 2020 battle</a>. Der Text liefert einen ausführlichen Einblick in die Anti-Tech-Monopol-Debatte im anschwellenden US-Wahlkampf und läßt die Kandidatin Warren mit ihrer Forderung nach Zerschlagung von Facebook radikal erscheinen.</p>
  93. <p>Was die Problemwahrnehmung angeht, bin ich einverstanden: In meiner <a href="https://twitter.com/erincandescent/status/1184587323599736837">Lieblingsnachricht</a> zu dem Thema geht es um England und dass dort mit der Abschaltung von Yahoo-groups nationale Infrastraktur mitabgeschaltet wird: die Liste zur Organisation der Verteilung von Telefonnummern. Angesichts der in allen möglichen Bereichen sich andeutenden Infrastrukturapokalypse geht es mir wie dem Blogger <a href="https://blog.fefe.de/?q=apokalypse">Fefe</a>, der sich an seine Jugend erinnert fühlt, als er begeistert Cyberpunk-Romane las. Er fand das immer total geil, aber die Prämisse einigermaßen unglaubwürdig, dass eine Zivilisation freiwillig ihre Infrastruktur so auf Sand bauen würde, dass alles hackbar ist. <span id="more-3818"></span></p>
  94. <p>Auch nicht schlecht in dem Zusammenhang, die kommenden <a href="https://www.reuters.com/article/us-usa-elections-amazon-com-insight/how-amazon-com-moved-into-the-business-of-u-s-elections-idUSKBN1WU173">US-Wahlen finden auf Amazon</a> statt und <a href="https://www.diepresse.com/5627475/us-amerikaner-in-not-konnen-sich-bei-mcdonalds-melden">McDonald’s übernimmt seit Mai 2019 konsularische Tätigkeiten</a> für die USA in Österreich. Bei solchen Meldungen fällt mir mitunter schwer festzustellen, ob und wenn ja bei welcher es sich um Satire handelt. Aber das ist vielleicht heutzutags auch egal, denn nach einer Art <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mooresches_Gesetz">Moore’schem</a> Satiregesetz scheint der Abstand zwischen einem Witz und der diesen einholenden Wirklichkeit auf wenige Wochen bis Tage zusammengeschmolzen zu sein.</p>
  95. <p>Insofern gehen die Anti-Monopol-Bemühungen der Mitte-Links-Kapitalist_innen zwar auf eine virulente Thematik ein, wenn sie &#8211; wie etwa Warren im <a href="https://www.cnbc.com/2018/07/23/elizabeth-warren-i-am-a-capitalist-but-markets-need-rules.html">Interview 2018</a> &#8211; betonen:</p>
  96. <blockquote><p>I am a capitalist. Come on. I believe in markets. What I don&#8217;t believe in is theft, what I don&#8217;t believe in is cheating. That&#8217;s where the difference is. I love what markets can do, I love what functioning economies can do. They are what make us rich, they are what create opportunity. But only fair markets, markets with rules. Markets without rules is about the rich take it all, it&#8217;s about the powerful get all of it. And that&#8217;s what&#8217;s gone wrong in America.</p></blockquote>
  97. <p>Klingt gut. Aber knapp vorbei ist auch daneben. Denn auch wenn ich die Konkurrenz zwischen verschiedenen closed-source-Anbietern anstelle des Monopols erzwungen habe, gibt es noch keinen Grund zur Annahme, dass damit der Gebrauchswert wirklich besser wird. Im Gegenteil. Die Abhängigkeit von <em>mittels des Gebrauchswert</em> konkurrierenden Privaten, deren Treiben ich immer noch nicht durchschauen kann, bleibt, Lock-in-Problematiken bleiben, noch dazu wird die Marktübersicht schwieriger.</p>
  98. <p>Nicht Zerschlagung muss daher die Stoßrichtung sein, sondern Öffnung: Offene Schnittstellen, offene Standards, offener Code, obligatorische Import-Export-Schnittstellen, offene Datenbanken, offene Leitungen (Stichwort <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Netzneutralit%C3%A4t">Netzneutralität</a>). Das geht bis auf die ebene der Architektur: Es sind serverlose Architekturen einsetzbar (Stichwort <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Peer-to-Peer">Peer-to-Peer</a>), wo das Netz bzw. jeder Knoten auch gleichzeitig die Daten vorhalten. Da lässt sich auch Datensparsamkeit einprogrammieren (nur was <em>gebraucht</em> wird, wird erhoben und auch nur so lange gespeichert, <em>wie</em> es gebraucht wird und nur dort, <em>wo</em> es gebraucht wird. Wenn keine individuelle Abrechnung nötig ist, müssen schon mal sowieso viel weniger Daten und vor allem gar keine <em>personalisierten</em> erhoben, gespeichert, übermittelt und verarbeitet werden…). Das beseitigt schon auf Architekturebene ganz viele Möglichkeiten zur Kontrolle von Individuen, zu deren Manipulation und zur Zweckentfremdung der Datensammlungen durch Unternehmen und staatliche Apparate.</p>
  99. <p>Das wäre vom Ansatz her vergleichbar damit, schon auf &#8220;Architekturebene&#8221; &#8211; im Verfassungstext &#8211; eine politisch-institutionelle Ordnung so zu gestalten, dass diktatorisches Regieren so schwer wie möglich gemacht wird (Stichwort <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ewigkeitsklausel">Ewigkeitsklausel</a> im GG). <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Code_and_Other_Laws_of_Cyberspace">Code is law</a>, Lessigs rechtspositivistischen Ansatz zu Ende gedacht: Im Grunde gehört der menschenlesbare Code für gesellschaftlich wichtige Softwareprojekte in die Parlamente &#8211; und das hätte noch nichts mit Sozialismus zu tun. Das wären erstmal die bürgerlich-demokratischen Grundlagen von Digitalpolitik. Wenn dazu die Zerschlagung <em>als Mittel</em> nötig ist, oder aus einer derartigen Demokratisierung der Produktion der digitalen Infrastruktur die Zerschlagung bzw. Zerlegung folgt, dann gut. Aber wenn letztere zum Selbstzweck von „Wettbewerbshütern&#8221; wird, wenn bei der Debatte um die Zerschlagung der Horizont auf Öffnung gar nicht aufgemacht wird, dann fehlt mir das Wichtigste.</p>
  100. <p>Radikal-reformistischer Vorschlag: Zerschlagung UND Überführung in so etwas wie öffentlich-rechtliche Agenturen (vgl. <a href="https://www.rosalux.de/profil/es_detail/2COVD32LG5/timo-daum/">Timo Daums</a> <a href="https://edition-nautilus.de/programm/die-kuenstliche-intelligenz-des-kapitals">Bücher</a>), wo alle Stakeholder schon über die Unternehmensform beteiligt sind. Denn <a href="https://dietzberlin.de/Nuss-Sabine-Keine-Enteignung-ist-auch-keine-Loesung">keine Enteignung ist auch keine Lösung</a> (wie Sabine Nuss&#8217; aktuelles Büchlein erklärt, vgl. auch die <a href="https://www.neues-deutschland.de/artikel/1127706.enteignung-der-ausschluss-der-anderen.html?sstr=keine|enteignung|ist|auch|keine|l%C3%B6sung">Besprechung im ND</a>). Die Parole dazu: <strong>Öffentliche Daseinsvorsorge statt Infrastrukturapokalypse</strong>. Und das gilt nicht nur für Digitales. Der Bahnverkehr ist auch weder zu reparieren durch eine Deutsche Bahn AG als profitorientierte Monopolistin, noch durch deren Zerschlagung in ein Bahnchaos der konkurrierenden privaten Schienenverkehrsanbieter (auch da lässt England grüßen, vgl. Ken Loach, The Navigators, 2001).</p>
  101. <p>Leider weiß ich gar nicht, was Sanders Programmatik an dem Punkt ist. Er steht ja auch für eine Anti-Monopol-Perspektive. Gepaart mit seiner Orientierung auf soziale Bewegungen allerdings (die bei Warren ja fehlt), besteht zumindest eine strukturelle Nähe zur <em>openness</em>. Kapitalistische Anti-Monopolisten wie Warren hingegen werden letztlich immer für das Betriebsgeheimnis als zentrales Mittel der Konkurrenz eintreten. Ihre politische Logik ist in letzter Instanz auf &#8220;what make us rich, &#8230; what create opportunity&#8221; geeicht. Solche Leute <em>können</em> gar nicht an etwas anderes glauben.</p>
  102. <p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://netzfueralle.blog.rosalux.de/2019/10/30/netzpolitik-als-us-wahlkampfthema/">Netzpolitik als US-Wahlkampfthema</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://netzfueralle.blog.rosalux.de">Netz Für Alle</a>.</p>
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  106. </item>
  107. <item>
  108. <title>Messenger: Welchen hätten Sie den gerne?</title>
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  111. <pubDate>Mon, 07 Oct 2019 11:13:30 +0000</pubDate>
  112. <dc:creator><![CDATA[Markus Euskirchen]]></dc:creator>
  113. <category><![CDATA[Digitale Selbstverteidigung]]></category>
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  120.  
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  122. <description><![CDATA[<p>Der soziale Druck nimmt zu: Immer wieder droht mir Ausschluss aus dem sozialen Zusammenhang, wenn ich nicht bereit bin, mir ein Smartphone anzuschaffen, den einen oder anderen Messenger zu installieren und darüber ständig erreichbar zu sein. Mir geht es hier heute aber nicht um die Problematik der dauerhaften Erreichbarkeit, die mittlerweile nicht nur von Arbeitgebern [&#8230;]</p>
  123. <p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://netzfueralle.blog.rosalux.de/2019/10/07/messenger-vergleich/">Messenger: Welchen hätten Sie den gerne?</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://netzfueralle.blog.rosalux.de">Netz Für Alle</a>.</p>
  124. ]]></description>
  125. <content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://netzfueralle.blog.rosalux.de/files/2019/10/messenger02.ods_.pdf"><img class="alignright wp-image-3788 " src="https://netzfueralle.blog.rosalux.de/files/2019/10/messenger02.jpg" alt="" width="252" height="183" srcset="https://netzfueralle.blog.rosalux.de/files/2019/10/messenger02.jpg 1084w, https://netzfueralle.blog.rosalux.de/files/2019/10/messenger02-300x217.jpg 300w, https://netzfueralle.blog.rosalux.de/files/2019/10/messenger02-768x556.jpg 768w, https://netzfueralle.blog.rosalux.de/files/2019/10/messenger02-1024x742.jpg 1024w" sizes="(max-width: 252px) 100vw, 252px" /></a>Der soziale Druck nimmt zu: Immer wieder droht mir Ausschluss aus dem sozialen Zusammenhang, wenn ich nicht bereit bin, mir ein Smartphone anzuschaffen, den einen oder anderen Messenger zu installieren und darüber ständig erreichbar zu sein. Mir geht es hier heute aber nicht um die Problematik der dauerhaften Erreichbarkeit, die mittlerweile nicht nur von Arbeitgebern mehr oder weniger subtil erwartet wird, sondern von allen. Auch geht es mir diesmal nicht um die <a href="https://netzfueralle.blog.rosalux.de/2018/03/27/expertenpaper-replicant/">Wanzenhaftigkeit der Geräteklasse Smartphone</a>. Stasi war ein Witz dagegen.</p>
  126. <p>Ich will mit einer tabellenartigen Gegenüberstellung von Messengern (<a href="https://netzfueralle.blog.rosalux.de/files/2019/10/messenger02.ods_.pdf">PDF</a>) die Debatten rationalisieren, die immer dann aufkommen, wenn die Kommunikation in einer Gruppe neu gestiftet werden soll und die gemeinsame Plattform noch verhandelbar ist, z.B. wenn das Kind in den Kindergarten kommt oder in die Schule und sich die Eltern eine Möglichkeit für Verabredungen schaffen wollen. Also für sich neu etablierende, abgeschlossene, kleinere bis mittelgroße Gruppen. <strong>Das Fazit vorneweg: Nur die beiden Messenger <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wire_(Messenger)">Wire</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Riot_(Instant-Messenger)">Riot</a> erfüllen alle Kriterien für eine halbwegs vernünftige und barrierefreie Kommunikation.</strong> <span id="more-3787"></span></p>
  127. <p>Früher gab es keine langen Debatten, Email-Adressen wurden auf einen Zettel notiert, irgendwer tippte die ab und schickte die rum. Wenn wer dabei war mit den Möglichkeiten dazu, dann richtete der oder die eine Mailingliste ein, dann wurde auch nie wer vergessen im CC. Adressen waren änderbar und sogar austragbar. Mit <a href="https://schleuder.org/">schleuder</a> gibt es sogar eine Möglichkeit für den Betrieb voll verschlüsselter Mailinglisten. Die Mailingliste ist auch heute noch eine angemessene Kommunikationsplattform für abgeschlossene kleinere bis mittelgroße Gruppen.</p>
  128. <p>Ganz früher gab es eine Telefonliste bzw. eine Adressliste. Aber gut. Wir wollen uns dem technischen Fortschritt ja nicht sperren. Wir wollen aber auch nicht, dass er uns übermannt und wir nur noch hörensagenbasiert hinter den jeweiligen letzten Moden herhecheln und gar nicht begründen können, warum dies oder das, außer mit: &#8220;Da sind eben alle anderen auch&#8221;, dem sogenannten Plattform- bzw. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Netzwerkeffekt">Netzwerkeffekt</a>. Gerade kleinere, neu zustande kommende Gruppen müssen ja gar nicht darauf achten, wo &#8220;alle&#8221; sind, sondern sich lediglich auf eine gemeinsame Plattform einigen. Schwer genug.</p>
  129. <h4>Fazit:</h4>
  130. <p>Wenns unbedingt sein muss, dann erfüllten die beiden weniger bekannten Messenger <strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wire_(Messenger)">Wire</a></strong> und <strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Riot_(Instant-Messenger)">Riot</a></strong> alle Kriterien für eine halbwegs vernünftige und barrierefreie Kommunikation. Über Berichte aus der Praxis mit diesen beiden Messengern in der Kommentarfunktion würde ich mich sehr freuen!</p>
  131. <p><strong>WhatsApp</strong> hingegen geht gar nicht. Der Code liegt nicht als prüfbarer Quellcode vor, es werden automatisch <em>alle</em> Kontakte, also das ganze private Netzwerk an den Serverbetreiber übermittelt. Und es ist für Linux-Nutzer_innen nicht verfügbar.</p>
  132. <p>Auch der gerade bei sich aufgeklärt wähnenden Nutzer_innen verbreitete <strong>Telegram</strong>-Messenger geht gar nicht: Nur der Client liegt quelloffen vor, was auf dem Server passiert, ist geheim. Eine Zwangsübertragung <em>aller</em> Kontakte an den Server findet ebenfalls statt. Der Betrieb eines eigenen Servers ist nicht möglich.</p>
  133. <p><strong>Signal</strong>, ein weiterer Messenger, der vielen als vorbildlich gilt, erfüllt zwar keines der harten Ausschlusskriterien, ist aber nicht barrierefrei: Die Anmeldung beim Netzwerk setzt, wie übrigens auch bei Telegram und WhatsApp, eine SMS-taugliche Telefonnummer und ein Gerät zum SMS-Empfang voraus.</p>
  134. <h4>Anmerkungen zur Methodik:</h4>
  135. <p>Email habe ich als Referenz in die Tabelle mit aufgenommen, schneidet gar nicht so schlecht ab. Ebenso habe ich als Referenz WhatsApp aufgenommen, obwohl es schon meine Vorausswahlkriterien nicht erfüllt &#8211; eben wegen seiner Verbreitung. Meine Vorauswahlkriterien bei der Erstellung der Liste waren erstens Freie Software und zweitens Verfügbarkeit.</p>
  136. <p>Erstens sollte der Code für Client und Server als Freie Software vorliegen, um wissen zu können, was die Software überhaupt tut, &#8211; als vertrauensbildende Maßnahme zwischen Softwareentwickler_innen und -Benutzer_innen sozusagen: Freie und Open Source Software ist überprüfbar und damit kaum heimlich manipulierbar. Sie kann weiterentwickelt und verschiedensten Bedürfnissen angepasst werden. Sie ist zusätzlich kostenlos und damit potenziell zugänglich für alle. Mehr dazu in einem ausführlicheren Artikel zu den <a href="https://netzfueralle.blog.rosalux.de/2013/10/15/programmiert-das-hauptquartier/">Grundsätzen vernünftiger Computer- und Internetnutzung und Digitaler Selbstverteidigung</a>.</p>
  137. <p>Zweitens &#8211; Stichworte &#8220;Verfügbarkeit&#8221; bzw. &#8220;Barrierefreiheit&#8221; &#8211; sollten die meistverbreiteten Geräteklassen (Smartphones, Desktop- und Laptop-Computer) und Betriebssystem-Anbieter (Microsoft, Apple: OSX und iOS, Android, Linux) unterstützt sein, d.h. der Besitz eines Smartphones sollte nicht zwingend notwendig sein, um mit-kommunizieren zu können. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/RetroShare">Retroshare</a>, eine serverlose Plattform, die noch wesentlich mehr zu bieten hat als nur Messaging, schied leider aus, weil es keine Version für Apples iPhone gibt.</p>
  138. <p>Damit blieben von den Aberdutzenden von Messengern (vgl. die beiden Listen bei Wikipedia: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_mobilen_Instant-Messengern">Messenger</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Instant-Messaging-Protokollen">Messenger-Protokolle</a>) gar nicht mehr so viele übrig. Wer weitere <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_mobilen_Instant-Messengern#Anmerkungen_zu_den_einzelnen_Spalten">Erläuterungen zu den verschiedenen Zeilen/Kriterien</a> sucht, findet sie bei Wikipedia.</p>
  139. <div class="page" title="Page 1">
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  147. <p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://netzfueralle.blog.rosalux.de/2019/10/07/messenger-vergleich/">Messenger: Welchen hätten Sie den gerne?</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://netzfueralle.blog.rosalux.de">Netz Für Alle</a>.</p>
  148. ]]></content:encoded>
  149. <wfw:commentRss>https://netzfueralle.blog.rosalux.de/2019/10/07/messenger-vergleich/feed/</wfw:commentRss>
  150. <slash:comments>1</slash:comments>
  151. </item>
  152. <item>
  153. <title>Marx und die Roboter: Ein neues Buch mit einer informativen Einleitung, schönen Texten und einem guten Schluss</title>
  154. <link>https://netzfueralle.blog.rosalux.de/2019/09/25/neues-buch-mit-schoenen-texten-marx-und-die-roboter/</link>
  155. <comments>https://netzfueralle.blog.rosalux.de/2019/09/25/neues-buch-mit-schoenen-texten-marx-und-die-roboter/#respond</comments>
  156. <pubDate>Wed, 25 Sep 2019 11:13:24 +0000</pubDate>
  157. <dc:creator><![CDATA[Markus Euskirchen]]></dc:creator>
  158. <category><![CDATA[Digitalisierte Arbeit]]></category>
  159. <category><![CDATA[Buch]]></category>
  160. <category><![CDATA[Digitaler Kapitalismus]]></category>
  161. <category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
  162. <category><![CDATA[Marx]]></category>
  163. <category><![CDATA[Social Media]]></category>
  164. <category><![CDATA[Theorie]]></category>
  165.  
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  167. <description><![CDATA[<p>Im Dietz-Verlag, bekannt durch die Herausgabe der sogenannten blauen Bände, der gesammelten Werke von Marx und Engels, ist ein Sammelband erschienen mit dem Titel &#8220;Marx und die Roboter. Vernetzte Produktion, Künstliche Intelligenz und lebendige Arbeit&#8221;. Die Einleitung der HerausgeberInnen Florian Butollo und Sabine Nuss führt gut in den 350seitigen Band ein, der im Grunde ein [&#8230;]</p>
  168. <p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://netzfueralle.blog.rosalux.de/2019/09/25/neues-buch-mit-schoenen-texten-marx-und-die-roboter/">Marx und die Roboter: Ein neues Buch mit einer informativen Einleitung, schönen Texten und einem guten Schluss</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://netzfueralle.blog.rosalux.de">Netz Für Alle</a>.</p>
  169. ]]></description>
  170. <content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://dietzberlin.de/Butollo-Nuss-Hrsg-Marx-und-die-Roboter"><img class="alignright wp-image-3757 size-medium" src="https://netzfueralle.blog.rosalux.de/files/2019/09/Nuss_Roboter_CMYK_ml-188x300.jpg" alt="" width="188" height="300" srcset="https://netzfueralle.blog.rosalux.de/files/2019/09/Nuss_Roboter_CMYK_ml-188x300.jpg 188w, https://netzfueralle.blog.rosalux.de/files/2019/09/Nuss_Roboter_CMYK_ml.jpg 625w" sizes="(max-width: 188px) 100vw, 188px" /></a>Im Dietz-Verlag, bekannt durch die Herausgabe der sogenannten blauen Bände, der gesammelten Werke von Marx und Engels, ist ein Sammelband erschienen mit dem Titel &#8220;Marx und die Roboter. Vernetzte Produktion, Künstliche Intelligenz und lebendige Arbeit&#8221;. Die Einleitung der HerausgeberInnen Florian Butollo und Sabine Nuss führt gut in den 350seitigen Band ein, der im Grunde ein Theorieprojekt auflegt: Sie liefert einen Debattenüberblick und skizziert eine Deutung des aktuellen Technologieschubs entlang des Marxschen Begriffs der Produktivkraftentwicklung. Außerdem liefert sie einen Überblick über die Beiträge des Bandes, die Bausteine für eine umfassendere begriffliche Erfassung des Gegenstandes darstellen sollen und auf theoretische Verallgemeinerbarkeit zielen: <span id="more-3754"></span></p>
  171. <blockquote><p>Den Band eröffnet <strong>Judy Wajcman</strong> mit einer Sammelbesprechung mehrerer aktueller Bücher, die sich mit den Auswirkungen von Automatisierung und Robotik auf die Zukunft von Arbeitsplätzen befassen. Die meisten Texte in diesem Genre prognostizieren, dass die gegenwärtige Phase der digitalen Technologie in bisher ungekannter Weise zu einem massiven Verlust von Arbeitsplätzen führen werde und sich daher die heutige Welle der Automatisierung von früheren Wellen unterscheide. Die Besprechung betrachtet diese Behauptungen kritisch und relativiert einige der Übertreibungen hinsichtlich Automatisierung, Robotik und Künstlicher Intelligenz und fordert dazu auf, die sozialen Dimensionen der technologischen Entwicklung wieder in den Blick zu nehmen.</p>
  172. <p>Im ersten Abschnitt finden sich Beiträge, die das Phänomen der Automatisierung begrifflich und historisch reflektieren. <strong>Elena Lange</strong> ordnet Rationalisierung und damit Digitalisierung in die marxsche Theorie der relativen Mehrwertproduktion ein. <strong>Dorothea Schmidt</strong> widmet sich dem Untersuchungsgegenstand, den Marx in seiner Zeit vor Augen hatte und auf den er sich bezog: die industrielle Revolution und Mechanisierung im 19. Jahrhundert. In ihrem Faktencheck kommt sie zu dem Schluss, dass Marx sich zum Teil auf einseitige Quellen stützte, was sich insbesondere in einer Überschätzung der Auswirkungen von Automatisierung äußert. Karsten Uhl schreibt über die Automatisierungsvisionen im 20. Jahrhundert und zeigt, dass die Angst vor technologischer Massenarbeitslosigkeit durch eine »menschenleere Fabrik« nicht erst ein Phänomen der heutigen Zeit ist. <strong>Frigga Haug</strong> nimmt die Leserinnen mit auf eine Zeitreise und berichtet von dem von ihr ab 1972 geleiteten Forschungsprojekt »Automation und Qualifikation« (PAQ). Das Projekt hatte sich das Ziel gesetzt, in den schnellen technologischen Umbrüchen seiner Zeit eine offensive gewerkschaftliche Politik vom Standpunkt der Arbeitenden herauszuarbeiten. Sie formuliert vor dem Hintergrund dieser Erfahrungen Fragen, die untersuchungsleitend für aktuelle Forschungen sein könnten. Christian Meyer wirft einen Blick in vergangene materialistische Technologiedebatten und postuliert, dass es in der zeitgenössischen Sozialwissenschaft an Anschlüssen an vergangene Diskussionen und auch an einer Rezeption der marxsehen Analyse fehle.</p>
  173. <p>Mit <strong>Kim Moody</strong> führt der Band in die Analysen der gegenwärtigen Entwicklungen ein. Die Autorinnen und Autoren widmen sich im zweiten und dritten Abschnitt dem Einsatz der Roboter an den »verborgenen Stätten der Produktion« (Marx), sowie den Auswirkungen der Digitalisierung und Computerisierung auf die zeitgenössischen Arbeits- und Produktionsverhältnisse. Moody untersucht, wie und warum Roboter allen futuristischen Hypes zum Trotz überraschend langsam eingeführt wurden. Ironischerweise habe der zunehmende Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) eher zu einem Anstieg der Beschäftigung geführt. Moody führt aus, dass sowohl die Dynamik der Kapitalakkumulation wie die Turbulenzen des Kapitalismus in den USA und auf globaler Ebene zu einem Rückgang der Investitionen in arbeitssparende Technologien geführt haben &#8211; ein Hindernis für den prognostizierten Ersatz lebendiger Arbeit. <strong>Sabine Pfeiffer</strong> analysiert am Einsatz von Leichtbaurobotern, wie die digitale Transformation ihre Wirkkraft entfaltet, beziehungsweise wie und warum sie das in diesem Falle gerade nicht tut. Auch die Landwirtschaft ist Anwendungsfeld für Roboter und Digitalisierung. Wie dies geschieht und welche Auswirkungen es für die Arbeitsverhältnisse und für die politische Ökonomie der Nahrungsmittelproduktion hat, beschreiben <strong>Franza Drechsel und Kristina Dietz</strong>.</p>
  174. <p>Technisch bedingte Rationalisierung findet nicht nur innerhalb eines einzelnen Betriebs statt, sondern auch zwischen Betrieben, an den Orten der Lagerung und auf den Wegen des Transports. Ziel einer digital unterstützten Optimierung ist hier eine effizientere Verzahnung von funktional und räumlich separierten Produktionsprozessen. Welche Formen dies annimmt und was dies für die geografische Verteilung von Produktionsstandorten bedeutet, führt <strong>Florian Butollo</strong> in seinem Artikel über die Reorganisation globaler Wertschöpfungsketten aus. <strong>Nadine Müller</strong> thematisiert, wie mit der Computerisierung die produktivitätssteigernde Wirkung der industriellen Kooperation und Arbeitsteilung, insbesondere der hierarchischen Trennung von Kopf- und Handarbeit, von Leitung und Ausführung verloren geht und damit &#8211; bislang ungenutzte &#8211; Potenziale einer Demokratisierung entstehen. <strong>Phoebe Moore</strong> untersucht den Einsatz neuer Sensorik- und Tracking-Technologien am Arbeitsplatz, wie sie mit neuen Managementkonzepten wie agiles Arbeiten zusammenspielen und wie sich dies auf die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten auswirkt.</p>
  175. <p>Im letzten Teil des Bandes werden Deutungsangebote entlang des Schlagworts »Plattform-Kapitalismus« vorgestellt. <strong>Christine Gerber</strong> stellt Ergebnisse eines Forschungsprojekts zu Arbeitsprozessen auf Crowdwork-Plattformen vor, bei denen die Tätigkeiten von selbstständig Arbeitenden über ein Internetportal vermittelt, ausgeführt und bezahlt werden. Plattformen fehlen die klassischen betrieblichen Strukturen; stattdessen stehen sie einer anonymen, flexiblen und global verteilten Arbeiterschaft gegenüber. Handelt es sich bei diesen Arbeitsformen um etwas ganz Neues oder handelt es sich um »Alte Herrschaft in digitalen Gewändern«? <strong>Felix Gnisa</strong> zeigt anhand der Beispiele der Plattform Uber, die Autofahrten vermittelt, und Amazon Mechanical Turk, einer Plattform für unterschiedlichste Kleinstjobs am PC, wie sich die reelle Subsumtion der Arbeit unter das Kapital verglichen mit der klassischen Fabrik des industriellen Zeitalters verändert und welche andere Qualität hier bestimmend ist. Dieses analytische Konzept könnte, so der Autor, dazu dienen, die Möglichkeit einer Transformation von Technologie für eine demokratische Arbeitsorganisation auszuloten. <strong>Sebastian Sevignani</strong> widmet sich der Figur der »Prosumenten«, die Internetdienste wie Facebook oder Google nutzen (konsumieren) und dabei zugleich Daten hinterlassen (produzieren), die dann von den digitalen Firmen als Rohstoff ihrer profitorientierten Produktion genutzt werden. Insbesondere geht es um die vermehrt diskutierte Frage, ob diese Tätigkeiten Wert und Mehrwert produzieren und damit eine neue Form kapitalistischer Ausbeutung darstellen können. <strong>Timo Daum</strong> geht dem aktuellen Hype um Künstliche Intelligenz nach und konstatiert, dass wir uns derzeit in einer Phase der KI-Entwicklung befinden, in der ihre Anwendungstechnologien von Digitalkonzernen massenmarktfähig gemacht und zur Alltagstechnologie werden. Damit gelinge es auch, eine neue gesellschaftliche Betriebsweise zu konsolidieren, in der die Extraktion, Auswertung und Verwertung von Daten ins Zentrum der ökonomischen Aktivität gerate.</p>
  176. <p>Im letzten Beitrag wenden sich <strong>Simon Schaupp und Georg Jochum</strong> der Frage zu, welches Potenzial die gegenwärtige technologische Entwicklung für eine grundsätzliche Veränderung der kapitalistischen Produktionsweise bietet. Mit dem Begriff der »Steuerungswende« diskutieren sie die Möglichkeit einer nachhaltigen und demokratischen Wirtschaftsplanung im digitalen Zeitalter.</p></blockquote>
  177. <p>Die Grundstimmung des Bandes wirkt rationalisierend und entdramatisierend im Zusammenhang der Gesamtdebatte. Leider mildert das nicht nur technik-pessimistische Schwarzmalereien a la &#8220;wir werden alle unsere Jobs verlieren an die Roboter&#8221; ab. Gleich die Einleitung argumentiert auch gegen technik-optimistische Ansätze, wie sie immer wieder in technik-affinen Debattenbeiträgen der Bezugnahme auf die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Grundrisse_der_Kritik_der_politischen_%C3%96konomie">Marxschen &#8220;Grundrisse&#8221;</a>, einem Rohentwurf mit Vorarbeiten für das spätere &#8220;Kapital&#8221;, entspringen:</p>
  178. <blockquote><p>Mitunter verweisen an Marx orientierte kapitalismuskritische Analysen auf das berühmte Maschinenfragment, ein von Marx selbst so nicht genannter Textabschnitt aus den »Grundrissen«. Marx habe dort schon Mitte des 19. Jahrhunderts die Vollautomatisierung beschrieben und hellsichtig vorhergesagt &#8211; als Möglichkeit zur Überwindung des Kapitalismus. In diesen Manuskripten aus den Jahren der ersten Weltwirtschaftskrise 1857/58 versuchte Marx, seine jahrelangen ökonomischen Studien angesichts einer vermeintlich bevorstehenden Revolution zügig zusammenzufassen. In seiner Auseinandersetzung mit der Entwicklung der großen Industrie und den Auswirkungen von Maschinerie stellt er fest, dass die »unmittelbare Arbeit« des Menschen immer mehr aufhöre, Quelle des Reichtums zu sein, sodass auch die Arbeitszeit aufhören müsse, das Maß des Reichtums zu sein, und damit auch der Tauschwert aufhöre, das Maß des Gebrauchswerts zu sein: »[D]amit bricht die auf dem Tauschwert ruhende Produktion zusammen [&#8230;]«. Ob dies aber der marxschen Weisheit letzter Schluss war, ist hoch umstritten. In den späteren analytischen Schriften finden sich solche apodiktischen Folgerungen nicht mehr.</p></blockquote>
  179. <p>Es folgt der Verweis auf <a href="https://libcom.org/files/In%20Marx's%20Laboratory%20-%20Critical%20Interpretations%20of%20the%20Grundrisse.pdf#page=203">Michael Heinrich: The Fragment on Machines. A Marxian Misconception in the »Grundrisse« and its Ovcrcoming in »Capital«</a>, in: Riccardo Bellofiore/Guido Starosta/Peter D. Thomas (Hrsg.): In Marx&#8217;s laboratory: Critical lnterpretations of the Grundrisse, Leiden 2013, S. 197-212.<br />
  180. Wer einen Heinrich ausspielt, muss jedoch damit rechnen, mit einem <a href="https://ifg.rosalux.de/2018/08/30/den-implex-aufheben-doppel-rezension/">Dath</a> gekontert zu werden: &#8220;Die Menschen müssen ihre Maschinen befreien, damit die sich revanchieren können.&#8221; (Dath: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Maschinenwinter">Maschinenwinter</a>, Seite 130) Es gilt, die <a href="https://www.zeitschrift-luxemburg.de/die-welt-hacken/">&#8220;Welt zu hacken&#8221;</a>, vor deren fundamentalen Mechanismen nicht zurückzuschrecken, etwa dem vom sozial-ökologischen Standpunkt aus sowieso nur mehr schlecht als recht funktionierenden Steuerungswesen über Markt und Geld. Und in diese Richtung argumentiert dann auch &#8211; ganz im aufhebenden Widerspruch zur Einleitung &#8211; der abschließende Artikel über die &#8220;Steuerungswende&#8221; von Schaupp und Jochum,</p>
  181. <blockquote><p>denn es &#8220;könnte die Güterproduktion direkt durch einen digitalen Abgleich menschlicher Bedürfnisse mit den verfügbaren Ressourcen gesteuert werden. Damit ließe sich einerseits die Ökologieblindheit der kapitalistischen Marktsteuerung beheben und andererseits eröffneten sich neue Horizonte einer Wirtschaftsdemokratie.&#8221; (S. 238)</p></blockquote>
  182. <p>Und das allerschönste: Dieser utopische Schlußtext im besten Sinne, nämlich analytisch klar und politisch bewußt, ist online lesbar und sei zum Einstieg von hinten hier dringend empfohlen: <a href="https://www.researchgate.net/profile/Simon_Schaupp/publication/333642071_Die_Steuerungswende_Zur_Moglichkeit_einer_nachhaltigen_und_demokratischen_Wirtschaftsplanung_im_digitalen_Zeitalter/links/5cf8dec1299bf1fb185bc836/Die-Steuerungswende-Zur-Moeglichkeit-einer-nachhaltigen-und-demokratischen-Wirtschaftsplanung-im-digitalen-Zeitalter.pdf">Jochum/Schaupp, Die Steuerungswende</a> (<a href="https://netzfueralle.blog.rosalux.de/files/2019/09/SchauppJochum2019Steuerungswende.pdf">PDF</a>).</p>
  183. <p>&nbsp;</p>
  184. <p><strong><em>Butollo, Florian / Nuss, Sabine (Hrsg.):<br />
  185. </em><em>Marx und die Roboter. Vernetzte Produktion, Künstliche Intelligenz und lebendige Arbeit</em></strong><br />
  186. <em>352 Seiten, 20 Euro</em><br />
  187. <em>ISBN 978-3-320-02362-1</em><br />
  188. <em>Karl Dietz Verlag Berlin GmbH 2019</em></p>
  189. <p>&nbsp;</p>
  190. <p>&nbsp;</p>
  191. <p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://netzfueralle.blog.rosalux.de/2019/09/25/neues-buch-mit-schoenen-texten-marx-und-die-roboter/">Marx und die Roboter: Ein neues Buch mit einer informativen Einleitung, schönen Texten und einem guten Schluss</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://netzfueralle.blog.rosalux.de">Netz Für Alle</a>.</p>
  192. ]]></content:encoded>
  193. <wfw:commentRss>https://netzfueralle.blog.rosalux.de/2019/09/25/neues-buch-mit-schoenen-texten-marx-und-die-roboter/feed/</wfw:commentRss>
  194. <slash:comments>0</slash:comments>
  195. </item>
  196. <item>
  197. <title>Und es hat Zoom gemacht: Essay anlässlich Video-Conferencing</title>
  198. <link>https://netzfueralle.blog.rosalux.de/2019/06/17/zoom-das-technische-ist-politisch/</link>
  199. <comments>https://netzfueralle.blog.rosalux.de/2019/06/17/zoom-das-technische-ist-politisch/#comments</comments>
  200. <pubDate>Mon, 17 Jun 2019 10:36:29 +0000</pubDate>
  201. <dc:creator><![CDATA[Markus Euskirchen]]></dc:creator>
  202. <category><![CDATA[FOSS]]></category>
  203. <category><![CDATA[Planung]]></category>
  204. <category><![CDATA[Telefonie]]></category>
  205. <category><![CDATA[Überwachung]]></category>
  206. <category><![CDATA[Algorithmen]]></category>
  207. <category><![CDATA[Infrastruktur]]></category>
  208. <category><![CDATA[Netzökonomie]]></category>
  209.  
  210. <guid isPermaLink="false">https://netzfueralle.blog.rosalux.de/?p=3726</guid>
  211. <description><![CDATA[<p>Videokonferenzen sind zu begrüßen. Sie sind allemal besser als Meeting-Jetset per Flugzeug. Allerdings sollten wenigstens wir &#8211; in diesem Text meint das &#8220;wir&#8221; die Mitarbeiter_innenschaft der RLS &#8211; Wert legen auf die Auswahl der Werkzeuge, für die wir uns dabei entscheiden. Wenn wir Catering buchen, dann achten wir ja auch darauf, dass wir als Linke [&#8230;]</p>
  212. <p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://netzfueralle.blog.rosalux.de/2019/06/17/zoom-das-technische-ist-politisch/">Und es hat Zoom gemacht: Essay anlässlich Video-Conferencing</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://netzfueralle.blog.rosalux.de">Netz Für Alle</a>.</p>
  213. ]]></description>
  214. <content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-full wp-image-3732 alignleft" src="https://netzfueralle.blog.rosalux.de/files/2019/06/video.png" alt="" width="269" height="259" />Videokonferenzen sind zu begrüßen. Sie sind allemal besser als Meeting-Jetset per Flugzeug. Allerdings sollten wenigstens wir &#8211; in diesem Text meint das &#8220;wir&#8221; die Mitarbeiter_innenschaft der RLS &#8211; Wert legen auf die Auswahl der Werkzeuge, für die wir uns dabei entscheiden. Wenn wir Catering buchen, dann achten wir ja auch darauf, dass wir als Linke im weitesten Sinne unsere politischen und moralischen Prinzipien <i>möglichst</i> widerspruchsarm in unsere Alltagspraxis, sprich: Auftrags- und Mittelvergabe einfließen lassen. Die Zutaten sollten regional und bio sein, das Menü barrierefrei auch für Menschen mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Auch das Unternehmen sollte eher klein als groß und regional verankert sein, so dass wir sehen können, ob und dass die Mitarbeiter_innen zu vernünftigen Bedingungen arbeiten können. Wir beauftragen gerne Unternehmen mit Migrationshintergrund, damit die Umverteilung der Mittel, die wir zu vergeben haben, nach unten seitlich geht. <span id="more-3726"></span></p>
  215. <h3>Du bist was du isst</h3>
  216. <p>Ein bewußter Umgang mit der Catering-Frage war bei auch in der RLS nicht immer selbstverständlich. Es gab Zeiten, in denen die Versorgung mit irgendwelchen Wurst-Schrippen stattfand und jenseits der Bestellung, Bezahlung und des Verzehrs eine Black Box darstellte. Was wir in den Veranstaltungspausen zu uns nahmen, wie es hergestellt und hergebracht war, hatte ja nichts zu tun mit den Inhalten unserer Konferenzen. In der Organisation spalteten wir die Infrastruktur komplett ab vom Inhaltlich-politischen. Dass das nicht geht – zumal nicht für Linke – das haben wir inzwischen gelernt, uns konzeptionell erstritten, gegen vermeintliche bürokratische Sachzwänge durch- und praktisch umgesetzt. Daher läuft das mit den Schrippen heute kaum noch und mit dem Couscous anders.</p>
  217. <p>Warum funktioniert das jedoch mit der Auftragsvergabe und der Bereitstellung digitaler, kommunikativer Infrastrukturen nicht? Immer wieder stelle ich fest, dass Genoss_innen und Kolleg_innen, die ansonsten ihr ABC von Diversität, Gerechtigkeit, Anerkennung, Inklusion etc. nicht nur theoretisch herunterdeklinieren können, sondern auch in ihrer Alltagsarbeit zu realisieren versuchen, Technik als <i>Black Box</i> konstruieren. In der Folge verschwenden sie sich und ihre Ressouren nicht nur, sondern sie liefern sich mit ihrer Kommunikations- und Organisierungspraxis dem politischen Gegner aus.</p>
  218. <h3>Don&#8217;t Trust the Hype</h3>
  219. <p>Der aktuelle Anlass, weshalb ich das hier so drastisch zuspitze: Derzeit höre ich überall von <em><a href="http://zoom.us" class="autohyperlink">zoom.us</a></em>, wenn es um die Ausrichtung von Online-Videokonferenzen geht. Bei Zoom handelt es sich um die Plattform eines jetzt schon riesigen, überdurschnittlich schnell expandierenden kalifornischen Internet-Konzerns, die Abos für die Ausrichtung von Videokonferenzen und -seminaren verkauft. Werbung machen sie mit Verschlüsselung, großer Zahl der möglichen Teilnehmerinnen und plattformunabhängiger Teilnahmemöglichkeit. Das Geschäftsmodell basiert auf geheimer Software, die auf den Servern der Firma in den USA läuft und für die der Veranstalter solcher Videokonferenzen und -seminare im Abo<a class="sdfootnoteanc" href="#sdfootnote1sym" name="sdfootnote1anc"><sup>1</sup></a> bezahlt. In diesem Zusammenhang sollten wir uns nicht täuschen oder einlullen lassen, wenn die Clients und Browser-Plugins von <a href="http://zoom.us" class="autohyperlink">zoom.us</a> unter einer Lizenz daher kommen, die von der <i>open source initiative<a class="sdfootnoteanc" href="#sdfootnote2sym" name="sdfootnote2anc"><sup>2</sup></a></i> abgesegnet ist. Entscheidend ist, dass der Quelltext der Serversoftware nicht auch offen liegt und wir nicht in der Lage sind, unseren eigenen zoom-Server aufzusetzen, unter unserer eigenen Kontrolle zu betreiben und nach unseren eigenen Vorstellungen abzuwandeln, zu verbessern und weiterzuverteilen.<a class="sdfootnoteanc" href="#sdfootnote3sym" name="sdfootnote3anc"><sup>3</sup></a> Auch mit Open-Source-Client können wir nicht nachvollziehen, was die Closed-Source-Server mit den Meta-Daten und Inhalten anstellen. Darauf erstreckt sich die Offenheit des Geschäftsgebarens nicht.<a class="sdfootnoteanc" href="#sdfootnote4sym" name="sdfootnote4anc"><sup>4</sup></a></p>
  220. <p>Doch wie wir mittlerweile wissen, bezahlen wir solche vermeintlich günstigen Angebote nicht nur mit Geld sondern auch mit den Daten, die sich aus unserem Verhalten bei der Nutzung erheben lassen. Einfache Teilnehmer_innen müssen sich nicht registrieren, werden allerdings auch ohne Anmeldung profiliert. So müssen auch die Teilnehmer_innen bezahlen: mir den Metadaten ihrer Teilnahmen, den Inhalten ihrer Wortbeiträge, ihren Gesichtsausdrücken während der Debatten.<a class="sdfootnoteanc" href="#sdfootnote5sym" name="sdfootnote5anc"><sup>5</sup></a> Denn Videokonferenzen, die über fremde Server laufen, lassen sich dort durch Sprach- und Gesichtserkennungssoftware auswerten, selbstverständlich immer nur zur Verbesserung des Dienstes – Nachtigal ick hör dir trappsen. Erfahrungsgemäß besteht kein Grund, solchen branchenüblichen Selbsteinschränkungen oder den entsprechenden Deaktivierungshäkchen in den Nutzereinstellungen zu Datenerfassungsoptionen zu vertrauen.</p>
  221. <p>Logik leitend bei der internen Informationsverarbeitung solcher Konzerne wie Zoom ist nicht das Interesse der Nutzer_innen oder gar die Verbesserung der Welt. Sollte das so scheinen, dann weil Nutzer_innen und ihre Bedürfnisse <i>instrumentalisiert</i> werden, zum Mittel degradiert werden, damit sich der Newcomer unter den Plattformkonzernen hoch konkurrieren und dem eigentlichen Zweck der Unternehmung Folge leisten kann: dem Interesse der „Risikokapital“-Geber und der Shareholder des Konzerns (NASDAQ) an einem Platz an der Sonne zu dienen. Die absolute Minderheit, die die Welt mit ihren Investitionsentscheidungen lenkt, steckt gerade richtig viel Geld in den Laden. Da muss dann auch dauerhaft etwas zurückkommen.</p>
  222. <h3>Warum das Technische genauso politisch ist wie das Private</h3>
  223. <p>Die Erfahrung mit anderen großen digital-kapitalistischen Plattformen zeigt: Sie tun – entgegen aller Beteuerungen – was technisch machbar ist, um Wissen über ihre Kunden und Nutzer zu akkumulieren und profitabel weiterzuverwerten. Das ist der gemeinsame Kern der digitalen Geschäftsmodelle auf sehr allgemeiner Ebene: Informationen sammeln, durch mehr oder weniger intelligente Verknüpfungen zu veredeln und weiterzuverkaufen bzw. &#8211; bei den ganz großen &#8211; weitere eigene Geschäftstätigkeiten darauf aufzubauen. Ich erinnere in diesem Zusammenhang daran, dass diese Plattformen, um ihr Geschäft nicht durch staatliche Eingriffe oder Aussperrungen zu gefährden, auch mit den jeweiligen Gewaltapparaten kooperieren. Wie twitter Demonstrierende des Arabischen Frühlings an Assads Apparat auslieferte, war ein besonders drastischer Fall.</p>
  224. <p>Auch hierzulande herrscht bei den Internetkonzernen die Bereitschaft zur Akzeptanz geheimdienstlicher Wirklichkeitskonstruktionen (das links-rechts gleichsetzende und Faschisierungstendenzen verharmlosende bzw. ausblendende „Extremismus“-Konstrukt). Es folgt die Zensur entlang dieser Konstruktion (wie im Falle Facebook durch Arvato, ein Sub-Unternehmen von Bertelsmann; eine der beiden Zensurfabriken steht in Berlin-Spandau<a class="sdfootnoteanc" href="#sdfootnote6sym" name="sdfootnote6anc"><sup>6</sup></a>, die andere in Essen<a class="sdfootnoteanc" href="#sdfootnote7sym" name="sdfootnote7anc"><sup>7</sup></a>). Die Innenminister planen jetzt auch ganz offen den Zugriff auf die Datenbestände der sogenannten perönlichen Assistenten der diversen Betriebssysteme.<a class="sdfootnoteanc" href="#sdfootnote8sym" name="sdfootnote8anc"><sup>8</sup></a> Diese Realitäten sollten alle wach werden lassen, denen es um tatsächliche Veränderung der herrschenden Verhältnisse geht, um eine Klimapolitik etwa, verstanden als Kampf für sozialen Wandel, der sich nicht anders denken lässt, als als Angriff auf die aktuell dominierende, die Mehrheit der Menschen und die natürlichen Grundlagen des Lebens auf der Erde zerstörende Profit- und Umverteilungsmaschinerie. Wer hier bei seiner Organisierung auf die „Dienstleistung“ der gerade führenden Vertreter eben dieser Maschinerie setzt, ist entweder harmlos oder naiv. Vieles spricht für letzteres, denn wie immer muss alles ganz schnell gehen und daher ist keine Zeit, um kurz inne zu halten und nachzudenken. Zu denken wäre Technik als Herrschaftsinstrument und möglicherweise als Waffe der Subalternen. Zu reflektieren wäre dabei die Dialektik von Kämpfen, Kampfinstrumenten und die Entwicklung dieser Instrumente in den Kämpfen und der Kämpfe in der Beinflussung durch die jeweiligen Instrumente. Stattdessen wird Technik als der Politik nachgeordnete oder vorhergehende Black Box konstruiert und die Beschäftigung damit an in ihrer Tätigkeit als solche vermeintlich unpolitische Techniker wegdelegiert.</p>
  225. <p>Dabei wären genau diese Leute Teil eines anderen, emanzipatorischen Technikverhältnisses und -verständnisses. Sie können helfen die Technik entlang ihres politischen Gehalts aufzudröseln, denn sie kennen die Black Box von Innen, wissen, wie darin gearbeitet wird und zu welchen Zwecken. Sie können ein Lied davon singen, wie die Zwecke den Charakter der Arbeit und des Gebrauchswerts beeinflussen. Kurz, sie wissen: Das Technische ist politisch. Und sie wissen auch warum. Und nicht nur das. Weil die technologischen Arbeitsinstrumente sie in ihrem Alltag von Morgens bis Abends quälen (oder eben nicht), kennen sie auch die Alternativen, nicht nur was die Arbeitsweisen angeht, sondern auch die Produkte. Denn die existieren durchaus. Um im Beispiel Telefon- und Videokonferenz zu bleiben, gleich vorne weg: Diaspora ist hier kein Gegenargument. Bei Diaspora war das Problem der Plattformeffekt.<a class="sdfootnoteanc" href="#sdfootnote9sym" name="sdfootnote9anc"><sup>9</sup></a> Der spielt aber beim konkreten Gebrauchswert, um den es hier geht: zeitlich und thematisch mehr oder weniger abgeschlossene Zusammenkünfte, eine nachgeordnete Rolle. Im Vordergrund stehen Bedarfsmerkmale wie: Sicherheit (Verschlüsselung), Qualität und Stabilität der Bild- und Sprachübermittlung, Skalierbarkeit (funktioniert das ganze für 200 Leute genauso gut wie für 5), ggf. Anonymisierbarkeit und Verborgenheit (kann ich auch aus einer repressiv kontrollieren Netzwerkumgebung heraus teilnehmen?) und Offenheit zu benachbarten Anwendungen wie Dateiaustausch, Terminkalender (lassen sich während der Konferenz Termine abgleichen?) oder Präsentationen bzw. kollaborative Seiten (Textpads). Selten brauchen wir alles auf einmal.</p>
  226. <h3>Machen ist wie wollen, nur krasser</h3>
  227. <p>Wenn wir uns die Werkzeuge unserer politischen Kommunikation selbst aneignen wollen, wenn wir sie selbst verwalten und kontrollieren wollen und wenn wir sie möglichst so einrichten wollen, dass wir uns mit unserer Kommunikation, deren Inhalten <i>und</i> den Infrastrukturen, auch in rauher werdenden Zeiten dem Gegner nicht ungeschützt ausliefern (oder offensivere Positionen aus Selbstschutz zum Schweigen verurteilen) wollen, dann steht eine vernünftige Bedarfsplanung am Anfang. Was brauchen wir? heißt die Frage, die unsere Organisierung nicht vom Werkzeug her denkt, sondern uns von den subjektiven Bedürfnissen und Notwendigkeiten der Kämpfe her zu den passenden Werkzeugen führt. Im nächsten Schritt gilt es – das Technische ist politisch – die Arbeit der Kollegen in unserer Haus-IT und den uns nahestehenden Technik-Kollektiven als das anzuerkennen, was sie ist: Politische Infrastrukturarbeit. Politisch groß geschrieben, Politische IT. Wie in Politische Kommunikation. Bei letzterer ist es selbstverständlich, die dort Beschäftigten nicht zu dienstleistenden Handlanger_innen zu degradieren. Bei ersteren müssen wir uns da noch etwas Mühe geben. Um es klar zu sagen: Unsere Haus-IT ist politisierter als es im Alltag oft scheinen mag. Das muss der Rest der Belegschaft erst noch begreifen &#8211; auch als Chance!</p>
  228. <p>Die Belohnung winkt: Gemeinsam mit einer als politisch begriffenen Haus-IT lassen sich Werkzeuge finden, die den Bedarf abdecken und mit denen sich peu-a-peu linke, selbstverwaltete, selbstgehostete, selbstkontrollierte und damit souveräne und besser geschützte digitale Kommunikationsinfrastrukturen aufbauen lassen (Und &#8211; <a href="https://netzfueralle.blog.rosalux.de/2019/06/17/zoom-das-technische-ist-politisch/#comment-769">danke Erwin</a> &#8211; ein solches Werkzeug ist auch schon am Start: Das <a href="https://nextcloud.com/talk/">Talk-Plugin von Nextcloud</a> in unserer <a href="https://cloud.rosalux.de/index.php/apps/spreed">RLS-Cloud</a>). Bevor ich zu den real existierenden „guten“ Werkzeugen für Telefonie und Videokonferenzen komme, will ich kurz den Horizont skizzieren, in dem ich eine solche Praxis der Politisierung von IT und des Ineinandergreifens von inhaltlich-politischer Arbeit, Organisierung und Infrastrukturarbeit verorte: Wir als politische Stiftung in der Nähe zur Partei Die Linke – aber eben auch ausdrücklich in deren bewegungsförmigem Umfeld könnten uns mit einer politisierten IT als Bündnis- und Kooperationspartner der Technik- und Infrastruktur-Kollektive, der Community- und Bewegungsprovider a la systemausfall (Mecklenburg-Vorpommern), systemli, indymedia, freifunk, in-berlin, so36, nadir usw.<a class="sdfootnoteanc" href="#sdfootnote10sym" name="sdfootnote10anc"><sup>10</sup></a> aufstellen.<a class="sdfootnoteanc" href="#sdfootnote11sym" name="sdfootnote11anc"><sup>11</sup></a></p>
  229. <h3>Es gibt sie noch, die guten Dinge</h3>
  230. <p>Zurück zu einigen ausgewählten „guten“ Werkzeugen für Telefonie<a class="sdfootnoteanc" href="#sdfootnote12sym" name="sdfootnote12anc"><sup>12</sup></a> und Videokonferenzen<a class="sdfootnoteanc" href="#sdfootnote13sym" name="sdfootnote13anc"><sup>13</sup></a>:</p>
  231. <p>1) Sichere, qualitativ hochwertige Gruppen-Telefonie liefert <b>Mumble</b>, Selbstbeschreibung: „Mumble is an open source, low-latency, high quality voice chat software primarily intended for use while gaming.“ (<a href="http://mumble.info" class="autohyperlink">mumble.info</a>) Frei übersetzt: Mumble ist eine quellcode-freie, verzögerungsarme, klanglich hochwertige Sprach-Konferenz-Software nicht nur für Computerspieler_innen. Mumble besteht aus einer Server-Client-Architektur, d.h. die verteilten Nutzer_innen verbinden sich mit Hilfe ihrer Client-Software zum Server, der die Gespräche ermöglicht und verwaltet.</p>
  232. <p>Das Bündel ist so ausgereift, dass sie die räumliche Anordnung der Spielfiguren im gemeinsamen Spiel im Kopfhörer moduliert: Wenn eine andere Spielfigur auf dem Monitor links hinter deiner Spielfigur steht, dann hörst du die Sprecher_in dieser Spielfigur von hinten Links sprechen. Dieser techno-politischen Ansatz ist besonders interessant für Zusammenhänge und Anlässe, bei denen es nicht oder nicht in erster Linie um das Mienenspiel des Kommunikationsgegenübers im Seminar geht: Z.B. ließe sich das verteilte Agieren einer Gruppe in einer Menschenmenge so viel besser selbstorganisieren, als wenn diese Gruppe eine Videokonferenz geschaltetet hätte oder eine Telefonkonferenz ohne räumliche Modulierung und immer wieder auf das Smartphone gucken muss, um Stimmen räumlich zuordnen zu können.</p>
  233. <p>2) Ums Ganze geht es bei <b>Matrix</b>. Vom Entwurf her bildet <i><a href="http://matrix.org" class="autohyperlink">matrix.org</a></i> die Entsprechung aus dem FOSS<a class="sdfootnoteanc" href="#sdfootnote14sym" name="sdfootnote14anc"><sup>14</sup></a>-Kosmos zu Zoom. Alles, auch der Server, ist unter der Apache2.0-Lizenz veröffentlicht, einer echten Freie-Software-Lizenz<a class="sdfootnoteanc" href="#sdfootnote15sym" name="sdfootnote15anc"><sup>15</sup></a>. Matrix setzt sogar noch eine Ebene tiefer an und bietet einen offenen Standard für kompatible dezentrale Echtzeit-Kommunikation über das Internet. Das Projekt beinhaltet bereits praktisch anwendbare sog. Referenz-Implementationen für standard-konforme Server, Anwenderprogramme, Programmierumgebungen, Module und Schnittstellen, mit deren Hilfe jede_r die Instrumente bedürfnisorientiert erweitern und andere Plattformen andocken lassen kann. Riot, der Referenz-Client, bietet plattformübergreifend Video-Chat und -Conferencing.<a class="sdfootnoteanc" href="#sdfootnote16sym" name="sdfootnote16anc"><sup>16</sup></a> Eine zentrale Rolle in der Gemeinschaft derer, die die Software entwickeln, spielt die Firma New Vector (vector.im), deren Geschäftsmodell darin besteht, dass sie Großkunden Hosting und Support anbieten oder als externe Dienstleister die kundeneigenen Server aufsetzen und das Firmenpersonal für das Hosting schulen. Spektakulär war der Beschluss der französischen Regierung 2018, bei ihrer Kommunikation künftig auf das Matrix-Framework setzen zu wollen.<a class="sdfootnoteanc" href="#sdfootnote17sym" name="sdfootnote17anc"><sup>17</sup></a></p>
  234. <p>Als wir vor einigen Jahren im Arbeitalltag mehr und mehr File-Sharing brauchten, fingen alle einzeln an mit Dropbox, bis wir uns als RLS kolletiv besannen und auf Owncloud/Nextcloud umstiegen, ein Server-Client-Paket aus freier Software. Es begann mit einem Pilotprojekt unserer IT und ist jetzt der konzernunabhängige, selbstgehostete und damit selbstbestimmte Standard für File-Sharing hier im Haus und mit unserem Kooperationspartner_innen. Mittlerweile gibt es auch <a href="https://cloud.rosalux.de/index.php/apps/spreed">in unserer Nextcloud</a> &#8220;Conferencing&#8221; mit Hilfe des <a href="https://nextcloud.com/talk/">Talk-Plugins</a>. Ein vergleichbares Pilotprojekt Matrix stünde uns darüber hinaus gut an.</p>
  235. <p>3) Mit <b>Retroshare</b> lassen sich nach außen geschlossene Peer-to-peer-Netzwerk über das Internet realisieren. Retroshare schafft verschlüsselte Verbindungen innerhalb von Bekanntenkreisen, auf deren Basis verschiedene verteilte Dienste laufen: Foren, Chat, Mail, Dateiaustausch, Linksammlungen und – experimentell – Voice- und Video-Chat. Das Programm liegt für Android, Linux, MacOS und Windows vor. Unter der GPL2.0-Lizenz gilt Retroshare als Freie Software im umfassenden Sinne der vier Freiheiten. Bemerkenswert ist der architektonische Ansatz: Retroshare funktioniert ohne zentralen Server. Keine zentrale Instanz, alleine die Menge der verteilten Client-Programme der Peers („Gleichrangige“) leistet die Aufrechterhaltung des Netzwerks, die Koordination und Verteilung der Inhalte – daher Peer-to-peer-Netzwerk, abgekürzt: P2P. Ziel dabei ist die möglichst weitgehende kryptographische Sicherheit und Anonymität jenseits derjenigen, mit denen ich willentlich und wissentlich verbunden und „öffentlich“ bin. Es gibt keine Firma, keine Werbung und kein Geschäftsmodell: „There are no hidden costs, no ads and no terms of service.“<a class="sdfootnoteanc" href="#sdfootnote18sym" name="sdfootnote18anc"><sup>18</sup></a></p>
  236. <p>&nbsp;</p>
  237. <h3>Anmerkungen</h3>
  238. <div id="sdfootnote1">
  239. <p class="sdfootnote"><a class="sdfootnotesym" href="#sdfootnote1anc" name="sdfootnote1sym">1</a> <a href="https://zoom.us/pricing" class="autohyperlink">zoom.us/pricing</a></p>
  240. </div>
  241. <div id="sdfootnote2">
  242. <p class="sdfootnote"><a class="sdfootnotesym" href="#sdfootnote2anc" name="sdfootnote2sym">2</a> Etwa das Firefox-Plugin unter der MIT/X11-Lizenz, <a href="https://opensource.org/licenses/mit-license.php" class="autohyperlink">opensource.org/licenses/mit-license.php</a></p>
  243. </div>
  244. <div id="sdfootnote3">
  245. <p class="sdfootnote"><a class="sdfootnotesym" href="#sdfootnote3anc" name="sdfootnote3sym">3</a> Open Source ist Bedingung für Freie Software, nicht mehr, nicht weniger. Vgl. <a href="http://www.freie-gesellschaft.de/wiki/Vier_Freiheiten" class="autohyperlink">www.freie-gesellschaft.de/wiki/Vier_Freiheiten</a></p>
  246. </div>
  247. <div id="sdfootnote4">
  248. <p class="sdfootnote"><a class="sdfootnotesym" href="#sdfootnote4anc" name="sdfootnote4sym">4</a> Vgl. zur Problematik von SaaS („Software as a Service“) oder besser: SaaSS („Service as a Software Substitute“: Dienstleistung als Softwareersatz): <a href="https://www.gnu.org/philosophy/who-does-that-server-really-serve.de.html" class="autohyperlink">www.gnu.org/philosophy/who-does-that-server-really-serve.de.html</a><br />
  249. Die deutschsprachige Übersetzung dieser Abhandlung hat die RLS besorgt. Sie kritisiert die Problematik der Verlagerung der lauffähigen Programme von den dezentral aufgestellten und in Eigentum und Verfügung der Nutzer_innen befindlichen Rechnern in die zentral aufgestellten und von globalen IT-Konzernen kontrollierten Server-Fabriken („Cloud“).</p>
  250. </div>
  251. <div id="sdfootnote5">
  252. <p class="sdfootnote"><a class="sdfootnotesym" href="#sdfootnote5anc" name="sdfootnote5sym">5</a> Erfasst werden neben den üblichen Metadaten (verpflichtend) auch die Inhalte: „Cloud Recordings (optional): Mp4 of all video, audio and presentations, M4A of all Audio, Text file of all in meeting chats, Audio transcript file“, so das <i>GlobalData Processing Addendum, EXHIBIT A. Details of Processing</i>, S. 6 <a href="https://zoom.us/docs/doc/Zoom_Data_Processing_Addendum_Processor_Form_Final-SIGNED.pdf" class="autohyperlink">zoom.us/docs/doc/Zoom_Data_Processing_Addendum_Processor_Form_Final-SIGNED.pdf</a>, 5.6.19</p>
  253. </div>
  254. <div id="sdfootnote6">
  255. <p class="sdfootnote"><a class="sdfootnotesym" href="#sdfootnote6anc" name="sdfootnote6sym">6</a> <a href="https://www.heise.de/newsticker/meldung/Alltag-im-Facebook-Loeschteam-Nach-der-ersten-Enthauptung-geheult-3768497.html?seite=all" class="autohyperlink">www.heise.de/newsticker/meldung/Alltag-im-Facebook-Loeschteam-Nach-der-ersten-Enthauptung-geheult-3768497.html?seite=all</a></p>
  256. </div>
  257. <div id="sdfootnote7">
  258. <p class="sdfootnote"><a class="sdfootnotesym" href="#sdfootnote7anc" name="sdfootnote7sym">7</a> <a href="https://www.heise.de/newsticker/meldung/Netzwerkdurchsetzungsgesetz-Facebook-startet-zweites-Loeschzentrum-in-Essen-3900063.html" class="autohyperlink">www.heise.de/newsticker/meldung/Netzwerkdurchsetzungsgesetz-Facebook-startet-zweites-Loeschzentrum-in-Essen-3900063.html</a></p>
  259. </div>
  260. <div id="sdfootnote8">
  261. <p class="sdfootnote"><a class="sdfootnotesym" href="#sdfootnote8anc" name="sdfootnote8sym">8</a> „Innenminister wollen offenbar Daten von Alexa, Siri und Co. auswerten. Fernseher, Kühlschränke oder Sprachassistenten können teils permanent Informationen sammeln. Einem Bericht zufolge wollen die Innenminister diese &#8220;digitalen Spuren&#8221; als Beweismittel vor Gericht verwenden.“, <a href="https://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/innenminister-wollen-offenbar-daten-von-alexa-siri-und-co-auswerten-a-1270870.html" class="autohyperlink">www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/innenminister-wollen-offenbar-daten-von-alexa-siri-und-co-auswerten-a-1270870.html</a>, 6.6.19</p>
  262. </div>
  263. <div id="sdfootnote9">
  264. <p class="sdfootnote"><a class="sdfootnotesym" href="#sdfootnote9anc" name="sdfootnote9sym">9</a> Netzwerk- bzw. Plattformeffekt: Das einzelne Subjekt denkt und muss denken: Die überwiegende Mehrheit ist dort, da muss ich auch hin, habe gar keine Wahl, denn überall woanders wäre ich alleine.</p>
  265. </div>
  266. <div id="sdfootnote10">
  267. <p class="sdfootnote"><a class="sdfootnotesym" href="#sdfootnote10anc" name="sdfootnote10sym">10</a> Eine unvollständige Auswahl über Deutschland hinaus: <a href="https://www.systemli.org/en/friends.html" class="autohyperlink">www.systemli.org/en/friends.html</a></p>
  268. </div>
  269. <div id="sdfootnote11">
  270. <p class="sdfootnote"><a class="sdfootnotesym" href="#sdfootnote11anc" name="sdfootnote11sym">11</a> In diesem Horizont würde ich auch zweckgebundene Mittel aus Programmen für „Digitale Kommunikation“ verausgaben, statt sie für die Verfilmung unserer Bildungsmaterialien und die Vernetzung von Youtubern zu zahlen. (Die sind auch ohne uns schon ganz gut vernetzt. Etwas anderes zu behaupten, wäre mehr als arrogant, wie spätestens „Die Vernichtung der CDU“ gezeigt hat.) Aber das nur nebenbei.</p>
  271. </div>
  272. <div id="sdfootnote12">
  273. <p class="sdfootnote"><a class="sdfootnotesym" href="#sdfootnote12anc" name="sdfootnote12sym">12</a> Einen kurz gehaltenen, deutschsprachigen Überblick über die Open-Source-Instrumente liefert: <a href="https://wiki.ubuntuusers.de/Internet-Telefonie/" class="autohyperlink">wiki.ubuntuusers.de/Internet-Telefonie/</a></p>
  274. </div>
  275. <div id="sdfootnote13">
  276. <p class="sdfootnote"><a class="sdfootnotesym" href="#sdfootnote13anc" name="sdfootnote13sym">13</a> Dito für Videotelefonie: <a href="https://wiki.ubuntuusers.de/Videotelefonie/" class="autohyperlink">wiki.ubuntuusers.de/Videotelefonie/</a></p>
  277. </div>
  278. <div id="sdfootnote14">
  279. <p class="sdfootnote"><a class="sdfootnotesym" href="#sdfootnote14anc" name="sdfootnote14sym">14</a> FOSS: Freie und Open Source Software</p>
  280. </div>
  281. <div id="sdfootnote15">
  282. <p class="sdfootnote"><a class="sdfootnotesym" href="#sdfootnote15anc" name="sdfootnote15sym">15</a> Vgl. die kommentierte Liste von FOSS-Lizenzen: <a href="https://www.gnu.org/licenses/license-list.html" class="autohyperlink">www.gnu.org/licenses/license-list.html</a></p>
  283. </div>
  284. <div id="sdfootnote16">
  285. <p class="sdfootnote"><a class="sdfootnotesym" href="#sdfootnote16anc" name="sdfootnote16sym">16</a> <a href="https://about.riot.im/features#voice-video" class="autohyperlink">about.riot.im/features#voice-video</a></p>
  286. </div>
  287. <div id="sdfootnote17">
  288. <p class="sdfootnote"><a class="sdfootnotesym" href="#sdfootnote17anc" name="sdfootnote17sym">17</a> <a href="https://fosdem.org/2019/schedule/event/matrix_french_state/" class="autohyperlink">fosdem.org/2019/schedule/event/matrix_french_state/</a><br />
  289. <a href="https://matrix.org/blog/2018/04/26/matrix-and-riot-confirmed-as-the-basis-for-frances-secure-instant-messenger-app" class="autohyperlink">matrix.org/blog/2018/04/26/matrix-and-riot-confirmed-as-the-basis-for-frances-secure-instant-messenger-app</a><br />
  290. <a href="https://www.numerique.gouv.fr/dinsic/" class="autohyperlink">www.numerique.gouv.fr/dinsic/</a></p>
  291. </div>
  292. <div id="sdfootnote18">
  293. <p class="sdfootnote"><a class="sdfootnotesym" href="#sdfootnote18anc" name="sdfootnote18sym">18</a> <a href="https://retroshare.cc/" class="autohyperlink">retroshare.cc/</a></p>
  294. </div>
  295. <p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://netzfueralle.blog.rosalux.de/2019/06/17/zoom-das-technische-ist-politisch/">Und es hat Zoom gemacht: Essay anlässlich Video-Conferencing</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://netzfueralle.blog.rosalux.de">Netz Für Alle</a>.</p>
  296. ]]></content:encoded>
  297. <wfw:commentRss>https://netzfueralle.blog.rosalux.de/2019/06/17/zoom-das-technische-ist-politisch/feed/</wfw:commentRss>
  298. <slash:comments>2</slash:comments>
  299. </item>
  300. <item>
  301. <title>Discussion: The New Tech Worker Movement</title>
  302. <link>https://netzfueralle.blog.rosalux.de/2019/06/05/veranstaltung-new-tech-worker-movement/</link>
  303. <pubDate>Wed, 05 Jun 2019 13:39:17 +0000</pubDate>
  304. <dc:creator><![CDATA[Markus Euskirchen]]></dc:creator>
  305. <category><![CDATA[Digitalisierte Arbeit]]></category>
  306. <category><![CDATA[Wie das Internet Politik verändert]]></category>
  307. <category><![CDATA[Arbeit]]></category>
  308. <category><![CDATA[Crowdworking]]></category>
  309. <category><![CDATA[Gewerkschaften]]></category>
  310.  
  311. <guid isPermaLink="false">https://netzfueralle.blog.rosalux.de/?p=3717</guid>
  312. <description><![CDATA[<p>A new spectre is haunting Silicon Valley Aquarium Skalitzer Str. 6 10999 Berlin 10.06.2019 + 19:00 &#8211; 22:00 Uhr Discussion with Moira Weigel and Ben Tarnoff (writers and co-founders of Logic Magazine) and Ines Schwerdtner (Jacobin Magazine author and podcaster at halbzehn.fm). Further Details</p>
  313. <p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://netzfueralle.blog.rosalux.de/2019/06/05/veranstaltung-new-tech-worker-movement/">Discussion: The New Tech Worker Movement</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://netzfueralle.blog.rosalux.de">Netz Für Alle</a>.</p>
  314. ]]></description>
  315. <content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.rosalux.de/veranstaltung/es_detail/KB2ZP/the-new-tech-worker-movement/"><img class="size-medium wp-image-3719 alignleft" src="https://netzfueralle.blog.rosalux.de/files/2019/06/kb2zp-300x169.jpg" alt="" width="300" height="169" srcset="https://netzfueralle.blog.rosalux.de/files/2019/06/kb2zp-300x169.jpg 300w, https://netzfueralle.blog.rosalux.de/files/2019/06/kb2zp.jpg 622w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a>A new spectre is haunting Silicon Valley</p>
  316. <p>Aquarium<br />
  317. Skalitzer Str. 6<br />
  318. 10999 Berlin</p>
  319. <p>10.06.2019 + 19:00 &#8211; 22:00 Uhr</p>
  320. <p>Discussion with Moira Weigel and Ben Tarnoff (writers and co-founders of <a href="https://logicmag.io/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Logic Magazine</a>) and Ines Schwerdtner (<a href="https://jacobinmag.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jacobin Magazine</a> author and podcaster at <a href="http://halbzehn.fm/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">halbzehn.fm</a>).</p>
  321. <p><a href="https://www.rosalux.de/veranstaltung/es_detail/KB2ZP/the-new-tech-worker-movement/">Further Details</a></p>
  322. <p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://netzfueralle.blog.rosalux.de/2019/06/05/veranstaltung-new-tech-worker-movement/">Discussion: The New Tech Worker Movement</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://netzfueralle.blog.rosalux.de">Netz Für Alle</a>.</p>
  323. ]]></content:encoded>
  324. </item>
  325. <item>
  326. <title>Online-Putzen</title>
  327. <link>https://netzfueralle.blog.rosalux.de/2019/05/08/online-putzen/</link>
  328. <comments>https://netzfueralle.blog.rosalux.de/2019/05/08/online-putzen/#respond</comments>
  329. <pubDate>Wed, 08 May 2019 10:29:03 +0000</pubDate>
  330. <dc:creator><![CDATA[Markus Euskirchen]]></dc:creator>
  331. <category><![CDATA[Digitalisierte Arbeit]]></category>
  332. <category><![CDATA[Wie das Internet Politik verändert]]></category>
  333. <category><![CDATA[Arbeit]]></category>
  334. <category><![CDATA[Gewerkschaften]]></category>
  335. <category><![CDATA[Plattformkapitalismus]]></category>
  336. <category><![CDATA[Sharing]]></category>
  337.  
  338. <guid isPermaLink="false">https://netzfueralle.blog.rosalux.de/?p=3703</guid>
  339. <description><![CDATA[<p>Lisa Bohr fragt sich in der Zeitschrift Luxemburg, ob die Online-Plattform Helpling Chancen bietet für eine gerechtere Verteilung von Hausarbeit: Online-Plattformen, auf denen Dienstleistungen gegen Entlohnung angeboten werden, etablieren sich spätestens seit der kommerzialisierten Zimmervermittlung AirBnB als Geschäftsmodelle. Sie betonen in ihrem Marketing das sharing, also das Teilen von Gütern und den Tausch, verfolgen aber [&#8230;]</p>
  340. <p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://netzfueralle.blog.rosalux.de/2019/05/08/online-putzen/">Online-Putzen</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://netzfueralle.blog.rosalux.de">Netz Für Alle</a>.</p>
  341. ]]></description>
  342. <content:encoded><![CDATA[<div style="width: 339px" class="wp-caption alignright"><img class="" src="https://www.zeitschrift-luxemburg.de/lux/wp-content/uploads/2018/11/14697782407_d61ce64bf5_z-471x332.jpg" alt="" width="329" height="232" /><p class="wp-caption-text"><center>Werbung für Helpling App, Helpling Communication (public domain)</center></p></div>
  343. <p>Lisa Bohr fragt sich in der <a href="https://www.zeitschrift-luxemburg.de/wisch-und-weg-welche-chancen-bietet-die-online-plattform-helpling-fuer-eine-gerechtere-verteilung-von-hausarbeit/">Zeitschrift Luxemburg</a>, ob die Online-Plattform Helpling Chancen bietet für eine gerechtere Verteilung von Hausarbeit:</p>
  344. <!-- /wp:paragraph -->
  345.  
  346. <!-- wp:quote -->
  347. <blockquote class="wp-block-quote">
  348. <p>Online-Plattformen, auf denen Dienstleistungen gegen Entlohnung angeboten werden, etablieren sich spätestens seit der kommerzialisierten Zimmervermittlung AirBnB als Geschäftsmodelle. Sie betonen in ihrem Marketing das <em>sharing</em>, also das Teilen von Gütern und den Tausch, verfolgen aber klare Gewinninteressen. Das Unternehmen Helpling ist Teil dieser neuen digitalen Plattformökonomie. Weiterlesen:</p>
  349. <cite><a href="https://www.zeitschrift-luxemburg.de/wisch-und-weg-welche-chancen-bietet-die-online-plattform-helpling-fuer-eine-gerechtere-verteilung-von-hausarbeit/">Zeitschrift LuXemburg Online</a>, November 2018</cite></blockquote>
  350. <p>Schön ihr Hinweis darauf, dass es auch anders geht als plattformkapitalistisch, nämlich plattform-kollektivistisch:</p>
  351. <blockquote>
  352. <p>Einen tatsächlich alternativen Ansatz könnten Genossenschaften wie das <a href="https://www.upandgo.coop/pages/about"><em>Ethical House Cleaning Collective Up &amp; Go New York</em></a> bieten, das zur Terminkoordination auch eine App nutzt. Im großen Unterschied zu Agenturen und intermediären Plattformen wie Helpling besitzen alle genossenschaftlich organisierten Arbeiter*innen ihr Unternehmen gemeinsam und können so für faire Konditionen bei der Auftragsvergabe sorgen.</p>
  353. </blockquote>
  354. <!-- /wp:quote --><p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://netzfueralle.blog.rosalux.de/2019/05/08/online-putzen/">Online-Putzen</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://netzfueralle.blog.rosalux.de">Netz Für Alle</a>.</p>
  355. ]]></content:encoded>
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  357. <slash:comments>0</slash:comments>
  358. </item>
  359. <item>
  360. <title>Von der Dehli-Declaration zum Digital Justice Manifesto von Bangkok</title>
  361. <link>https://netzfueralle.blog.rosalux.de/2019/04/25/von-der-dehli-declaration-zum-digital-justice-manifesto-von-bangkok/</link>
  362. <comments>https://netzfueralle.blog.rosalux.de/2019/04/25/von-der-dehli-declaration-zum-digital-justice-manifesto-von-bangkok/#respond</comments>
  363. <pubDate>Thu, 25 Apr 2019 09:53:33 +0000</pubDate>
  364. <dc:creator><![CDATA[Markus Euskirchen]]></dc:creator>
  365. <category><![CDATA[Digitale Spaltung]]></category>
  366. <category><![CDATA[Wem gehört das Netz]]></category>
  367. <category><![CDATA[Wie das Internet Politik verändert]]></category>
  368. <category><![CDATA[Big Data]]></category>
  369. <category><![CDATA[Demokratie]]></category>
  370. <category><![CDATA[freie Netze]]></category>
  371. <category><![CDATA[Netzwerke]]></category>
  372. <category><![CDATA[Teilhabe]]></category>
  373.  
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  375. <description><![CDATA[<p>Vom 25. bis zum 27. März 2019 fand in Bangkok der dreitägige Workshop statt zum Thema &#8220;Equity and social justice in a digital world. An inter sectoral/movements dialogue for a digital justice agenda&#8221;. Er war organisiert von der Just Net Coalition, Our World Is Not For Sale und Focus On The Global South. Hier ein [&#8230;]</p>
  376. <p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://netzfueralle.blog.rosalux.de/2019/04/25/von-der-dehli-declaration-zum-digital-justice-manifesto-von-bangkok/">Von der Dehli-Declaration zum Digital Justice Manifesto von Bangkok</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://netzfueralle.blog.rosalux.de">Netz Für Alle</a>.</p>
  377. ]]></description>
  378. <content:encoded><![CDATA[<p><img class=" wp-image-3681 alignleft" src="https://netzfueralle.blog.rosalux.de/files/2019/04/jnc.jpeg" alt="" width="126" height="126" />Vom 25. bis zum 27. März 2019 fand in Bangkok der dreitägige Workshop statt zum Thema &#8220;Equity and social justice in a digital world. An inter sectoral/movements dialogue for a digital justice agenda&#8221;. Er war organisiert von der <a href="https://justnetcoalition.org/">Just Net Coalition</a>, <a href="http://notforsale.mayfirst.org/">Our World Is Not For Sale</a> und <a href="https://focusweb.org/">Focus On The Global South</a>. Hier ein Teilnehmer-Bericht: <span id="more-3666"></span></p>
  379. <h3>Hintergründiges</h3>
  380. <p>In einer Art Concept Note haben die Organisatoren und ihre Partnerinstitutionen die Not­wendigkeit und die Zielstellung des Workshops begründet – hier wesentliche Auszüge (auf eine Übersetzung der nachfolgenden Passagen wird verzichtet):</p>
  381. <blockquote><p>Digital is increasingly the substratum of much of social, economic and political activities, marking the advent of what has been called as the digital society and economy. While it does promise the advancement of human civilisation in many ways – enabling unimagined efficiencies of resource utilisation and new forms of intelligent social and economic organisation and functioning, these gains are not automatic. This is especially so regarding whether the benefits of a digital society and economy will be equitably distributed, or if data enabled pervasive digital intelligence will get employed by the powerful to further entrench their controls over the rest. It is a telling fact that the last decade and half of the rise of the Internet and digital were also the times of one of the fastest ever worsening of inequality worldwide. …</p>
  382. <p>Governments, that are supposed to ensure appropriate economic distribution and social justice, are completely at a loss with regard to the digital society/economy phenomenon, and leave it to big – mostly global – business to advice and lead them. Even among civil society, while there exist many groups and networks advocating for the very important civil and political rights in a digital era, there is hardly any presence and work related to corresponding economic and social rights and justice. This has resulted in a singular homogeneous global digital economy discourse which is not just hegemonic – as admittedly happens in other areas as well – but also remains almost entirely uncontested, without any alternatives articulated even at its peripheries. …</p>
  383. <p>[The three day workshop] aims at shaping progressive and Southern agendas for the digital society and economy… [The] participants … will be, on one hand, civil society actors in different social sectors who are facing digital challenges and opportunities but do not feel well equipped to deal with them, and on the other hand, digital activists who are inclined to work on issues of equity and social justice but have not had structured opportunities to do so effectively.</p>
  384. <p>Participants will come from leading global organisations in major sectors and social movements, from areas like labour, livelihoods, trade, gender, farming, health, education, environment, peace, media and democracy. …</p>
  385. <p>The workshop … will be specifically constructed in a manner that perspectives and agendas are equitably contributed by sectoral actors, and not dominated by digital area actors, even as they provide the needed technical assistance. &#8230;</p>
  386. <p>The opening section will have two sessions that will examine key elements of the emerging digital society and economy from a progressive and Southern perspective, and the challenges faced by progressive actors and movements. The subsequent two half-day sections … will be … [a] sector specific examination of issues. A fourth half-day session … will tie up the sectoral discussions into convergent themes. It will inter alia develop the emerging pointers and elements for a ‘digital justice manifesto’&#8230;</p>
  387. <p>A concrete outcome will be a ‘digital justice manifesto’ as a key advocacy document as well as a set of guiding principles for work in the digital arena by progressive civil society actors. Along with it will be produced sector-specific issue papers and outlines of sector-focussed principles, by sectoral and digital actors working together.</p>
  388. <p>Another important outcome will be developing new directions for the Just Net Coalition – towards a JNC 2.0 avatar, enlisting new members, and putting it on a firm sustainable foundation, with clear commitments from participating organisations and networks in this regard. &#8230;</p>
  389. <p>The workshop and its follow-up are expected to result in sustained interactions among actors from different social sectors, and digital activists working on equity and social justice, in a manner that can dynamically review and address various digital challenges and opportunities from a progressive and Southern standpoint. The resulting platform will help serve the digital knowledge needs of different sectors as well as a space for devising collaborative actions. &#8230;</p>
  390. <p>In the mid to long term, we expect this intervention to be catalytic towards developing a strong progressive narrative on digital issues globally, including on digital policies. &#8230; This will be achieved by countering the dominant neoliberal digital narrative and, at the same time, providing progressive alternatives. Towards this, the civil society configuration that is expected to emerge as a result of the proposed intervention will play an important role, along with other factors and developments.«</p></blockquote>
  391. <h3>Verlauf, Einsichten und Ergebnisse</h3>
  392. <p>Es nahmen ca. 55 Personen (mehrheitlich aktivistisch, einige wissenschaftlich und wenige technisch Versierte) teil; mit 14 Teilnehmenden war Indien bei weitem am stärksten vertreten. Der organisatorisch-bewegungsstrukturelle Hintergrund der Teilnehmenden hatte, wie sich rasch erweisen sollte, keinen geringen Einfluss auf ihr Herangehen an eine Problematik, die mit einigermaßen unscharfen Begriffen als »digitale Gerechtigkeitskampagne« oder auch als »digitale Herausforderung« oder als »Digitalproblem« umschrieben wurde.</p>
  393. <p>Auf die Eingangsfragen der Vorstellungsrunde, was denn auf keinem Fall in der Diskussion großen Raum einnehmen solle, antworteten die meisten Befragten quasi unisono: »‘Blockchain‘ oder andere ‚technische Details‘«. Darüber, was im Vordergrund stehen sollte, herrschte indessen auch große Einigkeit: »…a very, very good plan of action«, denn »…die Welt braucht uns«. Damit war der Inhalt von »digital« (und immer auch im selben Atemzug von »künstlicher Intelligenz«) faktisch als Phänomen von geschichtsphilosophischer Relevanz bestimmt.</p>
  394. <p>Es versteht sich schon fast von selbst, dass unter einer derartigen mentalen Ausgangsverfasstheit, die sich der technischen Seite der Digitalisierung konsequent verweigert, aber trotzdem soziale und politische Kompetenz in der Sache behauptet, allerlei Spekulationen der Weg geebnet wurde. Überzeichnung, Einseitigkeit und eine gewisse rhetorische Überspanntheit bildeten den Grundtenor nahezu aller anfänglichen Diskussionsbeiträge. Zudem sind Annahmen von einer zukünftig weitgehenden »De-Materialisierung der Produktion«, von einer Produktions- und Akkumulationsweise »ohne Arbeiter und Fabriken« und ohne »Ressourcenverbrauch und Umweltschädigung« eine weitverbreitete Überzeugung, die offensichtlich (wissentlich oder naiverweise) an die sogenannte <em>kalifornische Ideologie</em> (vgl. Fischbach, Mythos Netz, 2005: 10) anschließt.</p>
  395. <p>Durch das Fehlen eines Bezuges zu den technischen Realitäten bzw. Rahmenbedingungen war eine sachliche Argumentationsführung von vornherein extrem erschwert und so auch die Kritik am Agieren des »Gegners« (die GAFAM-Konzerne) auf eine naiv-banale Ebene zurück verwiesen – »… die GAFAM versuchen immer das durchzusetzen, was gut für sie ist.« Eine Annäherung an das politisch-sozialen Wesen des »digitalen Neuen« versuchten die meisten Teilnehmenden dadurch zu erreichen, dass sie den Themen, die sie bislang behandelt haben – Menschenrechte, (Industrie)Entwicklung, Handelspolitik und Landwirtschaft, Feminismus sowie Medienpolitik – eine Art digitalen Anstrich gaben. Dies führte jedoch dazu, dass der Diskurs über die Bedeutung bzw. die Spezifik des »Digitalproblems« in einzelnen Bereichen bzw. Sektoren oft die eigentliche, selbstgestellte Fragestellung rasch aus dem Blick verlor und sich in – weitgehend bekannten – sektoralen Gesamtbestandsaufnahmen erschöpfte.</p>
  396. <p>Am Ende stand schließlich die breit unterstützte Forderung nach mehr »Einfachheit« (‚keep it simple‘), weil der einfache Mensch (‚the ordinary person‘) – und wohl auch die Mehrzahl der Aktivist*innen – die Eigenart des »Digitalen« nur so verstünden. Nach einem doch einigermaßen qualvollen Annäherungsprozess an die Findung der Themen für den Workshop kristallisierten sich schließlich drei heraus:</p>
  397. <ul>
  398. <li>der Kampf um den Schutz der und das Eigentum an den (eigenen/privaten und kommunalen) Daten, verbunden mit der Frage nach deren »Wert« (How much is your data worth?);</li>
  399. <li>die Brechung der Monopole der »Big Five« oder auch »GAFAM« oder auch »Big Tech« (Google, Amazon, Facebook, Alibaba, Microsoft);</li>
  400. <li>der Kampf um eine öffentliche, demokratische Kontrolle von Daten und Netzen, (die digitale Sphäre als <em>common good</em>).</li>
  401. </ul>
  402. <p>Die Behandlung dieser drei Leitthemen bewegte sich zunächst (bzw. weiterhin) sehr stark an der Oberfläche, nennenswerter Tiefgang wurde höchstens punktuell erreicht. Und so blieb auch das immer und immer wieder beschworene Mantra von »Digital Power« (verstanden als summarische Folge von Kontrolle über Software+Network+Data – Parminder Jeet Singh) im Prinzip eine Leerformel, weil kein grundsätzliches Einverständnis darüber herzustellen war, worum es sich bei »Macht« (power) überhaupt handelt. Ähnlich hing die Darstellung der Alternativen (Sozialisierung, digitale Allmende/öffentliches Gut, demokratische Kontrolle) einigermaßen in der Luft, weil die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen derartiger Alternativen überhaupt nicht problematisiert, ja nicht einmal gesehen wurden – faktisch blieb völlig unklar, ob die angezielten Veränderungen vor, nach oder gar gleichzeitig mit einen grundsätzlichen gesellschaftlichen Wandel umzusetzen seien. Wie bei der Debatte um Globale Soziale Rechte, deren voraussetzungsvoller sozialer Kontext häufig ebenfalls ausgeblendet wird, verhält es sich auch bei den digitale Nahkampfzielen – sie werden (in der Regel) quasi ahistorisch gesetzt und asozial verhandelt.</p>
  403. <p>Den Abschluss des zweiten Beratungstages bildete schließlich eine Art Zwischenbestandsaufnahme, die dann doch überraschenderweise erstaunlich produktiv ausfiel – wahrscheinlich, weil sich die Organisatoren weniger an den vorangegangenen Debatten als vielmehr an ihren »mitgebrachten« Überzeugungen orientierten. Allerdings reichten die verbleibenden Stunden nicht die ca. 20 Fragen zu beantworten, die das Grundgerüst einer Art Abschlusserklärungen bilden sollten. Dieser Prozess konnte – erwartungsgemäß – nicht zu einem einvernehmlichen Ende gebracht werden – der Entwurf des Abschlussdokuments, das sich als <em>Manifesto of Bangkok</em> wohl an die <em><a href="https://justnetcoalition.org/delhi-declaration">Dehli-Declaration</a></em><a href="https://justnetcoalition.org/delhi-declaration"> der just-net-coalition von 2014</a> orientiert, steht noch aus.</p>
  404. <h3>Fazit</h3>
  405. <p>Mit der <a href="https://justnetcoalition.org/"><em>just-net-coalition</em></a> und <a href="https://itforchange.net/"><em>IT for Change</em></a> haben sich zivilgesellschaftliche Akteure/Netzwerke gebildet, die – trotz unübersehbarer inhaltlicher Probleme – wahrscheinlich in der Lage sein werden, eine große Gruppe von Aktivisten*innen bzw. deren Organisationen zusammenzubringen und in die gesellschaftliche Auseinandersetzung um die Gestaltung der als »Digitalisierung« gemeinhin umschriebenen technischen wie sozialen Umbruchprozesse einzugreifen. Damit einher geht ein breiter Konsens bezüglich der Zurückweisung der Digitalisierung als einer technizistischen (Schein)Lösung für soziale, ökologische und wirtschaftliche Probleme.</p>
  406. <p>Insbesondere zeichnen sich im Moment <span style="color: #ff0000;">zwei größere Linien der Auseinandersetzung um die (Mit)Gestaltung der Digitalisierung</span> ab:</p>
  407. <p>Zum <span style="color: #ff0000;">ersten</span> geht es insbesondere darum, dem Bestreben der großen Internet-Konzerne (Big Tech) und der »Freunde des E-Commerce« (76 Länder, die am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos im Januar 2019 verkündet haben, dass sie eine Neuregelung des elektronischen Handels im Rahmen der WTO anstreben) abzuwehren, die komplexe Problematik der Digitalisierung komplett unter das Dach der WTO zu bringen und dort weitestgehend zu deregulieren (dh. staatlicher Kontrolle zu entziehen). Stattdessen muss der »digitale Handel« (technology-enabled trade) als ein begrenztes Segment der Handelsbeziehungen konsequent von anderen Bereichen der Digitalisierung wie elektronische Verwaltung und Kommunikation, e-learning, künstliche Intelligenz, Dateneigentum und –kontrolle, unterschieden und »abgegrenzt« werden.</p>
  408. <p><span style="color: #ff0000;">Zweitens</span> stehen im Zentrum der Auseinandersetzung in vielen Ländern (insbesondere des globalen Südens) die Kontrolle digitalen Technologien, die politische Steuerung ihrer wirtschaftlichen Wirkungen und das Eigentum an den Daten. Dabei ist eine gewisse »Sehnsucht« nach einer »chinesischen Lösung«: dh. landesweites Intra-net mit kontrollierten Schnittstellen zum Internet, nicht zu übersehen.</p>
  409. <p>&nbsp;</p>
  410. <p>&nbsp;</p>
  411. <p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://netzfueralle.blog.rosalux.de/2019/04/25/von-der-dehli-declaration-zum-digital-justice-manifesto-von-bangkok/">Von der Dehli-Declaration zum Digital Justice Manifesto von Bangkok</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://netzfueralle.blog.rosalux.de">Netz Für Alle</a>.</p>
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  415. </item>
  416. <item>
  417. <title>Plan oder Barbarei</title>
  418. <link>https://netzfueralle.blog.rosalux.de/2019/04/13/plan-oder-barbarei/</link>
  419. <comments>https://netzfueralle.blog.rosalux.de/2019/04/13/plan-oder-barbarei/#respond</comments>
  420. <pubDate>Sat, 13 Apr 2019 13:18:00 +0000</pubDate>
  421. <dc:creator><![CDATA[Markus Euskirchen]]></dc:creator>
  422. <category><![CDATA[Energetische Frage]]></category>
  423. <category><![CDATA[Planung]]></category>
  424. <category><![CDATA[Wie das Internet Politik verändert]]></category>
  425. <category><![CDATA[Befreiung]]></category>
  426. <category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
  427. <category><![CDATA[Produktivkraftentwicklung]]></category>
  428.  
  429. <guid isPermaLink="false">https://netzfueralle.blog.rosalux.de/?p=3652</guid>
  430. <description><![CDATA[<p>Den ganze Artikel lesen bei der Jungen Welt</p>
  431. <p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://netzfueralle.blog.rosalux.de/2019/04/13/plan-oder-barbarei/">Plan oder Barbarei</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://netzfueralle.blog.rosalux.de">Netz Für Alle</a>.</p>
  432. ]]></description>
  433. <content:encoded><![CDATA[
  434. <figure class="wp-block-image">
  435. <div id="attachment_3653" style="width: 640px" class="wp-caption alignnone"><img aria-describedby="caption-attachment-3653" class="wp-image-3653" src="https://netzfueralle.blog.rosalux.de/files/2019/04/Produktionsweise.png" alt="" width="630" height="464" /><p id="caption-attachment-3653" class="wp-caption-text">produktionsweise.png (c) gemeinfrei/via <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Produktionsweise.png">Wikimedia</a></p></div>
  436. <figcaption></figcaption>
  437. </figure>
  438. <blockquote class="wp-block-quote">
  439. <p>Dass ein System, in dem sich ein Mensch mit 200 Euro in der Tasche entscheiden kann, entweder einmal spontan mit der Bahn von München nach Berlin zu fahren oder zwei Flüge zwischen den beiden Städten zu buchen, in dem große Konzerne wie Amazon neu produzierte Ware verbrennen und Supermärkte Menschen dafür verklagen können, noch essbare Lebensmittel aus ihren Mülleimern zu fischen, und in dem ein eigener Begriff für die Herangehensweise existiert, elektronische Geräte so zu bauen, dass sie möglichst schnell kaputt gehen und man sie nachkaufen muss (geplante Obsoleszenz) – dass also ein solches System nicht der Weg sein wird, wie wir den nahenden Kollaps abwenden, ist offensichtlich. Dass statt dessen eine geplante Wirtschaft sinnvoll ist, in der wir uns entscheiden könnten, nur das herzustellen, was tatsächlich gebraucht wird (und das möglichst umweltfreundlich), statt nach dem kapitalistischen Profitsystem doppelt so viel zu produzieren, wie die Menschheit braucht, und noch einen Haufen Schrott dazu und diesen dann an unter einigen Wenigen zu verteilen, auch.</p>
  440. <cite>Laura Meschede, <a href="https://www.jungewelt.de/artikel/352277.k%C3%BCnstliche-intelligenz-plane-mit-entscheide-mit.html">jW vom 3.4.19, S. 12/13</a></cite></blockquote>
  441.  
  442.  
  443.  
  444. <p><a href="https://www.jungewelt.de/artikel/352277.k%C3%BCnstliche-intelligenz-plane-mit-entscheide-mit.html">Den ganze Artikel lesen bei der Jungen Welt</a></p>
  445. <p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://netzfueralle.blog.rosalux.de/2019/04/13/plan-oder-barbarei/">Plan oder Barbarei</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://netzfueralle.blog.rosalux.de">Netz Für Alle</a>.</p>
  446. ]]></content:encoded>
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  448. <slash:comments>0</slash:comments>
  449. </item>
  450. </channel>
  451. </rss>
  452.  

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