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  4. <title>Heavyhardes.de - Live-Berichte für Bayern und den Rest der Welt</title>
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  10. <title type="html"><![CDATA[ Summer Breeze 2019 u.a. mit  &amp; ]]></title>
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  13. <updated>2019-09-28T17:56:22+02:00</updated>
  14. <published>2019-09-28T17:56:22+02:00</published><content type="html"><![CDATA[ <p>Never change a running system, so k&ouml;nnnte man das Summer Breeze 2019 beschreiben. Neben altbew&auml;hrtem, wie der drehbaren D&auml;monen-B&uuml;hne und der offenen T-Stage gibt es auch heuer wieder eine kleine B&uuml;hne, die diesmal aber nicht als Camel sondern als Wera Tool Rebel Stage bezeichnet wird. Auch das Bier ist diesmal ein anderes, denn M&ouml;nchshof sorgt seit diesem Jahr f&uuml;r die Versorgung mit Fl&uuml;ssignahrung. Ansonsten darf sich der willige Besucher &uuml;ber &uuml;berwiegend gutes Wetter, geile Bands und ausgelassene Stimmung freuen.</p>
  15. <p>Mittwoch, 14.08.2019<br />
  16. <span class="strong">Hypocrisy</span> sind live immer eine Macht, zumindest habe ich bislang noch keinen schlechten Gig von ihnen gesehen. Und auch heute werde ich nicht entt&auml;uscht, die Menge geht bereits zu den ersten Kl&auml;ngen von "Fractured Millenium" m&auml;chtig steil. Die Jungs um Peter T&auml;gtgren haben Spa&szlig; und Bock, das sieht man, und das h&ouml;rt man auch. So ist es auch nicht &uuml;berraschend, wenn Peter getreu dem Motto "no speaking, just playing" den Set bestimmt. Die Setlist ist eine Reise durch "some new stuff" und "some old shit". Besser k&ouml;nnte man es nicht beschreiben. Mit dem finalen "Rosewell 47" geht der Gig dann auch viel zu schnell nach einer Stunde zu Ende. H&auml;tte durchaus l&auml;nger dauern k&ouml;nnen. Was f&uuml;r ein gepflegter Abri&szlig;.</p>
  17. <p>Es bleiben nur kurze f&uuml;nf Minuten f&uuml;r einen Ortswechsel. <span class="strong">Midnight</span> aus Cleveland wurden mir vorab empfohlen und als sie um kurz vor elf die Wera Tool Rebel Stage entern, wei&szlig; ich auch warum. Extrem schn&ouml;rkelloser Black'n'Roll/Speed Metal, der es in sich hat. Dabei macht das Kapuzen-Trio keine Gefangenen und legt einen Gig auf die Bretter, der m&auml;chtig in den Arsch tritt. Teilweise erinnern mich die Riffes etwas an Mot&ouml;rhead auf Speed, aber das soll wohl auch so sein. Selbstverst&auml;ndlich l&auml;sst hier der Moshpit nicht lange auf sich warten. Sollte man durchaus im Auge behalten, die Jungs. </p>
  18. <p>Donnerstag, 15.08.2019<br />
  19. <span class="strong">Iron Reagan</span> aus US of A er&ouml;ffnen den Tag sowie die Main Stage. Der Thrash Metal mit Crossover sorgt f&uuml;r gute Laune um die Mittagszeit und auch schon f&uuml;r reichlich Bewegung vor der B&uuml;hne; der erste Circlepit des Tages l&auml;sst nicht lange auf sich warten. Die Mucke im Zielwasser von Municipal Waste l&auml;uft gut rein, nur an seiner Marketing Strategie muss Tony Foresta noch etwas arbeiten ("By some shirts or not.... we don't care"). Ist aber auch egal, denn Songs wie "Fuck The Neighbors" sorgen nicht nur aufgrund des Titels f&uuml;r das ein oder andere grinsen. Ein mehr als gelungener Einstieg in den Festivaltag. </p>
  20. <p>Jetzt aber schnell r&uuml;ber nach Mittelerde... &auml;h... zur T-Stage, denn auch hier ist Party bereits voll im Gange. Die Schweden <span class="strong">Twilight Force</span> k&ouml;nnen auf eine getreue Fangemeinde bauen, die die Band und die Elben an den Gitarren lautstark unterst&uuml;tzt. Man mag ja von derlei Kost&uuml;mierungen halten was man will, ihre Instrumente beherrschen die Jungs tadellos. Die Menge geht sehr gut mit und als kleines Dankesch&ouml;n wird mit "Queen Of Eternity" auch ein neuer Songs dargeboten. Dabei wird auch ein Crowdsurfing-auf-Drachen Wettbewerb initiiert, dem gl&uuml;cklichen Gewinner wird dann auch das brandneue Album &uuml;berreicht. Feine Sache. Mit "The Power Of The Ancient Force" verlassen wir dann wieder Mittelerde. </p>
  21. <p>Vor der Main Stage ist es schon richtig voll, kein Wunder, denn der Wanderzirkus <span class="strong">Avatar</span> ist in der Stadt. Die Schweden sind bekannt f&uuml;r ihre Show rund um Madman Johannes Eckerstr&ouml;m (Vocals). Treffend werden die ersten T&ouml;ne von "Hail The Apocalypse" durch die PA geblasen, als der Zeremonienmeister die B&uuml;hne mit breitem Grinsen betritt. Soviel gute Laune (oder ist es Wahnsinn?) steckt an und die Menge vor der B&uuml;hne geht ab der ersten Minute steil. "Let It Burn", "Bloody Angel" oder das famose "Paint Me Red" folgen. Kann man diese Level noch weiter steigern? Jupp, man kann. <span class="strong">Avatar</span> geben sich nicht zufrieden und stacheln das Publikum immer weiter an, so werden immer wieder, immer gr&ouml;&szlig;ere Circle Pits ins Leben gerufen. Genauso passend, wie der Set er&ouml;ffnet wurde, wird er auch mit "Smells Like A Freakshow" beendet. Stimmt, kann man so nur best&auml;tigen. </p>
  22. <p>Ein denkbar schweres Los haben die Jungs von Of Mice &amp; Men gezogen, m&uuml;ssen / d&uuml;rfen sie doch fast zeitgleich mit den parallel auf der Main Stage auftretenden Schwergewichten In Flames auf die B&uuml;hne. Trotzdem ist das Areal vor der T-Stage mehr als reichlich gef&uuml;llt als sie mit "Warzone" in ihre Stunde Spielzeit einsteigen. Der Metalcore sorgt auch hier f&uuml;r Bewegung vor der B&uuml;hne, zahlreiche Crowdsurfer k&ouml;nnen hier nicht irren. Auch den ein oder anderen neuen Song gibt es zu belauschen. Die Amis geben ordentlich Gas und k&ouml;nnen mit Sicherheit ein paar neue Fans auf ihre Seite ziehen.<br />
  23. W&auml;hrend die Main Stage gerade von Melodien dominiert wird, herrscht vor der T Stage ein g&auml;nzlich anderes Bild. Was soll man &uuml;ber Deicide und Glen Benton noch sagen, was nicht eh schon bekannt ist? Deicide kommen, spielen und zerlegen die B&uuml;hne. Dabei steht alles ganz im Zeichen des Geh&ouml;rnten, dem ordentlich gehuldigt wird. "When Satan Rules His World", "Kill The Christian" oder "Once Upon The Cross" werden in die finstere Nacht hinaus geblasen. Ein routinierter Gig, vielleicht auch etwas zu routiniert. Viel Bewegung ist on stage nicht zu verzeichnen (kennt man so aber ja von den Amis) und von meinem Standpunkt aus auch nicht vor der B&uuml;hne. Glen beschr&auml;nkte sich auf die Ansagen der Songs, das war's dann aber auch schon mit Interaktion. Blasphemie pur. </p>
  24. <p>Es gibt sie immer wieder, diese &Uuml;berraschungen auf Festivals. <span class="strong">Downfall Of Gaia</span> sind es f&uuml;r mich. Mit ihrer Mischung aus Crust und atmosph&auml;rischen Post Black Metal ziehen sie reichlich Fans vor die B&uuml;hne, die gebannt den Kl&auml;ngen lauscht. Diese Kombination aus Melancholie, Hoffnungslosigkeit, ruhige, fast schon zerbrechlich wirkende Passagen, die dann eruptiv zu Staub zerblasen werden, hat durchaus etwas mystisches an sich. Dabei verl&auml;sst sich die Band auf die Kraft der Musik, Vocals werden hier nur sequenziell genutzt. Was f&uuml;r eine breite Wand, die es erst mal zu durchdringen gilt. Da wirkt der Finale Satz "Tsch&uuml;ss, und viel Spa&szlig; noch" etwas irritierend.</p>
  25. <p>Ein g&auml;nzlich anderes Bild zeigt sich im Anschluss auf der T Stage, als die Power Metaller <span class="strong">Battle Beast</span> die B&uuml;hne entern. Sofort herrscht gute Stimmung und Frontfrau Noora Louhima hat leichtes Spiel. Das Gute Laune Barometer steigt und steigt und Song wie "Black Ninja" oder "Straight To The Heart" werden fleissig mitgesungen. Das Licht ist gut, der Sound ist fett, Bangerherz, was willst du mehr? "Beyond The Burning Skies" bildet dann den Abschluss des Sets und f&uuml;r mich auch des Festivaltages. </p>
  26. <p>Freitag, 16.08.2019</p>
  27. <p>Zum Abschluss ihrer Tour gastieren <span class="strong">Dust Bolt</span> auf dem Summer Breeze.... und einen besseren Abschluss kann man sich wohl nicht w&uuml;nschen. Das Areal vor der B&uuml;hne ist auch um diese fr&uuml;he Uhrzeit recht gut gef&uuml;llt und etwaige freie Fl&auml;chen werden mal kurzerhand vom Circle Pit in Anspruch genommen. Jupp, sowas nennt man Party machen. Die Jungs auf der B&uuml;hne haben sichtlich Bock und diese gute Laune &uuml;bertr&auml;gt sich auf das Publikum, die die Band ordentlich abfeiert. Da darf dann auch das Bad in der Menge vom Bassisten nicht fehlen. Eine saubere und verschwitzte Thrash-Sause zur Mittagszeit. </p>
  28. <p>Vor der Wera Tool Rebel Stage f&uuml;llt sich das Areal langsam aber sicher, w&auml;hrend die Niederl&auml;nder <span class="strong">Izegrim</span> noch in den letzten Z&uuml;gen ihres Soundchecks liegen. Dann geht es aber auch schon m&auml;chtig los, mit "White Walls" werden die Fans mal eben &uuml;berrollt. Nein, <span class="strong">Izegrim</span> haben keinen Bock, Gefangene zu machen. Zwischen all den Riffsalven bleibt wenig Platz zum verschnaufen. Dabei wirkt Marloes Voskuil (Vocals) vom regen Treiben vor der B&uuml;hne sehr &uuml;berrascht und kann sich das ein oder andere Grinsen einfach nicht verkneifen. Sehr sympathisch. Der erste Crowdsurfer wird dann von ihr auch fast schon pers&ouml;nlich begr&uuml;&szlig;t, weitere sollen jedoch noch folgen. Auch eine kleine, aber feine Wall Of Death wird zur Feier des Sets errichtet. Die Niederl&auml;nder haben sichtlich Spa&szlig;, und die Fans auch. So soll es sein. </p>
  29. <p>Die Australier <span class="strong">The Lazys</span> d&uuml;rfen sich auf der kleinen B&uuml;hne austoben. Schon vor dem Gig ist das Areal ordentlich gef&uuml;llt und die Band wird schon mal warm-gefeiert. Was jetzt dann folgt, kann man durchaus als m&auml;chtigen Tritt in den Popo bezeichnen. In bester Airbourne-Manier (der Vergleich sei mir verziehen) rocken sich die Jungs durch ihren Set, bei dem es kein halten gibt. Schon bei den ersten Kl&auml;ngen machen sich die Surfer auf den Weg nach vorne, um gemeinsam mit der Band eine ordentliche Rock'n'Roll Party zu zelebrieren. <span class="strong">The Lazys</span> lassen sich hier auch nicht lange bitten und rotzen sich durch ihren Set, dass es eine wahre Freude ist. Leider ist dieser Set viel zu schnell vorbei, die "Zugabe-Zugabe" Rufe wollen nicht verstummen, aber der Zeitplan muss ja auch eingehalten werden. </p>
  30. <p>Bunt, seeeehr bunt, das ist das erste, was einem angesichts der B&uuml;hnendeko, vor allem des Backdrops, bei <span class="strong">Dragonforce</span> auff&auml;llt. Hinzu kommen 2 &uuml;berdimensionale Arcade-Automaten links und recht auf der B&uuml;hne, die als kleine Emporen dienen. Dann geht die hochmelodische Reise auch schon mit "Ashes Of The Dawn" los. Die Meute vor der B&uuml;hne geht m&auml;chtig steil, zeitweise sind drei Circlepits am laufen. Wenn man da mal nicht die Orientierung verliert. Die Band um Mastermind Herman Li legt sich m&auml;chtig ins Zeug, Gitarren werden wahlweise getreten oder geleckt. <span class="strong">Dragonforce</span> liefern einen routinierten Gig ab, stellenweise auch etwas zu routiniert. Aber das ist den Fans egal, gefeiert wird trotzdem. </p>
  31. <p><span class="strong">Decembre Noir</span> d&uuml;rfen sich auf der kleinsten B&uuml;hne des Festivals, der Ficken Party Stage, trotz brachialem Sonnenschein &uuml;ber regen Zuspruch freuen. Begleitet von kleinen technischen, anf&auml;nglichen Problemen findet die Band jedoch schnell in ihren Set, was auch gut so ist. Immerhin haben die Jungs nur 30 Minuten Spielzeit und ihre Songs sind ja auch nicht gerade von kurzer Dauer. Dennoch gelingt es trotz der Sonne und den hei&szlig;en Temperaturen, einen Hauch D&uuml;sternis, Melancholie und Schwermut &uuml;ber's Gel&auml;nde zu legen. Klar, bei diesen Kl&auml;ngen h&auml;lt sich die Bewegung vor der B&uuml;hne arg in Grenzen, aber die Band wird nach jedem Song ordentlich gefeiert. Das n&auml;chste Mal dann bitte mit l&auml;ngerer Spielzeit.</p>
  32. <p>Zu sp&auml;ter Stund wird es noch einmal anspruchsvoll, als die &Ouml;sterreicher <span class="strong">Dornenreich</span> mit viel Nebel ihren Set beginnen. Leider wird die anf&auml;ngliche Stimmung durch einen falschen Einspieler des Mischers gest&ouml;rt, aber als dieser beseitigt ist (der Fehler, nicht der Mischer), kann man sich getrost den Kl&auml;ngen hingeben. <span class="strong">Dornenreich</span> sind definitiv keine Band zum mal eben nebenbei h&ouml;ren, hier muss man sich vollst&auml;ndig auf die Musik einlassen. Und so ziehen Eviga, Inve &amp; Co. die Anwesenden schnell in ihren Bann und kredenzen uns mit "Der Hex flammend' Blick" oder "Trauerbrandung" ihre Melange aus Black Metal und Neofolk. Gepl&auml;ttet zollen wir den verdienten Beifall. </p>
  33. <p>Eine mehr als interessante Mischung bekommen wir auf der T-Stage geboten. Zeal &amp; Ardor spielen eine Mischung aus Blues, Gospel und Black Metal. H&ouml;rt sich jetzt auf den ersten Blick unvereinbar an, doch es funktioniert. Wie erkl&auml;rt uns Fronter Manuel Gagneux "Wir sind Zeal &amp; Ardor. Wir reden nicht viel, ich hoffe, das ist o.k.". Gut, "nicht viel reden" ist hier definitiv die Untertreibung des Jahres. Im Grunde ist es das dann auch schon mit der Kommunikation, vielmehr lassen Zeal &amp; Ardor die Macht der Musik sprechen. Und die hat es in sich. Die mehrstimmigen Ges&auml;nge der insgesamt drei S&auml;nger ziehen einen unweigerlich in ihren Bann. Eingebettet ist das Ganze in teils sehr groovige, teils sehr dissonante, teils ruhige, teils eruptive, teils spirituelle Songs. Manchmal auch alles auf einmal. Sehr interessant. </p>
  34. <p>Als die Australier <span class="strong">Thy Art Is Murder</span> ihren Set beginnen, sind noch Pl&auml;tze vor der B&uuml;hne frei, doch das soll sich bald &auml;ndern. Flotte Dancefloor-Beats geleiten die Band on Stage, die brachial von "Dead Squad Anthem" zerrissen werden. "Make America Hate Again" passt wohl zum aktuellen Geschehen wie der Arsch auf Eimer und wird von den zahlreichen Fans mitgegr&ouml;lt. Nein, &uuml;ber mangelnde Unterst&uuml;tzung k&ouml;nnen sich die Jungs wahrlich nicht beklagen, und dass zu so sp&auml;ter (oder eher fr&uuml;hen?) Stunde. </p>
  35. <p>Samstag, 17.08.2019</p>
  36. <p>Es ist Samstag morgen (oder vielmehr Mittag) und was gibt es besseres, als sich die vergangenen Festivaltage mit einer ordentlichen Portion Irish Folk Punk aus den m&uuml;den Knochen vertreiben zu lassen? <span class="strong">Mr. Irish Bastard</span> laden zum Tanztee und viele sind diesem Ruf vor die T-Stage gefolgt. Bereits nach kurzer Zeit wird zu "Kingdom Of The Sun" eine Polonaise gestartet, die schnell ein Eigenleben entwickelt und immer l&auml;ngere Ausma&szlig;e annimmt. Fast schon ist man an das Spiel "Snake" erinnert, denn nicht nur einmal wird der Platz knapp. Die Aufforderung nach Surfern wird nur bedingt nachgekommen, die Meute beschr&auml;nkt sich lieber aufs tanzen und schunkeln. Mit "I Only Like You When I'm Drunk" gibt es auch eine morgendliche Liebeserkl&auml;rung, gefolgt vom "Soundtrack Of My Life", bei dem auch eine Wall Of Death errichtet wird. Bei "Kalinka" liegen sich alle vor der B&uuml;hne in den Armen, bevor das finale "I Hope They Sell Beer In Hell" noch einmal f&uuml;r reichlich Bewegung sorgt. Gl&uuml;cklich, zufrieden und mit einer ordentlichen Staublunge kann der Tag schon mal so beginnen. Nur die permanenten Ausziehen-Rufe werden von S&auml;nger <span class="strong">Mr. Irish Bastard</span> konsequent ignoriert.... warum nur?</p>
  37. <p>Lange war es still um <span class="strong">Final Breath</span>, erst letztes Jahr meldeten sie sich mit Of Death And Sin wieder zur&uuml;ck im muskalischen Geschehen. Das diese Pause ihrer Popularit&auml;t nicht geschadet hat, sieht man sofort vor der Wera Tool Rebel Stage. Ein ordentlich gef&uuml;lltes Rund empf&auml;ngt die Jungs, die mit "Yearning For Next Murder" druckvoll ihn ihren Set einsteigen. Holla, da hat sich wohl einiges angestaut bei den Jungs, denn hier wird gekn&uuml;ppelt, als ob es kein Morgen mehr gibt. Naja, viel Zeit bleibt den Jungs aber auch nicht, denn gerade mal eine halbe Stunde Spielzeit steht ihnen zur Verf&uuml;gung. Die wird aber auch genutzt und mit "Agonized, Zombiefied, Necrotized" hat es auch ein aktueller Song in die Setlist geschafft. Gl&uuml;ckliche Gesichter, wohin das Auge reicht.</p>
  38. <p>Aus dem Land aus Feuer und Eis sind Skalm&ouml;ld angereist, mit reichlich Riffs und Melodien im Gep&auml;ck. Das Sextett aus Island legt auch gleich mit "Gleipnir" los und sofort wird bei zahlreichen Fans vor der B&uuml;hne der Nackenrotor eingeschaltet. Die Riffs laden aber auch zum bangen ein. Skalm&ouml;ld haben sichtlich Spa&szlig; an diesem Auftritt, denn wenn nicht gerade ein mehrstimmiger Chor angestimmt wird, ist man mit Dauergrinsen besch&auml;ftigt. Sehr sympathisch. Die Mischung aus isl&auml;ndischer Folklore, harten, treibenden Riffs, eing&auml;ngigen Riffs und markanten Ges&auml;ngen l&auml;uft aber auch sowas von gut rein, dass sich die Band sicher neue Fans hier erspielt hat. Mit dem allseits erwarteten "Kvadning" wird der Set dann viel zu fr&uuml;h wieder beendet. </p>
  39. <p><span class="strong">Burning Witches</span> sind nicht nur ein Ohren- sondern auch ein Augenschmau&szlig;. Die f&uuml;nf Damen aus der Schweiz ziehen verdammt viel Publikum vor die Wera Tool Rebel Stage. Tief im traditionellen Heavy Metal verwurzelt, machen <span class="strong">Burning Witches</span> m&auml;chtig Dampf und sorgen f&uuml;r extrem gute Stimmung im weiten Rund. Die All-Female-Band hat mit "Hexenhammer", "Wings Of Steel" oder der Bandhymne "<span class="strong">Burning Witches</span>" aber auch hochkar&auml;tige Songs im Gep&auml;ck, die f&uuml;r so manchen Nackenmuskelkater sorgen. Eine sch&ouml;ne Party am fr&uuml;hen Abend. </p>
  40. <p>Wieder zur&uuml;ck vor der T-Stage starten die Schweden <span class="strong">Grand Magus</span> ihre Set eben mit "I, The Jury", der auch gleich von zahlreichen Fans vor der B&uuml;hne mitgesungen wird. Getreu dem Motto "Let the music do the talking" werden die Viking-Hymnen ohne viel Firlefanz durch die PA gedr&uuml;ckt, Showeffekte sucht man bei diesem Trio bekanntlich vergebens. Die braucht es aber auch gar nicht, wenn man "Steel Versus Steel", "Kingslayer" oder das famose "Hammer Of The North" im Repertoire hat. Ein fetter Gig. </p>
  41. <p>Nein, &uuml;ber mangelnden Support k&ouml;nnen sich die Goregrinder <span class="strong">Gutalax</span> wahrlich nicht beklagen. Schon lange bevor die Band die B&uuml;hne betritt, ist die Menge am brodeln. &Uuml;berall sieht man fliegende Klopapierrollen, zahlreiche aufgeblasene Badetierchen werden durch die L&uuml;fte getragen, Klob&uuml;rsten heroisch geschwenkt und auch die ersten Surfer machen sich auf den Weg Richtung B&uuml;hne, der alsbald auch eine Autobahn werden wird. Und das alles, BEVOR die Band &uuml;berhaupt die B&uuml;hne betritt. Als es dann endlich los geht, gibt es kein Halten mehr. Gut, dass die Grabenschlampen zahlreich vor Ort sind, denn die bekommen jetzt jede Menge zu tun. Sogar Frau Merkel gibt sich die Ehre, wenn auch nur als Pappaufsteller. Aber man muss sich ja ein Bild von oben seines Volkes machen. Am Ende der Toi Toi Story sieht man nur gl&uuml;ckliche und ersch&ouml;pfte Gesichter. M&ouml;ge das Dixi mit euch sein!</p>
  42. <p>Was soll man &uuml;ber Gaahl, dem ehemaligen S&auml;nger von Gorgoroth noch gro&szlig; Worte verlieren? Man liebt ihn, oder man mag ihn nicht. Ersteres trifft wohl auf die zahlreichen Fans vor der B&uuml;hne zu, denn einige haben sich f&uuml;r diesen Auftritt in Schale geschmissen und Corpsepaint aufgelegt. Mit viel, sehr viel Nebel betritt der Meister dann die B&uuml;hne. Die Performance kann man getrost als erhaben und aufs wesentliche reduziert bezeichnen. W&auml;hrend sich die Saitenfraktion m&auml;chtig ins Zeug legt, beschr&auml;nkt sich Gaahl auf wohlplatzierte Gestik. Der Set ist eine Mischung aus Coverversionen und eigenen Nummern des Debutalbums Ghosts Invited.</p>
  43. <p>H&auml;matom legen einen wahren Siegeszug auf die Bretter, die die Welt bedeuten. Hat man erstmal das etwas seltsame Intro hinter sich gebracht, wird man mit "Zeit f&uuml;r neue Hymnen" &uuml;berrollt. Was f&uuml;r eine Spielfreude. Die Band freut sich selbst "wie ein Schnitzel", endlich wieder auf dem Summer Breeze spielen zu d&uuml;rfen und S&auml;nger Nord kann sich auch einen kleinen Seitenhieb in Richtung Wacken nicht verkneifen. Die Fans vor der B&uuml;hne gehen m&auml;chtig steil und haben mindestens genauso viel Spa&szlig; wie die Band selbst. Diese erfindet mal eben das Drumsurfing, als Schlagwerker S&uuml;d auf einem kleinen Podest spielend &uuml;ber die Menge getragen wird. Gut, der R&uuml;ckweg hat etwas gedauert, aber no risk no fun, wie es so sch&ouml;n hei&szlig;t. Bei "Wir sind keine Band" muss die Band mit dem ein oder anderen Tonausfall kurzfristig k&auml;mpfen, aber danach haben die Techniker wieder alles im Griff. Zu "M&ouml;rder" l&auml;sst sich Nord auch auf einem elektrischen Stuhl festbinden, um dem Song damit auch eine visuelle Komponenten hinzuzuf&uuml;gen. Passend zu diesem fulminanten Auftritt wird das finale "Wir sind Gott" angestimmt. Dem ist nichts mehr hinzuzuf&uuml;gen. </p>
  44. <p>W&auml;hrend auf der Main Stage <span class="strong">Dimmu Borgir</span> noch mitten in ihrem opulenten Gig sind, m&uuml;ssen die Schweden Unleashed ihren Set beginnen. Die Zuschauerzahl ist zu diesem Zeitpunkt leider noch &uuml;berschaubar, das sollte sich zwar noch &auml;ndern, richtig voll wird es aber nicht mehr. Das ist wohl der sp&auml;ten Zeit und den hinter uns liegenden Festivaltagen geschuldet. Mit 30 Jahren Pr&auml;senz braucht man die Jungs nicht mehr vorstellen, auch wenn Johnny Hedlund das mitten im Set macht. Und diese 30 Jahre Erfahrung merkt man auch, denn die Band l&auml;sst sich nicht beirren und bollert ihren Set durch die PA und macht damit keine Gefangenen. Wer zu "The Longships Are Coming" nicht steil geht, ist wohl dann auch schon im Reich des Schlafes. Die obligatorischen Mitsingspielchen d&uuml;rfen nat&uuml;rlich auch nicht fehlen, ehe das finale "Into Glory Ride" den letzten Fan in die Nacht entl&auml;sst. </p>
  45. <p>Alles in allem war auch das Summer Breeze in seinem 22. Jahr ein voller Erfolg.   Die ausgelassene aber dennoch friedliche Stimmung hat wesentlich dazu beigetragen, das Festival zu einer entspannten Sache zu machen. Freuen wir uns auf 2020 mit hoffentlich wieder vielen aufregenden und faszinierenden Bands.</p>
  46. ]]></content></entry><entry>
  47. <title type="html"><![CDATA[  &amp; ]]></title>
  48. <link href="http://www.heavyhardes.de/live-684.html" />
  49. <id>http://www.heavyhardes.de/live-684.html</id>
  50. <updated>2019-06-27T07:50:00+02:00</updated>
  51. <published>2019-06-27T07:50:00+02:00</published><content type="html"><![CDATA[ <p>Wenn sich eine der ganz gro&szlig;en Rockbands unseres Planeten verabschiedet, dann nimmt man auch gerne eine etwas l&auml;ngere Anreise in Kauf. Um <span class="strong">Lynyrd Skynyrd</span> auf ihrer Farewell-Tour zu sehen, bin ich daher auf dem Weg zu Erfurts Messehalle. Bei sch&ouml;nem Wetter pilgern bereits Massen an Menschen in Richtung Veranstaltungsort, als ich dort eintreffe. Auf dem weitl&auml;ufigen Vorplatz sind einige Essens - und Getr&auml;nkest&auml;nde aufgebaut, die von dem kunterbunt gemischten Publikum auch gerne angenommen werden. Von Rockern &uuml;ber Metalheads bis hin zu ganz gew&ouml;hnlich und vor allem farbenfroh gekleideten Menschen findet man so ziemlich jede Art von Konzertbesucher. Eines f&auml;llt allerdings schon auf und zwar das hohe Durchschnittsalter der Anwesenden. Da f&uuml;hlt man sich auch mit 40 noch wie ein Jungspund. Aber wen wundert's? Schlie&szlig;lich geht die Bandgr&uuml;ndung der Skynyds auf die Mitte der 1960er zur&uuml;ck! Aus jener Zeit ist Gitarrist Gary Rossington zwar mittlerweile das einzig verbliebene Mitglied, dennoch sind <span class="strong">Lynyrd Skynyrd</span> auch heute noch eine der wichtigsten Bands in Sachen Southern Rock. Aber dazu gleich mehr.</p>
  52. <p>Als Support haben sich die Rockveteranen keinen geringeren Act als <span class="strong">Blackberry Smoke</span> ins Boot geholt. Das Kollektiv aus Atlanta / Georgia steht derzeit an der Spitze der j&uuml;ngeren Generation an US-amerikanischen Southern-Rock-Bands und darf sich sp&auml;testens seit ihrem 2012 Erfolgsalbum The Whippoorwill auch in Europa einer stetig wachsenden Fangemeinde erfreuen. Dass es aus diesen Reihen nicht wenige nach Erfurt geschafft haben, zeigt sich am lauten und st&uuml;rmischen Beifall, der nach jedem einzelnen Song die Halle erf&uuml;llt. Gerade Nummern wie gleich der locker-flockig rockende Opener "Six Ways To Sunday", das schwer groovende "Flesh And Bone" und nat&uuml;rlich die gro&szlig;artige Ballade "One Horse Town" werden von der Audienz besonders abgefeiert. Mit ihren meist eher gem&auml;chlichen bis melancholischen Nummern sorgen <span class="strong">Blackberry Smoke</span> knapp eine Stunde lang f&uuml;r eine gute und atmosph&auml;rische Einstimmung auf das kommende Gro&szlig;ereignis und es w&auml;re nicht verwunderlich, wenn sie an diesem Abend ein paar neue Fans dazu gewinnen konnten.</p>
  53. <p>Noch geschwind auf der Plaza eine Currywurst und ein k&uuml;hles Blondes gezogen und schon ist es soweit. Zum Sound von AC/DCs "Thunderstruck" kann man die letzten Minuten herunterz&auml;hlen bis <span class="strong">Lynyrd Skynyrd</span> mit "Working For MCA" gleich zu Beginn des Sets einen ihrer Hits platzieren. Die B&uuml;hne ist gut ausgef&uuml;llt mit den insgesamt neun Musiker/innen, im Hintergrund h&auml;ngt eine LED-Leinwand, auf der abwechselnd das Geschehen auf der B&uuml;hne oder aber Animationen und Videos passend zum jeweiligen Song gezeigt werden. Dazu eine amtliche Lichtshow, ein monstr&ouml;ser Sound und eine Bande alter Herren, die immer noch ganz genau wissen, wie man eine gro&szlig;e B&uuml;hne rockt - was will man mehr? Gut, wer nun darauf gehofft hat, einen guten Querschnitt aus allen Schaffensphasen der Band zu bekommt, wird wom&ouml;glich etwas entt&auml;uscht. Denn die Skynyrds legen den Focus klar auf ihre Fr&uuml;hwerke. Der zweite Song - "Skynyrd Nation" - ist der einzige Beitrag aus der j&uuml;ngeren Bandgeschichte. Schade eigentlich. Denn auch was <span class="strong">Lynyrd Skynyrd</span> seit ihrem Comeback-Album 1991 (aus demselben Jahr) so abgeliefert haben, geizt nicht mit hochwertigem Material. Unvergessen allerdings bleiben wohl f&uuml;r alle Ewigkeit die Hits aus den Siebzigern, von denen es heute einen nach dem anderen zu h&ouml;ren gibt. Schwerpunkt bilden da ganz klar die beiden ersten Alben Pronounced Leh-nerd Sin-nerd und Second Helping, welche &uuml;ber die H&auml;lfte des Sets ausmachen. Aber auch Nuthin' Fancy, Gimme Back My Bullets und Street Survivors kommen zum Zug. Begleitet von zwei Background-S&auml;ngerinnen f&uuml;hrt Johnny Van Zant cool und souver&auml;n durchs Programm, w&auml;hrend aus der Gitarrenfraktion besonders Rickey Medlocke die Blicke auf sich ziehen kann. Auch er ist einer aus Skynyrds alter Garde, war er doch schon von 1971 bis 73 als Schlagzeuger mit an Bord. Erstes G&auml;nsehaut-Feeling provoziert nach dem lockeren Rock'n'Roller "What's Your Name" einer der gro&szlig;en Hits, n&auml;mlich "That Smell". Sp&auml;testens jetzt haben die Jungs und M&auml;dels aus Florida (nein, die kommen wirklich nicht aus Alabama) wohl den letzten Zuschauer in ihren Bann gezogen. Wie froh bin ich, hier unten in B&uuml;hnenn&auml;he stehen zu d&uuml;rfen. Bei solch feiner Mucke k&ouml;nnte ich wohl unm&ouml;glich regungslos auf meinen f&uuml;nf Buchstaben auf den R&auml;ngen sitzen...</p>
  54. <p>Rock'n'Roll steht auch weiterhin auf dem Programm und zwar mit "I Know A Little". Da f&auml;ngt doch glatt ein P&auml;rchen neben mir zu tanzen an! Auf den klassischen Southern-Rocker "The Needle And The Spoon" und den mitrei&szlig;end inszenierten Hit "Saturday Night Special" folgt das Balladen-Doppel "The Ballad Of Curtis Loew" und "Tuesday's Gone". Letzteres erh&auml;lt ein Mundharmonika-Intro und ger&auml;t zum echten Highlight, wenn nach dem beschw&ouml;renden Er&ouml;ffnungs-Riff die Saitenfraktion eine meterdicke Gitarrenwand errichtet. Da ist sie wieder... die G&auml;nsehaut... und nun geht es Schlag auf Schlag. Eingebettet zwischen den tanzbaren Nummern "Don't Ask Me No Questions" und "Gimme Three Steps" erstrahlt "Simple Man" wie ein Stern am Firmament des Rock-Himmels. Der Vergleich sei gebracht, weil auf der Videowall nun tats&auml;chlich ein Sternenhimmel zu sehen ist. Das Publikum singt flei&szlig;ig mit und die G&auml;nsehaut steht immer noch. Kurze Verschnaufpause mit "Call Me The Breeze" und es darf weitergesungen werden zu jenem Song, auf den die meisten Konzertbesucher wohl sehns&uuml;chtig warten. Richtig! "Sweet Home Alabama" bildet das vorl&auml;ufige Finale und wird erwartungsgem&auml;&szlig; abgefeiert. Lange lassen sich die Skynyrds dann nicht bitten und kehren f&uuml;r eine Zugabe zur&uuml;ck. Ja, einer dieser ganz gro&szlig;en Hits fehlt schlie&szlig;lich noch: "Free Bird" - jene Powerballade, welche f&uuml;r ein ganzes Heer von nachr&uuml;ckenden Bands ab den 70ern zur Blaupause eines archetypischen Southern-Rock-Songs werden sollte. Auf der Leinwand zu sehen sind nun Kreuze und die Namen von elf bereits verstorbenen Bandmitgliedern. In kaum einer anderen Kapelle hat der Sensenmann derart pflichtbewusst seine Ernte eingefahren wie eben bei <span class="strong">Lynyrd Skynyrd</span>. Ganz oben an der Tafel zu lesen ist "Ronnie" f&uuml;r S&auml;nger und Gr&uuml;ndungsmitglied Ronnie Van Zant, nach dessen tragischem Tod bei einem Flugzeugabsturz im Jahr 1977 die Band auch vor&uuml;bergehend zu Grabe getragen wurde. Nach der ersten Strophe macht Johnny schlie&szlig;lich den Platz frei f&uuml;r seinen verstorbenen &auml;lteren Bruder. Der ist nun in Form einer alten Aufnahme auf der Videowall zu sehen und setzt an "Bye, bye baby, It's been a sweet love...". Da l&auml;uft einem glatt ein letzter Schauder &uuml;ber den R&uuml;cken, ehe die Saitenfraktion zu einem der genialsten XXL-Gitarrenduelle der Rockgeschichte ansetzt. Ganz gro&szlig;es Klang-Kino! Gleichzeitig ein letzter Glanzpunkt eines wundervollen Konzerterlebnisses!</p>
  55. <p>Nun hei&szlig;t es schnell sein, ehe auf dem Sammelparkplatz das Abreise-Chaos beginnt. Die Heimfahrt soll aufgrund eines verhexten (oder einfach zu selten aktualisierten) Navigationsger&auml;ts zu einer kleinen Odyssee geraden. Aber das macht nichts. Schlie&szlig;lich hallen <span class="strong">Lynyrd Skynyrd</span> noch lange nach. "And be a simple kind of man... oh, be something, you love and understand..."</p>
  56. ]]></content></entry><entry>
  57. <title type="html"><![CDATA[ Summer Breeze u.a. mit  &amp; ]]></title>
  58. <link href="http://www.heavyhardes.de/live-683.html" />
  59. <id>http://www.heavyhardes.de/live-683.html</id>
  60. <updated>2019-05-07T11:39:36+02:00</updated>
  61. <published>2019-05-07T11:39:36+02:00</published><content type="html"><![CDATA[ <p>Jahr eins nach der 20-Jahre-Sause, Jahr 21 hartmetallischer Gl&uuml;ckseligkeit in den bayerischen Niederungen. Wieder kommen tausende und abertausende Anh&auml;nger harter Kl&auml;nge, um in Dinkelsb&uuml;hl vier Tage lang die Sau rauszulassen. Abgesehen vom obligatorischen Regenguss spielt dabei auch das Wetter mit und man darf sich auf das internationale Whoiswho der Schwermetallszene freuen.</p>
  62. <p><span class="strong">Mittwoch, 15.08.2018</span></p>
  63. <p>Was soll man zu <span class="strong">Kataklysm</span> schon noch gro&szlig; sagen. Auch wenn sich ihre Alben durch eine gewisse &Auml;hnlichkeit zueinander auszeichnen und die letzten Scheiben nicht ganz so stark waren, live waren, sind und bleiben <span class="strong">Kataklysm</span> einfach eine Macht. Kein Wunder, dass die Stimmung sofort am Siedepunkt angelangt ist und sowohl Band als auch Publikum von Beginn an Vollgas geben. Beim obligatorischen Security-Stress-Test brodelt der Hexenkessel vor der B&uuml;hne folgerichtig &uuml;ber, aber auch w&auml;hrend der anderen Songs gibt es quasi kein Halten. Das nehmen nat&uuml;rlich auch die Kanadier, allen voran der redselige Maurizio Iacano, zur Kenntnis und bedanken sich daher teilweise recht &uuml;berschw&auml;nglich beim Publikum f&uuml;r das zahlreiche Erscheinen vor der T-Stage und die enthusiastischen Reaktionen.</p>
  64. <p><span class="strong">Sepultura</span> feiern am Summer Breeze 2018 ein besonderes Jubil&auml;um: Auf den Tag genau vor 20 Jahren gab Derek Green seinen Einstand als Frontman der brasilianischen Thrash-Giganten. Seither ging die Truppe durch mehr T&auml;ler als H&ouml;hen, was ihrem Enthusiasmus auf der B&uuml;hne aber keinerlei Abbruch tut. Die inzwischen deutlich in die Jahre gekommene Combo rockt das Feld nach allen Regeln der Kunst und auch das Publikum l&auml;sst es sich nicht nehmen, den Anlass mit Crowdsurfern und Circle Pits zu feiern. Aber auch hier l&auml;sst sich (leider) wieder feststellen, dass die Stimmung bei den alten Gassenhauern deutlich impulsiver ist als bei allem, was nach Root kam. Insofern ist selbiger Song nat&uuml;rlich ein fulminanter wie w&uuml;rdiger Abschluss dieses Jubil&auml;umssets.</p>
  65. <p><span class="strong">Paradise Lost</span> bieten im Gegensatz zu <span class="strong">Sepultura</span> erwartungsgem&auml;&szlig; ein deutlich ruhigeres Programm. Nick Holmes und Co. sind dabei aber verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig gut aufgelegt und bieten ein spannendes Set, das den H&ouml;rer mit auf eine Zeitreise durch vorz&uuml;glichen Gothic Death bzw. Gothic Doom nimmt. W&auml;hrend das Publikum bei neueren Songs und denen mittleren Alters eher dezent mitwippt und -singt, geht es bei &auml;lterem Material ebenfalls erwartungsgem&auml;&szlig; deutlich engagierter zu. Manchmal wirkt die Band etwas lethargisch, als sich aber ein berollstuhlter Crowdsurfer auf den Weg Richtung B&uuml;hne macht, reagieren sogar die routinierten Briten deutlich emotional und jubeln ihrem Fan zu.</p>
  66.  
  67. <p><span class="strong">Donnerstag, 16.08.2018</span></p>
  68. <p>Nach den mitrei&szlig;enden Ver&ouml;ffentlichungen der letzten Jahre ist es kein Wunder, dass zu <span class="strong">Orden Ogan</span> ziemlich viele Leute vor die B&uuml;hne pilgern. Spannend war jedoch das Setting, das sich den Anwesenden bietet, denn die Band zeigte ein fr&ouml;hliches Wechselspiel an den Instrumenten (wobei der Bass hinten runter fallen muss), nachdem sich Seeb Levermann leider den Daumen gebrochen hatte und entsprechend nicht f&auml;hig war, die Sechssaitige wie gewohnt zu bedienen. Abgesehen von der f&uuml;r den S&auml;nger ungewohnten Bewaffnung mit ausschlie&szlig;lich dem Mikrofon, zockt die in wildester West-Manier gekleidete Band ein astreines Set. Die Jungs haben absolut Spa&szlig; in den Backen und neben den reifen songschreiberischen Leistungen muss man ihnen auch ganz deutliche Verbesserungen in Punkto Entertainment-Qualit&auml;t attestieren. Die Band wirkt routinierter und weit nicht mehr so nerv&ouml;s wie bei ihrem ersten Auftritt auf dem Summer Breeze einige Jahre vorher. Das findet auch das Publikum gut, das bei den m&auml;chtigen Power Metal-Hymnen vollkommen steil geht, jeden Refrain textsicher mitsingt und sich auch bei den Singspielchen nicht lumpen l&auml;sst. Unterm Strich ein triumphaler Auftritt, an den sich alle Beteiligten auch in einigen Jahren noch erinnern werden.</p>
  69. <p><span class="strong">Obscura</span> freuen sich ein zweites Loch in den Bauch, dass sie wieder mal in der Heimat Bayern spielen d&uuml;rfen. Mit entsprechendem Grinsen und leuchtenden Augen stehen die Bajuwaren dann auch auf der B&uuml;hne. Von dort k&ouml;nnen sie dann vortrefflich beobachten, wie das Publikum ob der technischen Virtuosit&auml;t, die hier dargeboten wird, immer mehr ins Staunen ger&auml;t, denn auch live schaffen es <span class="strong">Obscura</span> ihre Songs technisch akkurat und mitrei&szlig;end darzubieten. Das Publikum wei&szlig; manchmal nicht so recht, ob es einfach nur staunen oder einfach die Sau rauslassen soll. Die Band versucht es dabei immer wieder mit Anfeuerungen, die dann mit kleinen Verz&ouml;gerungen (immerhin muss das Staunen erstmal &uuml;berwunden werden) enthusiastisch quittiert werden. Am Ende haben aber alle Spa&szlig; und <span class="strong">Obscura</span> verabschieden sich von ihren Fans mit einem noch breiteren Grinsen als zu Beginn des Gigs und lassen gl&uuml;ckliche Leute zur&uuml;ck, die ob des Dargebotenen nicht weniger gl&uuml;cklich sind.</p>
  70. <p><span class="strong">Municipal Waste</span> sind genau die richtige Band, sich ordentlich die Birne freizupusten. Ihr Hochgeschwindigkeits-Crossover sorgt dann auch von Beginn an f&uuml;r Bewegung im Publikum, das die Party-Kracher wie ein Schwamm aufsaugt und in pure Energie umwandelt. Gleiches gilt f&uuml;r die Ansagen zwischen den Songs, <span class="strong">Municipal Waste</span> sind extrem kommunikationsfreudig, ohne sich in Labereskapaden zu verlieren, und schaffen es kurz und knackig das eine oder andere politische Statement an den Metaller zu bringen ("gegen Rassismus und machtgeile alte wei&szlig;e M&auml;nner"), bevor selbige mit den entsprechenden Wutkrachern ("I Want To Kill The President") untermauert werden. Der Gig ist ein einziges Fest, bei dem zu quasi jedem Song ein passender Circle Pit gestartet wird. Passiert dies nicht, dann sch&uuml;ttelt das Publikum Haupt und Haar nach allen Regeln der Kunst. Feine Party, zu der <span class="strong">Municipal Waste</span> hier geladen haben.</p>
  71. <p><span class="strong">Powerwolf</span> haben es offensichtlich geschafft, zu einer der angesagtesten Bands nicht nur des Summer Breeze OA zu werden. Zumindest lassen diesen Schluss die stets hervorgl&auml;nzend besuchten Konzerte und auch der Zuschauerstrom beim Summer Breeze zu. Wenn Attila Dorn seine kernigen Ansagen raushaut, kann sich kaum jemand ein Grinsen verkneifen, vor allem nicht, wenn der Gute hin und wieder selbst &uuml;ber seinen Output lachen muss und dar&uuml;ber hinaus vergisst, seinen Akzent beizubehalten. Abgesehen davon geht das Publikum wie immer vollkommen steil, wenn <span class="strong">Powerwolf</span> Hymnen ala "All We Need Is Blood", "Demons Are A Girl's Best Friend", das unvermeidliche "Resurrection By Erection" oder den &Uuml;bersong "We Drink Your Blood" zum Besten geben, wobei vor allem bei letzterem gef&uuml;hlt das ganze Rund mitsingt und die F&auml;uste gen Himmel streckt. Der imposante B&uuml;hnenaufbau in Kombination mit massiver Pyrotechnik tut sein &Uuml;briges, um aus diesem Auftritt ein absolutes Highlight nicht nur dieses Summer Breeze werden zu lassen.</p>
  72. <p>Vergleichsweise behaglich ist es bei <span class="strong">Suicidal Tendencies</span>, denn obwohl die Jungs einige Hitalben am Start haben und auch mit "You Can't Bring Me Down", "War Inside My Head" oder "Subliminal" selbige pr&auml;sentieren, bleibt der Gig dennoch zun&auml;chst &uuml;berschaubar spektakul&auml;r. Klar, Cyco Mike ackert auf der B&uuml;hne wie ein Wahnsinniger und auch seine Mitstreiter geben sich redlich M&uuml;he einige Kilometer zu machen, aber die fortgeschrittene Stunde fordert von den Festivalbesuchern offensichtlich dennoch Tribut. Zum einen sind nur &uuml;berschaubar viele Leute zu <span class="strong">Suicidal Tendencies</span> gekommen, zum anderen schieben diese dann doch lieber eine ruhige Kugel. Zumindest bis kurz vor Ende, denn dann bittet Mike zu Tanz auf der B&uuml;hne und allerlei Summer Breeze-Volk folgt seinem Ruf und st&uuml;rmt selbige, um gemeinsam eine famose Version von "Pledge Your Allegiance" zum Besten zu geben, was dem Gig ein furioses wie spektakul&auml;res Ende beschert.</p>
  73.  
  74. <p><span class="strong">Freitag, 17.08.2018</span></p>
  75. <p>Volle Pulle Vollgas hei&szlig;t die Devise bei <span class="strong">Toxic Holocaust</span>, denn Joel Grind kennt an diesem Tag offensichtlich keine Geschwindigkeitsbegrenzung und so haut die Truppe aus Portland, Oregon auch nur Hochgeschwindigkeitsmaterial raus. Das geschieht bei bester Mittagssonne, die dem guten Joel ins Gesicht und allen anderen aufs Hirn scheint, das aber dennoch kr&auml;ftig gesch&uuml;ttelt oder mit &auml;hnlicher Geschwindigkeit im Kreise getragen wird. Je weiter man sich aber von der B&uuml;hne entfernt, desto sp&auml;rlicher werden die Aktionsradien, was Joel am Ende noch zu einem kr&auml;ftigen "All you pussies in the back get ready to move" motiviert, was aber au&szlig;er einem freundlichem Grinsen keine weitere Wirkung hat.</p>
  76. <p>H&ouml;ren und Staunen ist bei <span class="strong">Misery Index</span> angesagt, denn die Band aus Baltimore, Maryland wei&szlig;, wie man technischen Death Grind eindrucksvoll in Szene setzt. Wahlweise l&auml;sst sich zum teils extrem groovigen Material vorz&uuml;glich die Matte sch&uuml;tteln oder aber man tickt im Circle Pit umgehend aus, wenn Drummer Adam Jarvis mit pr&auml;zisen Blast Beats die Meute in H&ouml;chstgeschwindigkeit vor sich her treibt. Viele tun beides und mit vielen meine ich viele, denn es ist schon beachtlich, welche Scharen an Leuten sich hier zum Fest versammelt haben. Das gef&auml;llt nat&uuml;rlich auch der Band, die sich w&auml;hrend des gesamten Gigs extrem motiviert zeigt und den Zuh&ouml;rern ordentlich eins aufs Fressbrett geben. Famose Abrissbirne!</p>
  77. <p>Vollgas ist auch bei <span class="strong">Tankard</span> angesagt, denn viel Zeit bleibt den Bembel-Thrashern nicht, dem Publikum ordentlich eins mit dem Ma&szlig;krug &uuml;ber die Birne zu geben. Entsprechend machen die Hessen auch kurzen Prozess und hauen neben Alt-Hits wie "The Morning After" oder "Chemical Invasion" auch neueres Fl&uuml;ssigfutter der Marke "One Foot In The Grave" oder "Rapid Fire" raus. Nat&uuml;rlich l&auml;sst es sich Gerre nicht nehmen, den ein oder anderen lockeren Spruch zur Aufheiterung zu bringen oder politisch Stellung zu beziehen. Mit "(Empty) <span class="strong">Tankard</span>" feiern dann alle im Rund einen unterhaltsamen Gig mit einer rundum gelungenem Setlist einer Band, die in Bestform das Summer Breeze rockt.</p>
  78. <p><span class="strong">At The Gates</span> kommen, sehen und treten Arsch. So war es, so ist es und so wird es immer sein. Auch wenn aufgrund erh&ouml;hter Luftfeuchtigkeit nicht ganz so viele Zuschauer zum Gig kommen, skandiert die Menge dennoch lautstark den Bandnamen und wird entsprechend mit Klassikern des melodischen Death Metal belohnt: "Slaughter Of The Soul", "At War With Reality", "Nausea" oder "Blinded By Fear" um nur einige wenige zu nennen. Entsprechend heizt sich das Publikum immer mehr auf und trotzt den etwas widrigen Bedingungen zunehmend, so dass Frontsau Tompa Lindberg leichtes Spiel und die Menge fest im Griff hat. Man kommt aber auch um ein L&auml;cheln nicht herum, wenn man diesem Derwisch auf der B&uuml;hne zuschaut und nebenbei noch vorz&uuml;gliches Melodic Death Metal-Futter verabreicht bekommt. <span class="strong">At The Gates</span> sind in diesem Bereich halt einfach das Ma&szlig; der Dinge.</p>
  79. <p>Zu fortgeschrittener Stunde bitten <span class="strong">Arch Enemy</span> zum Tanz, die inzwischen auf eine immens gro&szlig;e Fanbasis z&auml;hlen k&ouml;nnen, was sich auch hier wieder zeigt. Vor der B&uuml;hne ist kein Platz zum Umfallen und mit entsprechend Get&ouml;se werden nicht nur die ersten Kl&auml;nge bejubelt, sondern die Band w&auml;hrend des kompletten Gigs gefeiert. Egal, ob es fulminanter wie mit "The World Is Yours", "War Eternal" oder "The Race" zu Werke geht oder mit "My Apocalypse" etwas gediegener, das Publikum tickt komplett aus und feiert die Band nach allen Regeln der Kunst. Neben dem Futter akustischer Natur bringen <span class="strong">Arch Enemy</span> auch was f&uuml;rs Auge mit, feuern zu jeder passenden Gelegenheit mit Pyrotechnik um sich und schrecken auch vor dem Einsatz von Feuerwerksk&ouml;rpern nicht zur&uuml;ck, die zu noch fantastischeren Jubelst&uuml;rmen f&uuml;hren. Das Highlight des Abends d&uuml;rfte dann aber "We Will Rise" sein, denn hier tickt das Publikum am meisten aus, bevor es mit dem Abschlusstrio "Avalanche", "Snowbound" und "Nemesis" gl&uuml;cklich in die Dinkelsb&uuml;hler Sommernacht entlassen wird.</p>
  80. <p>Dunkel und schwarz wie die Nacht, das sind die Elemente, die beim <span class="strong">Satyricon</span>-Auftritt haupts&auml;chlich zum Einsatz kommen. Denn anstatt auf aufw&auml;ndige B&uuml;hnen- und Showelemente zu setzen, lassen Frost und Satyr lieber die Musik sprechen. Zwar h&auml;lt sich der Zuschauerstrom in Grenzen, aber die Anwesenden genie&szlig;en die klirrende K&auml;lte und absolute Schw&auml;rze der Songs daf&uuml;r umso mehr. "Our World, It Rumbles Tonight" ist Programm in dieser Stunde, "To Your Brethren In The Dark" wird tausendfach vom Publikum zur&uuml;ckgeworfen, nichts aber toppt die famose Darbietung von "Mother North" bei dem keine Kehle des Publikums still bleibt.</p>
  81.  
  82. <p><span class="strong">Samstag, 18.08.2018</span></p>
  83. <p>Wenn einer wei&szlig;, wie Heavy Metal funktioniert, dann ist das Udo Dirkschneider. Der Altmeister befindet sich auf Abschiedstour und mach hierzu auch am Summer Breeze Station. Mit im Gep&auml;ck hat er Hits aus fast 40 Jahren Metal-Geschichte und gerade die &auml;lteren Semester lauschen den Hymnen mit Tr&auml;nen in den Augen und geben sich der Show des gro&szlig;en kleinen Mannes voll hin. Aber auch der ein oder andere Gedanken "Bin ich wirklich schon so alt" wird zutage gef&ouml;rdert, was aber der Stimmung keinen Abbruch tut. "Metal Heart" oder "Midnight Mover" werden lauthals mit gereckten F&auml;usten intoniert. Bei "Princess Of The Dawn" erschallt eine schier endlose Wiederholung des Refrains Richtung B&uuml;hne (was Udo sichtlich genie&szlig;t), "Restless And Wild" f&uuml;hlt sich jeder hier vor der B&uuml;hne und "Up To The Limit" gehen in diesen Minuten wahrlich alle. Furios wird es mit "I'm A Rebel" und "Fast As A Shark" bevor mit "Balls To The Wall" das Festival in Schutt und Asche und damit ein w&uuml;rdiger Schlusspunkt gesetzt wird.</p>
  84. <p>Sehr beeindruckend, wie viele Menschen <span class="strong">Papa Roach</span> am Summer Breeze motivieren k&ouml;nnen, sich vor der B&uuml;hne zu versammeln und wie viele Leute dann doch tats&auml;chlich vor die B&uuml;hne passen. Es ist gestopft voll, als die Meute zu Stinkefingern und "Fuck <span class="strong">Papa Roach</span>" Sprechch&ouml;ren animiert wird, bevor die Bands selbst auf die Bretter steigt und den Anwesenden ordentlich einheizt. Das Publikum ist extrem textsicher und singt viele Songs astrein mit, es werden K&ouml;pfe gesch&uuml;ttelt, F&auml;uste gereckt und das Tanzbein geschwungen. Gejubelt wird auch, vor allem dann, wenn es verstorbene Musikerkollegen (Chester Bennington) zu betrauern gibt oder ein offenes Wort &uuml;ber Alkoholabh&auml;ngigkeit und Depression verloren wird. <span class="strong">Papa Roach</span> geben wahrlich Vollgas und h&auml;ngen sich mit einer Verve in ihren Auftritt, der jedem Anwesenden Respekt abn&ouml;tigt. Etwas lang finde ich die k&uuml;nstlerische Pause vor der Zugabe, doch als "Cut my life into pieces!" durch die PA schallt, ist alles vergessen und "Last Resort" setzt dem Ganzen die Krone auf. <span class="strong">Papa Roach</span> sind der Headliner des Abends und alles was danach kommt nur ein laues L&uuml;ftchen.</p>
  85. <p>Das gilt leider auch f&uuml;r <span class="strong">W.A.S.P.</span>, die aufgrund ihres Legendenstatus' deutlich mehr Zuschauer verdient gehabt h&auml;tten. Nach <span class="strong">Papa Roach</span> verzieht sich leider der j&uuml;ngere Teil der Audienz und die &auml;lteren Semester bilden ein vergleichsweise kleines H&auml;ufchen. Die Entt&auml;uschung dar&uuml;ber mag der gute alte Blackie Lawless w&auml;hrend des gesamten Gigs auch gar nicht so richtig verbergen, dennoch scheint er diesmal Profi genug zu sein, dem harten Kern seiner Fans das zu bieten, wof&uuml;r sie hier sind: einen Querschnitt durch gut 35 Jahre Heavy Metal-Geschichte. Das bekommen sie dann auch. Der Einstieg gelingt mit "On Your Knees" und "Inside The Electric Circus" ausgenommen gut und die Reaktionen reichen von vertr&auml;umtem Kopfsch&uuml;tteln bis zu ausgemachten Rampensau-Verhalten mit gerecktem Bierbecher. "Love Machine" mutiert zum Publikumsanimator, bei dem Mitsingen angesagt ist, und der entsprechend in die L&auml;nge gezogen wird, w&auml;hrend Blackie und Co. mit "The Real Me" bereits relativ am Anfang ein Cover pr&auml;sentieren. Am Ende verschwindet der Meister mit einem knappen "Thank you" und l&auml;sst sich dann doch etwas bitten, bevor er mit "Chainsaw Charlie" zur Zugabe ansetzt. Bei "Wild Child" wird es nochmal richtig wild und "I Wanna Be Somebody" hallt noch aus dem Publikum, als die Band schon l&auml;ngst von der B&uuml;hne verschwunden ist. Wer <span class="strong">W.A.S.P.</span> mag, kommt an diesem Abend durchaus auf seine Kosten, aber dennoch merkt man &auml;hnlich wie bei Queensryche die Jahre vorher schon, dass der klassische Heavy Metal auf dem Summer Breeze einen ganz schweren Stand hat.</p>
  86. <p>Am Ende des Tages kommt der geneigte H&ouml;rer dann noch in die seltene Situation famosen Old School Death Metal der nicht minder famosen schwedischen All-Star-Combo <span class="strong">Bloodbath</span> zu genie&szlig;en. Wobei, rein schwedisch ist die Truppe ja nicht, denn am Mikro growlt niemand geringerer als <span class="strong">Paradise Lost</span>-Frontschw&auml;rmer Nick Holmes. Man wurde ja beim <span class="strong">Paradise Lost</span>-Auftritt schon mit feinen Growls verw&ouml;hnt, aber hier f&auml;hrt Nick dann nochmals andere Gesch&uuml;tze auf. Passend zu den Dampfwalzen-Songs holt er alles aus seiner immer noch exzellenten Stimme heraus und sorgt f&uuml;r ordentlich Zunder in den Songs. Aber auch der Rest der mit Kunstblut und Corpsepaint verschmierten Truppe gibt sich alle M&uuml;he, dem Restpublikum nochmals ordentlich eins vor den Latz zu knallen. Dieses ist dann auch entsprechend dankbar, sch&uuml;ttelt Haupt und Haare und l&auml;sst sich auch noch zu einem kleinen Circle Pit zu sp&auml;ter Stunde hinrei&szlig;en. Als Betthupferl sozusagen und damit setzen <span class="strong">Bloodbath</span> den Schlusspunkt auf der Hauptb&uuml;hne beim Summer Breeze 2019.</p>
  87. <p>Unterm Strich war auch das Summer Breeze 2018 wieder ein gelungenes Festival. Die Bands waren Klasse, an der Organisation kann man zumindest aus meiner Sicht ebenfalls nichts aussetzen, lediglich mit dem "Ein-B&uuml;hnen"-Konzept habe ich immer noch so meine Schwierigkeiten und trauere der "Main- und Pain-Stage" Zeit etwas hinterher. Aber mit gen&uuml;gend Abstand wird sich auch dies geben und so darf man gespannt sein, was das Summer Breeze 2019 alles in petto hat.<br />
  88. </p>
  89. ]]></content></entry><entry>
  90. <title type="html"><![CDATA[  &amp; ]]></title>
  91. <link href="http://www.heavyhardes.de/live-682.html" />
  92. <id>http://www.heavyhardes.de/live-682.html</id>
  93. <updated>2019-03-18T15:05:16+01:00</updated>
  94. <published>2019-03-18T15:05:16+01:00</published><content type="html"><![CDATA[ <p>"Na das kann ja was werden" dachte ich so bei mir, also ich lesen musste, dass das heutige Konzert ausverkauft ist. Wer schon mal in N&uuml;rnbergs Kult-Metal-Club Der Hirsch einem ausverkauften Konzert beiwohnen durfte, wird wissen, dass es dann da drin nicht unbedingt gem&uuml;tlich zugeht. Diese Angst vor einem vierst&uuml;ndigen Dasein gleich einer &Ouml;lsardine in der B&uuml;chse hat die Vorfreude auf die anstehenden Bands zuletzt beinahe ein wenig &uuml;berschattet. V&ouml;llig grundlos, wie sich schnell heraus stellen wird. Aber eines nach dem anderen.</p>
  95. <p>Als Support f&uuml;r ihre erste Headliner-Tour haben sich <span class="strong">Beast In Black</span> die finnischen Landsleute von Turmion K&auml;til&ouml;t ins Boot geholt. Vermutlich nicht nur f&uuml;r mich ist die Band bislang ein v&ouml;llig unbeschriebenes Blatt. Tats&auml;chlich sind die "Hebammen des Verderbens" (so der Name ins Deutsche &uuml;bertragen) aber unterwegs, um ihr bereits achtes Studioalbum Universal Satan zu promoten. Zugegeben - ganz unvorbereitet trifft mich die Truppe dann doch nicht. Schlie&szlig;lich kann man sich ja diverse Clips im Internet ansehen. Dennoch ist der Mix aus extremem Metal und Techno schon recht ungew&ouml;hnlich, kann aber dank der energetischen Show, die die Jungs hinlegen, von Anfang an &uuml;berzeugen. Lange dauert es nicht und die verr&uuml;ckten, im Black-Metal-Style geschminkten Musiker haben die Audienz im Hirsch fest im Griff. Da vergisst man schnell und gerne, dass rund um einen herum wirklich nicht viel Luft ist und die Temperatur hier drin mit jedem Song weiter ansteigt. Eigentlich verf&uuml;gt die Band ja &uuml;ber zwei S&auml;nger, leider f&auml;llt einer wegen Fieber aus. Das tut der Sache aber keinen Abbruch. Gerade im vorderen Drittel des Saal wird ordentlich gemoscht, getanzt, geklatscht und gejubelt, womit Turmion Katil&ouml;t ihrer Rolle als Einheizer bestens gerecht werden.</p>
  96. <p>Am heutigen Abend hier anwesend sind wir aber aus einem anderen Grund: <span class="strong">Beast In Black</span>, die Senkrechtstarter um den ehemaligen Battle-Beast-Gitarristen Anton Kabanen, stellen uns ihr zweites Studioalbum From Hell With Love vor. Manch einer hier in N&uuml;rnberg mag die Finnen als Vorband von Nightwish im letzten Jahr in Erinnerung behalten haben. Davon abgesehen ist die junge Band mit Ausnahmes&auml;nger Yannis Papadopoulos an ihrer Spitze seit ihrem via Nuclear Blast erschienenen Deb&uuml;t Berserker in aller Munde. Wer es noch nicht mitbekommen hat: Die F&uuml;nf aus Helsinki verbacken (Symphonic) Metal-Klischees mit Pop und Discosounds der 1980er zu einem Party-Snack allererster G&uuml;te. Freilich mag diese Rezeptur manch einem Old-School-Metalhead gar &uuml;bel aufsto&szlig;en, aber lasst euch gesagt sein - was auf den Alben schon prima funktioniert, schl&auml;gt live ein wie eine Bombe. Kein Wunder also, dass das Publikum im Hirsch von der ersten Sekunde an steil geht. Auch die Jungs auf der B&uuml;hne sind hoch motiviert, erleben sie ja gerade den Traum eines jeden Musikers und werden von ihren Fans nach allen Regeln der Kunst gefeiert. Gut - gerade bei den symphonischen Passagen bekommt die Band noch Unterst&uuml;tzung aus der Konserve. Aber soweit, dass man sich ein Orchester samt Chor mit auf die B&uuml;hne stellt, ist man halt noch nicht. Also Schwamm dr&uuml;ber und es den anderen gleichgetan, sprich headbangen, klatschen und jubeln was das Zeug h&auml;lt. Die Stimmung im proppenvollen Saal ist wirklich elektrisierend und erreicht ihre Hochpunkte bei den bekanntesten St&uuml;cken "Born Again", "Die By The Blade", "Sweet True Lies", "From Hell With Love" und nat&uuml;rlich beim &Uuml;berhit "Blind And Frozen". Erstaunlich wie sicher da die Texte im Publikum und vor allem in den ersten Reihen schon mitgesungen werden. Bei so viel Spielfreude und Energie auf und vor der B&uuml;hne vergeht die gut eineinhalbst&uuml;ndige Spielzeit wie im Flug. </p>
  97. <p>F&uuml;r mich und meine Mitstreiter waren <span class="strong">Beast In Black</span> definitiv ein erstes Highlight im noch jungen Konzertjahr 2019. Man darf gespannt sein, ob man die Finnen k&uuml;nftig noch zu so g&uuml;nstigen Konditionen und in mittelgro&szlig;en Clubs wie dem N&uuml;rnberger Hirsch zu sehen bekommt. Dass es mit der Karriere weiterhin bergauf geht, kann man der sympathischen, von so viel Zuspruch sichtlich ger&uuml;hrten Truppe jedenfalls nur w&uuml;nschen.</p>
  98. ]]></content></entry><entry>
  99. <title type="html"><![CDATA[  &amp; ]]></title>
  100. <link href="http://www.heavyhardes.de/live-681.html" />
  101. <id>http://www.heavyhardes.de/live-681.html</id>
  102. <updated>2018-12-04T11:31:12+01:00</updated>
  103. <published>2018-12-04T11:31:12+01:00</published><content type="html"><![CDATA[ <p>Panem et circenses... schon die alten R&ouml;mer wussten, wie man das Volk f&uuml;r sich gewinnt und bei Laune h&auml;lt. Dass dieser Ausdruck in der heutigen Zeit aktueller denn je ist, zeigen uns die Spielleute von <span class="strong">Saltatio Mortis</span> auf ihrem neuen Album mehr als deutlich auf. Als sich dann auch noch der Spielmannstourtross (schreibt man das so?) f&uuml;r ein Gastspiel in unserer sch&ouml;nen Landeshauptstadt anmeldete, musste diesem Spektakulum nat&uuml;rlich beigewohnt werden. Mit auf dem Spielmannskarren aufgesprungen waren f&uuml;r zwei Abende die aus Ludwigsburg stammenden <span class="strong">Krayenzeit</span>... gut, dass einer dieser Abende eben in M&uuml;nchen stattfand.<br />
  104. Der gute M&uuml;nchner Verkehr hat mir dann fast auch noch einen Strich durch die wohldurchdachte Rechnung gemacht, aber eben nur fast. In der Tonhalle angekommen, bleibt gerade noch Zeit den Merch-Stand in Augenschein zu nehmen, dann hei&szlig;t es aber auch schon, ab nach vorne, die Pflicht ruft. Doch so einfach ist es dann doch nicht... immerhin l&auml;sst uns die Security zwar die Absperrung passieren, aber vor die B&uuml;hne geht erstmal nix... warum auch immer. Der gute Mann versichert sich noch "schnell" mit einer SMS an seinen Dienstherrn, ob wir auch wirklich d&uuml;rfen, aber da ist das Intro und der Einstieg "Kr&auml;henk&ouml;nigin" bereits wieder Geschichte. Dann aber ist es tats&auml;chlich soweit. <span class="strong">Krayenzeit</span> pr&auml;sentieren sich in bester Spiellaune und der ber&uuml;hmte Funken springt sofort &uuml;ber. Dabei f&auml;llt auf, dass die Band dem M&uuml;nchner Publikum beileibe kein Unbekannter ist, zumindest dem frenetischen Empfang nach. Von der ersten Sekunde an ist dem S&auml;nger Markus "Engel" ein Dauergrinsen ins Gesicht gemei&szlig;elt, das auch trotz der hohen Temperaturen nicht weichen will. Auch der Rest der Band, im &uuml;brigen sehr sympathisch ohne gro&szlig;e Kost&uuml;mierung, legt sich m&auml;chtig ins Zeug und wird dem Begriff "Anheizer" mehr als gerecht... wobei: wenn man die Reaktionen vor der B&uuml;hne als Ma&szlig;stab nimmt, k&ouml;nnte man fast meinen, man hat es hier mit einer Doppelheadlinertour zu tun. Nicht nur einmal sch&uuml;tteln die Kr&auml;hen selbst auf der B&uuml;hne ungl&auml;ubig die K&ouml;pfe angesichts dessen, was ihnen hier entgegenschl&auml;gt. Die Fans gehen m&auml;chtig steil und die Stimmung ist einfach nur top. Da bleibt Markus nur zu sagen "Ihr seid's ja narrisch!". Recht hat er und erntet damit weiteren Beifall. Klar, dass Mitsingspiele auch gleich auf Anhieb klappen. Leider ist der Gig nach der "<span class="strong">Krayenzeit</span>" und dem "Fegefeuer" viel zu schnell auch wieder vorbei, doch mit der Ank&uuml;ndigung auf ein neues Album der Kr&auml;hen mit entsprechender Tour schmerzt der Abschied dann nicht ganz so arg. </p>
  105. <p>Nach einer guten halben Stunde Umbauzeit gehen p&uuml;nktlich um 21:15 Uhr die Lichter erneut aus und die Sause beginnt. Wie auch auf dem aktuellen Album, so markieren auch hier "Ein St&uuml;ck Unsterblichkeit" sowie "Gro&szlig;e Tr&auml;ume" den Einstieg. Bislang war mir das M&uuml;nchner Publikum bei so manchen Konzerten ja als eher zur&uuml;ckhaltend in Erinnerung, nicht so aber heute Abend. Die eh schon hoch liegende Stimmungsmesslatte wird schnell noch ein paar Stufen nach oben gelegt und jede, und ich meine wirklich jede, Textzeile wird kr&auml;ftig mitgesungen. S&auml;nger Alea der Bescheidene ist von der ersten Sekunde an agil und h&uuml;pft und springt wie ein Flummi &uuml;ber die B&uuml;hne, dass es eine wahre Freude ist. Der "Dorn Im Ohr" wird gleich nachgeschoben, ehe die Frage "Wo Sind Die Clowns" ins Auditorium geschmettert wird. Die Spielleute haben leichtes Spiel mit der gef&uuml;gigen Masse, womit wir wieder beim Einstieg in dieses Review sind: "Brot Und Spiele" wird dem Volk kredenzt. Dabei nehmen <span class="strong">Saltatio Mortis</span> die Unterst&uuml;tzung nicht als selbstverst&auml;ndlich hin, und so wird auch Alea der Bescheidene nicht m&uuml;de, sich aus tiefstem Herzen f&uuml;r den Support zu bedanken. Nun ist es aber an der Zeit, auch ernstere Kl&auml;nge anzuschlagen, denn das aktuelle Geschehen geht auch an den Spielleuten nicht vorbei. Nach einer kurzen Ansprache &uuml;ber Frieden in und durch Europa wird eben dieses besungen, gefolgt von "Besorgter B&uuml;rger", ein klares Statement gegen rechts. Mit zunehmender Spieldauer werden auch die Vorworte zu einzelnen Songs l&auml;nger, doch man mag sie nicht missen. Erst recht nicht, wenn sie so authentisch r&uuml;berkommen, wie hier. Doch ganz ohne Schabernack geht es auch hier nicht, denn es wird auch ein Wunder angek&uuml;ndigt: O-Ton von Alea: ein Dudelsackspieler, der ein richtiges Instrument spielen kann. Gemeint ist Luzi das L, der vom Dudelsack zum Piano wechselt und, untermalt von einem Meer aus Feuerzeugen und Handys, die "Spur Des Lebens" einl&auml;utet. Im Anschluss  erhebt sich Lasterbalk der L&auml;sterliche hinter seinem Drumkit und nimmt uns mit, zuerst ins Mittelalter ("Galgenballade": was w&auml;re da nur aus uns nur geworden? Frauenheld, Trunkenbold, Bassist...), danach geht es auf eine L&auml;nderreise: &uuml;ber Persien "Raghs-e-pari" geht es hoch in den hohen Norden ("Heimdall"; "Brunhild") und wieder zur&uuml;ck ins Hier und Jetzt. Denn wer kennt ihn nicht, diesen Ausspruch "Nie Wieder Alkohol". Wobei die Frage, wer im Suff nun wirklich st&auml;ndig seine Hose verliert, an diesem Abend nicht vollumf&auml;nglich beantwortet werden kann. Ist aber wohl auch besser so. Langsam aber sicher n&auml;hern wir uns dann auch schon dem Ende, zumindest des regul&auml;ren Sets. Nach einer kurzen Pause, die sich die Band redlich verdient hat, wird noch ein sch&ouml;ner Zugabenteil zum besten gegeben. Den finalen Abschluss markiert dann der "Spielmannsschwur", diesmal eingel&auml;utet von ruhigen Pianokl&auml;ngen, ehe die Sause ein letztes Mal los geht. Die dazugeh&ouml;rige Melodie wird auch lange nach dem Verklingen der Instrumente vom Auditorium weiter gesungen, so dass der Band nichts anderes &uuml;brig bleibt, als sich 1000 Mal zu bedanken. Dann ist aber auch wirklich Schluss, schade, aber bei zwei Stunden Spielzeit kann man sich wirklich nicht beklagen.</p>
  106. ]]></content></entry><entry>
  107. <title type="html"><![CDATA[ Wacken Open Air u.a. mit  &amp; ]]></title>
  108. <link href="http://www.heavyhardes.de/live-680.html" />
  109. <id>http://www.heavyhardes.de/live-680.html</id>
  110. <updated>2018-10-06T15:46:53+02:00</updated>
  111. <published>2018-10-06T15:46:53+02:00</published><content type="html"><![CDATA[ <p>Das war vielleicht ein knappes Rennen! Gerade einmal zwei Wochen vor Startschuss zum 29. Wacken:Open:Air meldeten die Veranstalter den Ausverkauf des Festivals. Dabei ist es noch gar nicht so lange her, dass der weltweit beliebte Event binnen 24 Stunden nach Beginn des Ticketverkaufs restlos ausverkauft war. Da lassen Unkenrufe von wegen, das W:O:A befindet sich auf dem absteigenden Ast, nicht lange auf sich warten. Vor Ort kann man von dieser Untergangsstimmung allerdings nicht das Geringste feststellen.</p>
  112. <p><img class="bildrechts" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2018/042 woa2018.jpg" border="0" alt="WOA 2018" /></p>
  113. <p>Genau dort sind wir - einmal mehr die Heavyhardes-Crew, um vom Geschehen zu berichten. Erneut geben wir uns alle M&uuml;he, um einen guten Querschnitt des &uuml;berreichen Angebots zu kommentieren, also Berichte von allen acht B&uuml;hnen abzuliefern und dabei sowohl die gro&szlig;en Headliner auf den Hauptb&uuml;hnen, als auch die kleineren Bands und Newcomer auf den Nebenb&uuml;hnen zu ber&uuml;cksichtigen. Was unsere ambitionierten Pl&auml;ne anbelangt, soll uns allerdings das br&uuml;tend hei&szlig;e Wetter hier und dort einen Strich durch die Rechnung machen. Aber eines nach dem anderen...<br />
  114. (Dagger)</p>
  115. <p><span class="strong">Mittwoch, 01.08.2018</span></p>
  116. <p>Das Zelt steht, der erste Durst ist gel&ouml;scht - also Abmarsch in Richtung Festivalgel&auml;nde! Die Anreise hat sich etwas hingezogen und auch das mit dem Durstl&ouml;schen dauert bei 30°C ein wenig l&auml;nger als gewohnt, daher ist es schon etwa 20:00 Uhr, als wir den langen Weg in Richtung Wacken Plaza antreten. Dort angelangt wird traditionsgem&auml;&szlig; die Lage gepeilt, soll hei&szlig;en: was ist neu im heiligen Wackenland? Nun, schon auf dem Weg hier her konnte man beispielsweise feststellen, dass die Hauptstra&szlig;e, vorbei an den Campingpl&auml;tzen, mit gro&szlig;en Metallplatten ausgekleidet wurde. Sehr lobenswert, denn genau hier ist man in den letzten Jahren nach &uuml;ppigen Regenf&auml;llen regelrecht im Modder versunken. Die Rainbow-Bar hat einen neuen Standort, der Biergarten wurde erneut vergr&ouml;&szlig;ert, ebenso das Angebot an Sitzgelegenheiten auf dem Gel&auml;nde und es gibt neben dem Bullhead City Circus ein neues Zelt auf der Plaza. Hier wurde eine neue Area, genannt ESL Arena Wacken, f&uuml;r alle passionierten Zocker und Gamer geschaffen, weil ja Metal und Zocken irgendwie zusammen gef&uuml;hrt werden m&uuml;ssen. Was f&uuml;r ein Quatsch und meiner bescheidenen Meinung nach auch &uuml;berfl&uuml;ssig wie ein Kropf. Aber ich habe ja auch eine Art Allergie gegen alles was mit Playstation und Co zu tun hat und stehe lieber mit beiden F&uuml;&szlig;en im echten Leben oder eben vor einer B&uuml;hne auf der eine Live-Band spielt. Wer lieber seine Zeit im Zocker-Zelt verbringt, der kann das nat&uuml;rlich gerne tun.<br />
  117. (Dagger)</p>
  118. <p><img class="bildlinks" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2018/022 woa2018_extrabreit.jpg" border="0" alt="Extrabreit" /></p>
  119. <p>Gegen 21:00 erreichen wir schlie&szlig;lich den Biergarten mit seiner Beergarden Stage, um den Abend mit nostalgischen Kl&auml;ngen zu untermalen, denn die erste Band nimmt uns mit in die fr&uuml;hen 80er Jahre. <span class="strong">Extrabreit</span> aus Hagen waren damals eine der erfolgreichsten NDW-Bands... und ein Blick ins weite Rund des Biergartens zeigt auch durchaus ein etwas betagteres Publikum. Darunter mischt sich aber auch zahlreiches Jungvolk, das zur Bl&uuml;tezeit der Band noch nicht mal laufen konnte oder gar auf der Welt war. Aber egal, der Biergarten ist voll und die Stimmung ist gut, so wie es sein soll. W&auml;hrend unbekanntere Songs wie "Geisterbahn Fahrn" oder "Polizisten" noch eher verhalten mit Beifall bedacht werden, geht die Stimmung bei den beiden gr&ouml;&szlig;ten Hits "Flieger, Gr&uuml;&szlig; Mir Die Sonne" und "Hurra Hurra Die Schule Brennt" so richtig steil. Vor allem der Refrain zum Flieger wird auch nach dessen Ende weiter von den Fans gesungen. Ein gelungener Einstand in das diesj&auml;hrige Festival!<br />
  120. (Ray)</p>
  121.  
  122. <p><span class="strong">Donnerstag, 02.08.2018</span></p>
  123. <p>Ab etwa 7:30 Uhr ist es nicht mehr m&ouml;glich, sich im Zelt aufzuhalten. Daf&uuml;r brennt die B&auml;rbel schon zu intensiv auf seinen Buckel. Unterm Pavillon ist es allerdings auch nicht viel besser, erreichen die Temperaturen heute doch ca. 33°C.</p>
  124. <p><img class="bildrechts" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2018/woa18 - skyline.jpg" border="0" alt="Skyline" /></p>
  125. <p>Dennoch sind wir p&uuml;nktlich zur Mittagszeit am Ort des Geschehens. Die Band <span class="strong">Skyline</span> er&ouml;ffnet wie jedes Jahr die Spiele im Infield und startet mit Deep Purples "Burn" ins Set ihrer popul&auml;ren Coversongs. Man darf davon ausgehen, dass sich auch <span class="strong">Doro</span> auf der B&uuml;hne einfinden wird. Mehr als oft genug gesehen, lassen wir <span class="strong">Skyline</span> allerdings links liegen und schreiten erneut vor die Beergarden Stage, wo es etwas ruhiger zugeht.<br />
  126. (Dagger)</p>
  127. <p><img class="bildlinks" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2018/woa18 - the waltons 02.jpg" border="0" alt="The Waltons" /></p>
  128. <p>Dort spielt n&auml;mlich gerade mit den <span class="strong">The Waltons</span> ein Berliner Urgestein, das mit seinem l&auml;ssigen Mix aus Rock'n'Roll, Folk und Country eine prima Grundlage zum Biertrinken bildet. Genau das tut nach unserem langen Marsch auch dringend Not! Die Band gibt es schon seit 1983 und '92 fand sie sich sogar schon in Wacken ein. Wo gestern bei <span class="strong">Extrabreit</span> noch der B&auml;r steppte, ist jetzt allerdings kaum was los - sowohl mengen- als auch bewegungsm&auml;&szlig;ig. Liegt vermutlich an der Hitze. Die braven, aber trinktauglichen Rocksongs der Waltons d&uuml;rften damit aber nichts zu tun haben.<br />
  129. (Kaska)</p>
  130. <p><img class="bildrechts" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2018/woa18 - tremonti 01.jpg" border="0" alt="Tremonti" /></p>
  131. <p>14:30 Uhr: trotz steigender Temperatur vor der Louder Stage. Hier tritt Mark <span class="strong">Tremonti</span>, bekannt von Alter Bridge und Creed mit seinem eigenen Projekt <span class="strong">Tremonti</span> auf und l&auml;sst es so richtig krachen. Dank der noch lichten Reihen schafft man es problemlos bis nahe vor die B&uuml;hne. Dass trotz aggressiver Groove-Monster wie "So You're Afraid" oder "Flying Monkeys" kein Pit entsteht, d&uuml;rfte der Hitze geschuldet sein. Bei "Radical Change" ist es dann endlich soweit und es kommt Bewegung in die vorderen Reihen. Nach einer bravour&ouml;sen Vorstellung bringt der Bandchef seine Anh&auml;nger zum finalen Thrasher "Wish You Well" schlie&szlig;lich dazu den Zirkel noch deutlich zu vergr&ouml;&szlig;ern. Respekt, wer bei dieser Affenhitze jetzt noch einmal alles aus sich herausholt!<br />
  132. (Dagger)</p>
  133. <p><img class="bildlinks" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2018/026 woa2018_pikes_edge.jpg" border="0" alt="Pike's Edge" /></p>
  134. <p>Mein erster Weg f&uuml;hrt mich eigentlich zur Wackinger Stage, um mir <span class="strong">Ingrimm</span> anzusehen, aber da ich zeitig genug da bin, geselle ich mich noch vor die Wasteland Stage, um mir Pike's Edge aus unserer sch&ouml;nen Landeshauptstadt anzusehen bzw. zu h&ouml;ren. Das ist mal eine goldrichtige Entscheidung. Die Jungs k&ouml;nnen sich &uuml;ber zahlreichen Zuspruch trotz Hitze und Staub freuen und zocken ihren Mix aus modernem Thrash und Groove Metal mit einer ordentlichen Portion Spielfreude, die sich auch auf das Publikum &uuml;bertr&auml;gt... so l&auml;sst ein Moshpit nicht lange auf sich warten. Pike (Vokals) spendiert zum Tanzen noch ein paar Gummipuppen, die schnell mit eingebunden werden. Je l&auml;nger der Gig dauert, desto mehr und mehr Leute bleiben vor der Stage h&auml;ngen. Angesichts solcher Songs wie "Nameless", "Hypocrite" oder "Blind Side Of You" aber auch kein Wunder, gehen die Songs doch gleich ins Mittelohr. So ist es auch kein Wunder, dass die Jungs mit lautstarken Zugabe-Rufen verabschiedet werden, die leider unerh&ouml;rt bleiben. Auch der Merchstand der Band gleich neben der B&uuml;hne darf sich &uuml;ber zahlreichen Zuspruch freuen, nicht wenige (inkl. meiner Wenigkeit) legen sich noch schnell das aktuelle Album All Of Our Beauty zu. Dieser Stopp hat sich definitiv gelohnt!<br />
  135. (Ray)</p>
  136. <p><img class="bildrechts" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2018/038 woa2018_ingrimm.jpg" border="0" alt="Ingrimm" /></p>
  137. <p>Nun aber schnell weiter zur Wackinger Stage, wo <span class="strong">Ingrimm</span> aus Regensburg bereits in den Startl&ouml;chern stehen. Auch hier geht es gleich fein zur Sache, der Mix aus harten Rhythmen und Mittelalter-Kl&auml;ngen verfehlt seine Wirkung nicht. Nach dem flotten "Die Pest" wird erstmal getestet, ob das Publikum gut drauf ist. Dem "Hallo Wacken" folgt ein lautes "Hallo <span class="strong">Ingrimm</span>" - Test also bestanden. Weiter geht's mit "Der Rabe", "Teufelsweib" und "H&auml;ngt Ihn", und schon machen sich Surfer auf den Weg zur B&uuml;hne. Mit der "Sanduhr" ist dann die Saue auch viel zu schnell wieder vorbei, aber <span class="strong">Ingrimm</span> werden verdient gefeiert.<br />
  138. (Ray).</p>
  139. <p>Zur&uuml;ck im Biergarten: dort sitzen mit Schidl 'n' Schedl zwei echt bayerische Originale auf Holzst&uuml;hlen, mit Akustikgitarre bewaffnet und geben Laute von sich, die ein jeder Nicht-Bayer wohl auch nicht verstehen d&uuml;rfte. Die ganze Auff&uuml;hrung erinnert stark an Whiskeydick aus Texas, die letztes Jahr hier gesessen haben, nur sind diese Jungs ausm Bayerischen Wald noch extremer, daf&uuml;r aber qualitativ auch l&auml;ngst nicht so gut. Die selbsternannten "Herrgottsv&auml;ter des bayerischen Acoustic Heavy Metal" sorgen mit ihren wilden Liedern aber f&uuml;r Stimmung und manch offenstehende M&uuml;nder. Viel los vor der B&uuml;hne ist allerdings nicht. Genau genommen konzentrieren sich die paar Hardliner, die ganz nah dran sein wollen, genau im Schattenwurf der B&uuml;hne, aber keinen Millimeter dar&uuml;ber hinaus. (Kaska) (woa18 - Schidl n Schedl 02)</p>
  140. <p><img class="bildlinks" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2018/woa18 - dirkschneider 02.jpg" border="0" alt="Dirkschneider" /></p>
  141. <p>Im Infield startet nun allm&auml;hlich die Parade der richtig gro&szlig;en Namen, wie es in Wacken donnerstags nun einmal so &uuml;blich ist. Auf dem Programm der Faster Stage steht mit <span class="strong">Dirkschneider</span> nun jene deutsche Metal-Ikone, die gemeinhin unter dem Namen UDO bekannt ist. Herr <span class="strong">Dirkschneider</span> m&ouml;chte an diesem Abend schlie&szlig;lich mit seiner Vergangenheit als Accept-Frontmann abschlie&szlig;en und spielt daher ein letztes Mal ein volles Set aus den Klassikern jener Epoche. Und tats&auml;chlich sind sie alle dabei, die Meilensteine, mit denen Accept einst Musikgeschichte schreiben durfte: "Princess Of The Dawn", "Son Of A Bitch", "London Leatherboys", "Breaker" und und und. Erwartungsgem&auml;&szlig; wird "Metal Heart" in ungeahnter L&auml;nge zelebriert, auf gro&szlig;artige Showeinlagen muss man dabei allerdings verzichten. Daf&uuml;r gibt es als Sahneh&auml;ubchen noch das kultige Doppel aus "Fast As A Shark" und "I'm A Rebel". Ein feiner Gig, gar kein Zweifel, und vielleicht l&auml;ngst &uuml;berf&auml;llig. Denn sind wir mal ehrlich: eigentlich hat es Udo bei so vielen eigenen genialen Songs doch l&auml;ngst nicht mehr n&ouml;tig, die ollen Kamellen live zu spielen, zumal das von Accept selbst ja mittlerweile auch wieder erledigt wird. Au&szlig;erdem klingt Udo ohne den Rest von Accept am Ende halt doch nicht wie Accept.<br />
  142. (Dagger)</p>
  143. <p><img class="bildrechts" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2018/woa18 - blechblosn 03.jpg" border="0" alt="Blechblos'n" /></p>
  144. <p>Weil's so gem&uuml;tlich dort ist, weil's Schatten und Sitzgelegenheiten dort gibt, schalten wir nun doch wieder zur&uuml;ck in den Biergarten. Dort heizen gerade die j&auml;hrlich widerkehrenden Blechblos'n dem stimmungss&uuml;chtigen Publikum ganz ordentlich ein. Auf dem Programm stehen wie immer Bierzeltlieder neben Coverversionen von Rammstein bis AC/DC. Nat&uuml;rlich vorgetragen von Bl&auml;sern neben dem obligatorischen Rock-Repertoire. Dabei schreiten die Bayern hier in Wacken wom&ouml;glich ein wenig z&uuml;nftiger, sprich metallischer zur Sache, als wenn sie irgendwo auf einer Kirchweih spielen. Das Publikum dankt es der Band und geht zu Nummern wie "Kalinka" oder "Skandal im Sperrbezirk" von vorne bis ganz hinten richtig ab! Da wird gesungen, da wird geklatscht und auch getanzt. F&uuml;r diesen Ort und diese Stunde also genau die richtige Mucke!<br />
  145. (Kaska)</p>
  146. <p><img class="bildlinks" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2018/047 woa2018_belphegor.jpg" border="0" alt="Belphegor" /></p>
  147. <p>Von der Sonne geht es nun ab ins dunkle Innere zu den beiden Zeltb&uuml;hnen. Mein Weg f&uuml;hrt mich als erstes auf die linke Seite, hin zur W:E:T-Stage, wo die &Ouml;sterreicher <span class="strong">Belphegor</span> ihr Set alsbald beginnen. Wobei es der Begriff Set nicht wirklich trifft, Zeremonie kommt da schon eher hin. <span class="strong">Belphegor</span> sind bekannt f&uuml;r eine intensive, theatralische Darbietung und auch der W:O:A-Gig heute macht da keine Ausnahme. "Conjuring The Dead" oder auch "Lucifer Incestus" werden mit reichlich Feuer und Rauch untermalt, die Band ist in ihrer eigenen Welt, Kommunikation mit dem Publikum findet nur vage statt. Das brachiale "Baphomet" bildet dann den Abschluss der Messe an den Geh&ouml;rnten. Das waren mal intensive 45 Minuten.<br />
  148. (Ray)</p>
  149. <p><img class="bildrechts" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2018/woa18 - blessed hellride 03.jpg" border="0" alt="Blessed Hellride" /></p>
  150. <p>20:45. Nun hei&szlig;t es - wie so oft - eine Wahl treffen: zur Faster Stage und Rock Gigant <span class="strong">Danzig</span> angesehen? Oder doch lieber die Underdogs von <span class="strong">Blessed Hellride</span> auf der kleinen Wasteland Stage angeschaut? Die M&uuml;nze entscheidet und so f&uuml;hrt der Weg durchs Wackinger Village zur Wasteland Stage, wo bereits die Feuerfontainen &uuml;ber unseren K&ouml;pfen die Luft erhitzen. In dieser schwei&szlig;treibenden Umgebung sind <span class="strong">Blessed Hellride</span> genau richtig. Mit ihrem adrenalin-schwangeren Stoner Rock passen die f&uuml;nf Musiker richtig gut hier her. Irgendwo zwischen Biker- und Cowboyfeeling haben die Jungs aus Trier k&uuml;rzlich ihr zweites Album an den Start gebracht und k&ouml;nnen eine ganz ansehnliche Schar an Fans vor der B&uuml;hne versammeln. Diese Truppe sollte man definitiv im Auge behalten!<br />
  151. (Dagger)</p>
  152. <p><img class="bildlinks" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2018/woa18 - danzig.jpg" border="0" alt="Danzig" /></p>
  153. <p>Im Anschluss ist schlie&szlig;lich dann doch noch etwas Zeit, um den letzten paar Songs von <span class="strong">Danzig</span> beizuwohnen, wenn auch aus etwas gr&ouml;&szlig;erer Entfernung. P&uuml;nktlich zu unserem Eintreffen im Infield dr&ouml;hnt der Band-Hit "Mother" durch die Lautsprecher, w&auml;hrend der auch schon 63-j&auml;hrige Glenn <span class="strong">Danzig</span> recht agil auf der B&uuml;hne unterwegs ist. Als Zugabe gibt's "She Rides", ebenfalls vom legend&auml;ren Deb&uuml;t, und schlie&szlig;lich "Snakes Of Christ". Das Infield ist zu dieser Stunde schon ordentlich gef&uuml;llt.<br />
  154. (Dagger)</p>
  155. <p><img class="bildrechts" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2018/052 woa2018_watain.jpg" border="0" alt="Watain" /></p>
  156. <p>Weiter geht die schwarzmetallische Sause im Bullhead City Circus, und zwar auf der Headbanger Stage. Gestern hie&szlig; es noch, "Hurra Hurra die Schule brennt", heute dagegen "Hurra Hurra, die B&uuml;hne brennt", denn die Schweden <span class="strong">Watain</span> geizen nicht mit allerlei Flammen und schon bald brennt so ziemlich alles, was die nicht gerade niedrigen Temperaturen im Zelt noch etwas nach oben schraubt. S&auml;nger Erik Danielsson kommt zu den ersten Kl&auml;ngen b&ouml;se blickend auf die B&uuml;hne und stolpert erstmal &uuml;ber ein Kabel, was dem Ganzen etwas die "Evilness" nimmt. Davon v&ouml;llig unbeeindruckt zelebrieren auch <span class="strong">Watain</span> ihren Gig, den sie mit "Stellavore" er&ouml;ffnen. Die B&uuml;hne ist das ganze Set &uuml;ber in roten Rauch geh&uuml;llt, was die perfekte Untermalung zu den Flammen ist. Zwischendurch l&auml;sst Erik auch mal den Bruce durchblicken als er "Scream For Me, Wacken" fordert. "Malfeitor", "Nuclear Alchemy" sowie "Angelrape" folgen, ehe "Waters Of Ain" den Schlusspunkt markiert. Ein w&auml;rmendes Erlebnis.<br />
  157. (Ray)</p>
  158. <p><img class="bildlinks" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2018/woa18 - judas priest.jpg" border="0" alt="Judas Priest" /></p>
  159. <p>Es ist mittlerweile nach 22:00 Uhr und eine dicke Staubglocke h&auml;ngt &uuml;ber dem Wacken Center, die tats&auml;chlich die Sicht einschr&auml;nkt. Staubschutzmasken k&ouml;nnen an mehreren Stellen erworben werden, ein Angebot, das von vielen Besuchern auch dankend angenommen wird. Unsereins steht derweil im Infield vor der Harder Stage und wartet auf den Headliner des heutigen Abends. <span class="strong">Judas Priest</span> sind zum dritten Mal zu Gast in Wacken und ihr famoses Album Firepower l&auml;sst auf einen starken Gig hoffen. Nach dessen Titelsong gestaltet sich der Einstieg in das Set allerdings etwas sperrig mit einer Reihe weniger popul&auml;rer Tracks. Andererseits bekommt man Songs wie beispielsweise "Bloodstone" von Screaming For Vengeance halt auch nicht oft zu h&ouml;ren. Dennoch - dem Publikum merkt man es schon irgendwie an, dass die Auswahl nicht perfekt ist. Daran k&ouml;nnen auch der bombastische Sound und die fette Lightshow nichts &auml;ndern.  Klarer Stimmungsumbruch dann bei "Turbolover". Gro&szlig;e &Uuml;berraschung: "Night Comes Down" von Defenders Of The Faith hat's ins Set geschafft und dann kann der Reigen an Hits beginnen. Rob Halford zeigt sich stimmlich in guter Form und meistert sogar die abartig hohen Screams in "Freewheel Burning" und "Painkiller". Zwischendrin noch der Standard-Groover "You've Got Another Thing Coming" und die obligatorische Einfahrt mit der Harley zu "Hellbent For Leather", was leider die einzige Showeinlage bleiben soll. Ganz dick dann das Finale aus "Metal Gods", "Breaking The Law" und "Living After Midnight".<br />
  160. (Dagger)</p>
  161. <p><img class="bildrechts" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2018/077 woa2018_feuerschwanz.jpg" border="0" alt="Feuerschwanz" /></p>
  162. <p>Den Abschluss am Donnerstag bilden f&uuml;r mich die Barden <span class="strong">Feuerschwanz</span>, die sich &uuml;ber m&auml;chtigen, textsicheren Zuspruch vor der B&uuml;hne freuen d&uuml;rfen. Nach dem Opener "Hexenjagd" wird die Frage aller Fragen mit "Bl&ouml;de Frage, Saufgelage" von den Fans beantwortet, was den Musikern durchaus ein L&auml;cheln auf die Lippen zaubert. Der anschlie&szlig;enden Bitte, sich zu setzen wird ebenfalls entsprochen und so wird die "Seemannsliebe" zumeist auf dem Boden rudernd verbracht. "Die H&ouml;rner Hoch" ist ein Muss bei einem <span class="strong">Feuerschwanz</span>-Gig, ebenso "Metnotstand im M&auml;rchenland". Keine Frage, die Band hat leichtes Spiel mit dem Auditorium, das die Musiker frenetisch abfeiert. Ein gelungener erster Festivaltag neigt sich dem Ende entgegen und der Met oder das Bier oder was auch immer Hochprozentiges ruft...<br />
  163. (Ray)</p>
  164.  
  165. <p><span class="strong">Freitag, 03.08.2018</span></p>
  166. <p><img class="bildlinks" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2018/woa18 - jack broadbent 02.jpg" border="0" alt="Jack Broadbent" /></p>
  167. <p>Es ist erneut etwa 7:30 Uhr, als die gnadenlosen Sonnenstrahlen ein Ausschlafen unm&ouml;glich machen. Die Hitze von gestern soll heute ihre Fortsetzung finden und vereitelt die ersten geplanten Konzertbesuche. Ewig kann man dem Infield nat&uuml;rlich nicht fern bleiben...<br />
  168. Eigentlich w&auml;ren da z.B. Epica auf der Faster Stage auf dem Plan gestanden, doch im Biergarten l&auml;uft ein Programm, das kontrastreicher nicht sein k&ouml;nnte. Dort die epische und orchestrale High-End-Produktion, hier ein einziger Typ auf einem Stuhl und mit zwei Gitarren bewaffnet. Die Rede ist von <span class="strong">Jack Broadbent</span>, dessen Videos auf Youtube schon millionenfach geklickt wurden. Der passionierte Blues-Rocker spielt unter Zuhilfenahme eines Edelstahlflachmanns eine famose Slidegitarre und kommt &uuml;berhaupt extrem sympathisch r&uuml;ber. Viel los ist zwar nicht vor der Beergarden Stage, die Anwesenden geben aber ordentlich Applaus und freuen sich &uuml;ber in die Songs geflochtene bekannte Rhythmen, etwa von ZZ Top, Lynyrd Skynyrd oder Jimi Hendrix.<br />
  169. (Dagger)</p>
  170. <p><img class="bildrechts" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2018/090 woa2018_korpiklaani.jpg" border="0" alt="Korpiklaani" /></p>
  171. <p>Kurzer Schwenk zur Louder Stage im Infield: hier ist der Gig, &auml;h die Party von <span class="strong">Korpiklaani</span> bereits in vollem Gange. Das Areal ist gar pr&auml;chtig gef&uuml;llt und die Fans gehen gut mit. Angesichts von "Happy Little Boozer" aber auch nicht verwunderlich. Danach wird die Schnapsbar er&ouml;ffnet, "Tequila", "Beer Beer" und "Vodka" ausgeschenkt, was f&uuml;r gl&uuml;ckselige Gesichter um mich herum sorgt. Zu guter Letzt sorgt S&auml;nger Jonne noch f&uuml;r eine Laola-Welle, ehe das obligatorische Foto vor den Fans gemacht wird.<br />
  172. (Kaska)</p>
  173. <p><img class="bildlinks" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2018/095 woa2018_cob.jpg" border="0" alt="Children Of Bodom" /></p>
  174. <p><span class="strong">Children Of Bodom</span> sind ein Garant f&uuml;r m&auml;chtig Betrieb in der Einflugschneise. Das ist auch heute so. Es ist m&auml;chtig was los vor der Faster-Stage, die Fans stehen bis ganz hinten am Einlass. Ein Blick &uuml;ber die K&ouml;pfe der Anwesenden zeigt, was f&uuml;r eine Menge Staub dank des trockenen Wetters liegt. Die Fans sorgen daf&uuml;r, dass der Staubnachschub nicht versiegt: bei jedem Song wird mittels eines ordentlichen Pits geh&ouml;rig was in die Atmosph&auml;re gewirbelt. Derweil sorgen Alexi Laiho und seine Mannen f&uuml;r die passende musikalische Untermalung. "Are You Dead Yet?", "Angels Don't Kill" oder "Hate Crew Deathroll" passen da auch wie die ber&uuml;hmte Faust aufs Auge. Die Finnen haben sichtlich Spa&szlig; an ihrem Set, was man unter anderem am inflation&auml;ren Gebrauch der W&ouml;rter "Shit" und "Fuck" erkennen kann. Kaum ein Satz kommt ohne damit aus. Nach einer Stunde ist dann jedoch Schicht im Schacht, Zeit, sich den Staub aus den Klamotten zu klopfen.<br />
  175. (Ray)</p>
  176. <p><img class="bildrechts" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2018/097 woa2018_herrschaft.jpg" border="0" alt="Herrschaft" /></p>
  177. <p>Auf dem Weg &uuml;ber's Gel&auml;nde komme ich auf der Suche nach was Essbarem an der Wasteland Stage vorbei, wo die Franzosen <span class="strong">Herrschaft</span> gerade ihren Industrial Metal zum Besten geben. Es ist recht wenig los und auch die Reaktionen halten sich eher in Grenzen. Schlecht ist die Mucke einerseits zwar nicht, aber andererseits auch nichts, was man nicht schon geh&ouml;rt h&auml;tte. Irgendwie scheinen die GoGos der <span class="strong">Wasteland Warriors</span>, die zu den Kl&auml;ngen der Franzosen tanzen, f&uuml;r nicht wenige interessanter zu sein.<br />
  178. (Kaska)</p>
  179. <p><img class="bildlinks" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2018/woa18 - doro 02.jpg" border="0" alt="Doro" /></p>
  180. <p>Wieder zur&uuml;ck im Infield: um 19:15 Uhr steht dort <span class="strong">Doro</span> auf dem Programm. Die hat man zwar im Grunde schon oft genug gesehen, aber sie ist halt auch ein Garant f&uuml;r eine gute Show. Diese Tradition wird heute sowas von fortgef&uuml;hrt! Schon der Einstieg mit "I Rule The Ruins", "Burning The Witches" und "Raise your Fist In The Air" macht richtig Laune. Ganz toll auch das Sweet-Cover "Ballroom Blitz", zu dem sich die Sweet-Recken Andy Scott und Peter Lincoln auf die B&uuml;hne gesellen. Sie sind &uuml;brigens nicht die einzigen G&auml;ste an diesem Abend. Johan Hegg von Amon Amarth ist bei gleich drei Songs mit an Bord, der Metal-Chor Doom Birds, der heuer hier und dort auf dem W:O:A sein Unwesen treibt, verst&auml;rkt die Hymne "We Are The Metal Heads" und den brandneuen Song "All For Metal". Schlie&szlig;lich greift beim finalen Priest-Cover "Breaking The Law" kein geringerer als Annihilator-Boss Jeff Waters in die Saiten. Wie gesagt - <span class="strong">Doro</span> ist Garant f&uuml;r eine gute Show... grunds&auml;tzlich und in Wacken erst recht!<br />
  181. (Dagger)</p>
  182. <p>Kurze Verschnaufpause im Biergarten. Dort spielt gerade <span class="strong">Asrock</span> und liefert wieder allseits bekannte Klassiker zwischen Thin Lizzy und AC/DC. Die richtige Beschallung f&uuml;r nebenher eben. Die Band hat ja auch schon letztes Jahr hier gespielt und man wei&szlig;, was man zu erwarten hat.<br />
  183. (Kaska)</p>
  184. <p>Eigentlich sollten nun die <span class="strong">B&ouml;mbers</span> auf der Biergarten Stage spielen, immerhin ist auch bereits alles soweit hergerichtet. Doch der Gig muss leider abgesagt werden, da es dem S&auml;nger/Bassisten nicht gut geht und er sich gerade in &auml;rztlicher Behandlung befindet. Gute Besserung!<br />
  185. (Kaska)</p>
  186. <p><img class="bildrechts" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2018/106 woa2018_clawfinger.jpg" border="0" alt="Clawfinger" /></p>
  187. <p>Nun, ein Ersatz f&uuml;r den ausgefallenen Gig auf der Biergarten Stage ist schnell gefunden, immerhin zocken zur gleichen Zeit <span class="strong">Clawfinger</span> auf der Louder-Stage. Also "schnell" dorthin, was sich als gar nicht mal so einfach darstellt, denn es ist m&auml;chtig was los vor der B&uuml;hne. Will man was h&ouml;ren, muss man sich auch so weit wie m&ouml;glich in Richtung B&uuml;hne orientieren, sonst ger&auml;t man in die Sound&uuml;berschneidungen mit der Faster-Stage, wo zeitgleich <span class="strong">Nightwish</span> ihren Set abhalten. S&auml;nger Zak Tell ist aufgrund des Andrangs vor der B&uuml;hne sichtlich begeistert und geht direkt nach "Don't Get Me Wrong" aus Dankbarkeit auf die Knie. "Catch Me If You Can" folgt und Zak l&auml;sst es sich nicht nehmen, singend eine Surfeinlage auf den Fans einzulegen. Das nenn ich mal Fann&auml;he. Bei "Nothing Going On" wird dann auch der nicht gerade kleine Pit auf der Videowall gezeigt, den man von den hinteren Reihen nicht unbedingt mitbekommt. Ein gelungener Gig, doch mein Weg treibt mich weiter, immerhin sind auch heuer nicht geringe Distanzen zu &uuml;berwinden.\<br />
  188. (Ray)</p>
  189. <p><img class="bildlinks" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2018/woa18 - nightwish 03.jpg" border="0" alt="Nightwish" /></p>
  190. <p>Das ganz gro&szlig;e Kino bereiten im Anschluss <span class="strong">Nightwish</span> als Headliner des heutigen Abends auf der Faster Stage. Was wir hier und heute erleben d&uuml;rfen, kann man getrost als den perfekten Gig bezeichnen, denn da sitzt wirklich alles! Pyros, Lightshow, Sound - alles absolut beeindruckend. Insbesondere Frontfrau Floor Jansen scheint endg&uuml;ltig in ihre Rolle gefunden zu haben. Im hautengen Gewand ist die gro&szlig;e S&auml;ngerin ohnehin ein Hingucker, was sie an diesem Abend stimmlich leistet, stellt die optische Erscheinung aber bei weitem in den Schatten. Ja, heute ist sie definitiv die bessere Tarja! Sie meistert alle Klassiker vom energetischen "Wish I Had An Angel", &uuml;ber das zarte "Elan" bis hin zum kommerziellen Hit "Nemo" mit Bravour und beeindruckender stimmlicher Bandbreite. Im finalen Mammut-Track "Ghost Love Score" schie&szlig;en die Pyros dann noch einmal aus allen Rohren, w&auml;hrend der gewaltige Sound f&uuml;r zehn Minuten lange G&auml;nsehaut sorgt. Mein lieber Schwan, <span class="strong">Nightwish</span> haben heute Abend geliefert, aber sowas von!<br />
  191. (Dagger)</p>
  192. <p><img class="bildrechts" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2018/woa18 - running wild 02.jpg" border="0" alt="Running Wild" /></p>
  193. <p>Wir bleiben gleich vor Ort und schwenken nach rechts zur Harder Stage. Hier formieren sich gerade die Fans von Old School Metal made in Germany. <span class="strong">Running Wild</span> steht ab 22:30 Uhr auf dem Programm, um eine exklusive Show zu absolvieren. Dass das nach dem Superlativ von <span class="strong">Nightwish</span> ein wenig blass wirkt, ist zu erwarten. Denn rein showm&auml;&szlig;ig hat der Rock'n Rolf au&szlig;er ein wenig Feuer nicht allzu viel zu bieten. Der Sound ist arg flach und leider ist auch die Setlist ein wenig ungl&uuml;cklich geraten - zu wenig der ganz gro&szlig;en Klassiker, von denen es ja mehr als genug g&auml;be und zu viel Material von aktuellen Album Rapid Foray. Freilich ist die Scheibe nicht &uuml;bel, aber Junge - die Fans, die jetzt hier stehen, sind doch fast alle gut &uuml;ber 40 und wollen das Zeug aus den 80ern und 90ern h&ouml;ren. Bei Nummern wie "Bad To The Bone", "Riding The Storm" und "Blazon Stone" schl&auml;gt dann das Stimmungsbarometer deutlich aus. Auch "Port Royal" - das gleichnamige Album feiert heuer seinen 30. Geburtstag - kommt sehr gut an. Aber wo sind beispielsweise allein die gro&szlig;en Klassiker von Branded And Exiled? Ja, da fehlt so einiges. Als kleine Entsch&auml;digung kann zwar "Under Jolly Roger" herhalten, daf&uuml;r f&auml;llt die Zugabe mit "Soulless" und dem neuen "Stick To Your Guns" wieder denkbar mager aus. Schade eigentlich, mit einer besseren Setlist h&auml;tte das ein richtig feines Konzert werden k&ouml;nnen.<br />
  194. (Dagger)</p>
  195. <p><img class="bildlinks" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2018/116 woa2018_lee_aaron.jpg" border="0" alt="Lee Aaron" /></p>
  196. <p>Im Bullhead City Circus angekommen, dauert es auch nicht lange bis <span class="strong">Lee Aaron</span> ihr Set beginnt. Selbst mit der Gitarre in der Hand wird der Opener "Metal Queen" mit einer derartigen Spielfreude durch die PA gedr&uuml;ckt, derer man sich nur schwer entziehen kann. Das nenn ich mal ehrlichen, erdigen Rock. Die Jahre scheinen (fast) spurlos an der Kanadierin vorbei gezogen zu sein, so gestaltet sich der Gig nicht nur zu einem Ohren- sondern auch zu einem Augenschmaus. Dabei hatte es die "Metal Queen" nicht leicht, immerhin war ihr Flug gute 25 Stunden versp&auml;tet und sie ist quasi vom Flugzeug direkt auf die Wacken-B&uuml;hne. Alle Achtung. Weiter geht's mit "Diamond Baby". Die Fans zeigen <span class="strong">Lee Aaron</span>, warum sie zu Recht auf dieser B&uuml;hne steht und quittieren jeden Song mit ordentlichem Beifall. Dieses Set macht einfach Spa&szlig;!<br />
  197. (Ray)</p>
  198. <p><img class="bildrechts" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2018/125 woa2018_arkona.jpg" border="0" alt="Arkona" /></p>
  199. <p>Weiter geht's mit Frauenpower, zum Abschluss des Tages vor der Wackinger Stage. Das Areal ist ziemlich voll besetzt, als <span class="strong">Arkona</span> ihren Slot beginnen. Schon zum Intro wird klar, dass die Russen um Masha "Sream" den Set nicht nur spielen, sondern vielmehr zelebrieren. Mit reichlich Nebel und Hall auf den Vocals werden die Schamanen-Trommeln angestimmt, ehe die musikalische Reise ihren Lauf nimmt. Leider gibt meine Tastatur bzw. mein Sprachgebrauch kein Kyrillisch her... muss es aber auch nicht, denn die Songs verfehlen ihre Wirkung nicht. Angefeuert von st&auml;ndigen Masha-Rufen steigert sich Madame von Song zu Song, sofern das &uuml;berhaupt m&ouml;glich ist. Das volle Areal dankt es den Paganisten mit reichlich Beifall.<br />
  200. (Ray).</p>
  201. <p><img class="bildlinks" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2018/132 woa2018.jpg" border="0" alt="Wasteland Warriors" /></p>
  202. <p>Auf dem Weg zur&uuml;ck zum Schlafgemach gibt es noch eine kleine Feuershow der <span class="strong">Wasteland Warriors</span> bzw. zweier leicht bekleideter Damen zu bewundern, die sich nicht &uuml;ber mangelnden Zuspruch beschweren kann. Ein nettes Betthupferl.<br />
  203. (Ray).</p>
  204. <p>Es ist wohl die Neugier, die mich um kurz nach Mitternacht noch vor die Louder Stage treibt. Dort soll n&auml;mlich Deutschlands Kultkomiker <span class="strong">Otto</span> Walkes, der k&uuml;rzlich seinen 70. Geburtstag gefeiert hat, zusammen mit seiner Band, den <span class="strong">Friesenjungs</span>, das W:O:A rocken. Warum nicht? In Flames, die nebenan auf der Faster Stage spielen, hat man hier ja eh schon mehrfach erleben k&ouml;nnen. Mit dieser Ansicht bin ich offenbar nicht allein, denn das Feld vor der B&uuml;hne ist brechend voll! Tats&auml;chlich vergeht mir die Laune, als Herr Waalkes in seinem gewohnten Hoppelgang mit angezogenen Armen zum Mikro h&uuml;pft und die Menge mit einem obligatorischen Jodler begr&uuml;&szlig;t. Der Mensch kann offenbar nicht ernst bleiben. So muss auch erst mal ein Witz ran, bevor es zur Musik kommt, bei der bekannte Rock-/Popsongs auf friesisch umgetextet werden. Viel verstehen kann man davon allerdings nicht, da In Flames mit brachialer Lautst&auml;rke den Otto-Gig regelrecht wegblasen. So stellen sich hier in der Menge schon im zweiten Song die "Lauter-Lauter-Lauter"-Ch&ouml;re ein. Ich bin &uuml;berzeugt, dass das Problem noch in den Griff bekommen wird und dass sich Otto nicht lumpen l&auml;sst und noch ganz ordentlich auf den Putz hauen wird. Aber irgendwie taugt mir das Ganze hier nicht wirklich. Also noch mal vorbei an In Flames, zu "Cloud Connected" kurz die M&auml;hne gekreist und dann ganz allm&auml;hlich in Richtung Exit marschiert. Das Basiscamp wartet n&auml;mlich schon.<br />
  205. (Dagger)</p>
  206.  
  207. <p><span class="strong">Samstag, 04.08.2018</span></p>
  208. <p>Am letzten Festivaltag zeigt das Wetter dann tats&auml;chlich etwas Erbarmen mit uns. Die Temperatur bleibt ein paar Grad niedriger, Wolken zeigen sich, spenden vor&uuml;bergehenden Schatten und ein angenehmes L&uuml;ftchen weht. Kurz: die Motivation steigt deutlich an und die Heavyhardes-Crew macht sich schon zur Mittagszeit auf in Richtung Holy Wacken Land.<br />
  209. (Dagger)</p>
  210. <p>Es ist zwar weiterhin ein Kampf gegen die Hitze, aber die Neugier siegt dann doch. Also mache ich mich auf zu den beiden Zeltb&uuml;hnen. Im Inneren angekommen, liegen <span class="strong">Victims Of Madness</span> gerade in den letzten Z&uuml;gen ihrer Interpretationen von Metal-Klassikern. Das Areal ist soweit gut besucht und die Stimmung schon mal gut f&uuml;r diese Uhrzeit. Die Band dankt es den Fans mit einem inflation&auml;ren Verschenken von Drumsticks, die fast schon wie ein Pfeilhagel &uuml;ber die K&ouml;pfe niedergeht.<br />
  211. (Ray)</p>
  212. <p><img class="bildrechts" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2018/161 woa2018_lovebites.jpg" border="0" alt="Lovebites" /></p>
  213. <p>Nicht nur mich treibt die Neugier an, der Fan-Strom ins Zelt nimmt kein Ende und so wird der Platz vor der B&uuml;hne schnell eng. Immerhin bekommt man auch nicht alle Tage eine All-Girl-Band aus Japan zu Gesicht. Die Damen von <span class="strong">Lovebites</span> lassen auch nicht lange auf sich warten und erst recht nicht lange bitten. "The Hammer Of Wrath" bildet den Einstand und sofort ist das Stimmungsbarometer ganz oben. Dabei wirken die Damen sehr routiniert, von Anspannung scheint zumindest keine Rede zu sein. Hier wird seitens der Gitarrenfraktion gepost, als ob sie den ganzen Tag nichts anderes machen w&uuml;rden. Gut, das ein oder andere L&auml;cheln k&ouml;nnen sich die Damen dann doch nicht ganz verkneifen, was angesichts des Fanzuspruchs aber auch kein Wunder ist. Sogar ein Pit ist zu verzeichnen. Mit dem hochmelodischem "Shadowmaker", mit dem man sogar Dragonforce Konkurrenz machen k&ouml;nnte, ist dann die halbe Stunde Spielzeit auch viel zu schnell wieder vorbei. Ein mehr als gelungener Gig, einzig die Stimmlage von Asami (Vocals) war ab und zu etwas zu hoch. Sollte man(n) im Auge behalten.<br />
  214. (Ray).</p>
  215. <p><img class="bildlinks" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2018/165 woa2018_betontod.jpg" border="0" alt="Betontod" /></p>
  216. <p>Weiter geht es bei pr&uuml;gelnder Hitze und ohne Schatten zur Faster-Stage, wo <span class="strong">Betontod</span> ihre Punkrocksongs gerade zum Besten geben. Der Platz vor der B&uuml;hne ist sehr ordentlich gef&uuml;llt und die Fans gehen auch recht ordentlich mit... Respekt, bei der Hitze. <span class="strong">Betontod</span> selbst wirken f&uuml;r meine Begriffe auf der gro&szlig;en B&uuml;hne etwas verloren und gefallen mir auf kleineren B&uuml;hnen deutlich besser. Der Stimmung tut dies jedoch keinen Abbruch und so werden Songs wir "La Familia", "Traum Von Freiheit" oder "H&ouml;mmasammawommanomma" ordentlich gefeiert, incl. Pit. Lediglich das obligatorische Mitsingspielchen bei "Gl&uuml;ck Auf" k&ouml;nnte etwas mehr mitgesungen werden. Daf&uuml;r wird das Hinknien als Zeichen gegen Nazis von fast allen Anwesenden mitgemacht. Jetzt ist aber erstmal Schatten angesagt.<br />
  217. (Ray).</p>
  218. <p><img class="bildrechts" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2018/woa18 - the charm the fury 02.jpg" border="0" alt="The Charm The Fury" /></p>
  219. <p>Wieder im Bullhead City Circus. Hier spielt um kurz nach eins ein Newcomer auf der Headbangers Stage, der zuletzt schon m&auml;chtig Staub aufgewirbelt hat. Die Holl&auml;nder von <span class="strong">The Charm The Fury</span> haben sich in erster Linie durch ihre energetischen B&uuml;hnenshows einen guten Namen in der Szene erarbeitet. Nicht zu Unrecht, wie man gleich feststellen darf! Der furiose und &auml;u&szlig;erst technische Mix aus Melodic Death, Hardcore und gelegentlichen Pop-Einsprengseln spr&uuml;ht nur so vor Dynamik und Leidenschaft. Die halbe Miete im Erfolgsrezept des F&uuml;nfers ist jedoch Frontfrau Caroline Westendorp. Die S&auml;ngerin ist in ihrem sportlichen Outfit nicht nur Hingucker, sondern auch echtes Energieb&uuml;ndel und Br&uuml;llw&uuml;rfel in Persona. W&auml;hrend sie unerm&uuml;dlich &uuml;ber die B&uuml;hne wirbelt, kommt so ziemlich alles an Screams, Growls und Shouts aus diesem M&auml;del heraus, was man sich nur vorstellen kann. Den mehr als zahlreich anwesenden Fans taugt's ohne Ende, was sich in einem Dauer-Moshpit durchs ganze Set hindurch &auml;u&szlig;ert. Zur klasse Nummer "Songs Of Obscenity" l&auml;sst sogar die Wall Of Death nicht lange warten, schlie&szlig;lich darf bei "Echoes" mitgesungen werden. Ein beeindruckender Gig einer jungen Band, von der man hoffentlich noch viel zu h&ouml;ren und sehen bekommt.<br />
  220. (Dagger)</p>
  221. <p><img class="bildlinks" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2018/woa18 - erik cohen 04.jpg" border="0" alt="Erik Cohen" /></p>
  222. <p>Kurz die B&uuml;hne gewechselt: auf der W:E:T Stage ist gleich im Anschluss ein echter Underdog und Ausnahmemusiker zu sehen, n&auml;mlich <span class="strong">Erik Cohen</span>. Mit seinem eigenwilligen Mix aus Deutschrock, klassischem Hardrock, Metal, Wave und Punk in Kombination mit den unkonventionellen Texten geht der Kieler Musiker und Ex-Fronter der Hardcoreler von Smoke Blow v&ouml;llig eigene Wege. Was jetzt kompliziert klingt, geht in Wirklichkeit aber runter wie &Ouml;l, wie gleich die beiden ersten Nummern vom aktuellen Dreher "F&auml;hrmann" und "Fehmarn" beweisen. Witzig: der sympathische Musiker verbringt w&auml;hrend des gesamten Gigs keine f&uuml;nf Minuten auf der B&uuml;hne, sondern springt permanent zwischen und auf den Boxen, auf dem Absperrgitter und im Fotograben herum. N&auml;her k&ouml;nnte er den Fans dabei kaum kommen. Einen kleinen Jungen holt er sogar zu sich auf die Lautsprecherbox, setzt sich daneben, gibt ihm seine Sonnenbrille und l&auml;sst ihn mitten im Song mit ins Mikro kreischen. Was f&uuml;r eine Aktion! Zwischen den Songs immer wieder lustige Ansagen und kleine Anekdoten trotz maximaler Coolness. Wirklich schade, dass nur recht wenig Publikum diesen Gig miterlebt. <span class="strong">Erik Cohen</span> ist eben noch ein echter Geheimtipp, hat aber erstklassige Songs im Gep&auml;ck, wie neben "Omega Mann" oder "Englische Wochen" vor allem der Rausschmei&szlig;er "Chrom" demonstriert.<br />
  223. (Dagger)</p>
  224. <p>Nach kurzer St&auml;rkung am Zelt geht es am sp&auml;ten Nachmittag in Richtung Infield. Die franz&ouml;sische Band <span class="strong">Gojira</span>, die ab 17:00 Uhr die Faster Stage bel&auml;rmt, wurde mir von einem Kumpel w&auml;rmstens empfohlen. Aber Geschm&auml;cker sind bekanntlich verschieden und so richtig viel kann ich mit dem bizarren und experimentellen Groove Metal der Band dann tats&auml;chlich nicht anfangen. Das mag vermutlich daran liegen, dass ich die Songs nicht kenne und daher beim ersten Anlauf hier in Wacken so meine Probleme mit dem Material habe. Andererseits ist vor der B&uuml;hne viel los, in der Menge herrscht aber vergleichsweise wenig Bewegung. Anscheinend geht's anderen also doch &auml;hnlich wie mir.<br />
  225. (Dagger)</p>
  226. <p>Also wieder in Bewegung gesetzt und hin&uuml;ber zur Louder Stage marschiert. Hier liegt der Stimmungspegel n&auml;mlich deutlich h&ouml;her! Kein Wunder, denn wo <span class="strong">Die Apokalyptischen Reiter</span> einen Gig absolvieren ist im Grunde immer ordentlich was los. So auch jetzt zum Song "Reitermania", zu dem in gewohnter Weise zwei Schlauchboote zu Wasser, also auf die Wogen der Fans, gelassen werden und ein Wettsurfen von der B&uuml;hne zum hinteren Publikumsrand und wieder zur&uuml;ck veranstaltet wird. "Auf Und Nieder" - der n&auml;chste Song passt vom Titel her ganz gut zu diesem Spektakel. Auch Nummern wie "Der Rote Reiter" und der Klassiker "Friede Sei Mit Dir" werden von den Fans ordentlich gefeiert. Ein Termin im Biergarten treibt mich dann voran. Schlie&szlig;lich kann eine kurze Pause vor dem Finale nicht schaden.<br />
  227. (Dagger)</p>
  228. <p><img class="bildrechts" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2018/woa18 - beergarden.jpg" border="0" alt="Beergarden" /></p>
  229. <p>Im Biergarten ziehen derweil die Blechblos'n wieder ihre Show ab. Wieder ist das Publikum bestens gelaunt, einige bilden am Boden sitzend sogar eine Kette und albern herum. Eigentlich sind wir aber nicht wegen den Blechblos'n hier, sondern wegen des Biers. Nein Quatsch. Die norwegische Mot&ouml;rhead-Cover-Band B&ouml;mbers, bei der seit 1996 auch ein gewisser Olve Eikemo, besser bekannt als Abbath, t&auml;tig ist, wollten wir uns gestern schon ansehen. Nur sind sie kurzfristig wegen gesundheitlichen Problemen eines Bandmitglieds ausgefallen, wie bereits erw&auml;hnt. Auch ihren heutigen Termin im Biergarten kann die Band leider nicht wahrnehmen. Stattdessen steht nun ein Trio namens Volter im Programm. Die Band stammt aus Hannover, spielt stilistisch genau die gleiche Mucke wie einst Mot&ouml;rhead, und hat von denen nat&uuml;rlich auch ein paar Cover im Programm. Das f&uuml;llt zwar die hinterlassene L&uuml;cke, so richtig Stimmung will aber leider nicht aufkommen.<br />
  230. (Kaska)</p>
  231. <p><img class="bildlinks" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2018/169 woa2018_madball.jpg" border="0" alt="Madball" /></p>
  232. <p>Gepflegten New York Hardcore gibt es auf der Headbanger Stage auf die Ohren. <span class="strong">Madball</span> bitten zum Tanz. Die Stimmung ist gut, auch wenn gef&uuml;hlt kein Sauerstoffmolek&uuml;l sich mehr vor die B&uuml;hnen verirrt hat. Aber egal, sowohl die Band als auch die Fans geben reichlich Gas. Ein schwei&szlig;treibender Gig.<br />
  233. (Ray).</p>
  234. <p><img class="bildrechts" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2018/171 woa2018_metusa.jpg" border="0" alt="Metusa" /></p>
  235. <p>Mein Weg f&uuml;hrt mich erneut an der Wackinger Stage vorbei, wo eben <span class="strong">Metusa</span> mitten im Set sind. Zwar spielt die Band (fast) zur besten Zeit, doch das Areal vor der B&uuml;hne ist mehr als &uuml;berschaubar "gef&uuml;llt". Vielleicht liegt es daran, dass sich die meisten schon auf dem Weg zur Faster-Stage befinden, wo alsbald <span class="strong">Arch Enemy</span> spielen werden, vielleicht liegt es aber auch an der etwas unspektakul&auml;ren Mischung aus Ska, Folk und Punk, die man in dieser Art schon mehrfach gesehen bzw. geh&ouml;rt hat. Das fallen mir spontan Fiddler's Green ein, die die gleiche Zielgruppe haben, nur das ganze souver&auml;ner auf die Bretter bringen. Die Band steckt das mangelnde Interesse jedoch gut weg und zockt ihren Set routiniert.<br />
  236. (Ray)</p>
  237. <p><img class="bildlinks" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2018/woa18 - arch enemy 04.jpg" border="0" alt="Arch Enemy" /></p>
  238. <p>Noch ehe der Mambo Kurt hier loslegt, fliehen wir quasi wieder zur&uuml;ck ins Infield und stehen rechtzeitig vor der Faster Stage, um den Auftritt von <span class="strong">Arch Enemy</span> nicht zu verpassen. Die Schwedischen Death-Metal-Stars liefern bei Sonnenuntergang dann auch ein Konzert der Superlative. Geboten werden ausschlie&szlig;lich die besten Hits ihrer zahlreichen Alben, an erster Stelle der brandneue Killer "The World Is Yours", gefolgt von Granaten wie "Ravenous", "You Will Know My Name", "Bloodstained Cross" und und und. Neben der hervorragenden Instrumentalarbeit ist die Klasse des Konzerts einmal mehr der furiosen Frontfrau Alissa White-Gluz zu verdanken. Was die dort oben an Action abliefert, ist einfach sagenhaft. Zudem hat sie sich stimmlich nochmal weiter entwickelt und setzt zunehmend auf h&ouml;here Screams, die perfekt zu den Songs passen. Nach "We Will Rise" dann eine kurze Pause und schlie&szlig;lich h&auml;lt die Zugabe "Avalanche", "Snowbound" und das gro&szlig;artige "Nemesis" f&uuml;r uns bereit. Ein richtig starker Gig, der definitiv in Erinnerung bleiben wird.<br />
  239. (Kaska)</p>
  240. <p><img class="bildrechts" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2018/185 woa2018_dalriada.jpg" border="0" alt="Dalriada" /></p>
  241. <p>Noch einmal zum Abschluss treibt es mich vor die Wackinger Stage, diesmal zu den Ungarn <span class="strong">Dalriada</span>. Der Soundcheck wird noch von der Band selbst durchgef&uuml;hrt, ehe es mit "Thury Gy&ouml;rgy Balladaja 2. resz" dann endlich in den Set losgeht. Das Areal ist gut gef&uuml;llt, was zeigt, dass die ungarische Metalszene durchaus im Fokus der Fans ist. Die Band hat sichtlich Spa&szlig; an ihrem Gig und auch die Fans gehen gut mit. "Napom, Fenyes Napom", "Áldas" sowie "Komamasszon" folgen, ehe mit "Búsirato" dann schon der letzte Song des Sets auf dem Plan steht. <span class="strong">Dalriada</span> zeigen, dass Ungarn mehr als nur Ektomorf zu bieten hat. Danke daf&uuml;r!<br />
  242. (Ray).</p>
  243. <p><img class="bildlinks" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2018/woa18 - helloween 05.jpg" border="0" alt="Helloween" /></p>
  244. <p>Um 21:30 Uhr steht die f&uuml;r uns letzte Band des diesj&auml;hrigen W:O:A auf dem Programm. Mit einer Spielzeit von zweieinhalb Stunden sind <span class="strong">Helloween</span> Headliner des heutigen Abends und warten als solche auch mit einer ganz besonderen Show auf. Unter dem Banner "Pumpkins United" stehen heute die ehemaligen K&uuml;rbisk&ouml;ppe S&auml;nger Michael Kiske und Gitarrist Kai Hansen neben dem aktuellen Line-Up auf der B&uuml;hne und absolvieren bei beeindruckender Lightshow und aufw&auml;ndig programmierten Sequenzen auf der Video-Wall ein Best-Of-Programm, das sich gewaschen hat. Auftakt bildet das fast viertelst&uuml;ndige Epos "<span class="strong">Helloween</span>" und sorgt mit seinem fetten Sound aus drei Gitarren und dem Wechselgesang von Kiske und Deris nicht nur einmal f&uuml;r G&auml;nsehaut. Kn&uuml;ppeldick geht's weiter mit den Hits "Dr. Stein", "I'm Alive " und "Are You Metal". Dazwischen immer wieder das obligatorische Geplauder der Musiker untereinander und mit dem Publikum. Irgendwie muss man die zweieinhalb Stunden ja auch voll kriegen, nicht wahr? Drum gibt's am Ende nach "How Many Tears" auch nicht nur eine, sondern gleich zwei Zugaben, die dann aber zeitlose Metal-Klassiker wie "Eagle Fly Free", "Future World" und "I Want Out" auffahren. Letzteres wird dank instrumentalem Zwischenpart ordentlich gedehnt und zum letzten Refrain von einem amtlichen, den Wackenhimmel erleuchtenden Feuerwerk begleitet.<br />
  245. (Dagger)</p>
  246. <p><img class="bildrechts" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2018/woa18 - moon.jpg" border="0" alt="Mond &uuml;ber Wacken" /></p>
  247. <p>F&uuml;r die Wacken-Crew endet mit diesem Gig das heurige Programm, wenngleich der Gig von Dimmu Borgir mit Sicherheit auch noch sehenswert gewesen w&auml;re. Aber wie gewohnt geht es morgen wieder verdammt fr&uuml;h auf die R&uuml;ckreise, um nicht in irgendwelchen Staus stecken zu bleiben. Sch&ouml;n war's wieder, das W:O:A, trotz der Bullenhitze. Das buchst&auml;bliche Schlammassel der letzten drei Jahre hat mit Sicherheit niemand vermisst. Um zuletzt noch auf die eingangs erw&auml;hnten Unkenrufer zur&uuml;ckzukommen: die werden wohl  verstummen. Denn schon am vierten Tag nach Beginn des Ticketverkaufs ist die letzte Karte &uuml;ber den Tresen gegangen. Woran's wohl liegen mag? Zumindest die bislang best&auml;tigten Bands (Sabaton, Powerwolf, Parkway Drive, Rose Tattoo und ein paar weitere) d&uuml;rften daran keinen Anteil haben. M&ouml;glich, dass es damit zusammenh&auml;ngt, dass das W:O:A kommendes Jahr seinen 30. Geburtstag feiert und alle eine richtig gro&szlig;e &Uuml;berraschung erwarten. Bis die - vermutlich so um die Weihnachtszeit - enth&uuml;llt wird, m&uuml;ssen wir uns aber noch etwas gedulden...<br />
  248. (Dagger) </p>
  249. <p><img class="bildrechts" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=wacken/woa2018/woa18 - sonnenuntergang.jpg" border="0" alt="Sonnenuntergang &uuml;ber Wacken" /></p>
  250. ]]></content></entry><entry>
  251. <title type="html"><![CDATA[ , ,  &amp; ]]></title>
  252. <link href="http://www.heavyhardes.de/live-678.html" />
  253. <id>http://www.heavyhardes.de/live-678.html</id>
  254. <updated>2018-02-05T14:55:42+01:00</updated>
  255. <published>2018-02-05T14:55:42+01:00</published><content type="html"><![CDATA[ <p><img class="bildlinks" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=archenemy/archenemy20180127/EventHalle.jpg" border="0" alt="Eventhalle Strohofer" /></p>
  256. <p>Das Eventzentrum Strohofer an der A3 zwischen N&uuml;rnberg und W&uuml;rzburg, Ausfahrt Geiselwind, hat sich mit den Jahren zum wohl hei&szlig;esten Brennpunkt Frankens in Sachen Metal-Live-Events gemausert. So wundert es nicht, dass wir uns auch heute wieder auf dem Weg dorthin befinden, um <span class="strong">Arch Enemy</span> auf ihrer Welttournee zum aktuellen Album Will To Power einen Besuch abzustatten. Das Konzert war eigentlich f&uuml;r die ohnehin schon ger&auml;umige MusicHall vorgesehen, wo vor zwei Wochen erst Iced Earth aufgetreten sind. Kurzfristig wurde der Plan jedoch ge&auml;ndert und die Veranstaltung aufgrund der gro&szlig;en Ticket-Nachfrage in die riesige EventHalle verlegt. Wir ziehen unsere Karten allerdings erst an der Abendkasse und h&auml;tten wir einen Blick auf die fortlaufende Nummer (2074) geworfen, h&auml;tten wir in etwa erahnt, was uns drinnen erwartet. Aber so staunen wir nicht schlecht, als wir die Raucherzone passiert haben und in der Halle angekommen sind. </p>
  257. <p>Es ist 18:15 Uhr. Die erste Band <span class="strong">Jinjer</span> hat eben ihren Gig er&ouml;ffnet und die Halle ist wirklich brechend voll. Beim Christas Bash kurz vor Weihnachten mit Kreator als Headliner waren nicht ann&auml;hernd so viele Leute hier, wie heute. Das zeigt nur eines allzu gut. <span class="strong">Arch Enemy</span> geh&ouml;ren definitiv zur neuen Generation an Headliner-Bands, die wohl auch in Zukunft bei gr&ouml;&szlig;eren Festivals ganz oben im Line-Up zu finden sein werden.</p>
  258. <p>Aber eines nach dem anderen. Wo bei manch einem Konzert die Support-Acts noch vor leeren Hallen spielen m&uuml;ssen oder alternativ auf breites Desinteresse sto&szlig;en, kann sich die ukrainische Band <span class="strong">Jinjer</span> vor versammelter Truppe ins Rampenlicht stellen. Dass der Raum vor der B&uuml;hne dicht mit Schaulustigen bestellt ist, liegt wohl auch daran, dass <span class="strong">Jinjer</span> ganz gut ins Vorprogramm von <span class="strong">Arch Enemy</span> passen. Schlie&szlig;lich wird auch hier z&uuml;nftiger Death Metal mit einer Frau hinterm Mikro geboten. S&auml;ngerin Tatiana Smaylyuk setzt ihren tiefen Grunts allerdings auch immer wieder klar gesungene Passagen entgegen, was dem ohnehin schon recht anspruchsvollen Sound der Band eine weitere Facette hinzuf&uuml;gt. Mir pers&ouml;nlich k&ouml;nnte das Material durchaus etwas eing&auml;ngiger sein, beim Publikum kommt die Mucke aber richtig gut an.</p>
  259. <p>Auch die n&auml;chste Band - <span class="strong">Tribulation</span> - darf sich der ungeteilten Aufmerksamkeit der Audienz erfreuen. Der getragene Mix aus Death und Black Metal, den die Schweden hier routiniert in Szene setzen, geht mit seinen gro&szlig;artigen Melodien und der boshaften Atmosph&auml;re richtig tief unter die Haut. Irgendwie hat es die Band bislang geschafft, trotz vier Studioalben unter meinem Radar zu bleiben. Umso positiver &uuml;berrascht bin ich heute und wei&szlig; jetzt schon, dass ich mich mit dieser Truppe wohl etwas n&auml;her auseinandersetzen muss! </p>
  260. <p>In Geiselwind wird der Zeitplan stets eingehalten. So dauert es nicht lange und es dr&auml;ngen noch ein wenig mehr Leute vor die B&uuml;hne als bei den beiden Acts zuvor. Dennoch schaffen wir es irgendwie bis in die dritte Reihe, wo die Stimmung ab den ersten Noten von <span class="strong">Wintersun</span> am Brodeln ist. Die Finnen haben mit ihren mitrei&szlig;enden Hymnen zwischen Melodic Death und heroischem Power Metal die Meute fest im Griff. Gassenhauer der Marke "Winter Madness" oder "Sons Of Winter And Stars" werden nicht nur von Frontmann Jari inbr&uuml;nstig vorgetragen. Auch das bunt gemischte Publikum, in dem man sich selbst mit ann&auml;hernd 40 Jahren auf dem Buckel noch irgendwie jugendlich f&uuml;hlt, kann die Songs &uuml;berraschend textsicher mitsingen. Da kommt man ordentlich in Fahrt und in die richtige Stimmung f&uuml;r den Haedliner!</p>
  261. <p><img class="bildrechts" src="http://www.heavyhardes.de/bilder/vorschau.php?bild=archenemy/archenemy20180127/Arch%20Enemy%2001.jpg" border="0" alt="Alyssa Gluz" /></p>
  262. <p>Punkt 21:30 Uhr ist es dann soweit. Das Intro erklingt, die Herren Amott, Loomis, D'Angelo und Erlandsson beziehen Stellung an den Instrumenten und ab geht die Post mit "The World Is Yours", dem Hit des aktuellen Drehers Will To Power. Sekunden sind verstrichen, schon springt Frontfrau Alyssa auf die B&uuml;hne und br&uuml;llt in gewohnter Manier ins Mikro, w&auml;hrend aus dem Publikum ein Meer von Smartphones in die H&ouml;he gereckt wird, um einen Schnappschuss von dem blauhaarigen Derwisch in ihrem rattenscharfen Outfit zu ergattern. Viele nehmen Ihre Apparate gleich gar nicht mehr runter, weil ja alles gefilmt werden muss, damit man es in der n&auml;chsten Minute auf Facebook posten kann. Da hilft es auch nichts, wenn man sich erneut und dem heftigen Andrang zum Trotz richtig weit vorne positioniert hat. Irgendwer verdeckt einem immer mit seinem Wischk&auml;stla den Blick zur B&uuml;hne. Dabei ist es doch sinnlos, von hieraus mit der Kamera auf die B&uuml;hne zu zielen. So schnell wie die Alyssa &uuml;ber die Bretter flitzt, kriegt man eh keine anst&auml;ndigen Bilder hin. </p>
  263. <p>Ja - so viel Energie und Ausstrahlung f&auml;rben ab und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. &Uuml;berall im Publikum finden sich weibliche Fans aller Altersstufen und sogar ein junger Typ, die sich alle anl&auml;sslich des heutigen Gigs die Haare blau gef&auml;rbt haben. Nicht zu fassen! W&auml;hrend ich mich &uuml;ber Smartphones &auml;rgere und &uuml;ber blauhaarige alte Frauen wundere, schmettern <span class="strong">Arch Enemy</span> einen Hit nach dem anderen durch die Membrane. Gen&uuml;gend davon haben sie mit den Jahren ja angesammelt. Am heutigen Abend gibt es bei h&ouml;llisch lautem Sound die volle Packung an feinstem Melodic Death Metal made in Sweden. Die j&uuml;ngeren Nackenbrecher "War Eternal", "You Will Know My Name" und nat&uuml;rlich "The Eagle Flies Alone" treffen dabei auf &auml;ltere Hits wie etwa "Ravenous" oder "Dead Eyes See No Future", dessen Refrain auch mitgesungen wird. Vereinzelt werden Crowdsurfer in Richtung B&uuml;hne bef&ouml;rdert, schlie&szlig;lich geben die Schweden nochmal Vollgas zu "As The Pages Burn", ehe Gitarrenk&uuml;nstler Michael Amott zu einem exzessiven, von klassischen Themen durchzogenen Interludium ausholt. Es f&auml;llt auf, dass Alyssa bei jeder sich bietenden Gelegenheit hinter der B&uuml;hne verschwindet. Auch jetzt g&ouml;nnt sie sich eine Pause, kehrt aber f&uuml;r eine weitere dicke Packung zur&uuml;ck, die mit "We Will Rise" einen fulminanten H&ouml;hepunkt erreicht. Nochmal Pause und dann ab in die Zugabe! Mit "Nemesis" beenden <span class="strong">Arch Enemy</span> eine beeindruckende Vorstellung. Zur&uuml;ck bleiben Ohrensausen und ein Gef&uuml;hl von Gl&uuml;ckseligkeit. Denn an Abenden wie diesem wei&szlig; man, warum man Metal h&ouml;rt und warum sich daran auch niemals etwas &auml;ndern wird!</p>
  264. ]]></content></entry><entry>
  265. <title type="html"><![CDATA[ ,  &amp; ]]></title>
  266. <link href="http://www.heavyhardes.de/live-673.html" />
  267. <id>http://www.heavyhardes.de/live-673.html</id>
  268. <updated>2017-12-13T15:16:36+01:00</updated>
  269. <published>2017-12-13T15:16:36+01:00</published><content type="html"><![CDATA[ <p><span class="strong">Death Angel</span> geh&ouml;ren zu den Bay Area Thrashern, die es wie Exodus und Testament nie in die ganz vordere Reihe geschafft haben. Vollkommen zu Unrecht, fabrizieren die Jungs doch erfahrungsgem&auml;&szlig; eine fulminante Attacke. Solch einen Abriss h&auml;tten allerdings selbst wir nicht erwartet. H&ouml;flich waren sie auch noch allesamt.</p>
  270. <p>Free And Easy, n&auml;chste Station: das Gel&auml;nde des Freier-Eintritt-Festivals im Backstage ist erneut belagert und popul&auml;r, die Schlange wickelt sich um die Ecken, und man holt sich geduldig das Einlassb&auml;ndchen ab. Schon eine kurze Augenscheinnahme zeigt, dass es sich hier aber wohl in erster Linie nicht um Sympathisanten der Kombo handelt, wegen derer wir angereist sind: jede Menge rosa Leibchen werden da spazieren getragen. Richtig, die Franken-Bl&ouml;del-Barden von JBO gastieren heute im Werk und mobilisieren die Menge. Dieses Orchester kennen wir ja noch bestens vom letzten Rockavaria und lenken die Schritte daher direkt in die Halle, wo der Inhalt des fetten Thrash-Pakets schon ausgepackt wird.</p>
  271. <p>Daf&uuml;r hat man sich lobenswerterweise wieder Lokalmatadoren an Bord geholt, dieses Mal sind es die Abensberger von <span class="strong">Antipeewee</span>, die eine schlanke Sohle aufs Parkett legen.  Die wilde Bande um Fronter Philipp Schnepka  (auch genannt PeeWee, daher der Bandname - also keine Referenzen auf US-Filmkomiker beabsichtigt) feuern eine wilde Mischung aus Exodus, Anthrax, Suicidal Tendencies und anderen Einfl&uuml;ssen heraus und haben daran offenkundig jede Menge Freude. Kein Wunder, zeigt sich die Halle doch bereits jetzt gut besucht und voller Schlachtenbummler, die offenkundig Lust zum mitmischen haben. Die Gitarrenfraktion aus Coralie Baier und Johannes Scheugenpflug steht wie eine Eins, Basser Alexander Schott hat sein Destruction-Tour-Shirt von 1984 sicherlich nicht seinerzeit vor Ort erworben, aber die old school-Fahne weht hier sehr ordentlich. "Wir wollen euch h&uuml;bsch machen!", ruft uns Philipp zu - na, viel Gl&uuml;ck bei dieser Mission, das wird ein hartes St&uuml;ck Arbeit, aber Nummern wie "Rotten Smell Of Dirty Lies" oder "Desecration" sorgen im Pit doch tats&auml;chlich f&uuml;r die ersten Mixer-Anfl&uuml;ge des Abends. Besonders lobenswert: der Schlagwerker hat sich das gesamte Material dem Vernehmen nach in zwei Wochen draufgeschafft - Prospekt, der Herr! Mit "Cool Guy Cthulhu" (also, der muss ja wirklich oft herhalten, bekommt der gute HP Lovecraft eigentlich Tantieme daf&uuml;r?) und "Separate The Head From The Body" (garniert mit einer politischen Aussage gegen rechts) biegen sie auch schon auf die Zielgerade ein - und finden tats&auml;chlich noch die Gelegenheit zu einer kleinen Zugabe: "Attack The Brewery" l&auml;uft gut rein, bevor dann Schluss ist.</p>
  272. <p>"Das ist ja ein Familienfest der Generationen!", kommentiert Soziologe Sebbes die Alters- und Sozialstruktur der Angereisten, unter denen sich offenkundig wirklich ganze Clans befinden, vom Sohnemann bis hin zur respektablen, aber dennoch kuttentragenden Mama. Wir sprechen noch kurz mit den gesch&auml;tzten Branchenkollegen (man kennt sich eben mittlerweile), dann geht es auch schon weiter im Text mit <span class="strong">Krisiun</span>. Nach einem kurzen Tribal-Intro r&uuml;hrt der Dreier aus Brasilien (benannt nach dem Mondkrater Mare Crisium) sein Todesblei mit enormer Energie an, Tieft&ouml;ner Alex Camargo grunzt sich standesgem&auml;&szlig; durchs Geschehen und ist rein optisch kaum von Saitenbieger Moyses Kolesne zu unterscheiden - kaum verwunderlich, haben wir es hier doch mit einem Brudertrio zu tun. Irgendwo in der Mitte zwischen Florida-Death, Doom, Grindcore und Thrash pfeffern die Herren uns die St&uuml;cke um die Ohren, wobei es neben grooving-doomigen Elementen auch immer wieder fette Blastbeats gibt, die Drummer Max Kolesne im wahrsten Wortsinne aus dem Handgelenk sch&uuml;ttelt: immer wieder schmettert er die Sticks derartig schnell auf die Felle, dass das Duracell-H&auml;schen dagegen eher tranig wirkt. Gro&szlig;es technisches Kino! "Das ist eher keine romantische Musik!", stellt Date-Doktor Sebbes treffend fest, w&auml;hrend Alex damit beginnt, sich wiederholt und schlie&szlig;lich permanent bei uns, beim Backstage und der ganzen Welt zu bedanken - f&uuml;r die Einladung, die Energie, den Support f&uuml;r underground-Musik und f&uuml;r das Leben an sich. Das kommt ehrlich r&uuml;ber, wirkt sympathisch und gereicht allenthalben zur Freude. "Die sind ja wirklich galant!", urteilt Knigge-Leser Sebbes, w&auml;hrend uns Alex weiteren "old school shit" ank&uuml;ndigt, der mit "Vengeance\x91s Revelation" und dem m&auml;chtigen "Blood Red" auch nicht lange auf sich warten l&auml;sst. "Danke scheeen M&uuml;nchen!", schallt es uns wieder entgegen, und jetzt steht ein "timeless classic" an, "a tribute to the greatest frontman of all time" - es werden keine Preise ausgelobt, wer das denn gewesen sei, in dieser Kategorie kann es nat&uuml;rlich nur einen geben, der nun mit einem krachigen Cover von "Ace Of Spades" geehrt wird, wozu die Meute am kollektiven Rad schraubt. Trotz aller d&uuml;steren Attit&uuml;de gibt man sich auch launig, Gitarrist Moyses parliert in passablem Deutsch "Was ist los, Junge? Hast du getrunken oder was?" Eine wunderbare Abfahrt - und selbstverst&auml;ndlich bedankt sich Alex nochmals bei uns, bevor man sich verabschiedet.      </p>
  273. <p>F&uuml;r die kommende Attraktion wird die B&uuml;hne, das kennt man ja mittlerweile sattsam, deutlich ausk&ouml;mmlicher, auf den Gitarrenracks lagern zwei Plastik-Lurchis, mit konsequent hochgezogenen Socken gibt der B&uuml;hnentechniker ein Fashion Statement ab, aber er bekommt die anf&auml;nglichen Probleme mit dem Bass in den Griff. Zur besseren Sicht und zum vorteilhafteren Anfertigen von Fotografien begeben wir uns kurzerhand mittig in die ersten Reihen - ob das gutgeht? Nun, wir werden sehen, schon bei den ersten Gitarrentriolen von "The Ultra-Violence" vom legend&auml;ren <span class="strong">Death Angel</span>-Erstling geht eine Welle durch die Menge. Mit Kompletteinstieg verwandelt sich das erste Drittel dann in ein Tollhaus - der Moshpit regiert, wie das bei einer Thrash-Ansetzung eben sein muss. Mit &auml;u&szlig;erster Pr&auml;zision zimmern Rob Cavestany und Ted Aguilar die Riffs und Melodien dabei ins kochende Rund, wobei sich Fronter Mark Osegueda als optischer und auch greifbarer Mittelpunkt zementiert: er springt, dr&auml;ut, kauert und feuert in die Menge, als ob das hier der letzte Auftritt aller Zeiten w&auml;re, schreit die vorderen Reihen aus n&auml;chster N&auml;he an und sch&uuml;ttelt im gleichen Moment ungez&auml;hlte H&auml;nde, genau wie Basser Damien Sisson (Fashion Statement, Part Deux: Schlaghose. Word!) permanent abklatscht und die Ghettofaust macht. Eine nicht gerade h&uuml;nenhafte asiatische Dame neben mir verschwindet bei jeder Anbrandung des K&ouml;rpermeeres, taucht aber zuverl&auml;ssig stets immer empor und verheddert sich dabei gerne - "sorry but your hair is tangled up in my shirt!", so etwas kann man auch nicht alle Tage ungestraft zur holden Weiblichkeit sagen. Heute geht das, "Left For Dead" entfesselt den Pit noch mehr, w&auml;hrend Sebbo und seine Kollegen im wogenden Ozean umherschwappen und dabei versuchen, Bilder zu erhaschen.</p>
  274. <p>Herr Aguilar (mit Aguirre nicht verwandt) zaubert nun eine a la Toni Iommi beleuchtete Gitarre hervor, auf der die exzellenten Granaten "Son Of The Morning" und "Father Of Lies" (vom aktuellen Langdreher "The Evil Divide") eine herausragende Figur machen. Nun stellt sich heraus, dass man offenbar eine Wette laufen hat: wer kann sich h&auml;ufiger beim Publikum bedanken? Herr Osegueda versucht in jedem Fall sein M&ouml;glichstes, bedankt sich endlich wieder hier sein zu d&uuml;rfen, immerhin verbinde man mit "fucking Munchen" beste Erinnerungen, man habe "lots of material for people who like to celebrate music" dabei. Damit meint er wohl uns, wir stimmen freudig zu und werfen uns bei "Caster Of Shame" wieder massiv in die Bresche. Auch wenn heute nicht ganz so subtropische Temperaturen herrschen wie sonst &uuml;blich, scheinen die Herren auf der B&uuml;hne bald so gebadet wie wir, weshalb Mark erst einmal einen gediegenen Schluck Bombay Gin zu sich nimmt. Das n&auml;chste St&uuml;ck, so informiert er uns, sei &uuml;ber "unity in metal, and this requires movement!!" Das verstehen wir, und offenkundig auch so mancher Schlachtenbummler ganz besonders gut, so wie ein etwas orientierungsloser junger Mann, der in den vorderen Reihen in erster Linie seitw&auml;rts umherirrt und vergeblich versucht, die B&uuml;hne zu erklimmen. "Aha, das war der Movement!", stellt Massenpsychologe Sebbes fest, und den Kollegen treffen wir im Verlauf des Abends noch h&auml;ufiger. Anderen Feierw&uuml;tigen gelingt das Unterfangen dann deutlich besser: die Crowd Schl&uuml;rfer und Stage Driver &uuml;bernehmen das Ruder, beehren die Kombo auf der B&uuml;hne und st&uuml;rzen sich wohlgemut wieder hinein ins Get&uuml;mmel.</p>
  275. <p>Beim nun folgenden "Lost" - einer Hymne f&uuml;r alle, die sich ob ihrer Pers&ouml;nlichkeit ausgegrenzt f&uuml;hlen, Respekt, Mark bedankt sich schon einmal prophylaktisch bei allen - liefert dann mit etwas gem&auml;chlicherem Riffing und Cleangesang den wunderbaren musikalischen H&ouml;hepunkt. Herausragende Qualit&auml;tsarbeit! Ansatzlos geht es ins Black Sabbath-Cover "Falling Off The Edge Of The World", das die Todesengel doch etwas beschleunigt haben und dennoch kongenial darbieten, komplett mit feiner vokalistischer Leistung. Jetzt geht es wieder ganz weit zur&uuml;ck in die Historie, genauer gesagt zum Erstling der ultra-Gewalt, wozu uns Mark quasi eine Gebrauchsanweisung gibt: "If you know that is is from the Ultra Violence, then you know how to act, or better how to react to it!" Das nimmt nicht nur der Herr Movement zum Anlass, die Wurstmaschine wieder anzuwerfen: ein fr&ouml;hliches Tanztreiben herrscht &uuml;berall, was Sozialp&auml;dagoge Sebbes als "Freizeitpark f&uuml;r Metaller!" einklassifiziert. S&auml;mtliche Nachbarn (inkl. asiatischer Dame, Knopfproblem mittlerweile gel&ouml;st) wogen hin und her, nehmen sich vor Fliegern in acht und studieren das exakt gleiche Schuhwerk aller Akteure auf der B&uuml;hne, wenn wir nicht gerade "Kill - as - one!!" skandieren (einer der weniger bekannten Tippfehler der Metal-Historie, das Lied hei&szlig;t im Original-Demo nat&uuml;rlich "Grill as one", zu Deutsch so viel wie "Grill wie \x91ne Eins!") Nach "Relentless Revolution" stellt Meister Mark nun die Band vor - unter anderem "my brown man with a white guitar" Ted und Drummer Will Carroll "who is more underground than you will ever be". Nun, ob der Mann bei der Londoner U-Bahn t&auml;tig ist, wissen wir nicht - in jedem Fall verdrischt er die Felle nach allen Regeln der Kunst mit fliegendem Wikinger-Bart. "So, this is my least favorite moment: the moment when I tell you this is the last song!", referiert Mark nun, man meine das auch ernst: nicht die &uuml;blichen Spielchen "where you chant our names and we act surprised - no, this is your last chance to make a mutual impression!" Diese Chance des beidseitig bleibenden Eindrucks nutzen die Anwesenden weidlich aus: "This is OUR moth song!", mit diesem kleinen Seitenhieb auf Metallica (die seit Neuestem ja auch einen Mottensong an Bord haben) wirf Mark sich in "The Moth", das zur letztendlich g&uuml;ltigen Abrissbirne ger&auml;t. Der Boden bebt so, wie Herr Osegueda das von uns verlangt, der Mixer l&auml;uft auf Hochtouren, die Menge sch&auml;umt &uuml;ber - und aus ist's. Selbstverst&auml;ndlich bedankt man sich bei uns - wir bedanken uns mittlerweile auch schon gegenseitig bei uns selbst -, bevor wir in die regnerische Nacht entlassen werden. Welche eine Dampfwalze! <span class="strong">Death Angel</span> genie&szlig;en ihren hervorragenden Ruf nicht umsonst, das haben sie auch heute wieder zweifelsfrei unter Beweis gestellt. Wir sind verz&uuml;ckt, wandern am Werk vorbei, das die Spa&szlig;fraktion l&auml;ngst ger&auml;umt hat, und staunen dann auf dem Parkplatz noch dar&uuml;ber, dass die M&uuml;nchner Thrash-Fraktion in nicht geringer Zahl in Limousinen aus dem Premium-Segment angereist ist. Metal ist eben in der gehobenen Mittelklasse angekommen. Thank you.</p>
  276. <p>Der Bericht erscheint ebenfalls bei <a href="http://www.kuehleszeug.de">K&uuml;hles Zeug</a>.<br />
  277. </p>
  278. ]]></content></entry><entry>
  279. <title type="html"><![CDATA[ , ,  &amp; ]]></title>
  280. <link href="http://www.heavyhardes.de/live-676.html" />
  281. <id>http://www.heavyhardes.de/live-676.html</id>
  282. <updated>2017-12-12T08:06:31+01:00</updated>
  283. <published>2017-12-12T08:06:31+01:00</published><content type="html"><![CDATA[ <p>Jon Schaffer gibt sich gerade in unseren Breiten gerne die Ehre. Mit einem fetten Paket aus vier Kombos und mit dem Album Incorruptible im Gep&auml;ck sagen wir dazu ebenso h&auml;ufig gerne: da sind wir dabei. Something wicked this way comes? Wir werden sehen!</p>
  284. <p>"So this is free and easy", sinniert ein sichtlich von den Reaktionen beeindruckter Stu Block. "This would call for a lot of sexual jokes, but I am simply too tired for that". Das hat der <span class="strong">Iced Earth</span>-Fronter doch genau richtig erkannt, das mit dem frei und einfach. Denn zu den feineren Traditionen in der M&uuml;nchner Konzertszene geh&ouml;rt zweifelsohne das Free And Easy Festival, im Rahmen dessen im gesamten Backstage-Areal Konzerte, Kleinkunst, Ausstellungen und sonstige Events wie der Name sagt for free bestaunt werden k&ouml;nnen - und das komplett ohne Zusch&uuml;sse oder sonstige Hilfestellungen. Dabei werden stets durchaus hochkar&auml;tige Attraktionen aufgeboten - in diesem Jahr geben sich w&auml;hrend der 17 Free And Easy-Tage Namen wie Blues Pills, Prong, Psychopunch, die Emil Bulls, Madball, Death Angel und eben auch <span class="strong">Iced Earth</span> die Ehre. Jon Schaffers Rekrutenmannschaft erlebten wir erst im letzten Dezember am gleichen Austragungsort, wo das Ganze aufgrund eines doch eher undifferenzierten Sounds und nicht gerade &uuml;berbordender Agilit&auml;t der Akteure nicht die wirklich ganz gro&szlig;e Sause war. Aber wir lassen uns gerne &uuml;berraschen und pilgern wieder in Richtung Werk, um festzustellen, dass vor den Toren schon eine veritable Schlange auf Einlass wartet. Grundprinzip beim Free And Easy: Pl&auml;tze gibt's, solange Vorrat reicht, vorausschauende Zeitgenossen besorgen sich daher ein Einlassgarantie-Ticket, das im Vorfeld f&uuml;r kleines Geld zu haben ist (f&uuml;rs Werk 13 Euro, f&uuml;r das restliche Gel&auml;nde 7 Euro, jeweils inklusive 2 Getr&auml;nkegutscheinen) und das dann bis 20:30 Uhr sicherstellt, dass man nicht das Nachsehen hat.</p>
  285. <p>Bunt geht es immer dabei zu, man m&uuml;ht sich um eine Mischung aus Hard'n'Heavy, Punk, Ska und Hip Hop - so auch heute, denn neben US-Powermetal im Werk gibt es nebenan in der Halle die launigen &Ouml;sterreicher von Turbobier zu bestaunen, was sich im Publikum in manch bunter Frisur &auml;u&szlig;ert. Wir wandern allerdings schnurstracks Richtung Werk, wo die Recken von <span class="strong">Scavanger</span> schon die Fahne des Old School Sound hoch halten. Die Jungs aus Rosenheim fabrizieren astreines klassisches, sehr melodisches Material, unter anderem vom zweiten Album Rise Of The Scarab, das auch textlich was hermacht und teilweise auf den Discworld-Romanen von Terry Pratchett beruht. Gleich drei Gitarren sind am Start, Anian Geyer am Mikro macht uns mit Kopftuch und Sonnenbrille einen mehr als passablen Paul Quinn-Lookalike, und die schon zahlreich anwesenden Publikumsscharen animieren die Herren sogar zu einer Zugabe: passend zum gleichnamigen Festival gibt's noch "Heavy Metal's Calling" auf die Ohren - mit Fug und Recht, immerhin sind die Kollegen die Organisatoren dieses Events, der allj&auml;hrlich im Backstage &uuml;ber die B&uuml;hne geht (dieses Jahr waren am 18.02. unter anderem Crystal Ball und <span class="strong">Stormhammer</span> dabei, man kennt sich eben). Top Job, die Herren, zu fr&uuml;her Stunde gleich alles richtig gemacht und einen blitzsauberen Auftakt geliefert.</p>
  286. <p>Die Taktung passt in jedem Falle, stellen wir fest, es dauert nicht lange, und schon machen sich die Lokalmatadoren von <span class="strong">Stormhammer</span> emsig an den Soundcheck. Die Mikropr&uuml;fung &uuml;bernimmt dabei einer, der irgendwie nicht unbedingt nach Powermetal aussieht: richtig, das ist doch Matthias Kupka, eigentlich in Diensten der melodischen Deather Emergency Gate, der hier ganz kurzfristig (nach nur zwei Proben, wie er uns nachher gleich informiert) das Mikro von J&uuml;rgen Dachl &uuml;bernahm. Ebenso beachtlich ist die Garderobe von Basser Horst Te&szlig;mann, der mit flammendem Beinkleid gleich mal ein ordentliches Fashion-Statement abliefert. Nachdem alle technischen H&uuml;rden &uuml;berwunden sind, werfen sich die M&uuml;nchner Kraftmetaller ins Set, durch das sich Herr Kupka mehr als achtbar schwingt, wobei er sich den einen oder anderen Grunzer nicht verkneifen kann. Passt aber bestens, zumal er auch die launigen Ansagen aus dem Publikum am&uuml;siert aufnimmt - als er am Bier nippt, schallt ihm ein "Ansto&szlig;en, Du F...ze!" entgegen, das er launig mit "ah, das klingt nach einem Blauen" fu&szlig;ballerisch-rivalisierend kommentiert. Auf dem Spielplan steht einiges Material vom aktuellen Album Welcome To The End, wie auch das ordentliche "Road To Heaven", das sie jetzt ins Rund zimmern. Auch wenn wir ein homogenes Erscheinungsbild nicht unbedingt auszumachen verm&ouml;gen - Matthias sticht doch etwas hervor, Feuerhosen-Horst wirkt h&uuml;nenhaft, und Mannie Ewender scheint in der Hitze der Nacht fast zu zerschmelzen -, sorgt die Darbietung dennoch f&uuml;r den ersten ordentlichen Moshpit, in dem sich doch auch viele junge Gestalten tummeln. Gro&szlig;en Respekt in jedem Fall f&uuml;r Herrn Kupka, der sich die Texte auf die Boxen gepappt hat und sich mit diesem Kniff &uuml;berraschend trittsicher durchs Set hangelt. "Holy War" ("den Songtitel hat aber auch jede Band!", kommentiert Texte-Bibliothekar Sebbes treffend) klingt mit seinem tiefergelegten Organ wahrscheinlich sogar besser als mit den &uuml;blichen powermetallischen &Uuml;berschallfrequenzen, bevor es dann mit "Welcome To The End" und "The Law" auf die Zielgerade geht - wozu offenbar einige Emergency-Gate-Fans einen noch massiveren Moshpit er&ouml;ffnen. Bunte Truppe, launige Darbietung, und jede Menge Mumm auf Seiten des Fronters. Respekt!</p>
  287. <p>Jetzt wird es dann gleich noch spannender: die nun folgenden <span class="strong">The Charm The Fury</span> sind bereits als Support f&uuml;r Eluveitie und Amaranthe im November angek&uuml;ndigt, was uns schon mal grunds&auml;tzlich neugierig macht. Auch diese Kombo legt beim Aufbau selbst Hand an, allen voran Frontfrau Caroline Westendorp, die im neckischen Netzhemd die B&uuml;hne offenbar im Alleingang herrichten will, bevor ihr der Gott des Donners selbst zu Hilfe eilt - in jedem Fall sieht der blondm&auml;hnige Gitarrero Rolf Perdok dem guten Chris Hemsworth durchaus gleich [&Auml;h - er hat zwar blonden Bart und blondes Haupthaar, aber Chris? Nein. Einfach nein. - Kara] und singt als Mikrocheck passabel "take these broken wings". Erwartet uns hier nun ein symphonic metal-Ausritt oder eher eine etwas andere Spielart? Die ersten Takte zeigen gleich mal, wo hier der Hammer h&auml;ngt: keine Spur von S&auml;usel-Else, nein, hier gibt es Metalcore auf die Ohren, versetzt mit melodischen Einsprengseln. Der Sound fabriziert eine kompakte Dampframme, der Hitzepegel - kurzes Beinkleid war erneut obligatorisch, mit und ohne Flammen - springt in ungeahnte H&ouml;hen, und auch das Publikum zeigt sich runderneuert: offenbar gibt der eine oder andere Hardcore- und Punk-Sympathisant den Holl&auml;ndern den Vorzug.</p>
  288. <p>Entsprechend beeindruckt zeigt sich Frau Westendorp: "Well, I did not expect this", w&uuml;rdigt sie das volle Haus, das die angenehm ruppige Abfahrt mehr als goutiert. Schwere mid-tempo-Groover wie "Colorblind" rei&szlig;en alles um, w&auml;hrend die zierliche Caroline keift wie ein enervierter Rottweiler. Die Menge dankt diese enorme Spielfreunde und Energie mit einem veritablen circle pit, den auch die tropischen Temperaturen nicht stoppen - "holy shit, it's hot in here!", aber das kennen wir ja mittlerweile als Normalzustand. "No End In Sight" f&uuml;hrt dann zu einem Monsterpit, zu dem Basser Lucas Arnoldussen den geborenen Animateur gibt. Die massive Wall of Sound dr&uuml;ckt einen schier an die Wand - "ich glaube, da kommt keine Ballade mehr!", wagt Stilanalyst Sebbo eine treffsichere Prognose. Nein, vielmehr laden uns die Herrschaften nun zu einer Wall of Death ein, die vom wilden Mob auf dem Parkett nach allen Regeln der Kunst vorgef&uuml;hrt wird. Herr Perdok zerrt nun mit einigen Anleihen an "Seek And Destroy" die Butter vollends vom Brot - wie soll der Powermetal eines Herrn Schaffer das noch toppen? Das wird nicht leicht f&uuml;r den guten Jon, so viel steht fest. Mit "Carte Blanche" drehen sie das Gas nochmal massiv auf, als ob das noch erforderlich w&auml;re, und entlassen uns durchaus staunend. Wir hoffen, dass sich der Tross vom November vorher angeschaut hat, wen sie denn da mit auf Gastspielreise nehmen - hier und heute haben <span class="strong">The Charm The Fury</span> in jedem Fall eine massive Schneise geschlagen. Hossa!</p>
  289. <p>Wie schon im Dezember, als Ensiferum die Ehre des Supports hatten, vollzieht sich im Publikum jetzt ein schnelles B&auml;umchen Wechsel Dich-Spiel: hinfort die jungen Wilden von der Hard- und Metalcore-Fraktion, herein mit den Kuttentr&auml;gern leicht gesetzteren Alters. Die B&uuml;hne wird nun a) nicht mehr von der Band selbst aufgebaut und b) merklich gr&ouml;&szlig;er, mit Drumriser (an dem eine Anonymus-Maske h&auml;ngt, ihr wisst schon...) und allem, was dazugeh&ouml;rt. Schon der Soundcheck zeigt, dass es nun um einige Phon m&auml;chtiger wird - will man etwa durch reine Brachialit&auml;t &uuml;berzeugen? Das hoffen wir doch nicht, und als es nach einem kurzen Intro zu tiefroter Beleuchtung mit "The Great Heathen Army" vom aktuellen Langeisen Incorruptible dann zur Sache geht, sind wir eines Besseren belehrt und &auml;u&szlig;erst entz&uuml;ckt. Der Sound ist kraftvoll, tight und dennoch transparent - das aggressive, charakteristische Riffing kommt ebenso zur Geltung wie die melodischen Elemente, die im Dezember noch irgendwie abgesoffen waren. Meister Schaffer dr&auml;ut wie gewohnt finster, mit schwarzem Kopftuch, Bikerkutte mit Bandlogo und Schuhen vom letzten Baustelleneinsatz. Stu Block schwingt sich, mit Armmanschette und baugleicher Kutte, treffsicher ebenso durch die H&ouml;hen wie durch die Niederungen - "der singt einfach alles", stellt Vokaltrainer Sebbes sp&auml;ter fest. Insgesamt geben sich die Florida Boys um Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer Schaffer heute deutlich spielfreudiger, agiler und vor allem bestens aufgelegt: Basser Luke Appleton, bei dem man letztes Jahr nicht eindeutig sagen konnte, ob er &uuml;berhaupt freiwillig da war, wirft heute sein sch&uuml;tteres Haupthaar komplett in die Bresche, Mr Block fuchtelt, animiert und jubiliert, und die von Anfang an begeisterten Zuschauerreaktionen l&ouml;sen auch im Chef selbst offenkundige Genugtuung aus.</p>
  290. <p>"So muss <span class="strong">Iced Earth</span> klingen!", konstatiert Mixer Sebbes, was auch Jon Schaffer wohl so sieht und sich sogar zu einem L&auml;cheln hinrei&szlig;en l&auml;sst. Ehrlich! "Burning Times" h&auml;lt die Energie weiter oben, mit "Declaration Day" und "Plagues Of Babylon" geht der Reigen fr&ouml;hlich weiter, bevor uns der gute Stu befragt: "Do you want something evil?", worauf es zur&uuml;ckschallt: "Pure Evil!" "Massive spoiler alert!", feixt der Herr, denn nat&uuml;rlich steht nun diese m&auml;chtige Abrissbirne auf dem Programm. Zur Widerstands-Hymne "V" d&uuml;rfen wir dann alle das Victory-Zeichen machen - der Anonymus am Schlagzeug verweist auf den Hintergrund in Alan Moores finsterer Comicsaga "V For Vendetta" -, als dann auch Stu die Temperaturen w&uuml;rdigt: "Are you guys as hot as we are? Then this is an even distribution. Let's sweat this fucker out!" Wie auch immer das gehen mag, aber mit "Seven Headed Whore" feuern sie ein weiteres Geschoss von "Incorruptible" in die Menge, bei dem Riffing und Gesang wohlig an beste Priest-Zeichen erinnern. Beim anf&auml;nglich getragenen, dann auch stampfend-heftigeren, in jedem Falle sehr guten "I Died For You" er&ouml;ffnet Herr Black erstaunliche vokalistische Breite und klingt in tiefen Lagen wie Geoff Tate, als der die ganze Sache mit der Musik noch ernst nahm.</p>
  291. <p>"Boiling Point" entfesselt dann endg&uuml;ltig auch hier ein ordentliches Gerammel, bevor dann das ausladend-epische "The Dark Saga" wohlig-gespenstische Atmosph&auml;re verbreitet (und gesanglich wieder der gute alle Geoff zu winken scheint). Das gruselige "Cthulhu" (ein Eis am Stiel f&uuml;r alle, die das auf Anhieb richtig schreiben), inspiriert vom doch eher kranken Geist eines HP Lovecraft, erntet Begeisterung in Form von lauthals mitgesungenen Melodien, was Herrn Schaffer fast vollst&auml;ndige Haltlosigkeit in Form eines freundlichen Gesichts entlockt. Bei der Hymne "The Hunter" versucht ein Schlachtenbummler, seinen Pullover als Ventilator zu nutzen, der dabei auf die B&uuml;hne fliegt und von Herrn Block postwendend zur&uuml;ckgereicht wird. "Dystopia" ger&auml;t zum finsteren Kracher, bevor dann standesgem&auml;&szlig; die traurige Power-Ballade "Watching Over Me" das Geschehen beschlie&szlig;t. So, genau so muss Kraftmetall, meine Herrschaften! Druckvoll, energetisch, mitrei&szlig;end. In dieser Form sehen wir uns Herrn Schaffer und seine Freunde in f&uuml;nf, sechs Monaten gerne wieder an, wenn sie wieder kommen, ganz bestimmt. Vielleicht ist es dann ja auch nicht mehr so hei&szlig;. Next stop f&uuml;r uns: Death Angel!</p>
  292. <p>Der Bericht erscheint auch bei <a href="http://www.kuehleszeug.de">K&uuml;hles Zeug</a>.<br />
  293. </p>
  294. ]]></content></entry><entry>
  295. <title type="html"><![CDATA[ ,  &amp; ]]></title>
  296. <link href="http://www.heavyhardes.de/live-674.html" />
  297. <id>http://www.heavyhardes.de/live-674.html</id>
  298. <updated>2017-12-06T10:34:39+01:00</updated>
  299. <published>2017-12-06T10:34:39+01:00</published><content type="html"><![CDATA[ <p>Der letzte Besuch, den die melodischen epischen Folkmetaller unserer kleinen Metropole abstatteten, bot bekanntlich zu wahren Begeisterungsst&uuml;rmen Anlass. Daher lassen wir uns nat&uuml;rlich weder von &auml;quatorialer Hitze, tropischen St&uuml;rmen noch von verschwundenen Parkpl&auml;tzen aufhalten, wenn <span class="strong">Orden Ogan</span> mit uns die Ver&ouml;ffentlichung ihres aktuellen Albums feiern wollen. Die Gunmen sind in der Stadt! </p>
  300. <p>Piff! Paff! Es kommt nicht alle Tage vor, dass man von zwei Schaufensterpuppen beschossen wird. Genau das aber passiert hier und heute beim titelgebenden Track des neuen Werks der Institution des h&ouml;chst melodischen Metalls aus dem beschaulichen Sauerland. Klar, die Munition besteht aus Konfetti, der R&uuml;cksto&szlig; haut die Kollegen fast aus den Plastiklatschen - egal: ein bisschen Show muss sein, und das lassen wir uns sehr gerne gefallen, auch wenn Fronter Sebastian da oben fast dahinschmilzt und sich mehr Wasser &uuml;ber den Kopf gie&szlig;t als er trinkt.</p>
  301. <p>Dabei stand die Release-Party-Tour f&uuml;r das neue <span class="strong">Orden Ogan</span>-Album Gunmen unter gar keinem guten Stern: weil ein paar Outlaws (passt hier ja irgendwie) in Hamburg eine seltsame Form von "Protest" praktizierten, musste das ausverkaufte Konzert im Hafenklang aus Sicherheitsgr&uuml;nden erst mal abgeblasen werden (man sagte eine Neuansetzung zu). In unseren Breitengraden hingegen fallen die organisatorischen Kalamit&auml;ten milder aus: der ehemalige Parkplatz des Backstage ist komplett in der Baustelle versunken, man findet nun Zuflucht auf einer eher sp&auml;rlichen Wiese. Der Einlass in die Halle findet heute &uuml;ber den Nebeneingang statt, was nach einigen Anlaufschwierigkeiten dann auch gelingt, so dass wir zumindest noch die letzten T&ouml;ne des ersten Anheizers mitbekommen.</p>
  302. <p>Wobei das Heizen doch eigentlich gar nicht n&ouml;tig w&auml;re: selbst das mittlerweile obligatorische kurze Beinkleid rettet nicht vor dem H&ouml;llenatem, der einen seit einigen Tagen offenbar in jedem geschlossenen Raum, wahlweise auch Festzelt, ereilt. Aber davon lassen sich die Hannoveraner (Sprachfreunde laben sich an der Ortsbezeichnung samt wunderbarem "v") <span class="strong">Human Fortress</span> keinesfalls verdrie&szlig;en, deren aktuelles Album Thieves In The Night ja niemand anders als Ordensbruder Levermann himself produziert hat. Nach wechselhafter Historie mittlerweile quasi wieder in Urbesetzung unterwegs, liefern Torsten Wolf, Volker Trost, Andre Hort, Dirk Liehm und Apostolos Zaios ihre R&uuml;ckbesinnung auf die reinen, powermetallischen Wurzeln der Band mit Gusto ab. Shouter Gus Monsanto, im Nebenberuf Saatguthersteller, scheint die Temperaturen aus dem heimischen Brasilien gew&ouml;hnt, turnt mit Wollm&uuml;tze &uuml;ber die Bretter und schmettert "Rise Or Fall" beherzt hinaus. Eigentlich w&auml;re das Set an dieser Stelle schon beendet, aber die schon beachtliche Menge verlangt lautstark nach mehr, was in Form des alten Rei&szlig;ers "Defenders Of The Crown" dann tats&auml;chlich auch folgt. Runde Sache, meine Herren!</p>
  303. <p>Wir schauen uns um, die Halle ist durchaus ordentlich gef&uuml;llt, die Tagespresse (also wir) spricht sp&auml;ter von ungef&auml;hr 500 Zuschauern. Im vorderen Drittel steigt die Temperatur immer weiter, aber das ist irgendwann nur noch nachrichtlich, zumal es jetzt mit einem feschen gregorianischen Choral aus der Dose auch schon weitergeht. Stampfend, m&auml;chtig steigen <span class="strong">Mob Rules</span> in ihr Set ein, das mit "Black Rain" gleich ein Ausrufezeichen setzt.<br />
  304. Mikroschwinger Klaus Dirks scheint seinerseits den Hitzetest machen zu wollen und tritt erst einmal im langen schwarzen Mantel an - ob das gut geht? An seinen vokalistischen K&uuml;nsten ist einstweilen nichts zu deuteln, sowohl optisch als auch stimmlich denken wir hier gerne mal an einen gewissen Herrn Cans in den Diensten von Hammerfall, wobei der gute Klaus zwischendurch immer wieder mal leicht verstrahlt blickt und dreinschaut wie Catweazle pers&ouml;nlich. Bei der zweiten Nummer "On The Edge" fliegt der Mantel aber endg&uuml;ltig in die Ecke, w&auml;hrend Sven L&uuml;dke und Markus Brinkmann in einem f&uuml;r einen Support-Slot mehr als beachtlichen Sound die melodisch-rhythmischen Strippen kunstvoll ziehen. Am Tastenbrettchen schl&auml;gt auch Jan Christian Halfbrodt haartechnisch in die 70er-Kerbe und kommt daher wie eine Mischung aus Superfly und Paul Breitner, aber den Soundteppich legt er astrein strahlend. Nach der schmackigen neuen Single "Somerled" stellt Herr Dirks klar, dass man heute schon zum dritten Mal mit dem aktuellen Album Tales From Beyond hier gastiere, aber das tut der allgemeinen Begeisterung keinen Abbruch: F&auml;uste und Haare fliegen durch die Gegend und die Luft, als man mit "My Kingdom Come" fr&ouml;hlich weiter durchs powermetallische Geh&ouml;lz jagt.</p>
  305. <p>Die ausgereichten Promotion-Zettel eignen sich im &Uuml;brigen prima als F&auml;cher, wobei Klimaforscher Sebbes auf die B&uuml;hnen-Scheinwerfer weisend treffend feststellt: "Und die haben auch noch Heizstrahler da oben!" Herr Dirks l&auml;sst sich denn auch bisweilen auf dem Boden nieder und nimmt einen kr&auml;ftigen Schluck aus der Pulle des Mineralwasserh&auml;ndlers seines Vertrauens, erlaubt es gerne auch mal dem norddeutschen Akzent durchzuscheinen (immerhin stammt man aus Wilhelmshaven, und wieder haben wir ein "v" f&uuml;r die Sprachfraktion) und f&uuml;hrt nun mit "Astral Hand" weiter durchs Programm. Wunderbar episch wird es dann bei "In The Land Of Wind And Rain", in das wir uns kurzzeitig gerne w&uuml;nschen w&uuml;rden - musikalisch sicherlich das Highlight des Sets, mit magischen Melodien und fettem Refrain. Mit dem Titeltrack des Hollowed Be Thy Name-Albums von 2002 feuern sie dann noch eine ordentliche Speed-Granate ab, bevor man sich vollkommen aufgeweicht verabschiedet und zu Recht abgefeiert wird. So, und ich habe es tats&auml;chlich geschafft, keinen Mops-Witz zu machen ("ein Leben ohne Power Metal ist denkbar, aber..." etc.) oder vom Wischger&auml;t zu faseln!!</p>
  306. <p>Die nun folgende Umbaupause zieht sich dann doch ein wenig arg in die L&auml;nge. Erst wollen die zwei Gewehrm&auml;nner rechts und links der B&uuml;hne (siehe die Ausf&uuml;hrungen oben) nicht ordentlich stehenbleiben, dann aber fangen die Augen an zu leuchten, und der Kopf dreht sich hin und her. So &auml;hnlich d&uuml;rfte das bei "Eddie the \x91ead" in seligen Maiden live im Marquee-Tagen auch gewesen sein. Kurz vor zehn stehen die Zeichen dann aber endg&uuml;ltig auf Sturm, mit "To New Shores Of Sadness" greifen <span class="strong">Orden Ogan</span> gleich mal tief in die Historie und fegen alles um. Passend zum Motto der Gastspielreise anl&auml;sslich der Ver&ouml;ffentlichung der "Gunmen"-Scheibe treten Seeb (nicht Sebb, der geh&ouml;rt zu uns) und seine Freunde nicht in selbst gebastelten Fantasy-Kost&uuml;men, sondern in knielangen Kitteln an, die jedem Gringo am Rio Grande (also da, wo auch schon Fernando weilte) beste Dienste getan h&auml;tten.</p>
  307. <p>Soundtechnisch scheinen sich die Probleme fortzusetzen, Herrn Levermanns Stimme geht im Unterschied zu seinem Vorg&auml;nger doch etwas unter, auch insgesamt fehlen die Feinheiten, aber der Meute ist das herzlich egal: "Die Ogan-Fans feiern immer!", h&auml;lt Kulturhistoriker Sebbes fest, und Recht hat er: zum popul&auml;ren Rei&szlig;er "We Are Pirates" setzt es eine fulminante Mitsing-Attacke. Das klingt nat&uuml;rlich, als ob Running Wild eine Nummer von Blind Guardian spielen, aber das ist eben mittlerweile ihr Trademark: weniger folkloristisch und orchestral wie in den Anfangstagen, sondern sehr deutscher, klassischer, melodischer Speed, das wird heute kredenzt, und zwar mit Laune. "Here At The End Of The World" bildet dann den finalen Teil der Auftakt-Trilogie: die Menge steht Kopf, und Meister Levermann mahnt uns: "Ist euch auch so hei&szlig; wie uns? Geht immer wieder mal beim Getr&auml;nkestand vorbei, nicht dass noch einer aus den Latschen kippt, so wie ihr abgeht!" Am Freitag habe man das neue Album herausgebracht, f&uuml;hrt er nun weiter aus, und f&uuml;r den Titelsong habe man in den USA ein Video gedreht (eine schaurige Rachesaga, die man auf den einschl&auml;gigen Sozialkan&auml;len bestaunen kann) - und auch wenn man nat&uuml;rlich noch keine Textsicherheit erwarten darf, geht die Meute beim nun anstehenden "Gunman" frenetisch mit und intoniert den Refrain lauthals. "Das ist wie beim Volksfest!", analysiert Volkskundler Sebb, kurz bevor die Konfettiknarren schie&szlig;en.</p>
  308. <p>Ohne gro&szlig;e Pause, fast atemlos ballern sich <span class="strong">Orden Ogan</span> durchs Programm, w&auml;hrend sich Seeb ohne Unterlass mit Wasser &uuml;bergie&szlig;t und "Deaf Among The Blind" herausfeuert. Der Sound bessert sich nun zusehends, die gesanglichen Eins&auml;tze von Basser Niels L&ouml;ffler f&uuml;gen sich ein, und Zeremonienmeister Levermann l&auml;sst sich sogar zu einem "Scream for me, Munich!" hinrei&szlig;en - Bruce wird's ihm nachsehen, immerhin bietet "Sorrow Is Your Tale" astreine Maiden-Melodien. Der Cheffe feuert uns nun weiter an, aber: "Auf der B&uuml;hne wird jetzt nicht mehr gegrinst! Immerhin tragen wir jetzt die Liebste zu Grabe!" Das tun wir denn auch in Form des neuen "Fields Of Sorrow", das genauso gut reinl&auml;uft wie das komplette frische Album. So, nun wird es endg&uuml;ltig romantisch, Licht aus, es kommt eine Ballade, bitte Feuerzeuge (hat so was noch jemand?), Taschenlampen, Handtelefone raus, alles was leuchtet - gerne auch prim&auml;re und sekund&auml;re Geschlechtsmerkmale, falls gl&uuml;hend (traut sich dankenswerterweise aber keiner) - und ab geht's mit der "sanften" Weise "F.E.V.E.R.", die mit Macht alles umhaut. Ballade, mein leuchtendes Hinterteil! "Hat's euch denn gefallen?", fragt ein triefender Seeb uns nun, denn das Ende der Darbietung naht wohl (schon?). Jetzt kann er es uns ja sagen, im Oktober kommen sie dann auf Headliner-Tour wieder nach M&uuml;nchen (und was ist das hier? Irgendetwas haben wir falsch verstanden, offenbar), aber vorher m&uuml;ssen wir noch ordentlich laut rufen: "...and so we are?" Klaro: "Cold, dead and gone!", das kennen wir ja schon, schlie&szlig;lich bietet "Things We Believe In" einen standesgem&auml;&szlig;en H&ouml;hepunkt im Ogan-Set. Tut es auch heute wieder, und tats&auml;chlich verschwinden die Herrschaften nun mit einem kurzen "Bis nachher!" Ist jetzt Pause, oder wie d&uuml;rfen wir das verstehen? Immerhin stehen gerade mal 60 Minuten auf der Uhr.</p>
  309. <p>Ein Aufbauhelfer treibt uns zu lauteren "Zugabe!"-Ch&ouml;ren an, worauf sich die Akteure dann tats&auml;chlich nochmals auf die B&uuml;hne trauen. Herr Levermann k&uuml;ndigt nun einen brandneuen Song an, der es k&uuml;nftig wohl immer ins Live-Set schaffen werde - "oder wir k&ouml;nnen den auch skippen und gleich gehen", feixt er uns an. Wir singen brav das nun folgende, in der Tat fulminante "Forlorn And Forsaken" mit, aber die Temperaturen fordern eben doch ihren Tribut - selbst bei den seltenen Exemplaren der scheuen Spezies des weiblichen Vokuhilas, die mit einer gesch&auml;tzten vollst&auml;ndigen Dose 3 Wetter Taft einen Haarhelm fabriziert haben. "Das Publikum ist abgest&uuml;rzt, quasi Bluescreen!", am&uuml;siert sich Oberrevolverheld Levermann, aber dennoch geben wir bei "Mystic Symphony" nat&uuml;rlich nochmal alles - bzw. den Rest, der halt noch geht. Begeisterung allenthalben, man verabschiedet sich als Niels Lucky Luke L&ouml;ffler und Old Shatterseeb - und dann k&ouml;nnen wir endlich ein wenig ausdampfen. Diese Schie&szlig;erei war vielleicht ein wenig kurz bemessen, aber eines Wyatt Earp mehr als w&uuml;rdig, auch wenn in Tombstone nicht Konfetti, sondern blaue Bohnen flogen. Aber da ging es ja auch gegen die Clanton-Br&uuml;der, damals am O.K. Corral. Die waren vielleicht bessere gunmen, aber Spa&szlig; haben wir lieber mit <span class="strong">Orden Ogan</span>. Auch wieder im Herbst. Als Headliner, wohlgemerkt. Wird ja auch langsam Zeit.     </p>
  310. <p>Der Bericht erscheint auch bei <a href="http://www.kuehleszeug.de">K&uuml;hles Zeug</a>.<br />
  311. </p>
  312. ]]></content></entry></feed>

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