Congratulations!

[Valid Atom 1.0] This is a valid Atom 1.0 feed.

Recommendations

This feed is valid, but interoperability with the widest range of feed readers could be improved by implementing the following recommendations.

Source: http://www.heavyhardes.de/feeds/atom/heavyhardes_live_atom.xml

  1. <?xml version="1.0" encoding="ISO-8859-1" ?>
  2. <feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom">
  3. <updated>2018-08-17T02:00:00+02:00</updated>
  4. <title>Heavyhardes.de - Live-Berichte für Bayern und den Rest der Welt</title>
  5. <link rel="self" href="http://www.heavyhardes.de/feeds/atom/heavyhardes_live_atom.xml" />
  6. <author>
  7. <name>Heavyhardes.de - Live-Berichte für Bayern und den Rest der Welt</name>
  8. </author>
  9. <id>http://www.heavyhardes.de/</id><entry>
  10. <title type="html"><![CDATA[ Arch Enemy, Wintersun, Tribulation &amp; Jinjer]]></title>
  11. <link href="http://www.heavyhardes.de/live-678.html" />
  12. <id>http://www.heavyhardes.de/live-678.html</id>
  13. <updated>2018-02-05T14:55:42+01:00</updated>
  14. <published>2018-02-05T14:55:42+01:00</published><content type="html"><![CDATA[ <p><img class="bildlinks" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=archenemy/archenemy20180127/EventHalle.jpg" border="0" alt="Eventhalle Strohofer" /></p>
  15. <p>Das Eventzentrum Strohofer an der A3 zwischen N&uuml;rnberg und W&uuml;rzburg, Ausfahrt Geiselwind, hat sich mit den Jahren zum wohl hei&szlig;esten Brennpunkt Frankens in Sachen Metal-Live-Events gemausert. So wundert es nicht, dass wir uns auch heute wieder auf dem Weg dorthin befinden, um <span class="strong">Arch Enemy</span> auf ihrer Welttournee zum aktuellen Album Will To Power einen Besuch abzustatten. Das Konzert war eigentlich f&uuml;r die ohnehin schon ger&auml;umige MusicHall vorgesehen, wo vor zwei Wochen erst Iced Earth aufgetreten sind. Kurzfristig wurde der Plan jedoch ge&auml;ndert und die Veranstaltung aufgrund der gro&szlig;en Ticket-Nachfrage in die riesige EventHalle verlegt. Wir ziehen unsere Karten allerdings erst an der Abendkasse und h&auml;tten wir einen Blick auf die fortlaufende Nummer (2074) geworfen, h&auml;tten wir in etwa erahnt, was uns drinnen erwartet. Aber so staunen wir nicht schlecht, als wir die Raucherzone passiert haben und in der Halle angekommen sind. </p>
  16. <p>Es ist 18:15 Uhr. Die erste Band <span class="strong">Jinjer</span> hat eben ihren Gig er&ouml;ffnet und die Halle ist wirklich brechend voll. Beim Christas Bash kurz vor Weihnachten mit Kreator als Headliner waren nicht ann&auml;hernd so viele Leute hier, wie heute. Das zeigt nur eines allzu gut. <span class="strong">Arch Enemy</span> geh&ouml;ren definitiv zur neuen Generation an Headliner-Bands, die wohl auch in Zukunft bei gr&ouml;&szlig;eren Festivals ganz oben im Line-Up zu finden sein werden.</p>
  17. <p>Aber eines nach dem anderen. Wo bei manch einem Konzert die Support-Acts noch vor leeren Hallen spielen m&uuml;ssen oder alternativ auf breites Desinteresse sto&szlig;en, kann sich die ukrainische Band <span class="strong">Jinjer</span> vor versammelter Truppe ins Rampenlicht stellen. Dass der Raum vor der B&uuml;hne dicht mit Schaulustigen bestellt ist, liegt wohl auch daran, dass <span class="strong">Jinjer</span> ganz gut ins Vorprogramm von <span class="strong">Arch Enemy</span> passen. Schlie&szlig;lich wird auch hier z&uuml;nftiger Death Metal mit einer Frau hinterm Mikro geboten. S&auml;ngerin Tatiana Smaylyuk setzt ihren tiefen Grunts allerdings auch immer wieder klar gesungene Passagen entgegen, was dem ohnehin schon recht anspruchsvollen Sound der Band eine weitere Facette hinzuf&uuml;gt. Mir pers&ouml;nlich k&ouml;nnte das Material durchaus etwas eing&auml;ngiger sein, beim Publikum kommt die Mucke aber richtig gut an.</p>
  18. <p>Auch die n&auml;chste Band - <span class="strong">Tribulation</span> - darf sich der ungeteilten Aufmerksamkeit der Audienz erfreuen. Der getragene Mix aus Death und Black Metal, den die Schweden hier routiniert in Szene setzen, geht mit seinen gro&szlig;artigen Melodien und der boshaften Atmosph&auml;re richtig tief unter die Haut. Irgendwie hat es die Band bislang geschafft, trotz vier Studioalben unter meinem Radar zu bleiben. Umso positiver &uuml;berrascht bin ich heute und wei&szlig; jetzt schon, dass ich mich mit dieser Truppe wohl etwas n&auml;her auseinandersetzen muss! </p>
  19. <p>In Geiselwind wird der Zeitplan stets eingehalten. So dauert es nicht lange und es dr&auml;ngen noch ein wenig mehr Leute vor die B&uuml;hne als bei den beiden Acts zuvor. Dennoch schaffen wir es irgendwie bis in die dritte Reihe, wo die Stimmung ab den ersten Noten von <span class="strong">Wintersun</span> am Brodeln ist. Die Finnen haben mit ihren mitrei&szlig;enden Hymnen zwischen Melodic Death und heroischem Power Metal die Meute fest im Griff. Gassenhauer der Marke "Winter Madness" oder "Sons Of Winter And Stars" werden nicht nur von Frontmann Jari inbr&uuml;nstig vorgetragen. Auch das bunt gemischte Publikum, in dem man sich selbst mit ann&auml;hernd 40 Jahren auf dem Buckel noch irgendwie jugendlich f&uuml;hlt, kann die Songs &uuml;berraschend textsicher mitsingen. Da kommt man ordentlich in Fahrt und in die richtige Stimmung f&uuml;r den Haedliner!</p>
  20. <p><img class="bildrechts" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=archenemy/archenemy20180127/Arch%20Enemy%2001.jpg" border="0" alt="Alyssa Gluz" /></p>
  21. <p>Punkt 21:30 Uhr ist es dann soweit. Das Intro erklingt, die Herren Amott, Loomis, D'Angelo und Erlandsson beziehen Stellung an den Instrumenten und ab geht die Post mit "The World Is Yours", dem Hit des aktuellen Drehers Will To Power. Sekunden sind verstrichen, schon springt Frontfrau Alyssa auf die B&uuml;hne und br&uuml;llt in gewohnter Manier ins Mikro, w&auml;hrend aus dem Publikum ein Meer von Smartphones in die H&ouml;he gereckt wird, um einen Schnappschuss von dem blauhaarigen Derwisch in ihrem rattenscharfen Outfit zu ergattern. Viele nehmen Ihre Apparate gleich gar nicht mehr runter, weil ja alles gefilmt werden muss, damit man es in der n&auml;chsten Minute auf Facebook posten kann. Da hilft es auch nichts, wenn man sich erneut und dem heftigen Andrang zum Trotz richtig weit vorne positioniert hat. Irgendwer verdeckt einem immer mit seinem Wischk&auml;stla den Blick zur B&uuml;hne. Dabei ist es doch sinnlos, von hieraus mit der Kamera auf die B&uuml;hne zu zielen. So schnell wie die Alyssa &uuml;ber die Bretter flitzt, kriegt man eh keine anst&auml;ndigen Bilder hin. </p>
  22. <p>Ja - so viel Energie und Ausstrahlung f&auml;rben ab und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. &Uuml;berall im Publikum finden sich weibliche Fans aller Altersstufen und sogar ein junger Typ, die sich alle anl&auml;sslich des heutigen Gigs die Haare blau gef&auml;rbt haben. Nicht zu fassen! W&auml;hrend ich mich &uuml;ber Smartphones &auml;rgere und &uuml;ber blauhaarige alte Frauen wundere, schmettern <span class="strong">Arch Enemy</span> einen Hit nach dem anderen durch die Membrane. Gen&uuml;gend davon haben sie mit den Jahren ja angesammelt. Am heutigen Abend gibt es bei h&ouml;llisch lautem Sound die volle Packung an feinstem Melodic Death Metal made in Sweden. Die j&uuml;ngeren Nackenbrecher "War Eternal", "You Will Know My Name" und nat&uuml;rlich "The Eagle Flies Alone" treffen dabei auf &auml;ltere Hits wie etwa "Ravenous" oder "Dead Eyes See No Future", dessen Refrain auch mitgesungen wird. Vereinzelt werden Crowdsurfer in Richtung B&uuml;hne bef&ouml;rdert, schlie&szlig;lich geben die Schweden nochmal Vollgas zu "As The Pages Burn", ehe Gitarrenk&uuml;nstler Michael Amott zu einem exzessiven, von klassischen Themen durchzogenen Interludium ausholt. Es f&auml;llt auf, dass Alyssa bei jeder sich bietenden Gelegenheit hinter der B&uuml;hne verschwindet. Auch jetzt g&ouml;nnt sie sich eine Pause, kehrt aber f&uuml;r eine weitere dicke Packung zur&uuml;ck, die mit "We Will Rise" einen fulminanten H&ouml;hepunkt erreicht. Nochmal Pause und dann ab in die Zugabe! Mit "Nemesis" beenden <span class="strong">Arch Enemy</span> eine beeindruckende Vorstellung. Zur&uuml;ck bleiben Ohrensausen und ein Gef&uuml;hl von Gl&uuml;ckseligkeit. Denn an Abenden wie diesem wei&szlig; man, warum man Metal h&ouml;rt und warum sich daran auch niemals etwas &auml;ndern wird!</p>
  23. ]]></content></entry><entry>
  24. <title type="html"><![CDATA[ Death Angel, Krisiun &amp; Antipeewee]]></title>
  25. <link href="http://www.heavyhardes.de/live-673.html" />
  26. <id>http://www.heavyhardes.de/live-673.html</id>
  27. <updated>2017-12-13T15:16:36+01:00</updated>
  28. <published>2017-12-13T15:16:36+01:00</published><content type="html"><![CDATA[ <p><span class="strong">Death Angel</span> geh&ouml;ren zu den Bay Area Thrashern, die es wie Exodus und Testament nie in die ganz vordere Reihe geschafft haben. Vollkommen zu Unrecht, fabrizieren die Jungs doch erfahrungsgem&auml;&szlig; eine fulminante Attacke. Solch einen Abriss h&auml;tten allerdings selbst wir nicht erwartet. H&ouml;flich waren sie auch noch allesamt.</p>
  29. <p>Free And Easy, n&auml;chste Station: das Gel&auml;nde des Freier-Eintritt-Festivals im Backstage ist erneut belagert und popul&auml;r, die Schlange wickelt sich um die Ecken, und man holt sich geduldig das Einlassb&auml;ndchen ab. Schon eine kurze Augenscheinnahme zeigt, dass es sich hier aber wohl in erster Linie nicht um Sympathisanten der Kombo handelt, wegen derer wir angereist sind: jede Menge rosa Leibchen werden da spazieren getragen. Richtig, die Franken-Bl&ouml;del-Barden von JBO gastieren heute im Werk und mobilisieren die Menge. Dieses Orchester kennen wir ja noch bestens vom letzten Rockavaria und lenken die Schritte daher direkt in die Halle, wo der Inhalt des fetten Thrash-Pakets schon ausgepackt wird.</p>
  30. <p>Daf&uuml;r hat man sich lobenswerterweise wieder Lokalmatadoren an Bord geholt, dieses Mal sind es die Abensberger von <span class="strong">Antipeewee</span>, die eine schlanke Sohle aufs Parkett legen.  Die wilde Bande um Fronter Philipp Schnepka  (auch genannt PeeWee, daher der Bandname - also keine Referenzen auf US-Filmkomiker beabsichtigt) feuern eine wilde Mischung aus Exodus, Anthrax, Suicidal Tendencies und anderen Einfl&uuml;ssen heraus und haben daran offenkundig jede Menge Freude. Kein Wunder, zeigt sich die Halle doch bereits jetzt gut besucht und voller Schlachtenbummler, die offenkundig Lust zum mitmischen haben. Die Gitarrenfraktion aus Coralie Baier und Johannes Scheugenpflug steht wie eine Eins, Basser Alexander Schott hat sein Destruction-Tour-Shirt von 1984 sicherlich nicht seinerzeit vor Ort erworben, aber die old school-Fahne weht hier sehr ordentlich. "Wir wollen euch h&uuml;bsch machen!", ruft uns Philipp zu - na, viel Gl&uuml;ck bei dieser Mission, das wird ein hartes St&uuml;ck Arbeit, aber Nummern wie "Rotten Smell Of Dirty Lies" oder "Desecration" sorgen im Pit doch tats&auml;chlich f&uuml;r die ersten Mixer-Anfl&uuml;ge des Abends. Besonders lobenswert: der Schlagwerker hat sich das gesamte Material dem Vernehmen nach in zwei Wochen draufgeschafft - Prospekt, der Herr! Mit "Cool Guy Cthulhu" (also, der muss ja wirklich oft herhalten, bekommt der gute HP Lovecraft eigentlich Tantieme daf&uuml;r?) und "Separate The Head From The Body" (garniert mit einer politischen Aussage gegen rechts) biegen sie auch schon auf die Zielgerade ein - und finden tats&auml;chlich noch die Gelegenheit zu einer kleinen Zugabe: "Attack The Brewery" l&auml;uft gut rein, bevor dann Schluss ist.</p>
  31. <p>"Das ist ja ein Familienfest der Generationen!", kommentiert Soziologe Sebbes die Alters- und Sozialstruktur der Angereisten, unter denen sich offenkundig wirklich ganze Clans befinden, vom Sohnemann bis hin zur respektablen, aber dennoch kuttentragenden Mama. Wir sprechen noch kurz mit den gesch&auml;tzten Branchenkollegen (man kennt sich eben mittlerweile), dann geht es auch schon weiter im Text mit <span class="strong">Krisiun</span>. Nach einem kurzen Tribal-Intro r&uuml;hrt der Dreier aus Brasilien (benannt nach dem Mondkrater Mare Crisium) sein Todesblei mit enormer Energie an, Tieft&ouml;ner Alex Camargo grunzt sich standesgem&auml;&szlig; durchs Geschehen und ist rein optisch kaum von Saitenbieger Moyses Kolesne zu unterscheiden - kaum verwunderlich, haben wir es hier doch mit einem Brudertrio zu tun. Irgendwo in der Mitte zwischen Florida-Death, Doom, Grindcore und Thrash pfeffern die Herren uns die St&uuml;cke um die Ohren, wobei es neben grooving-doomigen Elementen auch immer wieder fette Blastbeats gibt, die Drummer Max Kolesne im wahrsten Wortsinne aus dem Handgelenk sch&uuml;ttelt: immer wieder schmettert er die Sticks derartig schnell auf die Felle, dass das Duracell-H&auml;schen dagegen eher tranig wirkt. Gro&szlig;es technisches Kino! "Das ist eher keine romantische Musik!", stellt Date-Doktor Sebbes treffend fest, w&auml;hrend Alex damit beginnt, sich wiederholt und schlie&szlig;lich permanent bei uns, beim Backstage und der ganzen Welt zu bedanken - f&uuml;r die Einladung, die Energie, den Support f&uuml;r underground-Musik und f&uuml;r das Leben an sich. Das kommt ehrlich r&uuml;ber, wirkt sympathisch und gereicht allenthalben zur Freude. "Die sind ja wirklich galant!", urteilt Knigge-Leser Sebbes, w&auml;hrend uns Alex weiteren "old school shit" ank&uuml;ndigt, der mit "Vengeance\x91s Revelation" und dem m&auml;chtigen "Blood Red" auch nicht lange auf sich warten l&auml;sst. "Danke scheeen M&uuml;nchen!", schallt es uns wieder entgegen, und jetzt steht ein "timeless classic" an, "a tribute to the greatest frontman of all time" - es werden keine Preise ausgelobt, wer das denn gewesen sei, in dieser Kategorie kann es nat&uuml;rlich nur einen geben, der nun mit einem krachigen Cover von "Ace Of Spades" geehrt wird, wozu die Meute am kollektiven Rad schraubt. Trotz aller d&uuml;steren Attit&uuml;de gibt man sich auch launig, Gitarrist Moyses parliert in passablem Deutsch "Was ist los, Junge? Hast du getrunken oder was?" Eine wunderbare Abfahrt - und selbstverst&auml;ndlich bedankt sich Alex nochmals bei uns, bevor man sich verabschiedet.      </p>
  32. <p>F&uuml;r die kommende Attraktion wird die B&uuml;hne, das kennt man ja mittlerweile sattsam, deutlich ausk&ouml;mmlicher, auf den Gitarrenracks lagern zwei Plastik-Lurchis, mit konsequent hochgezogenen Socken gibt der B&uuml;hnentechniker ein Fashion Statement ab, aber er bekommt die anf&auml;nglichen Probleme mit dem Bass in den Griff. Zur besseren Sicht und zum vorteilhafteren Anfertigen von Fotografien begeben wir uns kurzerhand mittig in die ersten Reihen - ob das gutgeht? Nun, wir werden sehen, schon bei den ersten Gitarrentriolen von "The Ultra-Violence" vom legend&auml;ren <span class="strong">Death Angel</span>-Erstling geht eine Welle durch die Menge. Mit Kompletteinstieg verwandelt sich das erste Drittel dann in ein Tollhaus - der Moshpit regiert, wie das bei einer Thrash-Ansetzung eben sein muss. Mit &auml;u&szlig;erster Pr&auml;zision zimmern Rob Cavestany und Ted Aguilar die Riffs und Melodien dabei ins kochende Rund, wobei sich Fronter Mark Osegueda als optischer und auch greifbarer Mittelpunkt zementiert: er springt, dr&auml;ut, kauert und feuert in die Menge, als ob das hier der letzte Auftritt aller Zeiten w&auml;re, schreit die vorderen Reihen aus n&auml;chster N&auml;he an und sch&uuml;ttelt im gleichen Moment ungez&auml;hlte H&auml;nde, genau wie Basser Damien Sisson (Fashion Statement, Part Deux: Schlaghose. Word!) permanent abklatscht und die Ghettofaust macht. Eine nicht gerade h&uuml;nenhafte asiatische Dame neben mir verschwindet bei jeder Anbrandung des K&ouml;rpermeeres, taucht aber zuverl&auml;ssig stets immer empor und verheddert sich dabei gerne - "sorry but your hair is tangled up in my shirt!", so etwas kann man auch nicht alle Tage ungestraft zur holden Weiblichkeit sagen. Heute geht das, "Left For Dead" entfesselt den Pit noch mehr, w&auml;hrend Sebbo und seine Kollegen im wogenden Ozean umherschwappen und dabei versuchen, Bilder zu erhaschen.</p>
  33. <p>Herr Aguilar (mit Aguirre nicht verwandt) zaubert nun eine a la Toni Iommi beleuchtete Gitarre hervor, auf der die exzellenten Granaten "Son Of The Morning" und "Father Of Lies" (vom aktuellen Langdreher "The Evil Divide") eine herausragende Figur machen. Nun stellt sich heraus, dass man offenbar eine Wette laufen hat: wer kann sich h&auml;ufiger beim Publikum bedanken? Herr Osegueda versucht in jedem Fall sein M&ouml;glichstes, bedankt sich endlich wieder hier sein zu d&uuml;rfen, immerhin verbinde man mit "fucking Munchen" beste Erinnerungen, man habe "lots of material for people who like to celebrate music" dabei. Damit meint er wohl uns, wir stimmen freudig zu und werfen uns bei "Caster Of Shame" wieder massiv in die Bresche. Auch wenn heute nicht ganz so subtropische Temperaturen herrschen wie sonst &uuml;blich, scheinen die Herren auf der B&uuml;hne bald so gebadet wie wir, weshalb Mark erst einmal einen gediegenen Schluck Bombay Gin zu sich nimmt. Das n&auml;chste St&uuml;ck, so informiert er uns, sei &uuml;ber "unity in metal, and this requires movement!!" Das verstehen wir, und offenkundig auch so mancher Schlachtenbummler ganz besonders gut, so wie ein etwas orientierungsloser junger Mann, der in den vorderen Reihen in erster Linie seitw&auml;rts umherirrt und vergeblich versucht, die B&uuml;hne zu erklimmen. "Aha, das war der Movement!", stellt Massenpsychologe Sebbes fest, und den Kollegen treffen wir im Verlauf des Abends noch h&auml;ufiger. Anderen Feierw&uuml;tigen gelingt das Unterfangen dann deutlich besser: die Crowd Schl&uuml;rfer und Stage Driver &uuml;bernehmen das Ruder, beehren die Kombo auf der B&uuml;hne und st&uuml;rzen sich wohlgemut wieder hinein ins Get&uuml;mmel.</p>
  34. <p>Beim nun folgenden "Lost" - einer Hymne f&uuml;r alle, die sich ob ihrer Pers&ouml;nlichkeit ausgegrenzt f&uuml;hlen, Respekt, Mark bedankt sich schon einmal prophylaktisch bei allen - liefert dann mit etwas gem&auml;chlicherem Riffing und Cleangesang den wunderbaren musikalischen H&ouml;hepunkt. Herausragende Qualit&auml;tsarbeit! Ansatzlos geht es ins Black Sabbath-Cover "Falling Off The Edge Of The World", das die Todesengel doch etwas beschleunigt haben und dennoch kongenial darbieten, komplett mit feiner vokalistischer Leistung. Jetzt geht es wieder ganz weit zur&uuml;ck in die Historie, genauer gesagt zum Erstling der ultra-Gewalt, wozu uns Mark quasi eine Gebrauchsanweisung gibt: "If you know that is is from the Ultra Violence, then you know how to act, or better how to react to it!" Das nimmt nicht nur der Herr Movement zum Anlass, die Wurstmaschine wieder anzuwerfen: ein fr&ouml;hliches Tanztreiben herrscht &uuml;berall, was Sozialp&auml;dagoge Sebbes als "Freizeitpark f&uuml;r Metaller!" einklassifiziert. S&auml;mtliche Nachbarn (inkl. asiatischer Dame, Knopfproblem mittlerweile gel&ouml;st) wogen hin und her, nehmen sich vor Fliegern in acht und studieren das exakt gleiche Schuhwerk aller Akteure auf der B&uuml;hne, wenn wir nicht gerade "Kill - as - one!!" skandieren (einer der weniger bekannten Tippfehler der Metal-Historie, das Lied hei&szlig;t im Original-Demo nat&uuml;rlich "Grill as one", zu Deutsch so viel wie "Grill wie \x91ne Eins!") Nach "Relentless Revolution" stellt Meister Mark nun die Band vor - unter anderem "my brown man with a white guitar" Ted und Drummer Will Carroll "who is more underground than you will ever be". Nun, ob der Mann bei der Londoner U-Bahn t&auml;tig ist, wissen wir nicht - in jedem Fall verdrischt er die Felle nach allen Regeln der Kunst mit fliegendem Wikinger-Bart. "So, this is my least favorite moment: the moment when I tell you this is the last song!", referiert Mark nun, man meine das auch ernst: nicht die &uuml;blichen Spielchen "where you chant our names and we act surprised - no, this is your last chance to make a mutual impression!" Diese Chance des beidseitig bleibenden Eindrucks nutzen die Anwesenden weidlich aus: "This is OUR moth song!", mit diesem kleinen Seitenhieb auf Metallica (die seit Neuestem ja auch einen Mottensong an Bord haben) wirf Mark sich in "The Moth", das zur letztendlich g&uuml;ltigen Abrissbirne ger&auml;t. Der Boden bebt so, wie Herr Osegueda das von uns verlangt, der Mixer l&auml;uft auf Hochtouren, die Menge sch&auml;umt &uuml;ber - und aus ist's. Selbstverst&auml;ndlich bedankt man sich bei uns - wir bedanken uns mittlerweile auch schon gegenseitig bei uns selbst -, bevor wir in die regnerische Nacht entlassen werden. Welche eine Dampfwalze! <span class="strong">Death Angel</span> genie&szlig;en ihren hervorragenden Ruf nicht umsonst, das haben sie auch heute wieder zweifelsfrei unter Beweis gestellt. Wir sind verz&uuml;ckt, wandern am Werk vorbei, das die Spa&szlig;fraktion l&auml;ngst ger&auml;umt hat, und staunen dann auf dem Parkplatz noch dar&uuml;ber, dass die M&uuml;nchner Thrash-Fraktion in nicht geringer Zahl in Limousinen aus dem Premium-Segment angereist ist. Metal ist eben in der gehobenen Mittelklasse angekommen. Thank you.</p>
  35. <p>Der Bericht erscheint ebenfalls bei <a href="http://www.kuehleszeug.de">K&uuml;hles Zeug</a>.<br />
  36. </p>
  37. ]]></content></entry><entry>
  38. <title type="html"><![CDATA[ Iced Earth, The Charm The Fury, Stormhammer &amp; Scavanger]]></title>
  39. <link href="http://www.heavyhardes.de/live-676.html" />
  40. <id>http://www.heavyhardes.de/live-676.html</id>
  41. <updated>2017-12-12T08:06:31+01:00</updated>
  42. <published>2017-12-12T08:06:31+01:00</published><content type="html"><![CDATA[ <p>Jon Schaffer gibt sich gerade in unseren Breiten gerne die Ehre. Mit einem fetten Paket aus vier Kombos und mit dem Album Incorruptible im Gep&auml;ck sagen wir dazu ebenso h&auml;ufig gerne: da sind wir dabei. Something wicked this way comes? Wir werden sehen!</p>
  43. <p>"So this is free and easy", sinniert ein sichtlich von den Reaktionen beeindruckter Stu Block. "This would call for a lot of sexual jokes, but I am simply too tired for that". Das hat der <span class="strong">Iced Earth</span>-Fronter doch genau richtig erkannt, das mit dem frei und einfach. Denn zu den feineren Traditionen in der M&uuml;nchner Konzertszene geh&ouml;rt zweifelsohne das Free And Easy Festival, im Rahmen dessen im gesamten Backstage-Areal Konzerte, Kleinkunst, Ausstellungen und sonstige Events wie der Name sagt for free bestaunt werden k&ouml;nnen - und das komplett ohne Zusch&uuml;sse oder sonstige Hilfestellungen. Dabei werden stets durchaus hochkar&auml;tige Attraktionen aufgeboten - in diesem Jahr geben sich w&auml;hrend der 17 Free And Easy-Tage Namen wie Blues Pills, Prong, Psychopunch, die Emil Bulls, Madball, Death Angel und eben auch <span class="strong">Iced Earth</span> die Ehre. Jon Schaffers Rekrutenmannschaft erlebten wir erst im letzten Dezember am gleichen Austragungsort, wo das Ganze aufgrund eines doch eher undifferenzierten Sounds und nicht gerade &uuml;berbordender Agilit&auml;t der Akteure nicht die wirklich ganz gro&szlig;e Sause war. Aber wir lassen uns gerne &uuml;berraschen und pilgern wieder in Richtung Werk, um festzustellen, dass vor den Toren schon eine veritable Schlange auf Einlass wartet. Grundprinzip beim Free And Easy: Pl&auml;tze gibt's, solange Vorrat reicht, vorausschauende Zeitgenossen besorgen sich daher ein Einlassgarantie-Ticket, das im Vorfeld f&uuml;r kleines Geld zu haben ist (f&uuml;rs Werk 13 Euro, f&uuml;r das restliche Gel&auml;nde 7 Euro, jeweils inklusive 2 Getr&auml;nkegutscheinen) und das dann bis 20:30 Uhr sicherstellt, dass man nicht das Nachsehen hat.</p>
  44. <p>Bunt geht es immer dabei zu, man m&uuml;ht sich um eine Mischung aus Hard'n'Heavy, Punk, Ska und Hip Hop - so auch heute, denn neben US-Powermetal im Werk gibt es nebenan in der Halle die launigen &Ouml;sterreicher von Turbobier zu bestaunen, was sich im Publikum in manch bunter Frisur &auml;u&szlig;ert. Wir wandern allerdings schnurstracks Richtung Werk, wo die Recken von <span class="strong">Scavanger</span> schon die Fahne des Old School Sound hoch halten. Die Jungs aus Rosenheim fabrizieren astreines klassisches, sehr melodisches Material, unter anderem vom zweiten Album Rise Of The Scarab, das auch textlich was hermacht und teilweise auf den Discworld-Romanen von Terry Pratchett beruht. Gleich drei Gitarren sind am Start, Anian Geyer am Mikro macht uns mit Kopftuch und Sonnenbrille einen mehr als passablen Paul Quinn-Lookalike, und die schon zahlreich anwesenden Publikumsscharen animieren die Herren sogar zu einer Zugabe: passend zum gleichnamigen Festival gibt's noch "Heavy Metal's Calling" auf die Ohren - mit Fug und Recht, immerhin sind die Kollegen die Organisatoren dieses Events, der allj&auml;hrlich im Backstage &uuml;ber die B&uuml;hne geht (dieses Jahr waren am 18.02. unter anderem Crystal Ball und <span class="strong">Stormhammer</span> dabei, man kennt sich eben). Top Job, die Herren, zu fr&uuml;her Stunde gleich alles richtig gemacht und einen blitzsauberen Auftakt geliefert.</p>
  45. <p>Die Taktung passt in jedem Falle, stellen wir fest, es dauert nicht lange, und schon machen sich die Lokalmatadoren von <span class="strong">Stormhammer</span> emsig an den Soundcheck. Die Mikropr&uuml;fung &uuml;bernimmt dabei einer, der irgendwie nicht unbedingt nach Powermetal aussieht: richtig, das ist doch Matthias Kupka, eigentlich in Diensten der melodischen Deather Emergency Gate, der hier ganz kurzfristig (nach nur zwei Proben, wie er uns nachher gleich informiert) das Mikro von J&uuml;rgen Dachl &uuml;bernahm. Ebenso beachtlich ist die Garderobe von Basser Horst Te&szlig;mann, der mit flammendem Beinkleid gleich mal ein ordentliches Fashion-Statement abliefert. Nachdem alle technischen H&uuml;rden &uuml;berwunden sind, werfen sich die M&uuml;nchner Kraftmetaller ins Set, durch das sich Herr Kupka mehr als achtbar schwingt, wobei er sich den einen oder anderen Grunzer nicht verkneifen kann. Passt aber bestens, zumal er auch die launigen Ansagen aus dem Publikum am&uuml;siert aufnimmt - als er am Bier nippt, schallt ihm ein "Ansto&szlig;en, Du F...ze!" entgegen, das er launig mit "ah, das klingt nach einem Blauen" fu&szlig;ballerisch-rivalisierend kommentiert. Auf dem Spielplan steht einiges Material vom aktuellen Album Welcome To The End, wie auch das ordentliche "Road To Heaven", das sie jetzt ins Rund zimmern. Auch wenn wir ein homogenes Erscheinungsbild nicht unbedingt auszumachen verm&ouml;gen - Matthias sticht doch etwas hervor, Feuerhosen-Horst wirkt h&uuml;nenhaft, und Mannie Ewender scheint in der Hitze der Nacht fast zu zerschmelzen -, sorgt die Darbietung dennoch f&uuml;r den ersten ordentlichen Moshpit, in dem sich doch auch viele junge Gestalten tummeln. Gro&szlig;en Respekt in jedem Fall f&uuml;r Herrn Kupka, der sich die Texte auf die Boxen gepappt hat und sich mit diesem Kniff &uuml;berraschend trittsicher durchs Set hangelt. "Holy War" ("den Songtitel hat aber auch jede Band!", kommentiert Texte-Bibliothekar Sebbes treffend) klingt mit seinem tiefergelegten Organ wahrscheinlich sogar besser als mit den &uuml;blichen powermetallischen &Uuml;berschallfrequenzen, bevor es dann mit "Welcome To The End" und "The Law" auf die Zielgerade geht - wozu offenbar einige Emergency-Gate-Fans einen noch massiveren Moshpit er&ouml;ffnen. Bunte Truppe, launige Darbietung, und jede Menge Mumm auf Seiten des Fronters. Respekt!</p>
  46. <p>Jetzt wird es dann gleich noch spannender: die nun folgenden <span class="strong">The Charm The Fury</span> sind bereits als Support f&uuml;r Eluveitie und Amaranthe im November angek&uuml;ndigt, was uns schon mal grunds&auml;tzlich neugierig macht. Auch diese Kombo legt beim Aufbau selbst Hand an, allen voran Frontfrau Caroline Westendorp, die im neckischen Netzhemd die B&uuml;hne offenbar im Alleingang herrichten will, bevor ihr der Gott des Donners selbst zu Hilfe eilt - in jedem Fall sieht der blondm&auml;hnige Gitarrero Rolf Perdok dem guten Chris Hemsworth durchaus gleich [&Auml;h - er hat zwar blonden Bart und blondes Haupthaar, aber Chris? Nein. Einfach nein. - Kara] und singt als Mikrocheck passabel "take these broken wings". Erwartet uns hier nun ein symphonic metal-Ausritt oder eher eine etwas andere Spielart? Die ersten Takte zeigen gleich mal, wo hier der Hammer h&auml;ngt: keine Spur von S&auml;usel-Else, nein, hier gibt es Metalcore auf die Ohren, versetzt mit melodischen Einsprengseln. Der Sound fabriziert eine kompakte Dampframme, der Hitzepegel - kurzes Beinkleid war erneut obligatorisch, mit und ohne Flammen - springt in ungeahnte H&ouml;hen, und auch das Publikum zeigt sich runderneuert: offenbar gibt der eine oder andere Hardcore- und Punk-Sympathisant den Holl&auml;ndern den Vorzug.</p>
  47. <p>Entsprechend beeindruckt zeigt sich Frau Westendorp: "Well, I did not expect this", w&uuml;rdigt sie das volle Haus, das die angenehm ruppige Abfahrt mehr als goutiert. Schwere mid-tempo-Groover wie "Colorblind" rei&szlig;en alles um, w&auml;hrend die zierliche Caroline keift wie ein enervierter Rottweiler. Die Menge dankt diese enorme Spielfreunde und Energie mit einem veritablen circle pit, den auch die tropischen Temperaturen nicht stoppen - "holy shit, it's hot in here!", aber das kennen wir ja mittlerweile als Normalzustand. "No End In Sight" f&uuml;hrt dann zu einem Monsterpit, zu dem Basser Lucas Arnoldussen den geborenen Animateur gibt. Die massive Wall of Sound dr&uuml;ckt einen schier an die Wand - "ich glaube, da kommt keine Ballade mehr!", wagt Stilanalyst Sebbo eine treffsichere Prognose. Nein, vielmehr laden uns die Herrschaften nun zu einer Wall of Death ein, die vom wilden Mob auf dem Parkett nach allen Regeln der Kunst vorgef&uuml;hrt wird. Herr Perdok zerrt nun mit einigen Anleihen an "Seek And Destroy" die Butter vollends vom Brot - wie soll der Powermetal eines Herrn Schaffer das noch toppen? Das wird nicht leicht f&uuml;r den guten Jon, so viel steht fest. Mit "Carte Blanche" drehen sie das Gas nochmal massiv auf, als ob das noch erforderlich w&auml;re, und entlassen uns durchaus staunend. Wir hoffen, dass sich der Tross vom November vorher angeschaut hat, wen sie denn da mit auf Gastspielreise nehmen - hier und heute haben <span class="strong">The Charm The Fury</span> in jedem Fall eine massive Schneise geschlagen. Hossa!</p>
  48. <p>Wie schon im Dezember, als Ensiferum die Ehre des Supports hatten, vollzieht sich im Publikum jetzt ein schnelles B&auml;umchen Wechsel Dich-Spiel: hinfort die jungen Wilden von der Hard- und Metalcore-Fraktion, herein mit den Kuttentr&auml;gern leicht gesetzteren Alters. Die B&uuml;hne wird nun a) nicht mehr von der Band selbst aufgebaut und b) merklich gr&ouml;&szlig;er, mit Drumriser (an dem eine Anonymus-Maske h&auml;ngt, ihr wisst schon...) und allem, was dazugeh&ouml;rt. Schon der Soundcheck zeigt, dass es nun um einige Phon m&auml;chtiger wird - will man etwa durch reine Brachialit&auml;t &uuml;berzeugen? Das hoffen wir doch nicht, und als es nach einem kurzen Intro zu tiefroter Beleuchtung mit "The Great Heathen Army" vom aktuellen Langeisen Incorruptible dann zur Sache geht, sind wir eines Besseren belehrt und &auml;u&szlig;erst entz&uuml;ckt. Der Sound ist kraftvoll, tight und dennoch transparent - das aggressive, charakteristische Riffing kommt ebenso zur Geltung wie die melodischen Elemente, die im Dezember noch irgendwie abgesoffen waren. Meister Schaffer dr&auml;ut wie gewohnt finster, mit schwarzem Kopftuch, Bikerkutte mit Bandlogo und Schuhen vom letzten Baustelleneinsatz. Stu Block schwingt sich, mit Armmanschette und baugleicher Kutte, treffsicher ebenso durch die H&ouml;hen wie durch die Niederungen - "der singt einfach alles", stellt Vokaltrainer Sebbes sp&auml;ter fest. Insgesamt geben sich die Florida Boys um Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer Schaffer heute deutlich spielfreudiger, agiler und vor allem bestens aufgelegt: Basser Luke Appleton, bei dem man letztes Jahr nicht eindeutig sagen konnte, ob er &uuml;berhaupt freiwillig da war, wirft heute sein sch&uuml;tteres Haupthaar komplett in die Bresche, Mr Block fuchtelt, animiert und jubiliert, und die von Anfang an begeisterten Zuschauerreaktionen l&ouml;sen auch im Chef selbst offenkundige Genugtuung aus.</p>
  49. <p>"So muss <span class="strong">Iced Earth</span> klingen!", konstatiert Mixer Sebbes, was auch Jon Schaffer wohl so sieht und sich sogar zu einem L&auml;cheln hinrei&szlig;en l&auml;sst. Ehrlich! "Burning Times" h&auml;lt die Energie weiter oben, mit "Declaration Day" und "Plagues Of Babylon" geht der Reigen fr&ouml;hlich weiter, bevor uns der gute Stu befragt: "Do you want something evil?", worauf es zur&uuml;ckschallt: "Pure Evil!" "Massive spoiler alert!", feixt der Herr, denn nat&uuml;rlich steht nun diese m&auml;chtige Abrissbirne auf dem Programm. Zur Widerstands-Hymne "V" d&uuml;rfen wir dann alle das Victory-Zeichen machen - der Anonymus am Schlagzeug verweist auf den Hintergrund in Alan Moores finsterer Comicsaga "V For Vendetta" -, als dann auch Stu die Temperaturen w&uuml;rdigt: "Are you guys as hot as we are? Then this is an even distribution. Let's sweat this fucker out!" Wie auch immer das gehen mag, aber mit "Seven Headed Whore" feuern sie ein weiteres Geschoss von "Incorruptible" in die Menge, bei dem Riffing und Gesang wohlig an beste Priest-Zeichen erinnern. Beim anf&auml;nglich getragenen, dann auch stampfend-heftigeren, in jedem Falle sehr guten "I Died For You" er&ouml;ffnet Herr Black erstaunliche vokalistische Breite und klingt in tiefen Lagen wie Geoff Tate, als der die ganze Sache mit der Musik noch ernst nahm.</p>
  50. <p>"Boiling Point" entfesselt dann endg&uuml;ltig auch hier ein ordentliches Gerammel, bevor dann das ausladend-epische "The Dark Saga" wohlig-gespenstische Atmosph&auml;re verbreitet (und gesanglich wieder der gute alle Geoff zu winken scheint). Das gruselige "Cthulhu" (ein Eis am Stiel f&uuml;r alle, die das auf Anhieb richtig schreiben), inspiriert vom doch eher kranken Geist eines HP Lovecraft, erntet Begeisterung in Form von lauthals mitgesungenen Melodien, was Herrn Schaffer fast vollst&auml;ndige Haltlosigkeit in Form eines freundlichen Gesichts entlockt. Bei der Hymne "The Hunter" versucht ein Schlachtenbummler, seinen Pullover als Ventilator zu nutzen, der dabei auf die B&uuml;hne fliegt und von Herrn Block postwendend zur&uuml;ckgereicht wird. "Dystopia" ger&auml;t zum finsteren Kracher, bevor dann standesgem&auml;&szlig; die traurige Power-Ballade "Watching Over Me" das Geschehen beschlie&szlig;t. So, genau so muss Kraftmetall, meine Herrschaften! Druckvoll, energetisch, mitrei&szlig;end. In dieser Form sehen wir uns Herrn Schaffer und seine Freunde in f&uuml;nf, sechs Monaten gerne wieder an, wenn sie wieder kommen, ganz bestimmt. Vielleicht ist es dann ja auch nicht mehr so hei&szlig;. Next stop f&uuml;r uns: Death Angel!</p>
  51. <p>Der Bericht erscheint auch bei <a href="http://www.kuehleszeug.de">K&uuml;hles Zeug</a>.<br />
  52. </p>
  53. ]]></content></entry><entry>
  54. <title type="html"><![CDATA[ Orden Ogan, Mob Rules &amp; Human Fortress]]></title>
  55. <link href="http://www.heavyhardes.de/live-674.html" />
  56. <id>http://www.heavyhardes.de/live-674.html</id>
  57. <updated>2017-12-06T10:34:39+01:00</updated>
  58. <published>2017-12-06T10:34:39+01:00</published><content type="html"><![CDATA[ <p>Der letzte Besuch, den die melodischen epischen Folkmetaller unserer kleinen Metropole abstatteten, bot bekanntlich zu wahren Begeisterungsst&uuml;rmen Anlass. Daher lassen wir uns nat&uuml;rlich weder von &auml;quatorialer Hitze, tropischen St&uuml;rmen noch von verschwundenen Parkpl&auml;tzen aufhalten, wenn <span class="strong">Orden Ogan</span> mit uns die Ver&ouml;ffentlichung ihres aktuellen Albums feiern wollen. Die Gunmen sind in der Stadt! </p>
  59. <p>Piff! Paff! Es kommt nicht alle Tage vor, dass man von zwei Schaufensterpuppen beschossen wird. Genau das aber passiert hier und heute beim titelgebenden Track des neuen Werks der Institution des h&ouml;chst melodischen Metalls aus dem beschaulichen Sauerland. Klar, die Munition besteht aus Konfetti, der R&uuml;cksto&szlig; haut die Kollegen fast aus den Plastiklatschen - egal: ein bisschen Show muss sein, und das lassen wir uns sehr gerne gefallen, auch wenn Fronter Sebastian da oben fast dahinschmilzt und sich mehr Wasser &uuml;ber den Kopf gie&szlig;t als er trinkt.</p>
  60. <p>Dabei stand die Release-Party-Tour f&uuml;r das neue <span class="strong">Orden Ogan</span>-Album Gunmen unter gar keinem guten Stern: weil ein paar Outlaws (passt hier ja irgendwie) in Hamburg eine seltsame Form von "Protest" praktizierten, musste das ausverkaufte Konzert im Hafenklang aus Sicherheitsgr&uuml;nden erst mal abgeblasen werden (man sagte eine Neuansetzung zu). In unseren Breitengraden hingegen fallen die organisatorischen Kalamit&auml;ten milder aus: der ehemalige Parkplatz des Backstage ist komplett in der Baustelle versunken, man findet nun Zuflucht auf einer eher sp&auml;rlichen Wiese. Der Einlass in die Halle findet heute &uuml;ber den Nebeneingang statt, was nach einigen Anlaufschwierigkeiten dann auch gelingt, so dass wir zumindest noch die letzten T&ouml;ne des ersten Anheizers mitbekommen.</p>
  61. <p>Wobei das Heizen doch eigentlich gar nicht n&ouml;tig w&auml;re: selbst das mittlerweile obligatorische kurze Beinkleid rettet nicht vor dem H&ouml;llenatem, der einen seit einigen Tagen offenbar in jedem geschlossenen Raum, wahlweise auch Festzelt, ereilt. Aber davon lassen sich die Hannoveraner (Sprachfreunde laben sich an der Ortsbezeichnung samt wunderbarem "v") <span class="strong">Human Fortress</span> keinesfalls verdrie&szlig;en, deren aktuelles Album Thieves In The Night ja niemand anders als Ordensbruder Levermann himself produziert hat. Nach wechselhafter Historie mittlerweile quasi wieder in Urbesetzung unterwegs, liefern Torsten Wolf, Volker Trost, Andre Hort, Dirk Liehm und Apostolos Zaios ihre R&uuml;ckbesinnung auf die reinen, powermetallischen Wurzeln der Band mit Gusto ab. Shouter Gus Monsanto, im Nebenberuf Saatguthersteller, scheint die Temperaturen aus dem heimischen Brasilien gew&ouml;hnt, turnt mit Wollm&uuml;tze &uuml;ber die Bretter und schmettert "Rise Or Fall" beherzt hinaus. Eigentlich w&auml;re das Set an dieser Stelle schon beendet, aber die schon beachtliche Menge verlangt lautstark nach mehr, was in Form des alten Rei&szlig;ers "Defenders Of The Crown" dann tats&auml;chlich auch folgt. Runde Sache, meine Herren!</p>
  62. <p>Wir schauen uns um, die Halle ist durchaus ordentlich gef&uuml;llt, die Tagespresse (also wir) spricht sp&auml;ter von ungef&auml;hr 500 Zuschauern. Im vorderen Drittel steigt die Temperatur immer weiter, aber das ist irgendwann nur noch nachrichtlich, zumal es jetzt mit einem feschen gregorianischen Choral aus der Dose auch schon weitergeht. Stampfend, m&auml;chtig steigen <span class="strong">Mob Rules</span> in ihr Set ein, das mit "Black Rain" gleich ein Ausrufezeichen setzt.<br />
  63. Mikroschwinger Klaus Dirks scheint seinerseits den Hitzetest machen zu wollen und tritt erst einmal im langen schwarzen Mantel an - ob das gut geht? An seinen vokalistischen K&uuml;nsten ist einstweilen nichts zu deuteln, sowohl optisch als auch stimmlich denken wir hier gerne mal an einen gewissen Herrn Cans in den Diensten von Hammerfall, wobei der gute Klaus zwischendurch immer wieder mal leicht verstrahlt blickt und dreinschaut wie Catweazle pers&ouml;nlich. Bei der zweiten Nummer "On The Edge" fliegt der Mantel aber endg&uuml;ltig in die Ecke, w&auml;hrend Sven L&uuml;dke und Markus Brinkmann in einem f&uuml;r einen Support-Slot mehr als beachtlichen Sound die melodisch-rhythmischen Strippen kunstvoll ziehen. Am Tastenbrettchen schl&auml;gt auch Jan Christian Halfbrodt haartechnisch in die 70er-Kerbe und kommt daher wie eine Mischung aus Superfly und Paul Breitner, aber den Soundteppich legt er astrein strahlend. Nach der schmackigen neuen Single "Somerled" stellt Herr Dirks klar, dass man heute schon zum dritten Mal mit dem aktuellen Album Tales From Beyond hier gastiere, aber das tut der allgemeinen Begeisterung keinen Abbruch: F&auml;uste und Haare fliegen durch die Gegend und die Luft, als man mit "My Kingdom Come" fr&ouml;hlich weiter durchs powermetallische Geh&ouml;lz jagt.</p>
  64. <p>Die ausgereichten Promotion-Zettel eignen sich im &Uuml;brigen prima als F&auml;cher, wobei Klimaforscher Sebbes auf die B&uuml;hnen-Scheinwerfer weisend treffend feststellt: "Und die haben auch noch Heizstrahler da oben!" Herr Dirks l&auml;sst sich denn auch bisweilen auf dem Boden nieder und nimmt einen kr&auml;ftigen Schluck aus der Pulle des Mineralwasserh&auml;ndlers seines Vertrauens, erlaubt es gerne auch mal dem norddeutschen Akzent durchzuscheinen (immerhin stammt man aus Wilhelmshaven, und wieder haben wir ein "v" f&uuml;r die Sprachfraktion) und f&uuml;hrt nun mit "Astral Hand" weiter durchs Programm. Wunderbar episch wird es dann bei "In The Land Of Wind And Rain", in das wir uns kurzzeitig gerne w&uuml;nschen w&uuml;rden - musikalisch sicherlich das Highlight des Sets, mit magischen Melodien und fettem Refrain. Mit dem Titeltrack des Hollowed Be Thy Name-Albums von 2002 feuern sie dann noch eine ordentliche Speed-Granate ab, bevor man sich vollkommen aufgeweicht verabschiedet und zu Recht abgefeiert wird. So, und ich habe es tats&auml;chlich geschafft, keinen Mops-Witz zu machen ("ein Leben ohne Power Metal ist denkbar, aber..." etc.) oder vom Wischger&auml;t zu faseln!!</p>
  65. <p>Die nun folgende Umbaupause zieht sich dann doch ein wenig arg in die L&auml;nge. Erst wollen die zwei Gewehrm&auml;nner rechts und links der B&uuml;hne (siehe die Ausf&uuml;hrungen oben) nicht ordentlich stehenbleiben, dann aber fangen die Augen an zu leuchten, und der Kopf dreht sich hin und her. So &auml;hnlich d&uuml;rfte das bei "Eddie the \x91ead" in seligen Maiden live im Marquee-Tagen auch gewesen sein. Kurz vor zehn stehen die Zeichen dann aber endg&uuml;ltig auf Sturm, mit "To New Shores Of Sadness" greifen <span class="strong">Orden Ogan</span> gleich mal tief in die Historie und fegen alles um. Passend zum Motto der Gastspielreise anl&auml;sslich der Ver&ouml;ffentlichung der "Gunmen"-Scheibe treten Seeb (nicht Sebb, der geh&ouml;rt zu uns) und seine Freunde nicht in selbst gebastelten Fantasy-Kost&uuml;men, sondern in knielangen Kitteln an, die jedem Gringo am Rio Grande (also da, wo auch schon Fernando weilte) beste Dienste getan h&auml;tten.</p>
  66. <p>Soundtechnisch scheinen sich die Probleme fortzusetzen, Herrn Levermanns Stimme geht im Unterschied zu seinem Vorg&auml;nger doch etwas unter, auch insgesamt fehlen die Feinheiten, aber der Meute ist das herzlich egal: "Die Ogan-Fans feiern immer!", h&auml;lt Kulturhistoriker Sebbes fest, und Recht hat er: zum popul&auml;ren Rei&szlig;er "We Are Pirates" setzt es eine fulminante Mitsing-Attacke. Das klingt nat&uuml;rlich, als ob Running Wild eine Nummer von Blind Guardian spielen, aber das ist eben mittlerweile ihr Trademark: weniger folkloristisch und orchestral wie in den Anfangstagen, sondern sehr deutscher, klassischer, melodischer Speed, das wird heute kredenzt, und zwar mit Laune. "Here At The End Of The World" bildet dann den finalen Teil der Auftakt-Trilogie: die Menge steht Kopf, und Meister Levermann mahnt uns: "Ist euch auch so hei&szlig; wie uns? Geht immer wieder mal beim Getr&auml;nkestand vorbei, nicht dass noch einer aus den Latschen kippt, so wie ihr abgeht!" Am Freitag habe man das neue Album herausgebracht, f&uuml;hrt er nun weiter aus, und f&uuml;r den Titelsong habe man in den USA ein Video gedreht (eine schaurige Rachesaga, die man auf den einschl&auml;gigen Sozialkan&auml;len bestaunen kann) - und auch wenn man nat&uuml;rlich noch keine Textsicherheit erwarten darf, geht die Meute beim nun anstehenden "Gunman" frenetisch mit und intoniert den Refrain lauthals. "Das ist wie beim Volksfest!", analysiert Volkskundler Sebb, kurz bevor die Konfettiknarren schie&szlig;en.</p>
  67. <p>Ohne gro&szlig;e Pause, fast atemlos ballern sich <span class="strong">Orden Ogan</span> durchs Programm, w&auml;hrend sich Seeb ohne Unterlass mit Wasser &uuml;bergie&szlig;t und "Deaf Among The Blind" herausfeuert. Der Sound bessert sich nun zusehends, die gesanglichen Eins&auml;tze von Basser Niels L&ouml;ffler f&uuml;gen sich ein, und Zeremonienmeister Levermann l&auml;sst sich sogar zu einem "Scream for me, Munich!" hinrei&szlig;en - Bruce wird's ihm nachsehen, immerhin bietet "Sorrow Is Your Tale" astreine Maiden-Melodien. Der Cheffe feuert uns nun weiter an, aber: "Auf der B&uuml;hne wird jetzt nicht mehr gegrinst! Immerhin tragen wir jetzt die Liebste zu Grabe!" Das tun wir denn auch in Form des neuen "Fields Of Sorrow", das genauso gut reinl&auml;uft wie das komplette frische Album. So, nun wird es endg&uuml;ltig romantisch, Licht aus, es kommt eine Ballade, bitte Feuerzeuge (hat so was noch jemand?), Taschenlampen, Handtelefone raus, alles was leuchtet - gerne auch prim&auml;re und sekund&auml;re Geschlechtsmerkmale, falls gl&uuml;hend (traut sich dankenswerterweise aber keiner) - und ab geht's mit der "sanften" Weise "F.E.V.E.R.", die mit Macht alles umhaut. Ballade, mein leuchtendes Hinterteil! "Hat's euch denn gefallen?", fragt ein triefender Seeb uns nun, denn das Ende der Darbietung naht wohl (schon?). Jetzt kann er es uns ja sagen, im Oktober kommen sie dann auf Headliner-Tour wieder nach M&uuml;nchen (und was ist das hier? Irgendetwas haben wir falsch verstanden, offenbar), aber vorher m&uuml;ssen wir noch ordentlich laut rufen: "...and so we are?" Klaro: "Cold, dead and gone!", das kennen wir ja schon, schlie&szlig;lich bietet "Things We Believe In" einen standesgem&auml;&szlig;en H&ouml;hepunkt im Ogan-Set. Tut es auch heute wieder, und tats&auml;chlich verschwinden die Herrschaften nun mit einem kurzen "Bis nachher!" Ist jetzt Pause, oder wie d&uuml;rfen wir das verstehen? Immerhin stehen gerade mal 60 Minuten auf der Uhr.</p>
  68. <p>Ein Aufbauhelfer treibt uns zu lauteren "Zugabe!"-Ch&ouml;ren an, worauf sich die Akteure dann tats&auml;chlich nochmals auf die B&uuml;hne trauen. Herr Levermann k&uuml;ndigt nun einen brandneuen Song an, der es k&uuml;nftig wohl immer ins Live-Set schaffen werde - "oder wir k&ouml;nnen den auch skippen und gleich gehen", feixt er uns an. Wir singen brav das nun folgende, in der Tat fulminante "Forlorn And Forsaken" mit, aber die Temperaturen fordern eben doch ihren Tribut - selbst bei den seltenen Exemplaren der scheuen Spezies des weiblichen Vokuhilas, die mit einer gesch&auml;tzten vollst&auml;ndigen Dose 3 Wetter Taft einen Haarhelm fabriziert haben. "Das Publikum ist abgest&uuml;rzt, quasi Bluescreen!", am&uuml;siert sich Oberrevolverheld Levermann, aber dennoch geben wir bei "Mystic Symphony" nat&uuml;rlich nochmal alles - bzw. den Rest, der halt noch geht. Begeisterung allenthalben, man verabschiedet sich als Niels Lucky Luke L&ouml;ffler und Old Shatterseeb - und dann k&ouml;nnen wir endlich ein wenig ausdampfen. Diese Schie&szlig;erei war vielleicht ein wenig kurz bemessen, aber eines Wyatt Earp mehr als w&uuml;rdig, auch wenn in Tombstone nicht Konfetti, sondern blaue Bohnen flogen. Aber da ging es ja auch gegen die Clanton-Br&uuml;der, damals am O.K. Corral. Die waren vielleicht bessere gunmen, aber Spa&szlig; haben wir lieber mit <span class="strong">Orden Ogan</span>. Auch wieder im Herbst. Als Headliner, wohlgemerkt. Wird ja auch langsam Zeit.     </p>
  69. <p>Der Bericht erscheint auch bei <a href="http://www.kuehleszeug.de">K&uuml;hles Zeug</a>.<br />
  70. </p>
  71. ]]></content></entry><entry>
  72. <title type="html"><![CDATA[ Anthrax &amp; The Raven Age]]></title>
  73. <link href="http://www.heavyhardes.de/live-675.html" />
  74. <id>http://www.heavyhardes.de/live-675.html</id>
  75. <updated>2017-12-05T12:37:01+01:00</updated>
  76. <published>2017-12-05T12:37:01+01:00</published><content type="html"><![CDATA[ <p>Selbstklebende Gitarrenplektren. Zugaben von einer Band, die keine Zugaben spielt. Ein feixender Springteufel als Frontmann. NOT auf der Kappe. Jawohl: <span class="strong">Anthrax</span> were in da house. Und wie! Anschnallen - wir fliegen los!</p>
  77. <p>Joseph Bellardini ist offenkundig bestens aufgelegt heute. Der Mann, besser bekannt als Joey Belladonna, fuchtelt mir irgendetwas zu, das ich nicht kapiere, irgendwann gibt er es auf und pappt mir eines der Gitarrenpl&auml;ttchen, die er von Frank Bellos Mikro stibitzt und sie freim&uuml;tig in der Menge verteilt, kurzerhand auf die Stirn. Das passt ganz wunderbar zu dem Tollhaus, das in einer Gro&szlig;raumdisco nahe Regensburg gerade den Siedepunkt erreicht: <span class="strong">Anthrax</span> scheinen hier alles in Schutt und Asche legen zu wollen. Aber eins nach dem anderen.</p>
  78. <p>Anfangs mag man es n&auml;mlich gar nicht glauben, dass man auf dem Weg zu einem metallischen Event ist - der Weg zum Ort des Geschehens f&uuml;hrt von der Autobahn fast schon idyllisch &uuml;ber kleine Ortschaften mit klingenden Namen wie Piesenkofen. Aber man t&auml;usche sich nicht: in der selbstbetitelten "Eventhall" Airport Obertraubling findet so manches konzertante Ereignis auch der h&auml;rteren Gangart seine Heimat. Nachdem es im nahegelegenen Regensburg in der Oberpfalz keine Location f&uuml;r mittelgro&szlig;e Acts gibt, wurde die Gro&szlig;raumdisco 2013 runderneuert und bietet seitdem in drei Areas verschiedene Austragungsorte f&uuml;r Ansetzungen mit 1.000-2.500 Besuchern. Das Konzept scheint aufzugehen: auf dem Spielplan stehen in diesem Jahr noch das Metal United Festival, Prong, Wintersun, Doro oder auch der Springsteen-Klampfer Little Steven. Vor der T&uuml;r ist auch noch ein nettes kleines Flugzeug aufgestellt. Was will man mehr?</p>
  79. <p>Als wir in die gr&ouml;&szlig;te Spielfl&auml;che, das "Terminal 1", in das bei Vollbesetzung um die 2.500 Leute passen, einlaufen, geht da schon die erste Kombo des Abends beherzt zu Werke. Null Positiv sind es, die der durchaus beachtlichen Menge einheizen - was bei den tropischen Temperaturen eigentlich gar nicht n&ouml;tig w&auml;re. Dennoch legen sich die Herren und Frontfrau Elli Berlin massiv ins Zeug und zimmern ihre wilde Mischung aus neuer deutscher H&auml;rte, melodischem Death a la Arch Enemy und traditionellen Kl&auml;ngen unters Volk, das das Geschehen zunehmend goutiert. Frau Berlin liefert eine &uuml;berzeugende stimmliche Leistung ab - von clean bis growl ist alles am Start - und feuert die deutschen Texte beim Titeltrack der aktuellen Scheibe "Koma" (dazu gibt's auch ein Video auf den einschl&auml;gigen sozialmedialen Fernsehkan&auml;len) oder "Wo Rauch Ist, Ist Auch Feuer" inklusive agilem stageacting druckvoll heraus. Mehr als ordentliche Leistung, meine Herrschaften.</p>
  80. <p>Wir nutzen die kurze Pause und wandern nach drau&szlig;en zum Luftschnappen, wo die Kombo, die eben noch auf der B&uuml;hne stand, gerade auch ihre sieben Sachen einsammelt. Lange k&ouml;nnen wir hier allerdings nicht verharren, denn schon steht der n&auml;chste Programmpunkt an: auch auf diesem Teil ihrer Gastspielreise haben <span class="strong">Anthrax</span> n&auml;mlich die Briten von <span class="strong">The Raven Age</span> mit im Gep&auml;ck. Diese Formation um den Sohnemann eines gewissen Steve Harris konnte uns ja schon im Februar in M&uuml;nchen durchaus &uuml;berzeugen, und auch heute k&ouml;nnen die Londoner sauber punkten. Mit ihrem h&ouml;chst melodischen Metal, mit dem sich George Harris klugerweise ganz bewusst vom Werk des Herrn Papa absetzt, versetzen die Herren die Angereisten zunehmend in Wallung. Mit viel Material ihrer aktuellen Scheibe Darkness Will Rise ausgestattet, galoppiert Fronter Michael Burrough durchs Programm und kommentiert zwischendurch die gef&uuml;hlten 1000 Grad in der Halle wahrheitsgem&auml;&szlig;: "Boy, I have been in some hot locations, but this one?" Meister Harris agiert wie gewohnt mit umgedrehter Baseball-M&uuml;tze, Saitenkollege Dan Wright hat seinen Gitarrengurt offenbar im Ace Frehley-Outlet gekauft - und gemeinsam liefern sie eine formidable melodische Attacke, die mit "The Merciful One" nahtlos weitergeht. "Trapped Within The Shadows" avanciert nach einem leicht komplex-thrashigen Anfang zu einer eing&auml;ngigen Nummer, bevor dann bei "Salem's Fate" doch ein paar harmonische, zweistimmige Gitarrenl&auml;ufe aufblitzen. So ganz kommt man eben doch nie vom Elternhaus los, und das ist auch gar nicht negativ an dieser Stelle. Nach "Angel In Disgrace" schimpft uns Herr Burrough noch scherzhaft, weil wir nicht laut genug nach <span class="strong">Anthrax</span> schreien, aber insgesamt haben wir uns in diesen gut 40 Minuten doch bestens verstanden. Wieder Daumen hoch!</p>
  81. <p>Nun kommen wir aber endg&uuml;ltig zur Hauptattraktion des Abends - der nette Security-Mann fragt mich noch, ob nun <span class="strong">Anthrax</span> kommen, was ich glaubhaft bejahen kann, auch wenn von der Konserve erst mal komplett "The Number Of The Beast" l&auml;uft (vielleicht hat George ja Papas Kassetten mitgenommen?). Aber dann kommt das "offizielle" Intro, das leicht manisch-stampfende Blues-St&uuml;ck "I Can't Turn You Loose" von Otis Redding, das immer irgendwie an die Blues Brothers erinnert. Ein kurzer Blick auf die am Boden aufgeklebte Setlist zeigt: nein, das wird heute nicht das "Among The Kings"-Set, das wir in M&uuml;nchen erleben durften, als sie anl&auml;sslich des 30j&auml;hrigen Jubil&auml;ums die komplette Among The Living-Scheibe runterrissen. Heute gibt es eine feine Mischung aus Alt und Neu, bei der allerdings leider die sanfte Weise von dem fehlt, der das Gesetz ist. Schade, aber sei's drum, jetzt wird es rot auf der B&uuml;hne, es beginnt ein unheildr&auml;uendes Intro, und ab daf&uuml;r mit dem donnernden ersten Riffs von - "Among The Living", was sonst. Die Positionen auf der B&uuml;hne sind bew&auml;hrt, rechts schreddert Scott in kurzer Hose und langem Bart alles in Grund und Boden, links turnt Frank Bello wie ein Flummi mit wallendem Haar, daneben nimmt sich Jungspund Jonathan Donais mit seinen gelegentlichen Kopfsch&uuml;ttel-Attacken schon fast zur&uuml;ckhaltend aus. Raumgreifend &uuml;ber die Bretter springt nun auch Oberindianer Joey Belladonna, der heute bei gl&auml;nzender Laune sein muss. Er gestikuliert, schneidet Grimassen, sucht den Blickkontakt - und liefert einmal mehr den Beweis, dass <span class="strong">Anthrax</span> seinerzeit den Spa&szlig;faktor in den sonst doch oft bierernsten Thrash einf&uuml;hrten und diese Fahne heute noch hoch halten. Kein Spa&szlig; allerdings ist der messerscharfe Stahl, den die Stephen-King-Ode (basierend auf dem Roman "The Stand") auch nach 30 Jahren immer noch ankocht: "I'm the walking dude!", schmettert Scott, und auch heute schallt es tausendfach zur&uuml;ck. Der Mixer wird im Publikum noch nicht so ganz angeworfen, aber dennoch schnellt die Stimmung beim Schlachtross "Caught In A Mosh", bei dem Frank wie immer sei Mikro aufessen zu wollen scheint, noch h&ouml;her. Dieser Song ist so etwas wie die Quintessenz des Thrash, mit treibender Basslinie und alles umrei&szlig;endem Refrain. Vollkommen zu Recht hoch gehandelt.</p>
  82. <p>Weil es ja hier drin noch nicht hei&szlig; genug ist, legen sie mit dem Joe Jackson-Cover "Got The Time" gleich noch ein rasendes Geschoss nach (zu dem mir Joey dann das eingangs erw&auml;hnte Plektrum auf die Stirn dozt). Heute scheinen die Jungs es darauf angelegt zu haben, absolut nichts anbrennen zu lassen: atemlos geht es weiter durch den Airport, mit "Madhouse" steht ein Klassiker mit Mitsing-Garantie auf dem Zettel. Die Menge ger&auml;t zusehends aus dem H&auml;uschen, was Joey in seinem "Wardance Pale Ale"-Shirt (guter Punkt, Notiz an mich selbst: das Gebr&auml;u sollten wir mal testen hier) offenkundig wohlwollend zur Kenntnis nimmt (die anderen Herren tragen allesamt dunkle Westen mit "ATK"-Logo - also sind wir doch ein wenig among the kings...). Mit "Fight Em Till You Can't" kommt dann eine Nummer von "Worship Music" zu Ehren, bevor Scott sich an uns wendet: "Nice place! I don't think we've ever played here before [habt ihr nicht, siehe oben, das ist erst seit einigen Jahren so eingerichtet hier], but who knows - we've been coming to Germany since 1986, and that's a bloody long time! Thank you all for coming out tonight!" Nach den finsteren Jahren der 90er, in denen sich im Sumpf des Grunge kein Aas mehr um sie scherte, kommt das absolut glaubhaft r&uuml;ber - und wir g&ouml;nnen ihnen wie immer die wiedergefundene Kraft und Popularit&auml;t. Beim knalligen "Breathing Lightning" ersp&auml;ht Joey mich in der Menge, fuchtelt wieder umher ("wie, keine Fotos mehr?", soll das wohl hei&szlig;en), und wirft wieder fr&ouml;hlich Franks Plektren in die Menge. Gut, dass der Mikrost&auml;nder vollgepackt ist mit dem Zeug. Nun wird es dann doch ein wenig d&uuml;sterer, das "Intro To Reality" kommt unheilsvoll daher, bevor dann das leicht sperrige, aber m&auml;chtige "Belly Of The Beast" ganz gewaltig hereindr&uuml;ckt, zu dem Frank in einem kuriosen Pinocchio-Gang umherwatschelt. Jetzt sagt dann auch noch Joey hallo zu uns und k&uuml;ndigt vollmundig "a song from Spreading The Disease" an - aber seine Kollegen pfeifen ihn zur&uuml;ck. "Sorry, wrong song!", wirft er sich weg, denn erst steht einmal "All Of Them Thieves" auf der Liste - was den einzigen echten Schwachpunkt des Abends bildet. Zu komplex, verschachtelt, holprig ist die Nummer, als dass sie hier richtig knallen k&ouml;nnte. Da h&auml;tten wir doch um einiges lieber "Blood Eagle Wings" gehabt, das ja vor einigen Tagen noch auf der Setlist stand. Nun denn. Sodala, jetzt aber kann Joey "a song from my first album with these guys, back from 1985!" ank&uuml;ndigen (auf dem Debut "A Fistful Of Metal" tat bekanntlich ja noch Neil Turbin Dienst am Mikro). Yessir, Vollattacke mit dem Klassiker von der "Medusa", der wieder einmal alles niederrei&szlig;t, mit absolutem Monster-Groove, zu dem uns Herr Belladonna den lustigen Waldschrat macht. So langsam kommt gewaltige Bewegung ins Publikum, was dann bei "Be All, End All" - inklusive mitgesungenem Gitarrenintro - zu einem handfesten Moshpit eskaliert, der sich immer mehr Raum greift und bald schwungvoll durch den Innenraum tobt. Mit seinem h&ouml;llischen Groove walzt der Opener des insgesamt ja eher schwachen "State Of Euphoria"-Album alles um. Sch&ouml;n, langsam, getragen dann das Intro zum alten Scheunenst&uuml;rmer "Antisocial", bevor diese Trust-Coverversion, von der mancher mittlerweile glaubt, sie geh&ouml;re zum eigenen <span class="strong">Anthrax</span>-Kanon, den Moshpit endg&uuml;ltig aufmacht: die Oberpf&auml;lzer Wurstplatte wird angerichtet, dass es eine Art hat. Aber einen haben wir noch: "Cry for the Indians", dieser Kehrreim l&auml;sst die W&auml;nde des Airport nochmal ordentlich zittern. Joey hat zwar keinen Federschmuck, aber daf&uuml;r eine NOT-Kappe auf und gibt den launigen Conferencier, w&auml;hrend unten im Saal die Waschmaschine im Schleudergang l&auml;uft. Schluss, aus, das Ende des Zettels ist erreicht, er klebte ja am Boden.</p>
  83. <p>Man wirft alles ins die Menge, was noch an Pl&auml;ttchen da ist, Charlie Benante (oder zumindest jemand, der ihm verdammt &auml;hnlich sieht) feuert auch seine Drumsticks unters Volk, und man schickt sich an zu gehen. Geht aber nicht. Denn die Pf&auml;lzer Meute gibt nicht nach und fordert eine Dreingabe. Aber das ist nicht eingeplant. Die Indianer halten kurzes Kriegspalaver, Scott gestikuliert: komm, einer geht noch. Problem: die Arbeitsger&auml;te sind nicht mehr da, wurden leichtfertig buchst&auml;blich verschleudert. Also schnell Ersatz geschafft, und Scott verk&uuml;ndet: "You are absolutley insane! We don't do encores, this is the first time on the German tour that we do one! Enjoy!" Dann ist vollst&auml;ndiges kollektives Austicken angesagt: schlie&szlig;lich kommen wir doch noch in den Genuss der verloren geglaubten Hymne auf Recht und Ordnung in Megacity. "I Am The Law" wird zur massiven Abrissbirne, die den Abend im Flughafen dann endg&uuml;ltig besiegelt - Dredd rules ok, immer noch. So wie <span class="strong">Anthrax</span> auch, ohne jeden Zweifel. Wir landen wieder sicher, machen uns auf den Heimweg (auch durch Piesenkofen) und f&uuml;hlen uns wie die K&ouml;nige. For all kings eben. Drokk it. Oder wie man hier eher sagt: da legst di nieder.</p>
  84. <p>Der Bericht erscheint auch bei <a href="http://www.kuehleszeug.de">K&uuml;hles Zeug</a>.<br />
  85. </p>
  86. ]]></content></entry><entry>
  87. <title type="html"><![CDATA[ Wacken Open Air 2017 u.a. mit Volbeat &amp; Amon Amarth]]></title>
  88. <link href="http://www.heavyhardes.de/live-677.html" />
  89. <id>http://www.heavyhardes.de/live-677.html</id>
  90. <updated>2017-10-19T18:35:18+02:00</updated>
  91. <published>2017-10-19T18:35:18+02:00</published><content type="html"><![CDATA[ <p><img class="bildrechts" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2017/216 woa_2017.jpg" border="0" alt="Wacken Open Air 2017" /></p>
  92. <p>Es ist die erste Woche im August und das Heavyhardes-Team befindet sich in gewohnter Aufstellung einmal mehr auf der langen Reise von Bayern nach Schleswig-Holstein, wo das Wacken Open Air Metalheads aus aller Welt zusammenbringt. Trotz wirklich unz&auml;hliger Baustellen auf allen betroffenen Autobahnen kommen wir am Mittwoch erstaunlich gut durch, was wohl daran liegt, dass schon seit langem Montag und Dienstag die Hauptanreisetage sind und Mittwoch nur mehr ein paar Nachz&uuml;gler der 75.000 erwarteten Fans eintreffen. So viele d&uuml;rften es wohl heuer mal wieder sein, nachdem die Veranstalter relativ kurz vor dem Event doch noch den Ausverkauf verk&uuml;nden konnten. In den letzten Jahren waren ja alle Tickets bereits 48 Stunden nach Verkaufsbeginn vergriffen und man k&ouml;nnte lange dar&uuml;ber diskutieren, welche Gr&uuml;nde es nun haben mag, warum das dieses Jahr so lange gedauert hat. Manch einer sieht als Ursache den Umstand, dass das Festival in den letzten beiden Jahren nach &uuml;ppigen Regenf&auml;llen quasi im Schlamm versunken ist. Kein gutes Omen! Schlie&szlig;lich hat es die letzten beiden Wochen beinahe st&auml;ndig geregnet, hier im hohen Norden. </p>
  93. <p>Als wir dann am fr&uuml;hen Nachmittag eintreffen, d&uuml;rfen wir feststellen, dass die Zeltpl&auml;tze in erstaunlich gutem Zustand sind - die Veranstalter waren ja so freundlich und haben uns heuer auf unterschiedlichen Pl&auml;tzen einquartiert, nachdem die Akkreditierungen f&uuml;r kleinere Magazine gek&uuml;rzt wurden. Aber egal, es mangelt ja nicht an Orten, wo man sich treffen und verabreden kann. </p>
  94. <p>Der erste dieser Orte ist der Biergarten, wo wir uns alle zur Band Whiskeydick treffen wollen. Zuvor bleibt ein kurzer Rundgang &uuml;ber das Festivalgel&auml;nde, das sich ebenfalls noch erstaunlich gr&uuml;n pr&auml;sentiert, nat&uuml;rlich nicht aus. Irgendwelche Neuerungen gibt es ja jedes Jahr zu entdecken. Meist kursieren hierzu im Vorfeld im Internet die wildesten Ger&uuml;chte! Letztes Jahr beispielsweise war die Rede von einem Riesenrad und heuer gar von einer Seilbahn, welche die Ortschaft mit dem Wacken Center verbinden sollte. Au&szlig;erdem sollten drei gewaltigen Platzhirschen vom J&auml;germeister im Infield stehen! Wie gesagt - alles nur Ger&uuml;chte. Im Gro&szlig;en und Ganzen ist heuer das Meiste beim Alten geblieben. Die drei Hauptb&uuml;hnen im Infield bekamen ein neues Design sowie neue Namen und hei&szlig;en nun Faster, Harder und Louder Stage. Im Infield wurden Drainagen gezogen, um eventuellen Regeng&uuml;ssen besser Herr zu werden, und die Bierst&auml;nde im Infield werden &uuml;ber eine unterirdische Bier-Pipeline mit Nachschub versorgt, wor&uuml;ber im Vorfeld ja viel berichtet wurde. Im Wackinger Village wurden die Wackinger Stage und die Wasteland Stage anders arrangiert und ja, im Infield gibt es wieder den gro&szlig;en Platzhirsch, allerdings nur einen an der Zahl und am selben Ort wie letztes Jahr.</p>
  95. <p><img class="bildlinks" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2017/whiskeydick 2.jpg" border="0" alt="Whiskeydick" /></p>
  96. <p>So far, so good! Sprach einst der Mega-Dave, also begeben wir uns ins Get&uuml;mmel, n&auml;mlich in den Biergarten, wo wir zuerst in der Lemmy-Bar landen, um eine Runde Jacky-Cola auf die Rock-Ikone zu trinken. Im Biergarten selbst geht es erstaunlich entspannt zu und es ist kein Problem bis in die vorderste Reihe vor der Beergarden Stage zu wandern. Gut so, denn es lohnt sich. Mit Fritz und Referend Johnson sitzen dort n&auml;mlich zwei beleibte und schwerst t&auml;towierte Ausnahmemusiker aus Texas auf ihren St&uuml;hlen, die seit einiger Zeit unter dem Namen Whiskeydick musizieren und mit ihrer Show ein erstes kleines Highlight am Rande der gro&szlig;en B&uuml;hnen und internationalen Stars dieses Festivals liefern. Mit nur zwei Gitarren und einem mitrei&szlig;enden Mix aus Southern Rock, Country und Bluegrass haben die beiden Schwergewichte, die hierzulande wirklich nicht oft zu bestaunen sind, den Biergarten schnell auf ihre Seite gezogen. Songs wie "Bastard Sons Of Texas" und "Drunk As Hell" machen ebenso Laune, wie die Coverversionen "Hate &amp; Whiskey" von Nashville Pussy oder "In This River" von Black Label Society. Witzig und alles andere als jugendfrei kommen die Texte daher, die dann von S&auml;nger Fritz mit einem Bassbariton, wie man ihn seit Johnny Cash nicht mehr vernommen hat, derart fabul&ouml;s in Szene gesetzt werden, dass es einem glatt die G&auml;nsehaut aufzieht. Grandioses Finale ist der Song "Fallen Heroes", der in erster Linie Dimebag Darrel von Pantera gewidmet wird.<br />
  97. (Dagger) </p>
  98. <p>Regelrecht geflasht vom gerade Erlebten, das sogleich noch mit einem Whiskey-Cola in Lemmys Bar gew&uuml;rdigt werden musste, begeben wir uns in Richtung Wacken Plaza, wo sich gerade ganz andere Szenen abspielen als eben noch im gem&uuml;tlichen Biergarten. Der Andrang zum riesigen Zelt namens Bullhead City Circus, in dem wie gewohnt die beiden B&uuml;hnen W:E:T Stage und Headbangers Stage untergebracht sind, ist derart gro&szlig;, dass die Securities den Einlass in den Vorbereich dicht machen und hunderte Wartende dumm aus der W&auml;sche schauen. Eine Ma&szlig;nahme, die aber leider notwendig ist, denn das gewaltige Zelt platzt wahrhaft aus allen N&auml;hten!<br />
  99. (Dagger)</p>
  100. <p><img class="bildrechts" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2017/020 ugly kid joe.jpg" border="0" alt="Ugly Kid Joe" /></p>
  101. <p>Doch gut, wenn man einen Pressepass hat und diesen auch zu benutzen wei&szlig;. So gelangen wir also &uuml;ber den Ausgang hinein, wo Ugly Kid Joe fast schon in den letzten Z&uuml;gen ihres Sets liegen. Das Zelt ist wirklich ziemlich voll als "Goddamn Evil" durch die PA schallt und die Menge steil geht. Als n&auml;chstes wird zu Ehren von Lemmy noch "Ace Of Spades" gecovert (das man an diesem Wochenende wohl nicht das letzte Mal zu h&ouml;ren bekommt) ehe "Everything About You" dann auch schon den Schlussstrich zieht. Unter tosendem Beifall wird die Band verabschiedet.<br />
  102. (Ray)</p>
  103. <p>Gleich im Anschluss spielen auf der benachbarten Headbangers Stage die US-Thrash-Veteranen von Annihilator, zu welchem Zweck wir uns auch etwas weiter ins Gedr&auml;nge wagen. Keine gute Idee! Denn der Sauerstoffgehalt in dieser &uuml;berdimensionalen Sardinenb&uuml;chse wird zunehmend geringer, als Jeff Waters und seine Crew mit neuem Songmaterial in ihr Set einsteigen. Sp&auml;testens als mit "W.T.Y.D." ein erster Klassiker vom Meilenstein Alice In Hell vom Stapel gelassen wird, ger&auml;t das Zelt an einen Siedepunkt. Irgendwie kann sich trotz der vorherrschenden Enge sogar ein Circle-Pit vor der B&uuml;hne etablieren, das Gedr&auml;nge wird gr&ouml;&szlig;er und der Sauerstoffgehalt immer kleiner. Als dann mit "Alison Hell" noch einer oben drauf gepackt wird, bin ich schon dabei, mich durch die Reihen in Richtung Frischluft zu pressen. Schade, aber am Ende dieses langen Tages inklusive Anreise ist das dann tats&auml;chlich nichts mehr f&uuml;r mich. Oder ich bin tats&auml;chlich schon zu alt. Durchaus m&ouml;glich, dass das Alter da tats&auml;chlich was damit zu tun hat. Schlie&szlig;lich ist der Ray noch fr&uuml;her aus dem Zelt gefl&uuml;chtet, hehe...<br />
  104. (Dagger)</p>
  105. <p>Da man ohne Presse-Armband zu dieser Zeit keine Chance mehr hat, noch ins Zelt zu kommen, bleibt f&uuml;r alle, die drau&szlig;en bleiben mussten und sich nicht die Beine in den Bauch stehen wollen, schlie&szlig;lich noch die Wackinger Stage als Alternative. Dort spielt ein mittelalterliches Kollektiv namens Irdorath und bedient im Grunde alle Klischees, die die Szene so zu bieten hat. In archaischen Gew&auml;ndern liefern die Herren und eine leicht bekleidete Dame am Dudelsack, die vor allem die Blicke der m&auml;nnlichen Anwesenden auf sich zieht, tanzbare Melodien, die vom zahlreich anwesenden Publikum auch ganz gut angenommen werden. Verglichen mit dem, was sich laut Bericht meiner Kollegen im Zelt gerade abspielt, &auml;hnelt der Auftritt von Irdorath allerdings eher einem gem&uuml;tlichen Kaffeekr&auml;nzchen mit etwas Schunkeln und Klatschen zu angenehmer Musik. (Kaska) (BILD Idorath)</p>
  106. <p><img class="bildlinks" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2017/035 hells belles.jpg" border="0" alt="Hell's Belles" /></p>
  107. <p>Nach dem leicht bekleideten Auftritt von Idorath verweile ich noch ein wenig auf der Wackinger Plaza und geselle mich vor die Wasteland Stage, wo gleich die Show von Lady Kitty's Hell's Belles beginnt. Dabei handelt es sich weniger um einen Musik- als vielmehr um einen Showact. Unter Beifall von den &uuml;berwiegend m&auml;nnlichen Zuschauern werden Choreographien sowie Poledance-Einlagen dargeboten, wobei die Kleidungsst&uuml;cke der Damen nach und nach weniger werden, bis auch fast das letzte St&uuml;ckchen f&auml;llt. F&uuml;r eine Hobbydarstellung ganz gut anzusehen und Respekt an die Damen. Mancher Zuschauer, vor allem die nicht ganz unbeleibten, w&uuml;rdigen das Gesehene mit "Anziehen"-Rufen, was angesichts der selbstdarstellenden K&ouml;rperf&uuml;lle grotesk erscheint.<br />
  108. (Kaska)</p>
  109. <p>Wieder vereint ziehen wir im Anschluss also noch einmal zur&uuml;ck in den Biergarten, wo unter dem Stichwort Berlinalstarz Live Karaoke ein jeder mutige Metalhead seinen pers&ouml;nlichen Hit singen darf und dabei von einer Liveband begleitet wird. Da der Mut bei vielen allerdings erst durch Alkohol erweckt werden musste und man nat&uuml;rlich lieber in der Gruppe als alleine dort oben steht, ger&auml;t das Geh&ouml;rte schnell zur Katzenmusik. Nicht auszuschlie&szlig;en, dass an diesem Abend auch ein paar echte Talente noch den Weg auf die B&uuml;hne finden. Diese bleiben uns aber vorenthalten, da wir nach ein paar H&ouml;rproben dann doch lieber den R&uuml;ckweg zu den Zelten bevorzugen.<br />
  110. (Kaska)</p>
  111. <p>Dieser Weg zur&uuml;ck zum eigenen Zelt f&uuml;hrt erneut an der Wackinger Stage vorbei, wo gerade Versengold als letzter Act des Tages spielen. Der Folk Rock zieht noch einige Fans vor die B&uuml;hne, auch wenn es in den letzten Jahren um diese Zeit immer voller war vor der Wackinger Stage. Aber der Band kann man keinen Vorwurf machen, sie machen ihre Sache einwandfrei. Und so laufen Songs wie "Versengold" oder "Drey Weiber" um diese Zeit noch ordentlich rein und machen Laune. Darauf noch ein Horn Bier und dann ab in die Federn.<br />
  112. (Ray)</p>
  113.  
  114. <p><span class="strong">Donnerstag, 03.08.2017</span></p>
  115. <p>Es d&uuml;rfte etwa fr&uuml;h morgen um 5:00 Uhr sein, als ein leichter Regen einsetzt, der sich dann aber hartn&auml;ckig f&uuml;r die n&auml;chsten drei Stunden h&auml;lt. Besorgniserregend einerseits, aber zu dieser fr&uuml;hen Stunde auch durchaus willkommen! Schlie&szlig;lich kann man nun noch etwas l&auml;nger im Zelt liegen bleiben und relaxen, da sich das mobile Eigenheim nicht bei den ersten Sonnenstrahlen aufheizt und zur Sauna verwandelt. Ehe wir uns wieder ins Get&uuml;mmel st&uuml;rzen, sei noch eine kleine Anekdote erz&auml;hlt, die den "regul&auml;ren" Festivalbesucher zwar nicht betrifft, aber dennoch einen am&uuml;santen Exkurs darstellt. Sie handelt vom kleinen Leid der ach so privilegierten Pressevertreter und lie&szlig;e sich am besten unter dem ZZ-Top-Titel "Waiting For The Bus" platzieren:<br />
  116. Der Zeltplatz f&uuml;r Pressevertreter, VIPs und Musiker kleinerer Bands befindet sich n&auml;mlich recht weit drau&szlig;en, quasi im Outback zwischen den Orten Bokelrehm und Wacken. Je nach Zielpunkt braucht es da schon 20 bis 30 Minuten, um das Festivalgel&auml;nde fu&szlig;l&auml;ufig zu erreichen. Daher wurde ein Bus-Shuttleservice eingerichtet, der bis etwa 15:00 Uhr einen Bus bereitstellt und danach zwei. Da gerade zur Mittagszeit der Andrang an der Haltestelle beim Zeltplatz derma&szlig;en gro&szlig; ist, muss man allerdings damit rechnen, gar keinen Platz im Bus mehr zu bekommen und auf den n&auml;chsten warten zu m&uuml;ssen, was im schlechtesten Fall eine Wartezeit von bis zu 40 Minuten bedeuten kann. Um das zu entzerren d&uuml;rfen beispielsweise Musiker mit "Artist" auf ihrem B&auml;ndchen den Bus nur einmalig benutzen, um zu ihrem Auftritt zu kommen. Sonst m&uuml;ssen sie grunds&auml;tzlich laufen! Aber selbst dieses Laufen ist einem strengen Reglement unterworfen, insbesondere wenn man als Pressevertreter freiwillig den Fu&szlig;marsch in Kauf nimmt, um auch sicher rechtzeitig bei der n&auml;chsten anstehenden Band zu sein. Den k&uuml;rzesten Weg d&uuml;rfen n&auml;mlich nur Personen mit Artist-B&auml;ndchen benutzen, mit Presse-B&auml;ndchen muss man einen weiteren Umweg laufen, darf den kurzen Weg aber wenigstens auf dem R&uuml;ckweg benutzen. Was f&uuml;r die einen also in beide Richtungen begangen werden darf, ist f&uuml;r die anderen eine Einbahnstra&szlig;e. Kompliziert? Eigentlich nicht. Kompliziert wird das ganze erst durch den Faktor X. Der besteht darin, dass die Nutzungsregeln f&uuml;r das &ouml;ffentliche Stra&szlig;en-und Fu&szlig;wegesystem im Tagestakt und je nach Security-Vertreter einer t&auml;glichen &Auml;nderung unterliegen, sodass man im Grunde genommen niemals so genau wissen kann, wie man wohin gelangt und wie lange man daf&uuml;r braucht. Juhu! Wir schalten zur&uuml;ck zu Kaska, die sich einmal mehr im Biergarten eingefunden hat. (Dagger)</p>
  117. <p><img class="bildrechts" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2017/236 the oreillys.jpg" border="0" alt="The O'Reillys" /></p>
  118. <p>Ja, der Biergarten erwies sich schon in den letzten beiden Jahren als sicherer Zufluchtsort f&uuml;r alle, die sich nicht durch den tiefen Modder k&auml;mpfen wollen und er bietet auf der kleinen aber feinen Beergarden Stage zudem manch richtig gute Band. Wie schon letztes Jahr wurden auch heuer wieder The O'Reillys And The Paddyhats f&uuml;r alle vier Festivaltage verpflichtet, um hier f&uuml;r Stimmung zu sorgen und diese Aufgabe meistern die sieben Musikanten auch in diesem Jahr gar vortrefflich! Auf dem Plan stehen freche und rasant vorgetragene Irish-Folk-Punk-Rock-Hymnen, die zum Tanzen und Mitsingen einladen. Dazwischen wird geschickt manch ein Traditional platziert und das Geschehen mit Fahnenschwenkern und einem Steppt&auml;nzer auch optisch aufgep&auml;ppelt. Ab der ersten Nummer "Paddyhats" ist die Stimmung vor der B&uuml;hne ausgezeichnet, die Musiker haben sich hier in Wacken eben schon eine eigene Fangemeinde erspielt. Doch dann passiert es! Nach etwa f&uuml;nf Songs &uuml;berkommt uns aus heiterem Himmel ein Wolkenbruch, wie ihn das W:O:A wohl noch nicht erlebt hat. Binnen zehn Minuten fallen etwa 30 Liter Wasser pro Quadratmeter, wie wir sp&auml;ter auf der Pressekonferenz erfahren sollen, und verwandeln das Festival nun zum dritten Jahr in Folge in ein riesiges Schlamm- und Seenland. Auch die Beergarden Stage steht unter Wasser, der Gig muss abgebrochen werden und vor der B&uuml;hne verbleiben einige Hardliner, die schlie&szlig;lich die R&uuml;ckkehr der Band f&uuml;r ein paar wenige Songs, darunter der Hit "Barrels Of Whiskey", erleben d&uuml;rfen und entsprechend abfeiern.<br />
  119. (Kaska)</p>
  120. <p><img class="bildlinks" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2017/platzregen.jpg" border="0" alt="Platzregen" /></p>
  121. <p>Zur selben Zeit irgendwo im Outback der Campingpl&auml;tze: Ausgerechnet heute entscheide ich mich, nicht besagten Bus zu nehmen und statt dessen den Fu&szlig;marsch &uuml;ber den Campground zu nehmen, um ein paar Eindr&uuml;cke fotografisch festhalten zu k&ouml;nnen. Tja, erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Drittens verdammt schnell. Eben noch kein Tr&ouml;pflein, schon sch&uuml;ttet es aus allen Schleusen, die Petrus mal eben gefunden hat. Dazu ein laues L&uuml;ftlein, so dass der Regen quer daher kommt. Ja, so kennt man das W:O:A. Nach etwa einer Viertelstunde ist das Gr&ouml;bste &uuml;berstanden und der Schreiberling v&ouml;llig durchn&auml;sst. Daher wird kurzfristig umdisponiert und die Zeltb&uuml;hne angesteuert, man(n) will ja nicht, dass einem das Bier bei dem Regen verw&auml;ssert. Auf der W.E.T.-Stage ist eben noch der unausweichliche Mambo Kurt zugange, der sich heute auf die Interpretation nur deutscher Songs konzentriert. So kommen also Rammstein ("Engel), Die &Auml;rzte ("Zu Sp&auml;t") und auch Echt (Du Hast Keine Liebe In Dir") in den Genuss, von der Hammond-Orgel intoniert zu werden. Egal, den Leuten gef&auml;llts, es wird flei&szlig;ig mitgesungen und das Bier schmeckt. (Ray)</p>
  122. <p><img class="bildrechts" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2017/tears for beers 1.jpg" border="0" alt="Tears For Beers" /></p>
  123. <p>Wir schwenken wieder in den Biergarten: Die Looser-Karte haben schlie&szlig;lich die nun folgenden Tears For Beers gezogen. Denn nach Abzug der Paddyhats gleicht der Biergarten tats&auml;chlich einem Waisenhaus und nur ein paar wenige Schaulustige befinden sich noch vor die B&uuml;hne. Schade eigentlich. Denn im Grunde bedienen die &auml;lteren Herren mit ihrem multinationalen Folkrock durchaus dasselbe Klientel wie eben noch die O'Reillys und die Paddyhats. Wenigstens lassen sich die &uuml;brigen Anwesenden nicht lumpen und schwingen zu den fr&ouml;hlichen Nummern unbek&uuml;mmert das Tanzbein inmitten der gro&szlig;en Pf&uuml;tze, die sich nun vor der B&uuml;hne gebildet hat.<br />
  124. (Kaska)</p>
  125. <p><img class="bildlinks" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2017/skyline 2.jpg" border="0" alt="Skyline" /></p>
  126. <p>Zur selben Zeit im Infield m&uuml;ssen auch Skyline, die mal wieder das Treiben auf den beiden Hauptb&uuml;hnen er&ouml;ffnen, gegen das Wetter anspielen. Zwar muss der Auftritt nicht abgebrochen werden, die pl&ouml;tzliche Sintflut lichtet die Reihen vor der B&uuml;hne jedoch arg aus. Daran kann schlie&szlig;lich auch Metal-Sirene Doro Pesch, die schon seit langem irgendwie zum Inventar des W:O:A geh&ouml;rt, nichts &auml;ndern. Gerade als sie mit ihrer Wackenhymne "We Are The Metalheads" in gewohnt euphorischer Manier die restlichen Verbliebenen vor der B&uuml;hne so richtig rocken will, setzt ein neuer Regenschauer ein, womit der Festival-Auftakt im Infield im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser gefallen ist.<br />
  127. (Dagger)</p>
  128. <p><img class="bildrechts" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2017/043 sub dub micromachine.jpg" border="0" alt="Sub Dub Micromachine" /></p>
  129. <p>In guter Erinnerung aus dem letzten W:O:A sind mir Sub Dub Micromachine geblieben, also steuere ich erneut die Wasteland Stage an, wo die Band mit ihrem Industrial Metal f&uuml;r reichlich Resonanz sorgt. Songs wie "Don't Bring Me Down", "Looza" oder "Fly" sprechen dann auch sogleich die Nackenmuskulatur an, die zu zucken beginnt. Die Band hat sichtlich Spa&szlig; und die Fans danken es ihr. So und nicht anders soll das sein.<br />
  130. (Ray)</p>
  131. <p><img class="bildlinks" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2017/071 thundermother.jpg" border="0" alt="Thundermother" /></p>
  132. <p>Dann folgt das erste Highlight des noch jungen Tages, sowohl akustischer als auch optischer Natur. Die schwedischen M&auml;dels von Thundermother beackern die Beergarden Stage und d&uuml;rfen sich &uuml;ber zahlreichen Zuspruch, vor allem m&auml;nnlicher Fans, vor der B&uuml;hne freuen. Ist aber auch kein Wunder bei dem Augen- und Ohrenschmaus. Dass die Schwedinnen nun auf der B&uuml;hne stehen, ist auch keine Selbstverst&auml;ndlichkeit, immerhin hatten Thundermother erst im Januar dieses Jahres eine Auszeit angek&uuml;ndigt. Aber schon kurz danach verabschiedeten sich bis auf Gitarristin Filippa N&auml;sil alle Bandmitglieder. Nun, neu formiert, rocken die M&auml;dels so richtig ab. Mit im Gep&auml;ck haben sie ihre neue Single "We Fight For Rock N Roll", die auch m&auml;chtig Popo tritt und auch aus der Feder einer bestimmten australischen Band mit vier Buchstaben stammen k&ouml;nnte. Sch&ouml;ner, erdiger Heavy Rock, dazu eine Gitarristin, die auch schon mal mit der Bierflasche die Gitarrentabulatur bearbeitet sowie eine S&auml;ngerin, die ordentlich rockt. Da w&auml;re eine Auszeit wirklich fehl am Platz gewesen.<br />
  133. (Ray)</p>
  134. <p><img class="bildrechts" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2017/093 dawn of disease.jpg" border="0" alt="Dawn Of Disease" /></p>
  135. <p>Nach einem kleinen Ewigkeitsmarsch komme ich bei den Zeltb&uuml;hnen an, wo gerade die Osnabr&uuml;cker Dawn Of Disease ihren melodischen Death Metal durch die PA dr&uuml;cken. Der Circle-Pit ist bereits bei einer ordentlichen Drehzahl angelangt, auch wenn das Acting auf der B&uuml;hne etwas statisch anmutet. Egal, den Fans vor der B&uuml;hne gef&auml;llt's und mit "Ascension Gate" gibt es auch einen Song vom neuen, zu diesem Zeitpunkt noch nicht erschienenen gleichnamigen Album. Weiter geht's mit etwas Blast ("Knife Vs. Flesh"), bei dem S&auml;nger Tomasz nur lapidar fordern "Macht was draus...". Gesagt, getan, Auftrag erledigt. Die Halswirbel wieder an die richtige Stelle ger&uuml;ckt und ein Bier geordert.<br />
  136. (Ray)</p>
  137. <p><img class="bildlinks" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2017/136 imperium dekadenz.jpg" border="0" alt="Imperium Dekadenz" /></p>
  138. <p>Diesmal muss ich mich gar nicht so viel bewegen, denn weiter geht's gleich auf der benachbarten W.E.T Stage. Aus dem sch&ouml;nen Schwarzwald kommen die Blackies Imperium Dekadenz und kredenzen uns eine gut abgehangene schwarzmetallische Schlachtplatte. Der Anfang ist noch etwas verhalten langsam, daf&uuml;r aber umso m&auml;chtiger. Die Jungs zeigen, dass ordentlicher Schwarzmetall auch ohne Corpsepaint auskommen kann. Ist aber auch kein Wunder, wenn man Songs wie "Only Fragments Of Light" oder "Pure Nocturnal Rome" mit im Gep&auml;ck hat. Die Fans gehen dezent steil und so ist der Gig schneller wieder vorbei als einem lieb ist.<br />
  139. (Ray)</p>
  140. <p><img class="bildrechts" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2017/146 aborted.jpg" border="0" alt="Aborted" /></p>
  141. <p>Ganz nach dem Motto "Sonne macht albern" verweile ich noch etwas bei den Zeltb&uuml;hnen und lasse mir mal eben gepflegt den Ohrschmalz aus dem Mittelohr h&auml;mmern. Die Belgier Aborted geben sich die Ehre und zerlegen mal eben das Zelt. Dabei d&uuml;rfen sie auch mit der Unterst&uuml;tzung der zahlreichen Anh&auml;nger vor der B&uuml;hne rechnen, die permanent steil gehen. Das macht sich auch am immer geringer werdenden Sauerstoffgehalt bemerkbar, und so zieht es mich dann doch noch nach drau&szlig;en.<br />
  142. (Ray)</p>
  143. <p><img class="bildlinks" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2017/status quo.jpg" border="0" alt="Status Quo" /></p>
  144. <p>Nach kurzem Stop am Zeltplatz um sich f&uuml;r die aufziehende K&auml;lte zu r&uuml;sten und durchn&auml;sste Klamotten auszutauschen, geht es zur&uuml;ck ins Infield, wo mit Status Quo eine der &auml;ltesten noch aktiven Rockbands dieses Planeten ihr Live-Deb&uuml;t gibt. Der k&uuml;rzliche Tod von Gitarrist Rick Parfitt lie&szlig; bef&uuml;rchten, dass der Gig vielleicht nicht zustande kommt, aber dennoch sind sie nun hier und rocken das regnerische Wetter regelrecht hinfort. Ganz im Ernst - zu einer gutgelaunten Band wie Status Quo kann doch eigentlich nur die Sonne scheinen, sind sie doch der Inbegriff f&uuml;r Good-Time-Rock'n'Roll. Genau so passiert es schlie&szlig;lich auch. Die Wolken verkr&uuml;meln sich und die Sonne kommt hervor, so dass zeitlose Klassiker wie "What You're Proposing", "Rockin All Over The World", "Whatever You Want" und insbesondere "In The Army Now" von den mittlerweile massig eingetroffenen Fans brav mitgesungen werden k&ouml;nnen. Unterdessen verwandelt sich der Boden unter unseren F&uuml;&szlig;en dank tausender im Boogie-Rhythmus tanzenden Fans mehr und mehr zum gef&uuml;rchteten Wacken-Schlamm, der Kraft und Ausdauer von uns allen in den n&auml;chsten Tagen noch geh&ouml;rig auf die Probe stellen wird.<br />
  145. (Kaska)</p>
  146. <p><img class="bildrechts" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2017/accept.jpg" border="0" alt="Accept" /></p>
  147. <p>Wir bleiben gleich am Ort des Geschehens und schwenken hin&uuml;ber zur Faster Stage, wo nun ein ganz besonderes Schmankerl auf uns wartet. Accept, Deutschlands wohl &auml;lteste Metal-Institution, hat sich f&uuml;r diese Night To Remember etwas ganz Besonderes &uuml;berlegt, n&auml;mlich einen dreiteiligen Gig, der sich &uuml;ber zwei Stunden Spielzeit erstrecken soll. Los geht's noch recht traditionell mit einigen neuen sowie brandneuen St&uuml;cken vom Album The Rise Of Chaos, das morgen erscheinen wird. Auf die bekannten Riffs "Restless And Wild" fahren die Fans vor der B&uuml;hne nat&uuml;rlich v&ouml;llig ab und das Eis ist erstmal gebrochen (wenn es &uuml;berhaupt jemals eines gegeben hat). Dann f&auml;llt das Backdrop und enth&uuml;llt das Tschechische National Symphony Orchestra. Mit dieser gewaltigen Unterst&uuml;tzung spielen Accept nun in den Sonnenuntergang. Gitarrist und Klassik-Fan Wolf Hoffmann pr&auml;sentiert f&uuml;r etwa eine halbe Stunde Songs von seinem Solo-Album Headbangers Symphony, wo klassische Orchestermusik und bekannte Themen von Mozart, Vivaldi, Beethoven &amp; Co auf treibendes Schlagzeug und schwere Gitarren treffen. Begleitet wird das Ganze von einer tollen Lightshow und kosmischen Szenarien auf der gro&szlig;en Videowall. Dann kehrt endlich S&auml;nger Mark Tornillo auf die B&uuml;hne zur&uuml;ck, um den letzten Part, auf den wir alle schon gewartet haben, einzul&auml;uten. Erst die Riffs von "Princess Of The Dawn", dann der Orchestereinsatz und G&auml;nsehaut ist garantiert. W&auml;hrend eines ausgewogenen Mix aus alten Klassikern und neuen Hits - "Stalingrad" und "Dark Side Of My Heart" machen sich dabei ebenso gut wie "Fast As A Shark", "Breaker" und das gewaltige "Metalheart" - t&uuml;rmen sich in unserem R&uuml;cken immer wieder dunkle Wolken zu bedrohlichen T&uuml;rmen auf. Aber, dem Nordwind sei Dank, das Wetter h&auml;lt und verhilft der sympathischen Band zu einem denkw&uuml;rdigen Auftritt, der nat&uuml;rlich mit "Balls To The Wall" endet.<br />
  148. (Dagger)</p>
  149. <p><img class="bildlinks" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2017/149 null db.jpg" border="0" alt="Null DB" /></p>
  150. <p>Wir machen einen kurzen Abstecher zur Wasteland Stage, wo eben die W&uuml;rzburger Null DB vor einer &uuml;berschaubaren Zahl spielen (was angesichts des musikalischen Schwergewichts auf der Hauptb&uuml;hne auch kein Wunder ist). Vielleicht liegt es auch am abgemischten Sound, aber von Druck bei den Songs kann nicht wirklich die Rede sein, und so kann man die Leute vor der B&uuml;hne eher als Zuschauer denn als Fans bezeichnen. Mein Weg f&uuml;hrt mich jedoch weiter zur Harder-Stage, um den Rest der Heavyhardes-Crew zu treffen.<br />
  151. (Kaska)</p>
  152. <p><img class="bildrechts" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2017/164 volbeat.jpg" border="0" alt="Volbeat" /></p>
  153. <p>Dort hat sich bereits eine ordentliche Menge an Fans versammelt, das komplette Infield ist voll von vorne bis hinten. Gut, erfahrungsgem&auml;&szlig; k&ouml;nnte man am Rande der Menge noch ein gutes St&uuml;ck weit nach vorne kommen, aber da es bereits dunkel ist und man bei dem Modder nicht wei&szlig;, geschweige denn sieht, wohin man tritt, genie&szlig;e ich den Set aus der Ferne. Hat ja schlie&szlig;lich auch was, denn so kann man die Untermalung auf den Videoleinw&auml;nden ebenso verfolgen. Die D&auml;nen von Volbeat haben ihre Setlist weise gew&auml;hlt, so dass f&uuml;r so ziemlich jeden was dabei ist. Den Einstand markiert "The Devil's Bleeding Crown", dem das flotte "Wild Rover Of Hell" folgt. Man merkt Volbeat an, dass sie es inzwischen gewohnt sind, vor einer gro&szlig;en Menge zu spielen, das Set kommt sehr souver&auml;n daher. Nett anzusehen ist auch das Meer an Handydisplays, welches fast das ganze Konzert hindurch zu sehen ist.. da konzentrieren sich wohl einige Anwesende mehr aufs Aufnehmen, statt aufs Abfeiern. Das kann man ganz locker zusammen mit "Lola Montez". Zwischendurch gibt Michael Poulsen auch ein spontanes W:O:A-St&auml;ndchen zum Besten, ehe es im Set weitergeht. Die Melodie vom Johnny-Cash-Klassiker "Ring Of Fire" bildet im Anschluss den Einstand zu "Sad Man's Tongue". Die bereits erw&auml;hnten Videoleinw&auml;nde zeigen &uuml;berwiegend das Geschehen des digitalen Backdrops, die Musiker werden nicht ganz so oft wie erhofft gezeigt. Wenn, dann auch nur im Stile des Covers von Outloaw Gentleman &amp; Shady Ladies, sprich Schwarz-wei&szlig; mit einem Hauch blau. Passt aber als Gesamtbild. Weiter geht's, Schlag auf Schlag. "For Evigt", "Dead But Rising" und "Seal The Deal" d&uuml;rfen nat&uuml;rlich nicht fehlen, ehe sich der Set dann langsam aber sicher - trotz verl&auml;ngerter Spielzeit - dem Ende n&auml;hert. Hier wird es dann nochmal ergreifend, "Goodbye Forever" wird Chris Cornell und Chester Bennington gewidmet, besser h&auml;tte man dies nicht in Szene setzen k&ouml;nnen. Damit bekommt der Song eine geh&ouml;rige Portion Melancholie mit. Dass die D&auml;nen aber auch anders k&ouml;nnen, zeigen sie gleich im Anschluss mit "Evelyn" mit Unterst&uuml;tzung von Barney... eben noch mit Napalm Death auf der Headbangers Stage, nun also bei Volbeat auf der Harder Stage. "Fallen" und "Still Counting" bilden dann den finalen Schlusspunkt unter einem eindrucksvollen Auftritt. Genauso, wie man es von den D&auml;nen auch erwartet. Hat Spa&szlig; gemacht. M&uuml;de geht's es zum Schlummertrunk zur&uuml;ck zum Zelt.<br />
  154. (Ray)</p>
  155.  
  156. <p><span class="strong">Freitag, 4. August 2017</span></p>
  157. <p>Der Freitag empf&auml;ngt uns mit angenehmen Temperaturen und einem Mix aus Sonne und Wolken, wie es im Wetterbericht immer so sch&ouml;n hei&szlig;t. Eigentlich w&auml;re heute gleich um 12:00 Uhr der Gig von Lacuna Coil auf meinem Plan gestanden, aber irgendwie habe ich das zeitlich nicht hinbekommen. Der Gang zum Festivalgel&auml;nde, es ist nun etwa 13:00 Uhr, f&uuml;hrt die Folgen der gestrigen Regenf&auml;lle nun erstmals bei Tageslicht vor Augen. Zum dritten Jahr in Folge versinken gro&szlig;e Teile von Infield, Wacken Center, Metal Markt und Biergarten in mehr als kn&ouml;cheltiefem Schlamm, oder sollte ich besser sagen Pudding, w&auml;hrend Wackinger Village und Wacken Plaza vergleichsweise gut abgetrocknet sind. (BILD 038 WOA_2017)</p>
  158. <p><img class="bildrechts" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2017/sanctuary.jpg" border="0" alt="Sanctuary" /></p>
  159. <p>Nichts desto trotz k&auml;mpfe ich mich durch den Morast, um einen Blick auf Sanctuary zu werfen. Warrel Dane hatte mit der Band Nevermore ja einige mega-erfolgreiche Karrierejahre verbringen k&ouml;nnen, die Resonanz am heutigen Tag auf Sanctuary h&auml;lt sich jedoch arg in Grenzen. Vor der Faster Stage haben sich jedenfalls nur sehr wenige Schaulustige und Fans eingefunden und auch ich verbringe nicht allzu viel Zeit vor der B&uuml;hne. Das progressive Material ist mir zu so fr&uuml;her Stunde einfach einen Tick zu anstrengend, au&szlig;erdem sollte man ja auch nicht zu lange an einem Fleck stehen bleiben, da sonst der Oktopus-Effekt des Wacken-Schlamms einsetzt. Im Ernst, die Saugkraft dieses Modders sollte man nicht untersch&auml;tzen! Die zieht einem glatt die Latschen von der Ferse! Daher begebe ich mich in Richtung H&auml;ndlermeile und Biergarten, wo ich mich mit Kaska verabredet habe.<br />
  160. (Dagger)</p>
  161. <p><img class="bildlinks" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2017/176 clawfinger.jpg" border="0" alt="Clawfinger" /></p>
  162. <p>Selbe Zeit, andere B&uuml;hne. Die Bands, die dieses Jahr die Louder Stage beackern d&uuml;rfen, sind wahrlich nicht zu beneiden. Der Modder steht stellenweise fast knietief und man muss aufpassen, wo man hin latscht, damit einem die Suppe nicht von oben in die - mittlerweile ja zur Standardausstattung geh&ouml;renden - Gummistiefel l&auml;uft. Auch Clawfinger haben mit diesen Umst&auml;nden zu k&auml;mpfen, normalerweise sorgt die Band ja f&uuml;r m&auml;chtig Bewegung vor der jeweiligen B&uuml;hne, aber heute ist Stillstand angesagt. Zak Tell, in einen schicken Testbildschirmanzug gewandet, versucht sein Bestes, aber so richtig Stimmung und Bewegung mag nicht aufkommen. Trotz Songs wie "A Whole Lot Of Nothing", "Rosegrove" oder das zum festen Bestandteil eines jeden Sets geh&ouml;rende "Nigger". Zwischenzeitlich setzt auch wieder Regen ein, der aber nach Zak's Theorie weggeklatscht werden kann... und es funktioniert. Nach "Biggest &amp; The Best" ist dann zwar erstmal Schluss, aber die Zugabe-Rufe werden erh&ouml;rt und "The Price We Pay" wird durch die PA gejagt.<br />
  163. (Ray)</p>
  164. <p>Bedauernswerte Verlierer auf der Biergartenb&uuml;hne scheinen in diesem Jahr die Herren von Tears For Beers zu sein. Wie schon gestern, so peitscht auch heute wieder ein Regenschauer &uuml;ber das Gel&auml;nde. Vor der Beergarden Stage findet man daher eine gro&szlig;e Pf&uuml;tze, aber keine Fans, als die Kieler Band mit Banjo, Akkordeon und Geige nebst der obligatorischen Rock-Instrumente ihren temporeichen Gute-Laune-Folk zum Besten gibt. Aber morgen bekommen die Herren ja noch eine Chance und haben vielleicht mehr Gl&uuml;ck. Verdient h&auml;tte es die sympathische Band auf jeden Fall.<br />
  165. (Kaska)</p>
  166. <p><img class="bildrechts" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2017/grave digger 5.jpg" border="0" alt="Grave Digger" /></p>
  167. <p>Zum Gl&uuml;ck hat der Regen heute nur ein kurzes Gastspiel und wir schwenken vor die Harder Stage. Dass die teutonischen Metaller von Grave Digger mit ihrer Mucke im Moment vielleicht nicht mehr ganz am Puls der Zeit liegen, zeigt der Zuspruch bei ihrem heutigen Konzert. Obwohl sich Chris Boltendahl und seine Mannen ein ganz besonderes Set haben einfallen lassen - gespielt werden Songs der drei kommerziell erfolgreichsten Alben Tunes Of War, Knights Of The Cross und Excalibur - war die Stimmung im Publikum in fr&uuml;heren Jahren einfach besser. Da wurde mitgesungen, was das Zeug h&auml;lt, da konnte man sich von Crowdsurfern zum Teil nicht erretten. Aber gut, vielleicht hat sich ja auch das Publikum ein wenig ge&auml;ndert, ist braver geworden. Vielleicht liegt's am launischen Wetter oder an der fr&uuml;hen Spielzeit. Oder hat sich ein jeder schlichtweg an Ort und Stelle im Schlamm festgesaugt? Man wei&szlig; es nicht. Das Infield hat sich jedenfalls ordentlich gef&uuml;llt, als Grave Digger zun&auml;chst den Titelsong des aktuellen Albums "Healed By Metal" durch die Boxen feuern, ehe die Reise ins Mittelalter beginnt. Boltendahl und Co sind wie immer bestens aufgelegt und schaffen es, die Massen zumindest zum Klatschen und Singen mitzurei&szlig;en. Am Ende darf nat&uuml;rlich "Heavy Metal Breakdown" als unverzichtbares Ritual nicht fehlen. Ein feiner Gig, qualitativ erste Sahne, aber halt irgendwie nicht ganz wie "fr&uuml;her".<br />
  168. (Dagger)</p>
  169. <p>W&auml;hrenddessen sorgen die Baden-W&uuml;rttemberger Kissin' Dynamite auf der Headbangers Stage f&uuml;r reichlich gute Laune. Angesichts Songs wie "Hashtag Your Life" oder "Steel Of Swabia" aber auch kein Wunder, das ist einfach Gute-Laune-Mucke. Die Jungs auf der B&uuml;hne haben ebenso wie die zahlreichen Fans vor der B&uuml;hne m&auml;chtig Spa&szlig; in den Backen und feiern einfach. Es ist ja durch die einschl&auml;gigen Medien gegangen, dass ein paar Fans dieser Truppe sich zu Fu&szlig; vom S&uuml;den unserer Republik bis zum Holy-Wacken-Ground aufgemacht haben. Es wird sogar die heilige Zahl von 666 Meilen angef&uuml;hrt. Eine sch&ouml;ne Geste, dass ebendiese Wandersleute auf die B&uuml;hne geholt werden, um zusammen mit ihren Idolen zu feiern. Da hat sich der Gewaltmarsch ja gelohnt.<br />
  170. (Kaska)</p>
  171. <p><img class="bildlinks" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2017/204 dog eat dog.jpg" border="0" alt="Dog Eat Dog" /></p>
  172. <p>Gleich nebenan geb&uuml;hrt den Jungs von Dog Eat Dog noch vor ihrem Set Respekt. Lt. Info des Ansagers steckten die Jungs so derma&szlig;en im Stau, dass sie gerade mal f&uuml;nf Minuten Zeit zum Aufbau und Soundcheck hatten. Daf&uuml;r aber wirken die Jungs sehr frisch und kein bisschen genervt. Ich f&uuml;r meinen Teil bin gespannt, wie der Crossover mit dem Markenzeichen Saxophon und ordentlichem Rap-Anteil aufgenommen wird. Der Zuspruch vor der B&uuml;hne ist im Grunde schon Antwort genug. Voll isses. Mit "Expect The Unexpected" h&auml;tte man wohl keinen besseren Einstand finden k&ouml;nnen. Teils chillig, teils fordernd pr&auml;sentieren sich Dog Eat Dog, dieser Schlachtruf wird w&auml;hrend des Sets auch geh&ouml;rig vom S&auml;nger mit der wohl extravagantesten Frisur des Festivals zelebriert. "Pull My Finger" darf ebenso wenig fehlen wie wohl der bekannteste Hit der Band. Das Saxophon kommt an den B&uuml;hnenrand und spielt die Melodie zu "Who's The King" und sofort geht das Zelt steil. Ja, so muss das sein. Zum finalen "No Fronts" wird noch zur vokalen Unterst&uuml;tzung der Tourmanager auf die B&uuml;hne geholt, ehe es gleich wieder auf die andere Seite des Zeltes geht.<br />
  173. (Ray)</p>
  174. <p><img class="bildrechts" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2017/213 grand magus.jpg" border="0" alt="Grand Magus" /></p>
  175. <p>Dort beginnen die Schweden Grand Magus mit dem Intro von Conan ihren Set, ehe es in bester Viking Metal-Manier zur Sache geht. JB Christoffersson ist anf&auml;nglich kein Mann gro&szlig;er Worte, braucht er auch nicht, denn er kann die zahlreichen Fans vor der B&uuml;hne allein mit Gesten dirigieren. "I, The Jury" und "Varangian" werden durch die PA geblasen, ehe es die erste Verschnaufpause gibt. Diese wird jedoch genutzt um die Fans abwechselnd "Viking" und "Metal" br&uuml;llen zu lassen, was von nun an immer mal wieder zwischen den Songs zelebiert wird. "Steel vs. Steel" und "Iron Will" d&uuml;rfen nat&uuml;rlich nicht fehlen, ehe es f&uuml;r den Verfasser dieser Zeilen mal wieder nach drau&szlig;en geht, die Lungenfl&uuml;gel &auml;chzen nach Sauerstoff.<br />
  176. (Ray)</p>
  177. <p><img class="bildlinks" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2017/paradise lost 2.jpg" border="0" alt="Paradise Lost" /></p>
  178. <p>Um 18:30 Uhr stehen Paradise Lost auf der Louder Stage und kehren zur&uuml;ck zu ihren musikalischen Wurzeln. Das lie&szlig; sich schon auf dem letzten Album Beneath Broken Earth erahnen und wenn man glaubt, was in der Szene so gemunkelt wird, dann soll das f&uuml;r Anfang September angek&uuml;ndigte Medusa vollends an das gro&szlig;e und Szene-definierende Deb&uuml;t Lost Paradise ankn&uuml;pfen. Einen ersten Geschmack darauf bekommen die Fans beim heutigen Gig, bei dem die Briten neben unumst&ouml;&szlig;lichen Gassenhauern wie dem poppigen "Say Just Words" eben auch richtig z&auml;hen und d&uuml;steren Doom Metal inklusive garstiger Shouts auf ihre zahlreich versammelten Fans los lassen. Das passt zwar nicht unbedingt zum allm&auml;hlich immer freundlicher werdenden Wetter, wie S&auml;nger Nick Holmes selbst zugeben muss, steht aber f&uuml;r die Konsequenz einer sympathischen Band, die w&auml;hrend ihrer Karriere immer wieder Ma&szlig;st&auml;be gesetzt hat.<br />
  179. (Dagger)</p>
  180. <p><img class="bildrechts" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2017/the headcat 2.jpg" border="0" alt="The Headcat" /></p>
  181. <p>Wir schwenken in den Biergarten, wo es um 19:15 Uhr wieder eines jener kleinen Highlights gibt, wie man es am Mittwoch schon mit Whiskey Dick erleben durfte. Die Rede ist von The Headcat, jener Band bei der Lemmy Kilmister einst seine Liebe zu unverf&auml;lschtem, dreckigen Rock'n'Roll auslebte. Seine Mitstreiter Slim Jim Phantom und Danny B. Harvey haben das Trio mit Ex-Morbid-Angel-Frontmann David Vincet am Mikro wieder komplett gemacht und rocken nun den Biergarten, dass die Schwarte kracht. Die Stimmung vor der kleinen B&uuml;hne k&ouml;nnte besser nicht sein, die zum kleinen Teich heran gewachsene Pf&uuml;tze vor der B&uuml;hne wird von einigen Fans zum Baden und Tanzen hergenommen und &uuml;berall sieht man Metalheads zum lockeren Rock'n'Roll der Band auf der Stelle tanzen. Den Song "Born To Loose, Lived To Win" widmen die alten Recken ihrem verstorbenen Frontmann und kommen ganz ohne Cover dann eben doch nicht aus. "Please Don't Touchen", das Mot&ouml;rhead einst mit Girlschool eingespielt haben, wird von den Fans sofort erkannt und mitgesungen. Auch Black Sabbaths "War Pigs" macht in Rock'n'Roll richtig Spa&szlig;, wobei man aber nicht vergessen darf, dass The Headcat auch wunderbare eigene Lieder schreiben und mit David Vincent ein ideales Sprachrohr gefunden haben.<br />
  182. (Kaska)</p>
  183. <p>Im Anschluss daran erscheinen einmal mehr The O'Reillys And The Paddyhats im Biergarten und locken noch mehr G&auml;ste vor die B&uuml;hne als eben noch The Headcat. Heute kommen die Wahl-Iren zum Gl&uuml;ck mit einem leichten Nieselregen davon, so dass dem kompletten Gig nichts im Wege steht. Geschickt platzieren die Musiker das allseits bekannte "Whiskey In The Jar" recht weit vorne im Set. An diesem Punkt ist auch der letzte Musikmuffel mitgerissen und man darf erleben, warum die Veranstalter diese Band f&uuml;r alle vier Festivaltage engagiert haben.<br />
  184. (Kaska)</p>
  185. <p><img class="bildlinks" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2017/emperor 1.jpg" border="0" alt="Emperor" /></p>
  186. <p>Mit Black Metal auf einer der beiden Hauptb&uuml;hnen war das in der Vergangenheit beim W:O:A so eine Sache. Meistens war der Sound derma&szlig;en daneben, dass man von den Konzerten nicht allzu viel hatte. Drum stehe ich auch mit gemischten Gef&uuml;hlen um 21:30 Uhr vor der Faster Stage. Die Vorfreude ist dennoch gro&szlig;! Denn zu h&ouml;ren gibt es heute vor spektakul&auml;rem Abendhimmel Anthems To The Welkin At Dusk, das gro&szlig;e Meisterwerk einer Band, die ihrer Zeit stets mindestens einen Schritt voraus war. Die Rede ist nat&uuml;rlich von den norwegischen Black-Metal-Pionieren Emperor, die sich f&uuml;r ein exklusives Konzert in Wacken eingefunden haben. Nach atmosph&auml;rischem Intro steigen die Musiker brachial mit "Ye Entrancempyrium" in ihr Set, das Anthems zu dessen 20. Geburtstag in voller L&auml;nge und korrekter Reihenfolge wiedergibt. Dem Deibl sei Dank - der Sound sitzt, auch wenn die Gitarren einen Tick h&auml;tten lauter abgemischt sein k&ouml;nnten. Aber das st&ouml;rt wenig. Denn was ein stimmlich gereifter Ihsahn und seine Mannen hier abfeuern, scheint schon von einem anderen Planeten. Trotz h&ouml;chster Geschwindigkeit arbeiten die Norweger mit der Pr&auml;zision eines Schweizer Uhrwerks! Zwar gibt es auf der r&uuml;ckseitigen Videowall keine aufregenden Bilder, sondern stets nur das Motiv mit dem reitenden Sensenmann unter dem Bandlogo, daf&uuml;r wird an Pyro-Effekten nicht gespart, w&auml;hrend sich der Aktionsradius der Musiker selbst in schwarzmetallischer Tradition auf ein Minimum beschr&auml;nkt. Nach vollbrachtem Werk legen Emperor quasi als Bonbon noch "Curse You Alle Men", "I am The Black Wizards" und nat&uuml;rlich "Inno A Satana" oben drauf. Das Highlight des Konzerts war aber zweifelsfrei die meisterlich vorgetragene Hymne "With Strength I Burn", bei der auch die Fans zum Mitsingen eingeladen wurden.<br />
  187. (Dagger)</p>
  188. <p><img class="bildrechts" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2017/245 stahlmann.jpg" border="0" alt="Stahlmann" /></p>
  189. <p>W&auml;hrenddessen haben sich zahlreiche Anh&auml;nger industriallastiger Kl&auml;nge vor der Wasteland Stage eingefunden, wo die G&ouml;ttinger Stahlmann, optisch ebenfalls bestens untermalt, gute Laune sorgen. Wenn man das denn &uuml;berhaupt so sagen darf. Dieser Sound passt hier perfekt ins Wasteland-Ambiente und so sorgen "Bastard" oder "Adrenalin" f&uuml;r stetig nickende K&ouml;pfe, auch wenn anf&auml;nglich die Vocals deutlich zu leise durch die Lautsprecher kommen. Daf&uuml;r ist weiter hinten der Sound umso bass-lastiger. Naja... S&auml;nger Martin sorgt hin und wieder zwischen den Songs mit seinen eindeutig zweideutigen Ansagen f&uuml;r den ein oder anderen Grinser, w&auml;hrend &uuml;ber und neben der B&uuml;hne reichlich Flammenwerfer im Einsatz sind und die Nacht zum Tag machen.<br />
  190. (Kaska)</p>
  191. <p>23:00 Uhr. Zeit f&uuml;r den Headliner des heutigen Abends und der h&ouml;rt auf den Namen Megadeth! Als Intro l&auml;uft auf der Videowall ein cooles Filmchen, bei dem das Bandlogo aus gro&szlig;en Metallteilen von Maschinen zusammengeschwei&szlig;t wird. Mit einem Knall st&uuml;rmen dann Dave Mustaine und seine Mannen auf die B&uuml;hne und pr&auml;sentieren nach "Hangar 18" eine ausgewogene Mischung aus alten und neuen Songs. Zu beeindruckender Lightshow erleben wir zu einem m&ouml;rderm&auml;&szlig;igen Sound Gitarrenakrobatik par excellence! Dabei knurrt kein anderer beim Singen so sch&ouml;n wie Knurrhahn Dave Mustaine. Gerade bei "Sweating Bullets" wird dieser eigenwillige Vortragsstil derart ad absurdum getrieben, dass es schon beinahe etwas Kom&ouml;diantisches hat. Ja, ein cooler Hund ist er irgendwie schon, der Dave. Ganz egal, was manch Unkenrufer &uuml;ber ihn sagt. Wenn er dann wie ein Lausbub mit verschmitztem L&auml;cheln immer wieder das Publikum be&auml;ugt, kommt der Lockenkopf einfach sympathisch r&uuml;ber. F&uuml;r das Finale haben sich Megadeth nat&uuml;rlich ein paar ganz besondere Hits aufgespart - mit Genre-Klassikern wie "Symphony For Destruction", "Peace Sells" und "Holy Wars" endet eine feine Lehrstunde in Sachen Thrash Metal!<br />
  192. (Dagger)</p>
  193. <p><img class="bildlinks" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2017/250 skalmold.jpg" border="0" alt="Skalm&ouml;ld" /></p>
  194. <p>Zeitgleich schlendere ich an der Wackinger Stage vorbei, wo sich der Sound zugegebenerma&szlig;en aus der Entfernung arg schr&auml;g anh&ouml;rt. Doch je n&auml;her man (also ich) kommt, desto klarer und fesselnder wird der Sound. Schon haben mich die Isl&auml;nder Skalm&ouml;ld in ihren Bann gezogen. Schnell wird klar, das einzige, was hier z&auml;hlt, ist die Musik. Kein Dresscode, keine aufw&auml;ndige Gewandung, einfach ein paar M&auml;nner und ihre Gitarren. Der Pagan-Folk-Metal zieht auch reichlich Publikum, was angesichts der packenden Melodien und der m&auml;chtigen, mehrstimmigen Ch&ouml;re auch kein Wunder ist. Die Jungs haben sichtlich Spa&szlig; auf der B&uuml;hne, das merkt man am stetigen Grinsen. Definitiv eine Band, deren CDs noch in meiner Sammlung fehlen. Dieses Manko muss behoben werden.<br />
  195. (Ray)</p>
  196. <p>Ganz spa&szlig;ig wird es danach auf der Faster-Stage, wo sich Marilyn Manson die Ehre gibt oder vielmehr geben soll. Eines gleich mal vorweg: dieser Gig wird wohl in die Geschichte des W:O:A eingehen, denn wohl noch nie wurde bereits w&auml;hrend des Sets so &uuml;ber einen Gig auf den einschl&auml;gigen Medien abgezogen... doch der Reihe nach. Da das Infield zu diesem Zeitpunkt noch voll ist (das sollte sich aber schnell &auml;ndern), suche ich mir einen Platz weiter hinten mit gutem Blick auf die B&uuml;hne. H&auml;tte ich mir aber auch sparen k&ouml;nnen, denn au&szlig;er Nebel ist erstmal rein gar nix zu sehen. Das Intro ert&ouml;nt... das Intro verstummt. Nix passiert, die B&uuml;hne bleibt dunkel. Das n&auml;chste "Intro" ert&ouml;nt... und verstummt ebenfalls, ohne dass was passiert. Gute 15 Minuten nach den ersten Introkl&auml;ngen wird dann auch mal auf der B&uuml;hne das Licht eingeschaltet, so sieht man nun wenigstens roten Nebel. Die Band kann man nun trotz des ersten Songs nicht mal erahnen. Langsam, gegen Ende von "Revelation #12" lichtet sich der Nebel immerhin etwas und gibt den Blick frei auf das eigenwillige B&uuml;hnendesign: das Schlagzeug wurde rechts platziert, damit mittig ein riesiger Thronsessel Platz hat, auf dem sich Mister Manson gen&uuml;sslich r&auml;keln kann. Danach ist erst einmal wieder Schluss. Eine minutenlange Pause folgt, ehe "This Is The New Shit" folgt. Bereits zu diesem Zeitpunkt haben nicht wenige die Nase voll und str&ouml;men in Richtung Ausgang. Dumm nur, dass eben dieser von zahlreichen anderen Fans mit Blick auf die Stage verstopft ist. So stecken so ziemlich alle Ausgangswillige im kn&ouml;cheltiefen Schlamm fest, ohne vor oder zur&uuml;ck zu kommen. Der aufmerksame Beobachter hat zu diesem Zeitpunkt an den Gesichtern gemerkt, dass die Stimmung langsam aber sicher am Kippen ist. Kurzerhand wurden die Gitter, die den Einlass begrenzen, von den Fans zerlegt, so dass die aufgestaute Menge abflie&szlig;en kann. Gut so, denn viel h&auml;tte nicht mehr gefehlt... W&auml;hrenddessen ist auf der B&uuml;hne wieder einmal Schluss mit einem Song und Pause ist angesagt. Sorry, aber dieses Rockstargehabe geht nicht nur mir geh&ouml;rig auf den Senkel, zumal der Manson auch qualitativ keine gute Leistung erbringt, wenn er denn &uuml;berhaupt mal was von sich gibt.. Da g&ouml;nne ich mir lieber ein Gutenachtbierchen im Basislager.<br />
  197. (Ray)</p>
  198.  
  199. <p><span class="strong">Samstag, 5. August 2017</span></p>
  200. <p>An diesem letzten Tag  erwartet uns das, was man wohl als ideales Festivalwetter bezeichnen kann: angenehme Temperaturen, immer etwas Wolken vor der Sonne und kein Regen. Selbst der Schlamm beginnt allm&auml;hlich abzutrocknen. Daher tr&ouml;deln wir auch nicht l&auml;nger am Zeltplatz rum und machen uns fr&uuml;h genug auf den Weg, um p&uuml;nktlich um 12:00 Uhr am Ort des Geschehens zu sein. Auf den Bus verlassen wir uns dabei &uuml;brigens ein weiteres Mal nicht! (BILD 181 WOA_2017)</p>
  201. <p><img class="bildrechts" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2017/rage 2.jpg" border="0" alt="Rage" /></p>
  202. <p>Den Tag auf der Louder Stage er&ouml;ffnen heute Rage und demonstrieren, wie sich guter alter Speed Metal anh&ouml;ren muss. F&uuml;r sein neues Line-Up h&auml;tte Band-Boss Peavy Wagner keinen besseren Griff machen k&ouml;nnen als mit den beiden S&uuml;dl&auml;ndern Marcos Rodriguez und Vasillos Maniatopoulos. Rage klingt durch deren Beitrag wie nach einer Verj&uuml;ngungskur! Das bewies bereits das letzte Album The Devil Strikes Again, von dem es zu Beginn gleich mal ein paar Songs auf die M&uuml;tze gibt. Auch von der brandneuen Scheibe Seasons Of Black gibt es neben dem Titeltrack noch "Blackened Karma" zu h&ouml;ren, welche beide selbst neben alten Klassikern wie "Black In Mind" eine ausgesprochen gute Figur machen und von den zahlreich anwesenden Fans auch sauber abgefeiert werden. Die Chemie innerhalb der neuen Truppe passt einfach - das zeigt schon der sichtliche Spa&szlig;, mit dem alle Beteiligten auf der B&uuml;hne an die Arbeit gehen. Am Ende ist dann das Publikum gefragt - nun hei&szlig;t es "Higher Than The Sky" so laut wie m&ouml;glich mitzusingen. Schlie&szlig;lich steht Gitarrist Marcos im Rampenlicht, der sich als ausgezeichneter Metal-S&auml;nger erweist, wenn er Dios "Holy Diver" zum Besten gibt. Nach so einem genialen Auftakt muss der letzte Festivaltag einfach gut werden!<br />
  203. (Dagger)</p>
  204. <p><img class="bildlinks" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2017/264 possessed.jpg" border="0" alt="Possessed" /></p>
  205. <p>Zeitgleich locken auf der Faster Stage Possessed eine relativ &uuml;berschaubare Menge an Metalheads vor die B&uuml;hne. Schade, denn die Amis legen sich ordentlich ins Zeug. Trotz ihrer nur zwei Alben genie&szlig;t die Band um Jeff Becerra einfach Kult-Status, den sie sich aber nicht anmerken lassen. Jedenfalls sind "Swing Of The Axe", "Tribulation" oder "Death Metal" ein gutes Mittel, um sich den morgendlichen Kater aus dem Kleinhirn h&auml;mmern zu lassen. Jeff genie&szlig;t den Auftritt, was man am Dauergrinsen gut erkennen kann. Da l&auml;sst der erste Moshpit des noch jungen Tages nicht lange auf sich warten.<br />
  206. (Ray)</p>
  207. <p><img class="bildrechts" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2017/blaas of glory 1.jpg" border="0" alt="Blaas Of Glory" /></p>
  208. <p>Auch im Biergarten ist die Stimmung gut. Das Bier flie&szlig;t bereits in rauen Mengen und auf der B&uuml;hne stehen die niederl&auml;ndischen Blaas Of Glory. Manch einer mag diese neunk&ouml;pfige Kapelle aus den letzten Jahren als Walking Act kennen, die im Grunde &uuml;berall haben &uuml;berraschend auftauchen k&ouml;nnen. Heuer wurde die bunte Truppe jedoch quasi als station&auml;re Band f&uuml;r die Beergarden Stage verpflichtet und macht auch hier eine ausgezeichnete Figur, wenn sie alle m&ouml;glichen Metal-Hits durch den Polka-Fleischwolf dreht. Dazwischen tragen witzige Ansagen in gebrochenem Deutsch und allerhand Bl&ouml;deleien zur guten Stimmung vor der B&uuml;hne bei. Die n&auml;chste Halbe bitte!<br />
  209. (Kaska)</p>
  210. <p>Um 13:00 Uhr str&ouml;men die Festivalbesucher in Massen ins Infield und vor die Harder Stage, wo nun Beyond The Black ihren Auftritt absolvieren d&uuml;rfen. Es ist schon irre, was diese junge Band f&uuml;r einen Senkrechtstart hinlegt! 2014 beim Nachwuchswettbewerb in Wacken entdeckt, hat die Band um S&auml;ngerin Jennifer Haben mittlerweile zwei erfolgreiche Alben am Start, letztes Jahr spielten sie hier auf der Party Stage und heuer nun auf einer der beiden Hauptb&uuml;hnen! Und es funktioniert! Der Raum vor der Harder Stage ist pr&auml;chtig gef&uuml;llt! Gut, wenn man dann lesen muss, dass k&uuml;rzlich gro&szlig;e Teile der Band mal eben ausgetauscht wurden, hat man schon das Gef&uuml;hl, dass hinter dieser Combo eine kommerzielle Maschinerie l&auml;uft, aber das soll an dieser Stelle nicht ins Gewicht fallen. Mit Hits der Marke "Written In Blood" oder "In The Shadows" am Start, ist beste Unterhaltung garantiert. Die noch junge Jennifer Haben erweist sich als talentierte Frontfrau, die sich selbst gut in Szene setzt und mit den gro&szlig;en Frauenstimmen der Metalwelt auch locker mithalten kann. Lediglich das arg schmalzige Cover der Mot&ouml;rhead-Ballade "Love Me Forever" st&ouml;&szlig;t mir etwas auf.<br />
  211. (Dagger)</p>
  212. <p><img class="bildlinks" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2017/268 kaerbholz.jpg" border="0" alt="K&auml;rbholz" /></p>
  213. <p>Im Zelt vor der Headbangers Stage ist es voll geworden als K&auml;rbholz ihren Set mit der "&Uuml;berdosis Leben" mehr als positiv gestimmt beginnen. Die Meute vor der B&uuml;hne singt den Text locker und vor allem textsicher mit, was die Jungs noch mehr pusht. "Da Ist Noch Leben Drin" schallt es gleich aus der PA und einigen hundert Kehlen. Die Jungs sind einfach mega sympathisch und haben das Zelt von der ersten Sekunde an in der Hand. Mit etwas Melancholie wird "Das Hier Ist Ewig" zelebriert, ehe die eigene Herkunft mit "Kind Aus Hinterwald" besungen wird. Hierzu gesellt sich noch Jessy und ihre Geige von den Paddyhats zu den Jungs, eine feine Sache. Das obligatorische Spiel "wir setzen uns alle hin und springen gleichzeitig auf" wird noch um die Komponente "und werfen allen M&uuml;ll nach vorne, den wir so am Boden finden" erweitert. Schon h&uuml;bsch anzusehen, was so alles durch die Gegend fliegt. Mit "Feuerr&auml;der" ist dann auch schon fast wieder Schluss, "Evolution Umsonst" bildet das Finale eines schwei&szlig;treibenden Sets, der mehr als nur Spa&szlig; gemacht hat. K&auml;rbholz verspr&uuml;hen einfach eine positive Energie, die nicht selbstverst&auml;ndlich ist.<br />
  214. (Ray)</p>
  215. <p><img class="bildrechts" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2017/mr irish bastard 1.jpg" border="0" alt="Mr Irish Bastard" /></p>
  216. <p>Wir schwenken mal r&uuml;ber ins Wackinger Village und zur Wackinger Stage. Wenn einem The O'Reillys And The Paddyhats und Tears For Beers dr&uuml;ben im Biergarten bislang noch nicht genug Irish Folk Rock serviert haben, dann steht man nun, um 16:30 Uhr, hier n&auml;mlich genau richtig. Mr. Irish Bastard liefert mit seiner spa&szlig;igen und turbulenten Mucke schlie&szlig;lich genau das richtige Futter f&uuml;r Fans von Dropkick Murphys oder Fiddler's Green. So dauert es auch nicht lange, bis das Volk vor der B&uuml;hne zu tanzen beginnt. Mitsingen sollen wir au&szlig;erdem, was nach kurzer Anleitung von Frontmann The Irish Bastard auch prima funktioniert. Ist bei Songs wie "Ballad Of A Workshy Man" oder "Fuck You, My Darling" auch keine allzu gro&szlig;e Kunst. Bei Letzterem lassen sich einige &Uuml;berm&uuml;tige vor der B&uuml;hne sogar zu einem kleinen Moshpit hinrei&szlig;en! Schlie&szlig;lich erlebt der Gig seinen H&ouml;hepunkt beim finalen "I Hope They Sell Beer In Hell", zu dessen witzigen Versen noch ein letztes Mal so richtig getanzt und gesungen wird.<br />
  217. (Kaska)</p>
  218. <p><img class="bildlinks" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2017/orange goblin 2.jpg" border="0" alt="Orange Goblin" /></p>
  219. <p>Wer auf Horrorfilme und deftige M&auml;nner-Musik steht, der ist um 16:40 Uhr im Bullhead City Circus vor der W:E:T Stage bestens aufgehoben. Hier feiern n&auml;mlich die britischen Stoner-Rocker Orange Goblin ihr 20-j&auml;hriges Bandbestehen und versprechen Songs aus allen Schaffensphasen. Zugegeben - Stoner Rock ist vielleicht eine etwas vage Klassifizierung. Schlie&szlig;lich haben die Goblins mit einem Faible f&uuml;r alte Horrorfilme von ihren psychodelischen Anf&auml;ngen bis hin zum Mot&ouml;rhead-m&auml;&szlig;igen Rotz-Rock der letzten beiden Alben schon einige musikalische Phasen durchlaufen. Das Zelt f&uuml;llt sich mehr und mehr, als die Band loslegt und der wirklich riesenhafte Frontmann Ben Ward mit "The Filthy &amp; The Few" einen derben Nackenbrecher zum Einstieg anstimmt. Routiniert f&uuml;hrt der H&uuml;ne nun durch ein Set, das mit "They Come Back" seinen zweifelsfreien H&ouml;hepunkt erreicht. Schlie&szlig;lich fordert Mr. Ward das Publikum nun auf, mittig vor der Stage eine Gasse zu bilden. Wir kennen dieses Spielchen - es folgt die Wall of Death, von der ich dachte, dass sie in Wacken verboten worden w&auml;re, und m&uuml;ndet in einem amtlichen Moshpit. Mit "Red Tide Rising" endet ein vor Adrenalin nur so strotzender Auftritt, bei dem alle Alben der Band ber&uuml;cksichtigt wurden.<br />
  220. (Dagger)</p>
  221. <p><img class="bildrechts" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2017/299 haematom.jpg" border="0" alt="H&auml;matom" /></p>
  222. <p>Vor der Louder Stage hat sich eine ordentliche Menge versammelt, als H&auml;matom selbstredend mit "Wir Sind Gott" in ihren Set einsteigen. Es ist immer wieder erstaunlich, wie sich die Band seit ihrer Gr&uuml;ndung entwickelt hat, quasi vom Kinderlied zum Nackenbrecher. Die Menge geht begeistert mit, zumindest was der Boden so hergibt. Denn im Gegensatz zur Wackinger Plaza (vollst&auml;ndig abgetrocknet) und zum restlichen Infield (fast trocken) steht hier vor der Louder Stage der Modder noch recht hoch, was die Bewegungsfreiheit doch arg einschr&auml;nkt. Aber egal, die Band feuert einen Hit nach dem anderen ab, "All U Need Is Love", "Made In Germany" oder auch "Auge Um Auge", bei dem auch mittels Kanone T-Shirts in die Menge gefeuert werden. Nach und nach kommen auch Pyros zum Einsatz und unterstreichen die Songs optisch. Zwischendurch meint S&auml;nger Nord "ich wei&szlig; nicht, wer gerade auf der Hauptb&uuml;hne spielt (es sind Powerwolf, deren Sound immer mal wieder zur Louder Stage her&uuml;ber schwappt - Ray), und es ist auch schei&szlig;egal. Und euch wohl auch, sonst w&auml;rt ihr nicht hier und das find ich geil!!!". Stimmt! Den H&ouml;hepunkt bietet das finale "Leck Mich!", bei dem auch die geforderten Mittelfinger zu tausenden in die Luft gestreckt werden. So sch&ouml;n kann Frustbew&auml;ltigung sein.<br />
  223. (Ray)</p>
  224. <p><img class="bildlinks" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2017/alice cooper 1.jpg" border="0" alt="Alice Cooper" /></p>
  225. <p>So allm&auml;hlich neigt sich das Wacken Open Air seinem Ende, doch zuvor gibt es noch einmal das Infield zu besuchen, wo nun Alice Cooper auf dem Plan steht und mit ihm Rock-Klassiker aus viereinhalb Jahrzehnten! Der Altmeister startet seinen Gig mit dem deftigen St&uuml;ck "Brutal Planet", ehe er sich auf eine Zeitreise durch all die Jahre seines Schaffens begibt. Wer den Altmeister kennt, der wei&szlig;, dass man neben den erstklassigen Songs auch optisch mit allerhand Showeinlagen rechnen darf. Hier unterscheidet sich der Gig im Grunde wenig von Coopers letztem Besuch in Wacken anno 2013. Zu "Feed My Frankestein" mutiert der Shock-Rocker zum riesigen Monster, er spielt mit Puppen zu "Only Women Bleed" und muss sich zur "Ballad Of Dwight Fry" von einer boshaften Krankenschwester maltr&auml;tieren lassen. Als er diese dann versucht zu meucheln und bei frischer Tat ertappt wird, folgt zu "I Love The Dead" die obligatorische Hinrichtung auf der Guillotine. Dass das Publikum zum Radio-Hit "Poison" am steilsten geht muss im Grunde nicht erw&auml;hnt werden, sehr wohl aber die brillante Leistung von Coopers Band. Das sind wirklich ausnahmslos erstklassige Musiker und jeder f&uuml;r sich ein fabelhafter Entertainer. Besonders Gitarristin Nita Strauss, die manch einer von der Coverband The Iron Maidens kennen mag, zieht die Blicke Tausender auf sich, wenn sie wie ein wilder Derwisch &uuml;ber die B&uuml;hne wirbelt und in allen nur erdenklichen Posen in die Saiten greift. Am Ende stehen erwartungsgem&auml;&szlig; "I'm Eighteen" und "School's Out", zu welchem riesige Luftb&auml;lle &uuml;ber die Menschenmassen wandern, w&auml;hrend Luftblasen &uuml;ber die B&uuml;hne wehen. Mit den Worten "This one is for Lemmy" k&uuml;ndigt Alice Cooper den letzten Song an, dessen Lyrics vorwiegend von Bassist Chuck Garric &uuml;bernommen werden: "Ace Of Spades"! Wem hier nicht die G&auml;nsehaut &uuml;ber den R&uuml;cken l&auml;uft, dem ist nicht mehr zu helfen! Ein perfektes Konzert, von dem sich ein gewisser Marilyn Manson nur eine dicke fette Scheibe runter schneiden kann.<br />
  226. (Dagger)</p>
  227. <p><img class="bildrechts" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2017/316 wolfheart.jpg" border="0" alt="Wolfheart" /></p>
  228. <p>W&auml;hrend auf der Harder Stage die gro&szlig;e Show (v&ouml;llig wertfrei gemeint) abgezogen wird, hei&szlig;t es auf der Wackinger Stage: nur die Musik z&auml;hlt. Finnen sind wohl keine Freunde gro&szlig;er Worte und auch Wolfheart machen da keine Ausnahme. Brauchen sie auch nicht, denn der Mix aus Viking und Death Metal steht f&uuml;r sich. Wenn der Soundmann ihn denn l&auml;sst. Anf&auml;nglich hat der Mann an den Kn&ouml;pfen und Reglern doch seine arge Probleme, einen ordentlichen Sound durch die Boxen zu bekommen, ich w&uuml;rde sogar behaupten, der erste Song kommt &uuml;berwiegend nur durch die Monitorboxen, die Gitarren sind kaum zu h&ouml;ren, daf&uuml;r &uuml;bert&ouml;nen die Keys alles. Danach sind die Vocals zu laut... mit der Zeit hat der Typ jedoch den Dreh raus und einer restlichen epischen halben Stunde steht nix mehr im Wege. F&uuml;r einen Gastauftritt kommt noch der S&auml;nger von From The Void auf die B&uuml;hne, der sich aber eher im Hintergrund h&auml;lt. Ein Wunder, dass er mit dem Geweih auf dem Kopf &uuml;berhaupt durch den niedrigen B&uuml;hneneingang gekommen ist.<br />
  229. (Ray).</p>
  230. <p><img class="bildlinks" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2017/334 taina.jpg" border="0" alt="Taina" /></p>
  231. <p>Gleich im Anschluss stehen auf der Wasteland Stage die Industrial Rocker von Taina f&uuml;r ihren Gig bereit. Die sehr an Rammstein erinnernde Mucke kann jedoch - wohl auch angesichts der musikalischen Schwergewichter auf der Mainstage - nur eine sehr &uuml;berschaubare Zahl an Fans bzw. Zuschauern vor die B&uuml;hne locken. An der Musik mag es nicht liegen, denn die l&auml;uft gut rein. Vielleicht wohnten dem vorherigen Gig (Taina bestreiten an diesem WE bereits ihren zweiten Auftritt) ja mehr Leute bei? Egal. Die, die da sind, haben ihren Spa&szlig;, wenigstens gibt es kein Gedr&auml;nge um die besten Pl&auml;tze.<br />
  232. (Kaska)</p>
  233. <p><img class="bildrechts" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2017/amon amarth 2.jpg" border="0" alt="Amon Amarth" /></p>
  234. <p>20:30 Uhr. Faster Stage. Amon Amarth. F&uuml;r das Heavyhardes-Team sollen die Schweden die letzte Station des diesj&auml;hrigen W:O:A sein, denn gleich im Anschluss werden wir uns auf die Heimreise begeben. Aber noch ist es nicht so weit! Als der Vorhang f&auml;llt, sticht sofort der B&uuml;hnenaufbau in die Augen: Das Schlagzeug wurde auf einem riesigen Wikingerhelm mit aufgebrochener Spitze positioniert und macht richtig was her. Dann die ersten T&ouml;ne vom Klassiker "Pursuit Of The Vikings", dessen markantes Riff sofort von den Fans mitgesungen wird. Frontmann Johann Hegg st&uuml;rmt mit bekanntem Grinsen im Gesicht die B&uuml;hne und ab geht die Post. Mit ihrem b&auml;renst&auml;rken Album Jomsviking im R&uuml;cken zeigen uns die Wahlwikinger zu dickem Sound und Feuerfontainen, dass eine Death-Metal-Band durchaus im Stande ist, ein solch gro&szlig;es Festival wie das W:O:A zu co-headlinen. Neben neuen Gassenhauern, wie "First Kill" und "Way Of Vikings" lassen auch &auml;ltere &Uuml;berhits der Marke "Cry Of The Blackbirds" und "Death In Fire" nicht lange auf sich warten. Dazu kommen Showeinlagen von k&auml;mpfenden Wikingern oder einer beeindruckend gestylten Walk&uuml;re, die geisterhaft &uuml;ber die Bretter schleicht. Endlich geschieht das, was mir auf dem W:O:A bislang abgegangen ist: ein Crowdsurfer nach dem anderen wird von den dicht an dicht stehenden Fans nun in Richtung B&uuml;hne geschwemmt. Die Stimmung k&ouml;nnte besser nicht sein! Schlie&szlig;lich steuert Doro Pesch zum Song "A Dream That Cannot Be" wie schon auf dem Album ihren Teil zur Show bei. F&uuml;r mich der Zeitpunkt, meine mittlerweile m&uuml;den Knochen allm&auml;hlich durch die Reihen nach hinten in Richtung Ausgang zu schieben.<br />
  235. (Dagger)</p>
  236. <p>Schlie&szlig;lich haben wir uns heute noch ein ehrgeiziges Ziel gesetzt. Die lange Heimreise von 666 km bis zum Heavyhardes-Au&szlig;enposten in Oberfranken m&ouml;chten wir &uuml;ber Nacht hinter uns bringen, um nicht morgen bei all den Baustellen von einem Stau zum anderen kriechen zu m&uuml;ssen. So endet das 28. Wacken Open Air f&uuml;r uns ein wenig fr&uuml;her als gewohnt. Dass wir Avantasia nicht sehen, l&auml;sst sich ganz gut verkraften, aber Kreator zu verpassen tut schon irgendwie weh. Egal, es werden wieder Gelegenheiten folgen.</p>
  237. <p>Was nehmen wir mit nach Hause? Viele, viele Eindr&uuml;cke selbstverst&auml;ndlich! Viele tolle Bands, viele beeindruckende Shows auf den Hauptb&uuml;hnen haben wir gesehen, aber auch echte Perlen auf den Nebenb&uuml;hnen, wie der Beergarden Stage. Au&szlig;erdem haben wir die Erkenntnis gewonnen, dass man bei der n&auml;chsten sich bietenden Gelegenheit getrost einem Konzert von Marilyn Manson fern bleiben kann. Auch wenn uns das Wetter zeitweise mit heftigen Kapriolen arg zugesetzt hat, zeigte sich wenigstens der Samstag von seiner besten Seite. Und das Waten durch mehr als nur kn&ouml;cheltiefen Modder, richtig fies und garantiert ohne Saugkraftverlust, geh&ouml;rt ja mittlerweile schon irgendwie mit dazu, zum Wacken Open Air. Das Festival lief dieses Mal &uuml;brigens wieder in gewohnter Weise ausgesprochen friedlich ab. Freilich wurden wieder einige Diebst&auml;hle gemeldet, aber vermutlich verlieren manche Festivalbesucher auch ihr Zeug zu sp&auml;ter Stunde, wenn der Promillegehalt im Blut nicht mehr so ganz im gr&uuml;nen Bereich liegt. Ein &auml;lterer Herr im Rollstuhl erz&auml;hlte uns beispielsweise, dass er sein Smartphone verloren hatte - nein, nicht beim Crowdsurfen - und innerhalb von drei Stunden hatte er es zur&uuml;ck. Es war bei einem Security abgegeben worden. Schurken unter den Festivalbesuchern waren also auch heuer wieder die Ausnahmen und sicher nicht die Regel! (BILD 183 WOA_2017)</p>
  238. <p><img class="bildlinks" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2017/pommesgabel.jpg" border="0" alt="Pommesgabel" /></p>
  239. <p>Traditionsgem&auml;&szlig;  wurden zwischenzeitlich die ersten Bands f&uuml;r 2018 bekannt gegeben. Der Countdown auf der Wacken-Homepage wurde auf Null gesetzt und der Kartenvorverkauf hat begonnen. Ausverkauf wurde bislang nicht gemeldet! Bleibt zu w&uuml;nschen, dass sich die Veranstalter von dem vergleichsweise sp&auml;ten Ausverkauf dieses Jahres nicht beeindrucken lassen und nun anfangen, kommerziellere Bands zu verpflichten. Nein, das W:O:A soll bleiben, wie es ist: 100% Metal, Rain &ouml;r shine! Das Heavyhardes dankt allen tapferen Lesern, die es bis hierher geschafft haben. Wenn alles gut geht, sind wir auch im n&auml;chsten Jahr wieder vor Ort um Euch dann in gewohnter Weise vom 29. Wacken Open Air zu berichten.<br />
  240. (Dagger)</p>
  241. ]]></content></entry><entry>
  242. <title type="html"><![CDATA[ Summer Breeze u.a. mit Kreator &amp; In Extremo]]></title>
  243. <link href="http://www.heavyhardes.de/live-679.html" />
  244. <id>http://www.heavyhardes.de/live-679.html</id>
  245. <updated>2017-10-18T18:35:18+02:00</updated>
  246. <published>2017-10-18T18:35:18+02:00</published><content type="html"><![CDATA[ <p>20 Jahre Summer Breeze, da gibt es was zu feiern. Als kleines Insider-Festival in Abtsgm&uuml;nd gestartet, hat sich die sommerliche Sause mit dem Umzug nach Dinkelsb&uuml;hl zu einem der gr&ouml;&szlig;ten und wichtigsten Metalfestival mindestens in Deutschland gemausert. Zur diesj&auml;hrigen Feier gab es dann auch einige Neuerungen: Die T-Stage wurde zu einer Freiluftb&uuml;hne gewandelt, Main und Pain Stage wurden zu einer B&uuml;hne verschmolzen und mit einem bombastischen B&uuml;hnebild ausgestattet. Zudem gab es eine geheim gehaltene Secret-Show, bei der sich Gr&ouml;&szlig;en wie Vomitory, Amon Amarth, Powerwolf und Destruction die Ehre gaben, um das Summer Breeze mit speziellen Shows zu w&uuml;rdigen. Auch die Camel Stage kam dieses Jahr wieder zum Einsatz, hier scheint sich ein neuer zentraler Anlaufpunkt zu etablieren, denn so mancher Act konnte hier mehr Publikum ziehen als manch alteingesessener auf der T-Stage.</p>
  247. <p>Donnerstag, 17.08.2017<br />
  248. Wenn es Zeit f&uuml;r gepflegten Florida Death Metal ist, dann ist eine Band nicht weit, die schon seit Unzeiten ihr Unwesen treibt: Obituary. Das Death Metal Urgestein um die beiden Tardy Br&uuml;der hat eigentlich noch nie wirklich entt&auml;uscht und auch die Show auf dem Summer Breeze 2017 kann &uuml;berzeugen. Obituary geben sich gewohnt sympathisch auch wenn es John Tardy in diesem Leben nicht mehr unter die zehn kommunikationsfreudigsten Entertainer der Metal Welt schaffen wird. Daf&uuml;r lassen die Jungs einfach lieber die Musik sprechen und ballern den Anwesenden Kracher wie "Internal Bleeding", "Chopped In Death", "Lesson in Vengeance" oder "10.000 Ways To Die" um die Ohren, dass die Dinkelsb&uuml;hler Heide nur so wackelt. Entsprechend wackelt auch das Publikum mit und feiert ausgelassen eine &auml;u&szlig;erst souver&auml;ne und ansprechende Death Metal Show.</p>
  249. <p>Life Of Agony sind an diesem Tage irgendwie die richtige Band am falschen Platz. Mina Caputo und Co. m&uuml;ssen sich mit relative sp&auml;rlichen Zuschauermassen zufrieden geben und die wiederum k&ouml;nnen oder wollen mit den alten Haudegen nicht so wirklich viel anfangen. Am besten ist die Stimmung bei all denjenigen, die vor 24 Jahren zu all den Hits auf River Runs Red abhotten durften und konnten. Hier werden F&auml;uste gereckt, das Bier auf die Band erhoben und auch so manches Tr&auml;nchen ist zu sehen, als die Band "This Time", "Through And Through" oder "Underground" anstimmt. Der Rest, in diesem Falle das j&uuml;ngere Publikum, nimmt den Auftritt mehr oder weniger als gegeben hin und harrt lieber der Dinge, die da sonst noch kommen m&ouml;gen. Schade, denn die Band an sich hat hier alles richtig gemacht. Passend zur verkorksten Stimmung m&uuml;ssen Life Of Agony auch noch vorzeitig die B&uuml;hne aufgrund technischer Probleme r&auml;umen.</p>
  250. <p>Wer Devin Townsend und seine Mannen vor drei Jahren schon genossen hat, der darf sich auch dieses Mal wieder auf ein Wunderwerk der Natur freuen. Nicht nur dass Devin mal wieder hochmotiviert und super gelaunt das Publikum nach seiner Pfeife tanzen l&auml;sst und dabei so manchen absurden Scherz auf Lager hat, nein, auch musikalisch wei&szlig; der Kanadier eindeutig zu &uuml;berzeugen und kann mit kraftvollem Sound und ebenso kraftvollen Songs punkten. Diesmal servieren Devin und Co. deutlich progressiveres Material als beim letzten Auftritt, was manchen wohl etwas &uuml;berfordert, anderen aber aufgrund der unglaublichen Soundwand die Tr&auml;nen in die Augen treibt. Das Devin Townsend Project ist und bleibt live eine Macht, das sich durch den Gastauftritt von Anneke van Giersbergen zus&auml;tzlichen Jubel gl&uuml;cklicher Anh&auml;nger sichert. Schade nur, dass die gute Anneke trotz famoser Stimme etwas von der klanglichen Wucht in den Hintergrund verfrachtet wird. </p>
  251. <p>Wenn Dave Mustaine zum Einstand bittet und die Thrash J&uuml;nger vor die B&uuml;hne ruft, so folgen alle willigst, auch wenn man den guten Dave nuschelnder Weise mehr schlecht als recht versteht. W&auml;hrend seine Sidekicks an Gitarre, Bass und Schlagzeug wahrlich Vollgas geben, allen voran Neuzugang Kiko Loureiro, der sich sp&auml;ter auch zu einem Gitarrensolo allein darstellen darf, wirkt der Megadave manchmal etwas letargisch und nicht immer bei der Sache, was wohl auch einige textliche Aussetzer erkl&auml;rt. Abgesehen davon treffen Klassiker wie "In My Darkest Hour", "Hangar 18" oder "Symphony Of Destruction" nat&uuml;rlich zielgenau den Nerv des Publikums, das entsprechend steil geht und die Band feiert. Mit "A Tout Le Monde" kommen dann auch die Kuschel- und Liebesbed&uuml;rftigen zum Zuge, w&auml;hrend im Hintergrund zu allen Songs thematisch passend die Leinwand genutzt wird. Hier d&uuml;rfen alle die teils mehr, teils weniger gelungenen Filmchen bestaunen, die meiner Meinung nach aber etwas zu sehr von der Band und damit vom Wesentlichen ablenken. Summa summarum ein durchwachsener Gig mit einer angagierten Band aber einem durchschnittlich begeisterten und begeisternden Frontmann.</p>
  252. <p>Amon Amarth, ja, puh, kann man anschauen, aber die Shows der letzten Jahre fand ich nur bedingt spannend. Entsprechend reserviert mache ich es mir vor der B&uuml;hne "gem&uuml;tlich", wobei gem&uuml;tlich relativ zu sehen ist, denn hier ist einfach nur die H&ouml;lle los. Enthusiastisch werden Johann Hegg und Co. gefeiert, vor und auf der B&uuml;hne gibt es kein Halten mehr, wenn die Band zwischen H&ouml;rnerhelm-ges&auml;umten Schlagzeug, Wikinger-Schauspielern, Unmengen an Feuerfont&auml;nen und sogar einem aufblasbaren Seeungeheuer, Songs wie "Way Of Vikings", "Deceiver Of Gods", "Guardians Of Asgaard" oder "Twilight Of The Thundergod" unters Volk ballern, dass es eine wahre Freude ist. Bei so einem Auftritt d&uuml;rfen nat&uuml;rlich auch G&auml;ste nicht fehlen und so veredelt niemand geringeres als die Metal-Queen Doro Pesch den harten Klang von "A Dream That Cannot Be". Ja, man kann zu Amon Amarth inzwischen stehen wie man will, aber eins muss man ihnen definitiv zugestehen: Mit diesem Auftritt haben sie sich selbst &uuml;bertroffen und sich ihr eigenes Summer Breeze Denkmal gesetzt.</p>
  253. <p>Etwas sp&auml;t komme ich zur Show der Mittelalter-Rock-Urgesteine In Extremo und mache es mir im hinteren Drittel bequem, wobei das schon schwierig ist, angesichts der Masse an Leuten, die sich vor der B&uuml;hne versammelt haben, um mit In Extremo zu feiern. Die lassen sich auch nicht lumpen und sch&ouml;pfen mit "Vollmond", "St&ouml;rtebeker" oder dem Titelsong des aktuellen Albums "Quid Pro Quo" aus den vollen. Zugute kommt der Show au&szlig;erdem, dass das Konzert beim Rockpalast angesichts eines B&uuml;hnenjubil&auml;ums (1000. Show) &uuml;bertragen wird, was Band und Publikum zus&auml;tzlich motiviert. Als ob das nicht schon reichen w&uuml;rde, bitten In Extremo zu "Unsichtbar" einen gar nicht unsichbaren aber ebenfalls hochmotivierten Mille Petrozza auf die B&uuml;hne, es versteht sich von selbst, dass der Mob hier v&ouml;llig von der Leine ist. Und egal, welchen Song In Extremo im weiteren Verlauf auch aus- und anpacken, alles gelingt, die Show samt Unmengen an Pyro-Einlagen sitzt und so feiert Dinkelsb&uuml;hl nicht nur einen fulminanten Konzertabschluss, sondern auch einen grandiosen Feierabend auf der Mainstage.</p>
  254.  
  255. <p>Freitag, 18.08.2017<br />
  256. Bei Sonata Arctica ist man eigentlich immer volles Haus gewohn, aber an diesem Freitag, es mag an der Urzeit liegen, zieht es nicht gar so viele Power Metal Anh&auml;nger vor die B&uuml;hne, wie die Finnen es vielleicht gewohnt sind. Die Stimmung ist gut, aber dennoch habe ich den Eindruck als w&auml;re das Publikum etwas gehemmt und mag zu den fetzigen aber anspruchsvollen Nummern nicht so recht abgehen. Dennoch wird viel mitgesungen und geklatscht, die Band spielt souver&auml;n ihre Nummern und Frontmann Tony Kakko wei&szlig; genau, wie er "sein" Publikum anpacken muss. Nur an seinen Ansagen kann der gute Mann noch etwas feilen, die eh schon knapp bemessene Spielzeit hat er mit nicht unerheblich langen und teils langatmigen Ansagen k&uuml;nstlich noch weiter verk&uuml;rzt. Schade, da w&auml;ren noch ein, zwei Songs mehr gegangen.</p>
  257. <p>Bei Gorguts finden sich erstaunlich viele J&uuml;nger todesmetallischer Kl&auml;nge ein, die in der prallen Hitze den Kl&auml;ngen der Kanadier lauschen. Die haben es durchaus in sich, der erstaunlich gute Sound tr&auml;gt viel dazu bei, dass die progressiven Death Metal Bretter satt in die Ohrmuscheln rauschen und somit f&uuml;r vielerlei rhythmische Nackengymnastik sorgen. Wobei das gar nicht so einfach ist, bei dem was Gitarrero Luc Lemay und Co. so alles vom Stapel lassen. Dennoch sorgt das Publikum permanent daf&uuml;r, dass man den Auftritt als gelungen bezeichnen kann, auch wenn sich die Band bei ihren kurzen Ansagen deutlich sch&uuml;chterner gibt, als es ihr Sound vermuten l&auml;sst.</p>
  258. <p>Sacred Reich gondeln seit Urzeiten durch die trashmetallische Landschaft, haben es aber leider in den letzten Jahr(zehnt)en nicht geschafft, ihren Alt-Hits ad&auml;quates Neumaterial zur Seite zu stellen. Vielleicht ist das ein Grund, warum nur quasi eine handvoll Leute zum Auftritt der Ami auftaucht. Das spielt f&uuml;r Phil Rind und Co. aber keine Rolle, die sich in gewohnt starker Manier durch ein qualitativ hochwertiges Best-Of ihres Schaffens fr&auml;sen. Und das mit einer Freude an der Sache, der man sich nicht entziehen kann. Wer bitte kann schon zu "Ignorance", "Crimes Against Humanity " oder dem Killer "Surf Nicaragua" still halten, auch wenn das Zeug &auml;lter war, als mancher Zuschauer an diesem Tage?</p>
  259. <p>Wer Crowbar kennt, wei&szlig;, dass die Truppe aus New Orleans immer ein gute Show mit im Gep&auml;ck hat. So ist es auch diesmal wieder und entsprechend dicht dr&auml;ngen sich die J&uuml;nger von Doom und Hardcore vor der B&uuml;hne. "I Am The Storm" er&ouml;ffnet den Reigen und leider dann auch kurz darauf die Schleusen des Himmels, was aber eigentlich so gut wie keinen auf dem Gel&auml;nde st&ouml;rt, zumindest nicht, wenn er die Sludge-Urgesteine Crowbar sehen will. So wird trotz Regens und miesem Wetter gefeiert und gerockt, was das Zeug h&auml;lt und wem bei Kl&auml;ngen wie "To Build A Mountain", "Cemetery Angels" oder dem finalen "Like Broken Glass" nicht warm wird, der macht grunds&auml;tzlich was falsch.</p>
  260. <p>Wenn es darum geht, eine der wegweisensten Bands der Metal Szene live zu sehen, h&auml;tte man bei Possessed anwesend sein sollen. Zwar ist das Rund vor der B&uuml;hne gut gef&uuml;llt, aber von &uuml;berschw&auml;nglichem Interesse kann nicht die Rede sein. Vielleicht liegt es am freuchten Wetter, dass Possessed vor lichten Reihen ihre Songs zelebrieren m&uuml;ssen. Dennoch ist die Stimmung gut und auch auf der B&uuml;hne herrscht ein hoher Motivationslevel der "The Eyes Of Horror", "Shadowcult" oder das finale "Death Metal" mehr als nur gelingen lassen. Die Band, allen voran Fronter Jeff Becerra hauen alles raus und das wird vom Publikum entsprechend gew&uuml;rdigt. Lauter Jubel, fliegende M&auml;hnen und gereckte F&auml;uste lassen die Band hoch leben. Leider dauert der Auftritt viel zu kurz und h&auml;tte deutlich mehr Publikum verdient.</p>
  261. <p>Wenn Kreator rufen, dann folgen sie alle, egal ob jung oder alt, vor der Hauptb&uuml;hne ist es gerammelt voll und die Spannung entsprechend gro&szlig;. Als Mille und Co. dann schlie&szlig;lich auf die opulent gestaltete B&uuml;hne kommen, gibt es kein Halten mehr. Die Horden des Chaos rasten vollkommen aus und die Essener Urgestein genie&szlig;en dies in vollen Z&uuml;gen. Kreator zocken sich druch ein cooles Best of, das alte und neue Songs gleicherma&szlig;en zum Zuge kommen l&auml;sst. "Gods Of Violence", "People Of The Lie", "Phantom Antichrist" oder "Extreme Aggression" sind nur einige Ausz&uuml;ge zu denen sich vorz&uuml;glich eine Wall Of Death oder einfach nur ein gro&szlig;er m&auml;chtiger Moshpit aufziehen l&auml;sst. Mille wirkt dabei sehr souver&auml;n und vermeidet es auch w&auml;hrend des gesamten Gigs in gr&ouml;&szlig;ere ansagetechnischen Fettn&auml;pfchen zu treten. Mit "Violent Revolution" und dem grandiosen "Pleasure To Kill" entlassen die Thrash-Urgesteine schlie&szlig;lich nach ca. 1,5h ihre gl&uuml;cklichen Anh&auml;nger in die laue Sommernacht. Fetter Auftritt.</p>
  262.  
  263. <p>Samstag, 19.08.2017<br />
  264. Zur fortgeschrittener Tageszeit darf m&auml;chtig gemosht werden, denn Havok aus Denver, Colorado betreten die B&uuml;hne. Die Jungs legen m&auml;chtig los und sorgen so bei ihren Hardcore-Fans f&uuml;r rotierende M&auml;hnen und gereckte F&auml;uste. &Uuml;berhaupt hat nicht nur das Publikum Spa&szlig; bei den kompetent und pfeilschnell vorgetragenen Thrash Granaten, sonder auch die Band hat auf der B&uuml;hne viel Spa&szlig; in den Backen. Leider bleibt das H&auml;ufchen Headb&auml;nger vor der B&uuml;hne recht &uuml;berschaubar, aber Havok geben dennoch alles und ermuntern alle Anwesenden den ganzen Fake-News-Irrsinn zu ignorieren und den eigenen Verstand walten zu lassen. Gro&szlig;artiger Auftritt einer authentischen Band, der deutlich mehr Zuschauer verdient gehabt h&auml;tte.</p>
  265. <p>Overkill waren und sind immer noch eine Macht, was beim Summer Breeze mal wieder eindeutig demonstriert wurde. Sobald die ersten T&ouml;ne durch die PA geblasen werden und die Band auf der B&uuml;hne erscheint, gibt es kein Halten mehr. Ist auch kein Wunder, wenn man Kracher wie "Mean Green Killing Machine", "Electric Rattlesnake" oder die Hymne "In Union We Stand" im Gep&auml;ck hat. Band und Publikum sind agil und feiern einfach ein gro&szlig;artige Party, die im obligatorischen und finalen "Fuck You" m&uuml;ndet, bei dem Blitz und Publikum ein fulminantes Wechselspiel abliefern. Auch im fortgeschrittenen Alter k&ouml;nnen Overkill nach wie vor absolut &uuml;berzeugen und zeigen so manchem Nachwuchsthrasher, wo der Hammer h&auml;ngt.</p>
  266. <p>Wenn seine Band einen Auftritt absolviert, dann ist garantiert, dass er mit einem ultra-breiten Grinsen auf der B&uuml;hne steht und den Kontakt zum Publikum sucht, wie kaum ein zweiter: Mikael Stanne und Dark Tranquillity. Und wenn dann noch so viele Zuschauer die Godfathers of swedisch Death Metal sehen wollen, dann ist er kaum noch einzubremsen. Hin und her geht es auf der B&uuml;hne und dazu liefert Mikael eine satte Sangesleistung. Imposant, dass der Gute konditionell so auf der H&ouml;he ist. Ganz nebenbei servieren die Schweden feinsten Melodic Death Metal, den das Publikum wie ein Schwamm aufsaugt. Egal, ob es der Titeltrack des aktuellen Albums Atoma ist, "The Treason Wall", "Final Resistance" oder "Therein" die Stimmung auf und vor der B&uuml;hne ist absolut gro&szlig;artig und steigert sich von Minute zu Minute. Da st&ouml;ren die Videosequenzen im Hintergrund fast ein wenig, da sie dann doch irgendwo von der eigentlichen Show ablenken. Am Ende verabschieden sich Dark Tranquillity mit dem Smasher "Misery\x91s Crown", bei dem sich Mikael als Crowdsurfer bet&auml;tigt und vom Publikum zu den Boxent&uuml;rmen und wieder zur&uuml;ck getragen wird, was nicht nur ihm, sondern auch allen Anwesenden ein breites Grinsen ins Gesicht zaubert.</p>
  267. <p>Asphyx muss man einfach sehen, denn die Tulpendeath geh&ouml;ren mit Sicherheit zu den Sympathietr&auml;gern schlechthin, gerade was ihren Fronter Martin van Drunen betrifft. Selbiger ist extrem gut aufgelegt und sucht schon vor dem Gig den Kontakt zum Publikum, dass anschlie&szlig;end bei den unbarmherzigen Dampfwalzen kaum zu bremsen ist. Aber wer will sich schon bremsen, wenn es lecker Asphyx-Futter zu verdauen gilt. Nein, da wird der Propeller angeworfen und die Faust in den sich verfinsternden Himmel gereckt. Und so darf der Death Metal Gourmet sich &uuml;ber saftige Happen der Marke "Vermin", "Death The Brutal Way", "Deathhammer" oder die beiden Bandhymnen "The Rack" und "Last One On Earth" freuen, mit denen sich Asphyx in den verdienten Feierabend verabschieden.</p>
  268. <p>Tiamat gelten als Pioniere ihrer Musik, wobei viele dem Wandel von Johan Edlund und Co. nur bedingt folgen konnten. Nach den rohen Erstlingswerken gilt Wildhoney wohl als ihr Meisterst&uuml;ck, das auch &uuml;ber 20 Jahre nach seiner Ver&ouml;ffentlichung nichts an seiner Faszination verloren hat. Entsprechend gespannt darf man sein, wenn Tiamat eben diesen Bandklassiker in voller L&auml;nge auf die B&uuml;hne bringen. Beim guten Johan merkt man w&auml;hrend des Gigs dann doch ganz deutlich, dass er inzwischen musikalisch in g&auml;nzlich anderen Sph&auml;ren schwebt, aber dennoch schafft er es mit seinen Sidekicks die Magie von Wildhoney voll auf die B&uuml;hne zu bringen. Hypnotisch wabern die Klangteppiche durch die laue Sommerluft, deftig wirken die h&auml;rteren T&ouml;ne und dennoch klingt alles wie aus einem Guss. Das Publikum ist fasziniert und freut sich &uuml;ber die intensive Show, die mit dem Kracher "The Sleeping Beauty" beendet wird, f&uuml;r den Tiamat nochmal extra Applaus ernten.</p>
  269. <p>Am Ende bleibt wieder ein extrem gelungenes Festival, bei dem es mit der ver&auml;nderten B&uuml;hnensituation einige &Uuml;berraschungen gab. Das fehlen des Zeltes der T-Stage macht sich dabei gerade bei erh&ouml;hter Luftfeuchtigkeit negativ bemerkbar, die Zusammenfassung der beiden B&uuml;hne Main und Pain zu einer einzigen rotierenden B&uuml;hne st&ouml;&szlig;t zumindest bei mir auf wenig Gegenliebe. Vor allem dem abgeschlossenen Bereich direkt vor der B&uuml;hne kann, der nur von einer Seite aus betreten und &uuml;ber die gegen&uuml;berliegende Seite verlassen werden kann, kann ich nur wenig abgewinnen. Bleibt abzuwarten ob sich das Konzept in der Zukunft bew&auml;hrt. Als positiv dagegen ist sicherlich das B&uuml;hnenbild an sich zu sehen, m&auml;chtig und beeindruckend war. Man darf sich auf das kommende Jahr freuen mit hoffentlich dem gleichen entspannten Publikum und der wie immer ausgezeichneten Organisation. Herzlichen Gl&uuml;ckwunsch!</p>
  270. ]]></content></entry><entry>
  271. <title type="html"><![CDATA[ Rock The King u.a. mit Sabaton &amp; Powerwolf]]></title>
  272. <link href="http://www.heavyhardes.de/live-672.html" />
  273. <id>http://www.heavyhardes.de/live-672.html</id>
  274. <updated>2017-09-04T15:22:24+02:00</updated>
  275. <published>2017-09-04T15:22:24+02:00</published><content type="html"><![CDATA[ <p>Hochkar&auml;tige Bands, und zwar gleich mehrere davon. Mehr als zivile Preise. Kompaktes Ein-Tages-Format. Das auch noch in durchaus machbarer Reichweite f&uuml;r uns? Wenn in Kempten der schw&auml;bische B&auml;r steppt, sind wir dabei!</p>
  276. <p>"Achtung! Parkplatz-Standort merken!" Das steht auf dem kleinen Zettel, den man von den freundlichen Damen erh&auml;lt, sobald man den Obolus entrichtet hat und auf die Parkwiese steuert. Das sollten wir hinbekommen: das Areal ist &uuml;berschaubar, ebenso wie die gerade einmal vier Euro, f&uuml;r die wir getrost den ganzen Tag stehen d&uuml;rfen hier. So ist das eben beim Rock the King: famili&auml;r, herzlich, fair und &auml;u&szlig;erst gelungen. Mit ein paar kleinen Ausnahmen, &uuml;ber die zu sprechen sein wird.</p>
  277. <p>Nach dem traurigen Ableben des Rockavaria nehmen wir erfreut zur Kenntnis, dass sich nahe Kempten im beschaulichen Allg&auml;u ein neues Festival in S&uuml;ddeutschland zu etablieren versucht. 2016 ging die Sause schon einmal &uuml;ber die B&uuml;hne, allerdings an anderer Stelle: da hatte der Veranstalter Allg&auml;u Concerts noch in den Barockgarten des Festspielhauses in F&uuml;ssen geladen, wo unter anderem Saxon, Subway to Sally und Kissin\x91 Dynamite vor 4.500 Angereisten aufspielten. In diesem Jahr schlie&szlig;lich pilgerten 6.500 Fans nach Buchenberg, das zumindest schon einmal einen Rekord vermelden kann: mit 900 Metern d&uuml;rfte man mit Fug und Recht das am h&ouml;chsten gelegene Festival Deutschlands sein. Sicherlich auch das g&uuml;nstigste: f&uuml;r gerade einmal 64 Euro stehen zwei volle Headliner-Shows der metallischen Champions League-Teilnehmer <span class="strong">Powerwolf</span> und <span class="strong">Sabaton</span> auf dem Programm, garniert mit Festival-Dauerbrenner "uns Udo" Dirkschneider, <span class="strong">Schandmaul</span> und <span class="strong">Megaherz</span>. Einzig die deutschen Elektro/EBM-Rocker <span class="strong">Oomph!</span> fallen da etwas aus dem Rahmen und bieten eine Wundert&uuml;te - wir lassen uns aber gerne &uuml;berraschen.   </p>
  278. <p>Idyllisch geht die kurvenreiche Anfahrt denn an garantiert biologisch gehaltenen K&uuml;hen vorbei bis hin zur "Concert Arena", die sich als - Wiese herausstellt. Das kann durchaus zum Problem werden: immerhin hat es in den Tagen zuvor wie aus K&uuml;beln gesch&uuml;ttet, der Boden ist entsprechend aufgeweicht und stellenweise matschig. Firlefanz allerdings gegen die Verh&auml;ltnisse, mit denen man sich in Wacken streckenweise herumschlagen darf - zumal p&uuml;nktlich zum Konzerttag am Samstag die Sonne herauskommt. Am Vorabend gab es schon eine warm-up-Party, bei der Bloodhound Gang-Basser Evil Jared auflegte und im Rahmen eines Bandcontests die Kombo gek&uuml;rt wurde, die den Reigen am Samstag er&ouml;ffnen darf. Das hat gute Tradition, das macht man in Wacken und Balingen beim Bang Your Head genauso, und auch einen anderen Brauch hat man sich abgeschaut: die ersten Takte darf die Musikkapelle Buchenberg spielen, wie das ja in Wacken die Feuerwehrblaskapelle unter dem Titel "Wacken Firefighters" seit Jahren h&auml;lt. Die Kollegen zeigen sich durchaus launig - der eine oder andere bleibt sogar, um dem bunten oder eher schwarzen Treiben der jungen Leute auf der Wiese noch eine Weile zuzuschauen. Wir sehen uns derweilen ein wenig um, erstehen selbstverst&auml;ndlich ein Leibchen der Veranstaltung (15 Euro f&uuml;r ein Shirt - von solchen Preisen k&ouml;nnen andere Festival-Besucher nur tr&auml;umen) und stellen fest, dass das Camping-Areal, wie auch der Parkplatz, in n&auml;chster N&auml;he zum Festivalgel&auml;nde positioniert sind (wer's mag: das Camping-Ticket kostete gerade mal 15 Euro). Die kleine VIP-Trib&uuml;ne mit guter Sicht und freien H&auml;ppchen ist ebenfalls bev&ouml;lkert - f&uuml;r 180 EUR gibt's das Festival in dieser deluxe-Variante, wobei sich von &uuml;berall ein guter Blick erhaschen l&auml;sst, zumal man auch bei den Hauptacts noch relativ leicht bis nahe an die B&uuml;hne herankommt.</p>
  279. <p>Jetzt d&uuml;rfen aber erst einmal die Lokalamatadoren ran, die den Bandcontest f&uuml;r sich entscheiden konnten: Meister Ehder aus Kempten kredenzen der durchaus schon beachtlichen Menge eine sehr ordentliche Portion von deutschsprachigem modernem Hard Rock, vermengt mit leichten Ankl&auml;ngen an die selige Neue Welle. S&auml;nger Immanuel Dittmer agiert dabei anf&auml;nglich in Zwangsjacke, derer er sich allerdings bald entledigt und wie seine gesamte Kombo, die gerade erst einmal ein Jahr existiert, eine mehr als saubere Leistung aufs Parkett legt, so dass die zwanzig Minuten Spielzeit im Fluge vergehen.</p>
  280. <p>Wir wandern ein wenig weiter &uuml;bers Gel&auml;nde und entdecken dabei gleich mal einen Geheimtipp: &uuml;ber einen kleinen Umweg frei zug&auml;nglich gelangt man hinter den B&uuml;hnenaufbau zu einer Halle, in der gestern offenbar die Party und der Bandcontest gestiegen sind. Davor stehen ein paar Festb&auml;nke herum, die gerne genommene Sitzgelegenheiten und Schatten bieten, immerhin brennt die Sonne mittlerweile ganz sch&ouml;n herunter. Leider macht der hier geparkte Getr&auml;nkestand just in dem Moment zu, als wir eintrudeln - womit wir schon beim gr&ouml;&szlig;ten Manko des ansonsten durchweg gelungenen Events w&auml;ren. F&uuml;r die genannten, mehreren tausend Schlachtenbummler stehen drau&szlig;en gerade einmal zwei Getr&auml;nkestationen zur Verf&uuml;gung, die mit dem Ansturm naturgem&auml;&szlig; heillos &uuml;berfordert sind, auch wenn sich die Mannschaften dahinter redlich m&uuml;hen. Gerade bei der Hitze nicht gerade dienlich, wenn man auf ein Bier, Wasser oder sonstige Erfrischung locker 20 Minuten warten muss, weshalb manch einer das Unterfangen genervt abbricht. Bitte n&auml;chstes Jahr mindestens dreimal so viele Anlaufstellen - das sollte sich ja auch umsatztechnisch lohnen.</p>
  281. <p>Wir lassen uns nicht verdrie&szlig;en, sondern eilen zur B&uuml;hne, wo nun die M&uuml;nchner Neue Deutsche H&auml;rte-Pioniere von <span class="strong">Megaherz</span> mit "Willkommen Im Zombieland" in ihr Set einsteigen. In der &uuml;blichen Kriegsbemalung, die teilweise an den Violator aus Spawn, teilweise an Bele und Lokai aus einer lustigen Folge Star Trek erinnert, feuern die Jungs um Fronter Alex Wohnhaas die stampfenden Beates heraus. Der Shouter schwingt locker einen zum Mikrost&auml;nder umgebastelten Baseballschl&auml;ger und zeigt sich erstaunt ob des guten Zuspruchs: "Leute, es ist erst 14 Uhr, und trotzdem schon so viele da!" Das motiviert, und so schwingt man sich munter durchs Programm, das mit "Glorreiche Zeiten" weiter klar in der Schnittmenge zwischen Rammstein und dem eigenen Ableger Eisbrecher marschiert. Gestern sei man noch mit Marilyn Manson in Dresden aufgetreten, referiert Herr Wohnhaas, aber das heute mache auch enorm Laune - trotz der Hitze, "hoffentlich l&auml;uft mir das Make Up nicht weg"! Sp&auml;testens der Tanzboden-Klassiker "Mistst&uuml;ck" sorgt f&uuml;r die ersten H&uuml;pfattacken im Publikum, wof&uuml;r auch Schlagwerker J&uuml;rgen Wiehler sorgt, den wir unter dem Namen "Bam Bam" ja noch aus Bonfire-Tagen kennen. Das sehr melodische "Roter Mond" vom aktuellen Album gef&auml;llt gut, das gef&uuml;hlvolle "F&uuml;r Immer" widmet man Chris Cornell und Chester Bennington, bevor dann das groovige "Jagdzeit" nochmals ins Kontor schl&auml;gt und "Himmelsst&uuml;rmer" einen gelungenen Schlusspunkt setzt. 60 kurzweilige Minuten, die einen standesgem&auml;&szlig;en Auftakt liefern. Im April sind sie wieder auf Tour, mit neuem Album im Gep&auml;ck.</p>
  282. <p>Wir pilgern kurz zur&uuml;ck hinter die B&uuml;hne, lassen uns nieder, stellen fest, dass der Getr&auml;nkewagen immer noch geschlossen hat, dass es hier hinten aber einen Brunnen mit Wasser f&uuml;r alle und sogar Duschen f&uuml;r die Zeltfraktion gibt. Das k&uuml;hle Nass wird gerne in Anspruch genommen. Jetzt aber wieder nach vorne, denn nun entern die Mittelalter-Folk-Kumpane von <span class="strong">Schandmaul</span> die B&uuml;hne. Die Gr&ouml;benzeller haben sich mittlerweile ja zum Dauergast auf Festivals gemausert und f&uuml;llen daheim locker gr&ouml;&szlig;ere Hallen wie das Zenith. Auch heute bev&ouml;lkert die bunt zusammengew&uuml;rfelte Truppe aus Spielleuten fr&ouml;hlich die B&uuml;hne, von der lederhosentragenden Saitenfraktion &uuml;ber Seeb&auml;r Thomas Lindner bis zur Fl&ouml;ten-/Geigen-/Schalmei-Front aus Anna Katharina Kr&auml;nzlein und Birgit Muggenthaler, die beide im schmucken Schottenrock aufspazieren. Thomas stellt gleich zu Anfang fest, man sei hier das "Kontrastprogramm zu den ganzen harten Jungs", aber der Stimmung tut das in keiner Weise Abbruch: auch im Allg&auml;u kennt man die St&uuml;cke wie das sch&ouml;ne "Lichtblick", bei dem Herr Lindner selbst zur akustischen Klampfe greift, oder auch das lustige "Die Letzte Tr&ouml;te" und singt beherzt mit. Jetzt komme ein St&uuml;ck bayrisches Kulturgut an die Reihe, erkl&auml;rt Thomas, welches der gute Bully Herbig verfilmt habe: "Kaspar" erz&auml;hlt die unverw&uuml;stliche Geschichte von Boandlkramer, der sich am widerspenstigen Brandner Kaspar die Z&auml;hne ausbei&szlig;t, &auml;u&szlig;erst unterhaltsam. "Die vorherrschende Farbe hier ist schwarz, aber das ist in jedem Fall besser als braun!", sagt Thomas nun die Anti-Rechts-Hymne "Bunt Und Nicht Braun" an. Jetzt sollen wir uns alle hinknien, "nur Leute mit Knieproblemen sind entschuldigt" - ok, machen wir, und h&uuml;pfen zu "Vogelfrei" gerne im Takt. Das als "Sauflied" angek&uuml;ndigte "Der Teufel Hat Den Schnaps Gemacht" l&auml;uft mit fr&ouml;hlichem "Na und?" im wahrsten Wortsinne bestens rein, bevor Herr Lindner sich bei den anderen Kombos freundlich daf&uuml;r entschuldigt, dass er sich erdreistet, schon ein wenig Kraft des Publikums zu beanspruchen. Der 30.04. liege zwar schon ein wenig zur&uuml;ck, aber dennoch sei es nun an der Zeit, dieses Datum zu feiern - die "Walpurgisnacht" z&uuml;ndet auch heute bestens und geh&ouml;rt zu ihren gelungensten St&uuml;cken. Flugs ist das Set vorbeigeflogen, man hat sogar noch etwas Spielzeit &uuml;brig, die man mit "Der Pakt" f&uuml;llt und dazu kollektives Beineschwingen fordert. Nach der von Thomas so bezeichneten "Liebesschnulze" "Dein Anblick", die von nicht wenigen inbr&uuml;nstig mit intoniert wird, ist aber endg&uuml;ltig Schluss auf der Burg. Sch&ouml;ner Farbtupfer, dank viel akustischer Einsprengsel eine h&uuml;bsche Abwechslung vom restlichen Hartwurst-Programm - und bald demn&auml;chst wieder auch in einem Theater in Ihrer N&auml;he.</p>
  283. <p>Durchaus gespannt sehen wir nun der n&auml;chsten Attraktion entgegen - so richtig pr&auml;sent war das Trio aus Braunschweig zumindest f&uuml;r uns nicht, das unter dem Namen <span class="strong">Oomph!</span> 2004 mit ihrem Megahit "Augen Auf!" derart omnipr&auml;sent war, dass sich sogar Thomas Gottschalk in Wetten Dass...? fragte, "was denn das mit diesem Eckstein" solle. Mit dem kontroversen Nachfolgehit "Gott Ist Ein Popstar" taten sie sich 2006 nochmals hervor, bevor es dann wieder etwas ruhiger um die drei Herren wurde. Ganz weg waren sie allerdings nie, 2015 traten sie zum 25j&auml;hrigen Bandjubil&auml;um in Wacken auf und legten eine sinnigerweise "XXV" betitelte neue Scheibe vor. Wir sind somit gro&szlig;z&uuml;gig, nehmen den Ausflug ins Allg&auml;u mal als Teil der Jubil&auml;umstournee, und wir werden belohnt: Oomph legen eine mitrei&szlig;ende Show hin, die deutlich unterstreicht, dass sie deutlich mehr auf Lager haben als zwei alte Hits. Vom Opener "Alles Aus Liebe" weg legen sich Dero, Flux und Crap (im englischsprachigen Ausland ein eher ungl&uuml;cklich gew&auml;hlter K&uuml;nstlername, aber nun denn) voll ins Zeug, komplett in d&uuml;sterem Schwarz gewandet und wahlweise auch bis unters Kinn entsprechend bemalt. Dero tigert wild geworden &uuml;ber die B&uuml;hne, feuert die Menge an und intoniert trittsicher kurz "We will rock you", bevor er sich zu "Labyrinth" dreht und windet, als ob wirklich kein Weg von der B&uuml;hne f&uuml;hren w&uuml;rde. Die Menge ist wohl genauso &uuml;berrascht wie wir, goutiert das Geschehen zunehmend und bereitet den drei Herren und ihren Gastmusikern einen derart warmen Empfang, dass sich die Spielfreude oben immer mehr steigert. Nach der Gollum-Hommage "Mein Schatz", zu der Dero sich als Percussionist Nummer Drei verdingt (neben dem Schlagzeuger ist ohnehin ein weiterer Fellgerber im Dienst), kredenzen sie uns das feine "Tr&auml;umst Du", mit dem sie 2007 gemeinsam mit Die Happy-Frontfrau Marta den Bundesvision Song Contest f&uuml;r Niedersachsen gewannen. "Feiert euch selbst!", fordert Dero uns auf, was wir gerne tun, "Hier Ist Niemand!" Wir sind ein wenig verwirrt, ein paar Leute sind doch durchaus anwesend - aber Dero meint wohl doch eher das gleichnamige St&uuml;ck. Gut bei Stimme gut gelaunt, zeigt sich der Fronter agil und bestens aufgelegt, fordert unsere "Pommesgabeln de luxe" und wirft sich zu "Jetzt oder nie" von "XXV" weiter in die Bresche. "K&ouml;nnt ihr noch lauter sein als das? Ich will einen akkuraten Moshpit!", z&uuml;ndet Dero die Lunte weiter an und wird auch mit durchaus beachtlicher Bewegung im Zuschauerraum honoriert. Flux und Crap (teilweise auch am Keyboard aktiv) zimmern die Riffs mit stoischer Pr&auml;zision, die Songs klingen allesamt einen Zacken h&auml;rter als auf Konserve, was hier und heute bestens passt - "Mitten Ins Herz" vom 95er-Album Defekt stampft mit einem gnadenlosen Rhythmus alles nieder, w&auml;hrend Dero sich &uuml;ber die Absperrung hinweg beherzt in die Menge st&uuml;rzt und somit als erster Crowdsurfer des Tages gelten muss. Respekt! "Sandmann" ballert ordentlich, der gute Heinz R&uuml;hmann h&auml;tte sich wohl im Traume nicht vorstellen k&ouml;nnen, dass sein h&uuml;bsches "La Le Lu" einmal zu einer solch geisterhaften Weise mutieren w&uuml;rde. Melodisch-groovig wird es dann zu "Jede Reise Hat Ein Ende", einer weiteren neuen Nummer, die zeigt, wie sich ihr Stil &uuml;ber die Jahre gewandelt hat. Den kr&ouml;nenden Abschluss bieten dann aber naturgem&auml;&szlig; die beiden Nummern, mit denen <span class="strong">Oomph!</span> die gr&ouml;&szlig;ten kommerziellen Erfolge landete: "Gott Ist Ein Popstar" ger&auml;t schon zum gro&szlig;en Mitschreifest, aber bei "Augen Auf!" inklusive spannungsgeladenem Abz&auml;hlen gibt es dann kein Halten mehr. Entz&uuml;ckung allenthalben, das St&uuml;ck knallt wie am ersten Tag - massive Attacke, die Herren! So unerwartet wie die ganze Sause dann auch die Zugabe: nur begleitet vom Keyboard, bringt uns Dero eine sch&ouml;ne Version des Lionel Ritchie-Schlagers "Easy" dar. Auch wenn ich nach wie vor unschl&uuml;ssig bin, was es denn eigentlich bedeutet, einfach wie ein Sonntagmorgen zu sein: anders als im Falle der grauenhaften Faith No More (auch hier bleibe ich ratlos, was denn so ein "Glaube nicht mehr" ist) bildet diese Nummer heute in keiner Weise den einzig h&ouml;rbaren Aspekt im Geschehen. Ganz im Gegenteil, <span class="strong">Oomph!</span> haben massiv abger&auml;umt, und vielleicht hei&szlig;t es bald wieder: Augen auf, sie kommen!</p>
  284. <p>Eigentlich wollte er doch endg&uuml;ltig mit seiner Vergangenheit abschlie&szlig;en, der gute Herr Dirkschneider - deshalb ging "uns Udo" ja letztes Jahr auf gro&szlig; angelegte Back To The Roots-Tour, bei er ausschlie&szlig;lich Material seiner Schaffensphase bei Accept darbrachte, die die gleichen Nummern mittlerweile ja ebenfalls wieder pr&auml;sentieren. Ab dem Abschlusskonzert in Solinger im Dezember sollte es nur noch St&uuml;cke aus seinem eigenen Kanon unter der Flagge <span class="strong">U.D.O.</span> geben. So der Plan. Aber manchmal kommt es eben doch anders: sei es nun der durchschlagende Erfolg der Ansetzungen, sei es die neu entdeckte Freude an den alten Perlen: der Tross geht in die (mindestens) zweite Runde, Back To The Roots Part Deux sozusagen. Wir sind also durchaus frohgemut, als Filius Sven Dirkschneider sich hinters Drumkit schwingt, die <span class="strong">U.D.O.</span>-Kombo die B&uuml;hne entert und zu den ersten Takten von "Starlight" auch Mr Reibeisen himself auf den Plan tritt. Hier ist alte Schule angesagt, keine Frage, klassischer Metal der teutonischsten Art, von Udo und seinen Freunden wie immer blitzsauber dargebracht. Sofort am Start ist auch das fast schon notorische Ballett, das wir ja aus Accept-Tagen noch kennen, als das krachige Set mit "Living For Tonite" nahtlos weitergeht. Musikalisch ist das nat&uuml;rlich deutlich anders als das Geschehen bislang, aber wichtig ist: der auch an Leibesf&uuml;lle imposante Udo in den etatm&auml;&szlig;igen Tarnhosen und Springerstiefeln r&ouml;hrt wie in besten Tagen, da gibt es kein Versehen. Mit "Flash Rocking Man" greift er nun in der Tat sehr tief in die Mottenkiste, mit den damals schon textliche kuriosen "London Leatherboys" und dem Single-Klassiker "Midnight Mover" (astreines Gitarrenflirren inklusive) geht es dann in die Balls To The Wall/Metal Heart-Historie, was die Menge geb&uuml;hrend abfeiert.</p>
  285. <p>Kompromisslos, hart und doch melodisch ballert dann der "Breaker" daher, wobei man an dieser Stelle eins zugestehen muss: die Saitenfranktion mit Andrey Smirnov und Bill Hudson macht ihre Aufgabe tadellos, aber an die m&uuml;helose, rasiermesserscharfe Kunstfertigkeit des Originals Wolf Hoffmann reichen sie nicht ganz heran. Das tut der Sause aber keinen Abbruch, die mit dem ausladenden Mitsingfest "Princess Of The Dawn" ohne Pause fortgef&uuml;hrt wird. Die ohnehin gutgelaunte Security steigt voll ins Geschehen ein und zeigt sich ohnehin den ganzen Tag &uuml;ber freundlich und entspannt - am Ende verteilen wir dann gemeinsam Gummib&auml;rchen in die ersten Reihen. Metaller sind eben ganz harte Hunde. Die Menge feiert die Kombo mit Sprechch&ouml;ren ab, "Restless And Wild" kommt leider nur etwas verk&uuml;rzt an die Reihe, aber daf&uuml;r gibt es denn ruppigen "Son Of A Bitch" auf die Ohren, zu dem Udo seine Verachtung regelrecht ins Mikro w&uuml;rgt. Publikumsinteraktion ist nicht seine starke Seite, aber so kennen wir ihn - daf&uuml;r gibt es permanent pittoreske Zusammenrottungen der Kombo am vorderen B&uuml;hnenrand. Da sehen wir gerne dar&uuml;ber hinweg, dass der Cheffe bisweilen den &Uuml;berblick verliert ("jetzt bin ich raus. Das waren so viele Alben, ich wei&szlig; grade nicht auf welchem dieses Lied war"), was ihn nur umso sympathischer macht. "Up To The Limit" geht ordentlich nach vorne (und stammt von "Metal Heart", man hilft ja gerne) und bringt auch den ersten "richtigen" Crowdsurfer auf den Plan. "Screaming For A Lovebite" wirkt bew&auml;hrt wie immer, bevor es dann - nat&uuml;rlich - die schaurige M&auml;r vom Metallherzen, komplett mit Anleihen bei den Herren Tschaikowsky und Beethoven, auf die Lauscher gibt. Ein Schlachtross, das eben immer und &uuml;berall funktioniert, auch wenn einige wohlwollende Zaung&auml;ste meinen, das sei Dirk Schneider, der vom "Fleischsalat" singt. Wir singen dann auch gerne "Hei di hei do" und freuen uns wie stets auf den Prototypen aller Speed Metal-Songs, aber bei "Fast As A Shark" schl&auml;gt dann die Stunde unseres Plauschs mit <span class="strong">Sabaton</span>, weshalb wir vom Tourmanager flugs hinter die B&uuml;hne geholt werden. "Balls To The Wall" h&ouml;ren wir somit nur noch aus der Ferne. Dem Vernehmen nach war es gut. Im Dezember kommt er wieder nach M&uuml;nchen, quasi zum Weihnachtssingen am 21.12. - vielleicht spielt er da ja wieder sein Lied vom Eimer ("I'm A Rebel"), das heute gefehlt hat. Wir werden dabei sein!        </p>
  286. <p>Nach unserem Interview, bei dem mich Schlagwerker Roel van Helden auf dem Weg zur Toilette in voller Montur fast umrannte und die beiden Greywolf-Gitarristen schon in vollem Corpsepaint entspannt noch ein Getr&auml;nk zu sich nahmen, eilen wir geschwind wieder vor die B&uuml;hne, wo ein schwarzer Vorhang das durchaus imposante B&uuml;hnenbild von <span class="strong">Powerwolf</span> verdeckt.  Allerdings nicht allzu lange, den p&uuml;nktlich um 20:30 Uhr erklingen die ersten Takte, der Vorhang wird weggezerrt und die W&ouml;lfe steigen mit "Blessed And Possessed" in die "einzig wahre Metal Messe in Eurrrrropa" ein. Maximale Spielfreude, Pyro-Effekte allenthalben, ein wild umherh&uuml;pfender Falk Maria Schlegel (gleich an zwei Keyboards t&auml;tig, wenn er nicht gerade den Animateur am B&uuml;hnenrand macht) und nat&uuml;rlich ein wie immer bestens aufgelegter Attila Dorn haben sich zu absoluten Stimmungsgaranten auf jeder B&uuml;hne gemausert. Dazu geh&ouml;rt nat&uuml;rlich die launige Art der Fronters, der immer wieder mal aus seinem augenzwinkernden Karpathen-Akzent f&auml;llt, aber meistens "vielen lieben Dankesch&ouml;n meine Freunde" ruft. "Guten Abend Fritzlar!", begr&uuml;&szlig;t er uns frohgemut. "Ach verdammt, das war ja gestern! Heute sind wir in Kempten! Guten Abend Kempten!" Wir am&uuml;sieren uns, viel wichtiger ist, dass es mit "Army Of The Night" gleich ordentlich weiter nach vorne geht. Die Menge ist entz&uuml;ckt, darunter auch erstaunlich viele Kinder, die trotz ihres zarten Alters die Texte weitgehend fehlerfrei mit intonieren. Respekt!</p>
  287. <p>Die Hymne auf "das beste St&uuml;ck" des Mannes, "Coleus Sanctus", l&auml;uft gut rein, bevor es bei "Amen And Attack" wieder eine Pyro-Einlage nach der anderen setzt. Die B&uuml;hne macht gewaltig etwas her, mit w&ouml;lfischem Backdrop und Falks Adler-Orgeln - man wei&szlig; eben, wie man sich wirkungsvoll inszeniert. Bei "Dead Boys Don't Cry" schwenkt Herr Schlegel eine gewaltige Fahne (auch wenn das St&uuml;ck sicher nicht zu ihren gro&szlig;en W&uuml;rfen geh&ouml;rt), und ich notiere erneut, dass man live ohne Basser auskommt. "Sacred And Wild" feuert dann wieder w&ouml;rtlich aus allen Rohren, bei "Aramta Strigoi" ist der massive Publikums-Mitsing-Attacke gefragt, was das Publikum schon einmal vorab erledigt - "danke, aber ihr singt falsch! So wird das nix!", korrigiert Herr Dorn. Beim episch-getragenen "Let There Be Night" zeigt er sein ganzes eindrucksvolles vokalistisches K&ouml;nnen und befragt uns dann erneut nach unseren private parts - "wer von euch hat heute Morgen schon gezeltet?", grinst der Kollege s&uuml;ffisant, bevor das lustige "Resurrection By Erection" auch den letzten m&uuml;den Krieger aufweckt. Ordnungsgem&auml;&szlig;es gesangliches Massenvergn&uuml;gen ist bei den "Hu! Ha!"-Ch&ouml;ren bei "All We Need is Blood" und auch der "Werewolves Of Armenia" angesagt, Falk springt agil wie eh und je umher und wechselt permanent mit Attila die Seiten. "Seid ihr noch da?", kommt nun eine doch eher rhetorische Frage. Heutzutage k&ouml;nne man so etwas ja kaum noch sagen, aber damit das klar ist: "wir explodieren f&uuml;r den Heavy Metal!" So lassen wir uns das krachige "Sanctified With Dynamite" auch politisch korrekt bestens gefallen, keine Frage. Dann ist diese wunderbare Sause auch schon wieder fast vorbei - wie jedes Wolfskonzert ging auch diese Ansetzung im Fluge vor&uuml;ber. Herr Dorn bedankt sich noch f&uuml;r einen unvergesslichen Abend, sie kredenzen uns noch die Abrissbirne "We Drink Your Blood" und lassen sich dann zu "Wolves Against The World", die wieder aus der Konserve kommen, abfeiern. Vollkommen zu Recht. Wie immer ganz gro&szlig;! Und n&auml;chstes Mal "Wolves Against The World" bitte live spielen!</p>
  288. <p>And now for the main event of the evening: den ganzen Festivaltag &uuml;ber konnte man schon die Requisiten am B&uuml;hnenrand ersp&auml;hen, aber jetzt wird die Kulisse dann tats&auml;chlich hergerichtet: man rollt den massiven Panzer herein, auf dem Hannes Van Dahls Schlagzeug thront, eine Videoleinwand wird aufgezogen, und die Mikrost&auml;nder nebst Patroneng&uuml;rtel und Stahlhelm werden drapiert. Manch einem mag die Inszenierung nach wie vor als zu martialisch scheinen: die Optik passt schlichtweg zu den Themen, die <span class="strong">Sabaton</span> ohne Zweifel historisch akkurat recherchiert zum Vortrag bringen. Ein offenkundig wenig erfahrener Kollege im Fotograben fragt, ob denn hier auch so viele Pyros zu erwarten seien, worauf wir die Stirn runzeln und die Security antwortet: "Also, sagen wir mal so, auf der Setlist sind zwei Songs ohne Pyros..." Die Pr&auml;senz von f&uuml;r den Einsatz gekleideter Feuerwehr ist enorm, man wird fast ein wenig nerv&ouml;s ob der kommenden Attacke. Vom Band l&auml;uft erst einmal ihre Coverversion des alten Rei&szlig;ers "In The Army Now", dann flimmert das animierte Intro "The March To War" bildgewaltig &uuml;ber den Schirm - und dann drischt Herr Van Dahl einen Trommelwirbel, Explosionen vernebeln alles, die Formation st&uuml;rmt auf die B&uuml;hne und startet nat&uuml;rlich mit "Ghost Divison" den bunten Reigen. Joakim springt als H&uuml;pfflummi als letzter herbei, pr&uuml;gelt die Luft, braucht die gesamte B&uuml;hne als Wirkungsort und singt dabei noch wie eine Eins &uuml;ber die Panzer-Elite. Der Tarnhosen-Alarm ist durchg&auml;ngig, die ganze Kombo - inklusive unserem Gespr&auml;chspartner, Bandgr&uuml;nder, Manager und Bassist P&auml;r - sch&uuml;ttelt das Haupthaar, post was das Zeug h&auml;lt und beweisen aufs Neue, dass <span class="strong">Sabaton</span> live eine Bank sind, die nie entt&auml;uscht und nun "The Art Of War" feurig abfeiert. Die Menge ist sogleich aus dem H&auml;uschen, sofort kommen die ersten "Noch ein Bier"-Sprechch&ouml;re, aber nach der schmissigen Schottenhymne "Blood Of Bannockburn" begr&uuml;&szlig;t uns Joakim erst einmal: "Guten Abend Bayern!" Sch&ouml;n sei es hier, man habe Berge, gutes Wetter und Bier. Besonders spa&szlig;ig sei der Empfang durch den Fanclub gewesen, der die Band am Vorabend zum Grillen lud und Herrn Broden dabei eine Speisekarte in die Hand dr&uuml;ckte, die er nun gut gelaunt verliest: "Ok, even I know this is bad: gepresster B&auml;renhoden und schwedischer Elchpenis, naturbelassen." Nun, der Spa&szlig;faktor ist eben immer gegeben hier, und nun muss er tats&auml;chlich "noch ein Bier" zu sich nehmen. Man habe heute einiges auf Lager, "some old shit, some unexpected shit, and some songs that are simply shit!" Das lassen wir uns doch gleich gefallen, als mit "Attero Dominatus" in der Tat eine Nummer an die Reihe kommt, die lange nicht im Set war.</p>
  289. <p>Jeder Song wird auf der riesigen Videoleinwand mit Plattencovern, Filmsequenzen oder Textzeilen passend untermalt, so dass wirklich jeder fr&ouml;hlich mitsingen kann, was wir beim Titeltrack des aktuellen Albums "The Last Stand" denn auch sehr gerne tun. Im Fotograben ist die Stimmung mittlerweile wieder entspannter, man sieht, dass wir es hier trotz aller Flammens&auml;ulen mit einem professionellen Ablauf zu tun haben, und freut sich an der energetischen Darbietung. Als n&auml;chstes k&uuml;ndigt Joakim erneut "old and unexpected shit" an, was f&uuml;r das folgende "Panzerkampf" durchaus zutrifft, was deutlich besser als auf Platte z&uuml;ndet. Aus dem Augenwinkel kann man derweil erhaschen, dass sich um das Festivalgel&auml;nde ein Gewitter zusammenbraut - die Blitze sind schon deutlich zu erkennen. Wenn das hierher zieht, Freunde, ist diese Sause aber ganz schnell durch und wir saufen ab. Wir hoffen das Beste und werden belohnt: die Front zieht vor&uuml;ber und verschont uns. Das Schicksal meint es eben gut mit dem Rock The King, das nun eine fulminante Inszenierung des Testosteron-Epos "Sparta" erlebt, wieder mit "300"-inspirierten Videos. Als man erneut "Noch ein Bier" fordert, macht Joakim den Fehler, diese Ehre dem j&uuml;ngsten Bandmitglied Tommy zu &uuml;berlassen, der den Inhalt des Bechers in Sekundenbruchteilen inhaliert. "You make me look like a pussy!", stellt Herr Broden richtigerweise fest. Mit "Screaming Eagles" steht nun eine pfeilschnelle Nummer von "Coat Of Arms" auf dem Zettel, gefolgt vom wie immer herausragenden "Carolus Rex". Die Menge stimmt nun unvermittelt die Ch&ouml;re von "Swedish Pagans" an, Tommy steigt instrumental kurz mit ein, aber Joakim protestiert: "This is not on the set list! This is not a democracy!" Tommy gibt aber nicht nach, der Widerstand ist zwecklos - die Wikingerhyme muss gespielt werden. "I don't like you anymore!", grinst Joakim seinen Bandkollegen an, der ihm das eingebrockt hat, aber wir feiern die wunderbare Nummer geb&uuml;hrend. "Ok, if you think this is a democracy, then let's vote: who wants to hear A Lifetime Of War? Or rather The Carolean's Prayer? In English, or in Swedish?"</p>
  290. <p>Per Open outcry-Verfahren optieren wir f&uuml;r die schwedische Variante der Lifetime of War, die ganz wunderbare Magie entfaltet, auch wenn das Mitsingen ein wenig schwerf&auml;llt. Sm&ouml;rebr&ouml;d. Jetzt schnallt Joakim sich selbst die Gitarre um und sagt, er habe ja auf der ganzen Tour jede Menge Scherze damit getrieben, erst Smoke On The Water, dann Beat It angespielt, aber damit sei jetzt Schluss - muss auch nicht sein, wir nehmen das sehr gute "Resist And Bite" auch ohne Klaumauk-Intro. "The Lost Batallion" kommt mit vollem Intro bestens zur Geltung, die "Winged Hussars" finde ich wie immer eher verzichtbar, aber die heftigen "Night Witches" krachen daf&uuml;r umso mehr. Kollektiver Stampf-, Sing- und H&uuml;pfalarm dann nat&uuml;rlich bei der D-Day-Story "Primo Victoria", die zum v&ouml;lligen Triumphzug ger&auml;t. Seit 18 Jahren sei man unterwegs, habe 1000 Shows in &uuml;ber 50 L&auml;ndern gespielt, aber Deutschland sei eben immer etwas speziell - immerhin habe man hier "the first sold out show outside of Sweden" geschafft, erz&auml;hlt Joakim. "There were 280 people, but it was sold out!" Er liebe das deutsche Publikum, hasst es aber gleichzeitig: "Every time we come here, I get fatter because of all the beer! This is a metal concert, not a beer drinking show!" Nun denn, er verliert ein weiteres Duell gegen Tommy und st&uuml;rzt sich deswegen lieber in die Samurai-Hymne "Shiroyama" (ich h&auml;tte wirklich fragen sollen, ob sie den deutschen Sprechgesangler namens Bushido kennen). Mit einem fulminanten "To Hell And Back" ziehen sie nochmal alle Register, bevor der Feldzug hier und heute ein Ende findet.</p>
  291. <p>Fazit: der Inbegriff eines &uuml;berschaubaren, sympathischen Festivals, das in bester Erinnerung bleiben wird und 2018 hoffentlich in die n&auml;chste Runde geht. Dann mit Nightwish und Accept, nur so als Vorschlag...</p>
  292. <p>Der Bericht erscheint ebenfalls bei <a href="https://www.kuehleszeug.de">www.kuehleszeug.de</a><br />
  293. </p>
  294. ]]></content></entry><entry>
  295. <title type="html"><![CDATA[ Children Of Bodom, Forever Still &amp; Oni]]></title>
  296. <link href="http://www.heavyhardes.de/live-670.html" />
  297. <id>http://www.heavyhardes.de/live-670.html</id>
  298. <updated>2017-05-17T10:00:21+02:00</updated>
  299. <published>2017-05-17T10:00:21+02:00</published><content type="html"><![CDATA[ <p>"Twenty Years down and dirty" - ja, man mag ungl&auml;ubig staunen, aber seit 20 Jahren kredenzt Alexi Laiho mit seiner Rasselbande nun schon melodisches Geschredde auf h&ouml;chstem Niveau. Wenn die Kinder mit einem Klassiker-Set anr&uuml;cken und dabei auch noch unsere Freunde von <span class="strong">Forever Still</span> mit im Tross fahren, dann steigen wir auch gerne ein. T&uuml;ren schlie&szlig;en und festhalten!</p>
  300. <p>Die Theaterfabrik in M&uuml;nchen gleicht einem Tollhaus, der Platz vor der B&uuml;hne scheint eine Art Dauer-Durchreiche f&uuml;r verwegene Gesellen zu sein - und die entr&uuml;ckte Menge sucht dabei permanent lautstark nach dem Zentralen Omnibusbahnhof M&uuml;nchen. So klingt es zumindest, wobei die Sprechch&ouml;re wohl doch eher "COB" intonieren als nach dem ZOB zu verlangen, wie das Personenfernverkehrsexperte Sebbo konstatiert. Aber wir eilen voraus, springen wir doch zur&uuml;ck zum Beginn und kehren dann gerne wieder zu dieser Szene zur&uuml;ck.</p>
  301. <p>Lange ist es her, dass Alexi Laiho und seine Bodenkinder uns beehrten, die Jubil&auml;umstournee f&uuml;hrt durch mehrere Ansetzungen in deutschen Landen (neben unserer sch&ouml;nen Landeshauptstadt tritt die Krabbelgruppe noch in Hannover, Stuttgart, Dresden und Berlin an), und die Setlist l&auml;sst gro&szlig;es vermuten: so sind wir doch ein wenig &uuml;berrascht, dass zu Beginn des Geschehens eine eher &uuml;berschaubare Menge in der Theaterfabrik in den Optimolwerken eintrudelt. Sei's drum, wir am&uuml;sieren uns noch ein wenig &uuml;ber den Zettel-Abriss, der aussieht wie ein Eintrittskarte zum &ouml;rtlichen Schwimmbad, als die Kanadier von <span class="strong">Oni</span> ganz massiv loslegen. Die sechs w&uuml;sten Gesellen preschen ordentlich nach vorne und legen dabei relativ wenig Wert auf Eing&auml;ngigkeit: angesagt ist eine Art progressiver Death, der mal ballert, mal melodisch wirkt und technisch immer auf h&ouml;chster Komplexit&auml;tsstufe abl&auml;uft. Neben Frontgrunzer/s&auml;nger Jake <span class="strong">Oni</span> bietet dabei Johnny D den Blickfang, der mit ca. zehn bommelbewehrten Kl&ouml;ppeln auf ein Xylophon (ja genau, das Ding, das wir in der Grundschule bedienen mussten) eindrischt, als ob er Themen zu verarbeiten h&auml;tte. Das groovt zweifelsohne, klingt bisweilen ein wenig nach Five Finger Death Punch, die Darbietung mit kollektiven H&uuml;pfattacken hat man bei Slipknot gesehen, und die Saitenfraktion frickelt sich regelm&auml;&szlig;ig den Wolf. "Einfach m&ouml;gen die es nicht", stellt Musiktheoretiker Sebbes treffend fest, als nach 25 Minuten der progressive Sturm vor&uuml;ber ist. Ach ja, und meine beliebte Frage, wer oder was ein <span class="strong">Oni</span> ist, l&auml;sst sich auch beantworten: das ist in der japanischen Mythologie wohl ein boshafter gestaltwandlerischer D&auml;mon. Again what learned.</p>
  302. <p>In der kurzen Umbaupause fragen wir uns, wie denn unsere Bekannten von <span class="strong">Forever Still</span> da hineinpassen sollen: Maja Shining, die wir im Vorfeld zu einem Plausch trafen, und ihr Kollege Mikkel r&uuml;hren ja keinen Schlagetot-Sound, sondern eher eine Mischung aus melodischem Metal an. W&auml;hrend die Herrschaften selbst beim Aufbau Hand anlegen, konstatieren wir, dass sich die Lokalit&auml;t nun doch zusehends f&uuml;llt, so dass zu den ersten Takten von "The Last Day" eine ansehnliche Zuschauerschar notiert werden darf. Nach einer bemerkenswerten Transformation (eben noch unsere sehr h&ouml;fliche Interviewpartnerin, jetzt Fronterin mit massiver B&uuml;hnenpr&auml;senz, Kriegsbemalung und Oberteil direkt importiert aus Senkelhausen) steigt Maja Shining beherzt ins Geschehen ein, ihr Partner Mikkel Haastrup tigert und springt &uuml;ber die gesamte B&uuml;hne, und auch insgesamt scheint der Sound und die Darbietung dr&uuml;ckender und aggressiver als bei ihrem Gastspiel mit Lacuna Coil im wohnzimmergro&szlig;en Strom letztes Jahr. "Wie geht's M&uuml;nchen?", begr&uuml;&szlig;t die Dame nun die Schlachtenbummler, die das Geschehen nach anf&auml;nglicher Zur&uuml;ckhaltung zunehmend goutieren und sich die durchaus einzigartige Kreation aus groovigem Metal, kraftvollem Gesang, elektrischen Elementen und teilweise erheblich verzerrten Bass-L&auml;ufen immer mehr gefallen lassen. "Miss Madness" brilliert wie stets, ebenso wie das fast zerbrechliche, atmosph&auml;rische "Tied Down", bei dem sich auch der Gastgitarrist, den sich Maja und Mikkel an Bord geholt haben, gut in Szene setzen kann. "How do you feel we speed things up a bit?" Diese Frage kann man sich bei diesem Publikum eigentlich sparen, und so l&auml;uft "I'm Out" mit massive Bass-Linien bestens rein. Nach dem hervorragenden "Once Upon A Nightmare" biegen sie dann langsam in die Zielgerade ein - "We love you!", schallt es da aus der Menge, Maja antwortet h&ouml;flich "We love you too!" und legt dann zu "Scars" (elektronische Einsprengsel inklusive) eine illustre Choreographie auf die Bretter (H&auml;nde hoch, H&auml;nde runter). Nach 30 Minuten ist die Sause vor&uuml;ber, man verabschiedet sich und eilt zum Merchandise-Stand, wo noch gute Gespr&auml;che und Foto-Gelegenheiten warten. Wie immer eine famose Leistung dieser Kombo, dessen kommende zweite Platte man unbedingt im Auge behalten sollte.</p>
  303. <p>Jetzt gibt es dann doch ein gr&ouml;&szlig;eres Neuarrangement, man rollt ein neues Schlagzeug herbei, die Reihen verdichten sich merklich, und nach kurzer K&uuml;nstlerpause setzt dann ein dr&auml;uendes Gewitter-Intro ein. Fast schon gen&uuml;sslich marschiert Klassensprecher Alexi dann auf die B&uuml;hne, postiert sich mittig, wir k&ouml;nnen gerade noch die wie gewohnt schwarz lackierten Fingern&auml;gel bestaunen, als es dann mit "Deadnight Warrior" sofort von null auf hundert losgeht. Sofort ist der typische COB-Sound  im Raum, die Kreiss&auml;gen-Riffs, die unglaublich pr&auml;zisen Melodie-Attacken und &uuml;ber allem Alexis w&uuml;tendes Keifen. Die Menge geht sofort steil, und nach "In the Shadows" begr&uuml;&szlig;t uns Zeremonienmeister Laiho wie gehabt sch&uuml;chtern: "How the fuck are we doing tonight?" Das sei ein spezieller Abend, erstens sei man schon lange nicht mehr da gewesen, und zweitens seien sage und schreibe zwanzig Jahre ins Land gezogen, seit man den Erstling Something Wild auf die Welt losgelassen habe. Das muss gefeiert werden, so viel steht fest, und womit k&ouml;nnte man das besser als mit dem nun folgenden "Needled 24/7"? Mit dieser Nummer haben sie ja seinerzeit sogar mich vereinnahmt, der ich ja nun wirklich nicht auf die extreme Gangart spezialisiert bin - aber eine derartig versierte Technik, aggressive Hochgeschwindigkeitspr&auml;zision und dabei noch unentrinnbare Eing&auml;ngigkeit, das konnte selbst ich dann nicht mehr links liegen lassen. Auch heute &uuml;berschl&auml;gt sich das St&uuml;ck fast, die Sympathisanten drehen am kollektiven Rad, und Alexi zelebriert die rasenden Soloeinlagen wie gehabt mit aufgest&uuml;tzter Gitarre und verbl&uuml;ffender Leichtigkeit. </p>
  304. <p>Seine Formation versieht die Dienste genau und zuverl&auml;ssig, Daniel Freyberg bearbeitet seinen 6-Saiter virtuos, w&auml;hrend Basser Henkka Sepp&auml;l&auml; irgendwie dreinschaut, als ob er das Ganze aus der Distanz beobachtet. Zupfen tut er aber ordentlich, keine Frage. Zur&uuml;ck in der Zeitmaschine geht es nun zum Hatebreeder-Album, mit einem St&uuml;ck, den man "in your city" noch nie live gespielt hat: "Black Widow" gef&auml;llt dennoch auf Anhieb mit flirrenden Soli und Melodien. War die Stimmung bislang schon gut, fliegt der Deckel sp&auml;testens jetzt vom Schnellkochtopf: bekanntlich darf man sich bei dieser Kombo bei jedem Song, der den Bandnamen im Titel tr&auml;gt, auf ein Glanzst&uuml;ck freuen, und als die ersten Takte von "Lake Bodom" ert&ouml;nen, rastet die Gemeinde folgerichtigerweise vollst&auml;ndig aus. Der Moshpit nimmt mehr oder weniger den gesamten Innenraum ein, die Crowdsurfer werden quasi auf dem Laufband durchgereicht und springen kurz danach wieder munter ins Geschehen. Oben zelebrieren Alexi und Konsorten den Signatur-Song vom Debut regelrecht, mit allen Markenzeichen, die auch nach zwanzig Jahren frisch wie am ersten Tag klingen. Neben "Needled 24/7" ganz klar das Glanzlicht des Abends. Auch bei dem im Vergleich eher getragenen, aber dennoch tonnenschwer groovenden "Angels Don't Kill" fliegen die Haar-Rotore, die Darbietung ist auf den Punkt, Alexi marschiert zu den Harmonie-Teilen zu Keyboarder Janne Wirman (der im Verlauf des Geschehens diverse Bouteillen eines seltsamerweise hierzulande popul&auml;ren Biers mit angeblichem Tequila-Geschmack leert) und feiert die Melodien standesgem&auml;&szlig;. Nach "Red Light In My Eyes" (einem weiteren R&uuml;ckgriff auf den Erstling) ballert dann "Hate Me!" alles nieder, w&auml;hrend Alexi uns den astreinen Metal-Paginini macht. Dabei geht er sogar einen Zacken zu virtuos vor, da er nach einem Schlenker ordentlich auf dem B&uuml;hnenboden landet. Der Meister nimmt\x91s mit Humor: "Well, I knew it was going to be a special night. What I did not know is that I was going to land on my ass." </p>
  305. <p>Da l&auml;sst sich das Publikum nicht lumpen und trumpft zu "Downfall" mit einer astreinen Wall of Death auf: einfach Mixer einschalten, Leute hineinwerfen, und los geht die wilde Reise. Puh! Das bei einer durchaus beachtlichen Anzahl holder Weiblichkeit, die auch Keyboarder Janne konstatieren muss (und die mich immer wieder zur Frage bringt, wo die Damen denn fr&uuml;her waren, da waren die Lager ja klar geteilt in M&auml;nner/Metal und Frauen/Disco): "Danke an die M&auml;dchen!", ruft er in passablem Deutsch, und f&uuml;gt gleich an: "Sagt dem Lichtmann mein Popo brennt. Licht zu hei&szlig;!" Ob wir denn jetzt noch Lust auf etwas wirklich heavy h&auml;tten, fragt uns Alexi, als ob das bisher nur ein laues L&uuml;ftchen gewesen sei. Aber klaro, wir sind dabei, und mit der Hymne von der Hate Crew Deathroll (was ist eigentlich eine Missgunstvereinigungstodesrolle?) bekommen wir dann auch prompt die Vollbedienung. Brachialit&auml;t mit Stil, gewisserma&szlig;en. Krass. So rast die Sause langsam ihrem Ende entgegen, "Bed Of Razors" und das absolut herausragende "Children Of Decadence" beenden den regul&auml;ren Set, aber zu "The Nail" und "Towards Dead End" kommen sie nochmal wieder. Wir eilen geschwind zum Merchandise-Tischlein, wechseln noch einige Worte mit Maja und Mikkel und stellen fest: ein rundum gelungender Abend, der ganz gepflegt in den Allerwertesten getreten hat. Die Rasselbande ist fast schon erschreckend frisch, das Material rostfrei - finnische Ma&szlig;arbeit eben.               </p>
  306. <p>Der Bericht erscheint auch bei <a href="http://www.kuehleszeug.de">K&uuml;hles Zeug</a>.</p>
  307. ]]></content></entry><entry>
  308. <title type="html"><![CDATA[ Battle Beast &amp; Majesty]]></title>
  309. <link href="http://www.heavyhardes.de/live-669.html" />
  310. <id>http://www.heavyhardes.de/live-669.html</id>
  311. <updated>2017-05-15T09:19:57+02:00</updated>
  312. <published>2017-05-15T09:19:57+02:00</published><content type="html"><![CDATA[ <p>Schier unaufhaltsam galoppiert, st&uuml;rmt und donnert es, das finnische Schlachtross: <span class="strong">Battle Beast</span> machen einfach alles richtig. Nicht nur hauen sie mit Bringer Of Pain ein berauschendes neues Album heraus, nein, auch auf den B&uuml;hnen &uuml;berzeugen die Herrschaften nachweislich immer auf ganzer melodischer Linie. Wenn man uns als alte Weggef&auml;hrten somit zum Tanztee auffordert, dann sagen wir dazu nur: Enter the metal world of doom!</p>
  313. <p>Also, ein gutes Ged&auml;chtnis hat er ja schon, der gute Eero Sipil&auml;, seines Zeichens Battle-Beast-Basser: man sei ja mittlerweile zum vierten Male hier im Backstage, referiert er irgendwann im Set - zuerst als Support von Sonata Arctica, dann als Opener f&uuml;r Powerwolf, anschlie&szlig;end ein paar Meter weiter im kuschligen Club vor 300 Leuten (na, das ist durchaus wohlwollend aufgerundet, aber lassen wir das mal so stehen - immerhin war das erstmals als Headliner und somit achtbar), und jetzt hier und heute im Werk vor einer ausverkauften Bude mit mehr als 800 Nasen. Was er leider nicht erw&auml;hnt: mit Ausnahme des ersten Ausritts waren wir immer dabei und haben mithin den mehr als verdienten Aufstieg dieser Kombo hautnah verfolgt. Grade weil es immer so sch&ouml;n ist mit ihnen und weil die neue Scheibe Bringer Of Pain wieder diese unversch&auml;mt eing&auml;ngige Variation des 80er-Hard Rock-Sounds in Reinkultur serviert, sind wir geradezu hibbelig, als wir ins Werk marschieren. </p>
  314. <p>Dort ist noch durchaus gut Luft, als die erste handfeste &Uuml;berraschung auf uns wartet. Denn die Japaner von Gyze (ausgesprochen Gi-ze, also wie die Pyramiden) r&uuml;hren keinesfalls einen exotischen Klang-Reiswein an, sondern ballern eine energetische Mischung aus melodischem Death und Power Metal in die Reihen. Da schaut man sich kurz verdutzt an und reibt sich die Augen, aber die technische Pr&auml;zision und Spielfreude der drei Herren rei&szlig;t die erstaunten Anwesenden zunehmend mit. An der Gitarre macht uns Ryoji den astreinen Alexi Laiho, mit flirrenden Soli, bezaubernden Melodien und kr&auml;ftigem Keifgesang. Ein wenig Englisch und Deutsch hat er wohl einstudiert, obgleich man die Ansagen au&szlig;er "Dankesch&ouml;n" kaum versteht - dennoch ist klar, dass er vehement m&ouml;chte, dass wir mitmachen, und das tun wir ja auch gerne. Sein Mitstreiter Aruta am Bass gibt sich weniger agil, gl&auml;nzt daf&uuml;r aber mit Kajal-Schminke a la Adam Ant und von Charlotte Wessels entliehenem roten Haarschopf, bevor er dann doch ins Synchron-Banging einschwingt. Das Material - vermutlich vorzugsweise vom aktuellen Album Northern Hell Song - changiert einstweilen zwischen ruppig-melodischen Death-Attacken und Guitar-Hero-Power-Metal-Material mit folkigen Einsprengseln, das in jeder Sekunde zu &uuml;berzeugen wei&szlig;. Die Menge ger&auml;t derart aus dem H&auml;uschen, dass wir uns kaum erinnern k&ouml;nnen, bei einer vollkommen unbekannten Support-Band derart enthusiastische Reaktionen erlebt zu haben. Am Ende wirft man CDs aus, Verz&uuml;ckung allenthalben. Arigatou gozaimasu f&uuml;r diese drei&szlig;ig Minuten, meine Herren!</p>
  315. <p>Uns schwirrt noch der Kopf nach dieser verwirrend vorz&uuml;glichen Darbietung, so dass wir kaum wahrnehmen, wie die B&uuml;hne nun flugs mit einem "Rebels"-Backdrop f&uuml;r die deutschen Wahrmetaller <span class="strong">Majesty</span> hergerichtet wird. Kurz nehmen wir noch verwundert zur Kenntnis, dass ein paar gut beleibte Zaung&auml;ste das mit der Garderobe offenkundig nicht ganz verstanden haben (da soll man seine Jacke abgeben, nicht T-Shirt nebst Hirn), als das Kommando die Bretter st&uuml;rmt. Emanuel Knorr und Robin Hadamovsky an den Gitarren nebst Basser Alex Voss steigen mit "Die Like Kings" gleich massiv aufs Gaspedal, und sp&auml;testens als Fronter Tarek "MS" Maghary (das MS steht nicht f&uuml;r Motorschiff, sondern f&uuml;r Metal Son) mit ins Geschehen eingreift, wird klar: der Kajal scheint heute zum obligatorischen Accessoire zu geh&ouml;ren. Das soll uns nicht weiter st&ouml;ren, wir konstatieren wie stets bei diesen Kollegen einen beherzten Auftritt, der in Optik und Sound bekanntlich eine deutsche Version der mittlerweile zu Zirkusartisten verkommenen ehemaligen selbst ernannten Kings Of Metal bietet. Heute kommt die Darreichung durchaus gut an, inklusive der H&uuml;pf-Einlagen zur Bandhymne "<span class="strong">Majesty</span>" (wobei das Publikum deutlich h&ouml;her hinaus will als die Vort&auml;nzer auf der B&uuml;hne) und synchroner Ballett-Schritte, die wir schon weiland bei Accept bewundern durften. </p>
  316. <p>"The Final War" kredenzt dann eine schnelle, dank keyboard-Eins&auml;tzen Sabaton-artige Nummer vom aktuellen Album, bevor der gute Tarek uns nun warmherzig begr&uuml;&szlig;t, wir feststellen, dass sein Wams wieder etwas besser sitzt, und er mit dem nun folgenden neuen "Yolo HM" das Motto festlegt: Spa&szlig; an der True Metal-Freude ist angesagt, und mit den Augen darf man dabei auch mal zwinkern. Als ich noch erkl&auml;ren darf, was es denn mit dem omin&ouml;sen "Yolo" auf sich hat (Jugendwort des Jahres 2012, damit schon l&auml;ngst wieder mausetot, hie&szlig; "you only live once" und stand f&uuml;r eine Attacke-Attit&uuml;de), stellt Lokalkulturhistoriker Sebbo fest: das ist hier wie auf dem Jahrmarkt, zackige Sounds und z&uuml;nftige Unterhaltung - quasi die Metal-Version von Auf geht's zum Schichtl! Dort gibt man bekanntlich Enthauptungen t&auml;glich, so weit geht der gute Metal Son Tarek nat&uuml;rlich nicht, sondern teilt die Menge in rechts und links, wir m&uuml;ssen schreien, und weiter geht's mit der getragenen Ballade "Across The Lightning" (ebenfalls vom aktuellen Langeisen), zu der wir brav nach rechts und links winken. Sch&ouml;n. Bei der wahrlich-Metall-Hymne "Metal Law" (ein R&uuml;ckgriff auf das Hellforces-Album von 2006) bricht der kollektive Mitsing-Alarm aus, die Gitarren blinken hell, und Tarek erkl&auml;rt uns, dass man hier und heute Szenen f&uuml;r das n&auml;chste Video mitschneiden wolle. Was auch erkl&auml;rt, warum ein emsiger Techniker permanent umher huscht und mitfilmt, so auch zu "Heroes In The Night" (n&auml;chster Strich auf der Rebels-Trackliste). Mit "Thunder Rider" biegt der schwarz gewandete Tross auf die Zielgerade ein, bevor dann "Rebels Of Our Time" (eingeleitet mit dem Hinweis auf den eigens daf&uuml;r produzierten Kurzfilm, zu bestaunen auf dem Youtube-Kanal der Majest&auml;ten) nach einer knappen Stunden den Schlusspunkt setzt. Kurzweilig keine Frage, energisch wie die Duracell-Trommler, und ausgelassene Stimmung wie auf dem Volksfest. Siehe oben. Man sieht sich am Merchandise-Stand.</p>
  317. <p>Wir ketten uns einstweilen an unserem neuen Stammplatz vorne links fest, denn immerhin kann es nun ja nicht mehr lange dauern, bis wir in die Metallwelt von <span class="strong">Battle Beast</span> eintreten d&uuml;rfen. Siehe da, hinter dem Drumkit (man verwendet den ganzen Abend das selbe mit durchsichtigen Trommeln, sieht schick aus und beschleunigt die Umbauten enorm) krabbelt in lustig gemusterten Strumpfhosen alsbald Schlagwerker Pyry Vikki hervor - anschnallen und los geht die Sause mit "Straight To The Heart", dem Opener des aktuellen Albums. Hossa, welche eine Atmosph&auml;re von Anfang an: die Menge zeigt sich sofort begeistert, der vormals noch hoffnungslos &uuml;berrannte Bierstand ist verwaist, der Sound ist astrein (nicht &uuml;berzogen laut, vielen Dank), und die Spielfreude der Kombo &uuml;bertr&auml;gt sich augenblicklich. Aber da kommt sie zu weiteren Jubelst&uuml;rmen nun endlich daher: Noora Louhimo macht uns mit langem schwarzen Ledermantel, blonder M&auml;hne und - richtig geraten - massiver Augenschminke eine veritable Metal Queen. Der Mixer wei&szlig; offenbar, was er tut, und bringt im Klangteppich den Gesang laut und deutlich nach vorne, was ja nicht jeder Kombo gut zu Gesichte steht. Hier geh&ouml;rt das Organ allerdings dazu wie die Spiegelkugel an die Disco-Decke, wobei Noora kr&auml;ftig und treffsicher brilliert. Auch in Sachen B&uuml;hnenpr&auml;senz sp&uuml;rt man, dass diese Kollegen auf zunehmend gro&szlig;en B&uuml;hnen zu Hause sind: die Instrumentalfraktion zeigt sich agil, w&auml;hrend Noora l&auml;ssig-&uuml;berzeugend die B&uuml;hne dominiert. "Bringer Of Pain" schie&szlig;t als Judas-Priest-Hommage in H&ouml;chstgeschwindigkeit vorbei, und Noora sinniert dar&uuml;ber, dass die <span class="strong">Battle Beast</span> Family stetig wachse - von 300 bis auf 800 heute, und diese 800 geraten aus dem kollektiven H&auml;uschen, als nun die Single-Auskopplung "Familiar Pain" an den Start geht. Ein ordentlicher Stampfrhythmus verbindet sich da mit einem waschechten Pop-Metal-Refrain - damit kommen nicht viel davon, aber hier macht es die W&uuml;rze aus. Der ganze Laden h&uuml;pft (h&ouml;her als vorher) und singt beseelt mit, wir halten schon jetzt fest: das wird richtig gut heute. </p>
  318. <p>Janne Bj&ouml;rkroth verbeugt sich auch optisch mit Umh&auml;nge-Keyboard in Richtung 80er, das passt ins Gesamtgef&uuml;ge, denn sp&auml;testens mit "Into The Heart Of Danger" f&uuml;hle ich mich wie stets zur&uuml;ckversetzt in so ziemlich alle Soundtracks von Action-Spektakeln dieser Dekade aus der Feder eines gewissen Harold Faltermeyer. Fast m&ouml;chte man mit Maverick die Hundemarke von Goose ins Meer schleudern, so wundersam ist das, was nun mit "We Will Fight" ein kollektives F&auml;usterecken zeitigt. "I am almost speechless!", zeigt sich Basser Eero von den Reaktionen entz&uuml;ckt: "This seems like a pointless question, but are you ready to get this party started?" Dann versucht er, auf Deutsch diejenigen Songs der Setlist zu z&auml;hlen, die vom aktuellen Album stammen, scheitert erst bei "f&uuml;nf", und sagt dann kurzerhand lieber das &auml;ltere "Let It Roar" an. Dieser Up-Tempo-Stampfer geht in die Vollen, Noora f&uuml;hrt einen wilden Tanz auf, und im Publikum ist sogar ein Crowdsurfer zu erkennen (vielleicht ist der ja vom letzten Mittwoch &uuml;brig, als Arch Enemy das Surfer-Flie&szlig;band anwarfen). Ebenfalls wie die gute Alissa verschwindet auch Noora nach jedem Song kurz hinter den Kulissen - die Wurst-Fraktion bleibt heute aber vermutlich ungeschoren, oder? Egal, wir sind hier ja beim Metal, "and here it is erlaubt to go apeshit crazy", meint Eero jetzt, und das tun wir dann auch gerne nur immer wieder absolut herausragenden, mit einem gut gelaunten "from the land of Pokemon" angek&uuml;ndigten "Black Ninja", die Noora mit schwarzem Lederfummel zelebriert (daher also der Abstecher nach hinten). "Far From Heaven" bringt dann als getragene Ballade wundersch&ouml;ne Atmosph&auml;re, zu "Lost In Wars" macht uns Noora in schwarzem Umhang und Zauberstab die dunkle Fee Maleficent, als man uns dann per Gitarre ein Star Wars-Thema kredenzt und Keyboarder Janne ein Fl&auml;schchen Bier in einem Zug leeren muss. Was er auch mit Bravour schafft. Bei "Iron Hand" vom Debut Steel, auf dem sie noch wesentlich traditionell-metallischer klangen, sch&uuml;ttelt Noora ihre M&auml;hne derart, dass sie danach nicht mehr unbedingt in der Drei Wetter Taft-Werbung auftreten k&ouml;nnte, aber das ist uns bei dieser Vokal-Leistung herzlich egal. </p>
  319. <p>"Well, you have heard a lot of types of metal tonight", plaudert die Gute nun mit uns, "you have heard Power Metal, Speed Metal, True Metal... but you haven't heard - Disco Metal!" Danke, dass ihr das selbst zu bezeichnet, so k&ouml;nnen wir endlich offiziell betonen, dass "Touch In The Night" und auch andere Nummern knietief im Sumpf des 80er-Europop vom Schlage einer Sandra und Konsorten stehen, dass es eigentlich unerkl&auml;rlich ist, warum die ganze kutten- und mattenbewehrte Meute hierzu steil geht. Uns inklusive. Vielleicht, weil es einfach genial ist, wie diese Kompositionen funktionieren und die Melodien einfach untentrinnbar sind? Das n&auml;mliche gilt f&uuml;r die folgende Attraktion, f&uuml;r das man laut Eero alle "Viking Warriors in Munchen, Deutschland" ben&ouml;tige: da sind wir hier ja richtig, und wir feiern das schmackige "Bastard Sons Of Odin" standesgem&auml;&szlig; ab. Auf dem Papier klingt das genauso nach Kirmes wie <span class="strong">Majesty</span>, funktioniert aber irgendwie besser. Noora in Nietenwams macht massiven Eindruck, beim Refrain tritt man kollektiv in imagin&auml;re Hintern - wir sind entz&uuml;ckt. Das Stakkato von "Enter The Metal World" f&uuml;hrt zum Kollektivrausch, und die Setlist neigt sich bedrohlich dem Ende entgegen. Wo ist dieser verflixte pinke Panther, der hier die Zeitmessung manipuliert?? "This ist the last show of this tour", informiert uns Noora nun, "we would like to go on, but we have to go to America. I do not know why Sabaton wanted us". Meine Liebe, das ist in Deutschland ein Fehler, diese Kombo zu erw&auml;hnen: sofort setzt es die &uuml;blichen "noch ein Bier"-Sprechch&ouml;re, zu denen dann alle beherzt prosten d&uuml;rfen. Ein furioses "Out Of Control" bringt das regul&auml;re Set zu Ende, sie verschwinden kurz, und wir protestieren lauthals. Sie kommen nat&uuml;rlich noch einmal zur&uuml;ck, man dankt f&uuml;r die "biggest show in Germany" und stellt fest, das m&uuml;sse nat&uuml;rlich mit einem "tribute to Manowar" gefeiert werden - hoch die F&auml;uste zum Kings Of Metal-Gru&szlig;, und los geht's mit der Keyboard-Melodie von...."Last Christmas". Von Wham. Ein Schelm, wer B&ouml;ses (etwa einen Seitenhieb auf die True Metal Fraktion?) dabei denkt - wir nicht, wir freuen uns an einem wunderbaren "King For A Day", auf das mit "Beyond The Burning Skies" das unerbitterlich letzte St&uuml;ck folgt. Aus? Nein! Wir fordern eine Resolution! Wir wollen eine Spielzeit von vier Stunden, die Setlist bitte mindestens dreimal komplett durchspielen, und dann nochmal von vorne - allein, es wird nicht stattfinden, da hilft es auch nicht, dass ich Noora die Hand dr&uuml;cke und sage, dass das alles "wonderful" war. Sie m&uuml;ssen heim, es nutzt ja nichts, zum "Top Gun"-Thema von der Konserve verschwinden sie. Wie passend. Was ein Fest der sch&ouml;nen Melodien, Freunde. Wir sind noch v&ouml;llig benommen, halten fest, dass dies definitiv eines der Highlights des bisherigen Jahres war, und gehen noch ein wenig in den kleinen Club. Dort setzen wir uns auf die B&uuml;hne, auf der wir vor weniger als zwei Jahren noch die gleichen <span class="strong">Battle Beast</span> bestaunten, und schauen jungen Damen in Kniestr&uuml;mpfen noch ein bisschen zu, wie sie zu Schlagetot-Musik umherspringen. Aber zu Noora ist das nat&uuml;rlich kein Vergleich. </p>
  320. <p>Der Bericht erscheint auch bei <a href="http://www.kuehleszeug.de">K&uuml;hles Zeug</a>.<br />
  321. </p>
  322. ]]></content></entry></feed>

If you would like to create a banner that links to this page (i.e. this validation result), do the following:

  1. Download the "valid Atom 1.0" banner.

  2. Upload the image to your own server. (This step is important. Please do not link directly to the image on this server.)

  3. Add this HTML to your page (change the image src attribute if necessary):

If you would like to create a text link instead, here is the URL you can use:

http://www.feedvalidator.org/check.cgi?url=http%3A//www.heavyhardes.de/feeds/atom/heavyhardes_live_atom.xml

Copyright © 2002-9 Sam Ruby, Mark Pilgrim, Joseph Walton, and Phil Ringnalda